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SWR1 3vor8

Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und für jedermann. ...Der Gott des Friedens bewahre euren Geist samt
Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.
(1. Thess 5,16 und 23)


„Olympia war immer ein Spiegel der Zeit“ habe ich vor kurzem gelesen.
Nehmen wir mal an, das stimmt. Was sind für Sie die Bilder von Olympia? Was zeigen sie Ihnen als Spiegel über die Zeit, in der wir leben?
Mir geht vor allem zweierlei nicht aus dem Kopf:
Diese unglaublichen Leistungen von Michael Phelps mit seinen 8 Goldmedaillen zB. oder von
Usain Bolt, dem Sprinter. Man kann sie nur bestaunen und fragt sich zugleich:
Kann das mit fairen Mitteln zugegangen sein? Oder ist Doping, Betrug also, zwangsläufig in unserer Welt?
Jedenfalls wenn es um Konkurrenz geht, um Erfolg und viel Geld? „Olympia ein Spiegel unserer Zeit“, heißt das, betrügen und siegen -egal wie- sind zwangsläufig auch außerhalb des Sports? In der Wissenschaft, in Wirtschaft und Politik? Kommt man ehrlich, mit Moral und mit Kooperation nicht mehr zum Ziel?

Das zweite Bild, das mir von den Spielen in Peking groß vor Augen steht ist der Medaillenspiegel. Er zeigt ganz deutlich wie sehr die Sportwelt sich in den letzten 20 Jahren verändert hat. Europa und Amerika sind nicht mehr automatisch obenauf. Olympia ist auch da ein Spiegel unserer Zeit. Die Gewichte in der Welt haben sich verschoben. Haben Sie das schon so richtig kapiert und akzeptiert? Ich glaube, ich nicht. Aber es ist so. Manchmal macht mir das Sorgen, dass aus dieser Konkurrenz neue weltweite Konflikte werden könnten.

Ich glaube, für die Zukunft ist sehr wichtig, was Paulus in der Bibel schon vor 2000 Jahren geschrieben hat.
„Jagt allezeit dem Guten nach untereinander und für jedermann."
Ich verstehe ihn so: Eine gute Zukunft kann man nach christlichen Maßstäben auf Dauer nicht für sich haben, gegen andere. Wir als lange Erfolg verwöhnte Westler müssen deshalb als
erstes lernen, dass wir den anderen von Herzen gönnen, dass sie aufholen.
Und als zweites: Für die Zukunft von 7 Milliarden Menschen ist „Konkurrenz und überlegen
sein wollen“, nicht das richtige Zukunftsmotto. Intensives Ringen um Kooperation
ist glaube ich viel wichtiger, wenn Friede sein soll. Bedingungslose Erfolgsgier wie in Teilen des Spitzensports taugt dafür nicht: Gutes Leben gelingt, wenn man es auch für die anderen will. --
„Olympia ist ein Spiegel der Zeit.“ Sehen Sie andere Dinge als ich,
wenn Sie in den Spiegel von Peking schauen? https://www.kirche-im-swr.de/?m=4345