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SWR1 3vor8

Wenn nun das alles so zergehen wird: ..
Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung,
in denen Gerechtigkeit wohnt. (2. Petr 3, 11ff)


„Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig.“
Für mich ist das der genialste Titel einer CD, den ich kenne. Immer noch, obwohl er schon fast 20 Jahre alt ist.
Ulla Meinecke ist dieser Titel eingefallen.
„Wenn schon nicht für immer...“ Nichts bleibt unverändert bei uns Menschen, nichts dauert für immer. Die
Schönheit nicht, die Liebe nicht, nicht einmal das Leben. Das spüre ich schmerzlich als Verlust, wenn etwas zu
Ende geht und nicht für immer ist. Das kann einen ganz schön runter ziehen.
Und deswegen ist die zweite Hälfte des Titels so genial und wichtig. „...dann wenigstens für ewig.“ Das ist doch
wie ein Protest gegen diese Verlustangst. Was heißt hier „Protest“, ein Versprechen ist es. Wenn etwas aufhört, dann kann genau darin die Chance liegen: Ein neuer Anfang.
„Wir erwarten einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt, nach Gottes Versprechen.“ Steht in der Bibel. So stellen sich Christen dem Vergehen. Nicht „gute alte Zeit“, „gute neue“.
Es muss anders werden auf der Erde, damit es gut wird. Glauben Christen von Anfang an.
Nichts im Leben dauert für immer. Aber in Veränderungen steckt die Chance, dass es besser werden kann.
Auch mit dem Tod sehen Christen das so. Sogar, dass das Leben nicht für immer ist, enthält ein Versprechen.
Der Tod ist für Christen nicht nur das bittere „aus, Ende, amen“, sondern das Versprechen Gottes, dass Neues beginnt.
„Nicht für immer - für ewig.“ Da drunter macht es Ulla Meinecke nicht.
„Neuer Himmel, neue Erde.“, da drunter machen es auch Christen nicht.
„Ewig“ meint nicht, immer und dann noch ein bisschen länger. Ewigkeit, das meint: Andere, neue Zeitrechnung. Bessere Welt, gerechtere Welt. Die Christen zur Zeit der Bibel haben auf diese neue Zeit gehofft. Sie haben
nicht gefürchtet, dass sich was ändert. Sie haben gehofft, dass sich mit und durch Gott was ändert. Nicht
weiter wie immer, sondern schon diese Welt darf mehr nach Himmel schmecken. Wir warten auf einen neuen
Himmel und eine neue Erde nach Gottes Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt. In denen das Leben neu
wird und Schönheit neu aufblüht, immer wieder und die Liebe auch, bis ins Alter.
Andere Zeiten. Das ist doch gut, wenn sie anfangen. Warum habe ich dann um Himmels immer so viel Angst,
dass Altes zu Ende geht? Muss ich doch nicht, oder? https://www.kirche-im-swr.de/?m=4894