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SWR1 3vor8

Das ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Was unterscheidet die Fastnachtszeit von der Fastenzeit? Den Karneval von der Zeit danach, wenn es ohne Fleisch weitergeht? Wenn Sie Fassnachter oder Jeckin sind, sagen Sie jetzt wahrscheinlich: Die Fassenacht macht Spaß und danach wirds ernst. Kann sein, muss aber nicht: Kommt drauf an, wie man fastet.
Ich jedenfalls würde eher sagen, der Unterschied zwischen der Fastnachtszeit und der Fastenzeit, der liegt in den Nebenwirkungen. Die Fastnachtszeit hat ja manchmal unerwünschte Nebenwirkungen: Und die können ganz schön lästig sein: Wenn der Schädel brummt oder noch Schwerwiegenderes: Mancher hat die Nebenwirkungen der tollen Tage schon schwer bereuen müssen.
Beim Fasten sind Nebenwirkungen erwünscht. Positive:
Jedenfalls wenn man es macht, wie es in der Bibel steht.
In den evangelischen Kirchen ist davon heute die Rede. Wie das geht, dass das Fasten Spaß macht und positive Nebenwirkungen hat. “Denkt ihr, mir einen Gefallen zu tun, wenn ihr beim Fasten nur euch selber quält, wenn ihr nichts esst und trinkt?“ Fragt der liebe Gott. Und ein Prophet liefert die Antwort: „Nein,“ sagt er, „ein Fasten, das Gott gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen, die ihr zu Unrecht gefangen haltet… Gebt den Hungrigen zu essen… Helft, wo ihr könnt, verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen!“ (Jes 58,5f) Das sind Wirkungen beim Fasten, die dem lieben Gott Spaß machen.
Er hat bestimmt nichts dagegen, wenn man fastet für sich selber und sich freut, wenn man sich wieder mehr spürt, wenn man stolz auf sich ist, weil man es schafft, und wenn die Pfunde wegschmelzen und man sich selber wieder lieber im Spiegel anguckt. Aber wenn man nur für sich selber fastet und vor lauter Anstrengung griesgrämig wird und den Leuten auf die Nerven geht, das ist doch eher Antifasten.
Aber wenn mir beim Fasten ein Licht aufgeht, wie das Leben ist für die, die Hunger haben. Oder wenn man beim Auto-Fasten das Co2 im Tank lässt oder wenn man beim Fernsehfasten Zeit gewinnt. Das sind positive Nebenwirkungen!!
In diesem Sinn: Heute, morgen und übermorgen viel Spaß bei der Fastnacht, mit Lachen und Fröhlichkeit. Aber halten Sie mir die Nebenwirkungen in Grenzen. Und ab Mittwoch dann Fasten, das Ihnen gut tut und anderen um sie rum auch. Wer sagt eigentlich, dass man in der Fastenzeit nichts zu lachen haben kann? https://www.kirche-im-swr.de/?m=3085