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SWR1 3vor8

12 Und Jakob träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. 13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR…
16 Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er:
Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.


Wo gehen Sie hin, wenn Sie zu sich finden wollen? Wenn das Leben über Ihnen zusammen geschlagen ist. Wissen Sie einen Platz, wo Sie dann hin können? Zum Herz ausschütten, neu Luft holen und einen Weg suchen, wie es weiter geht.
Ich habe drei, je nachdem wie dick es kommt:
Der erste Ort: In der Musik Ruhe und Klarheit suchen. Oder: Von einer Bank ins weite Land schauen. Und der dritte: Stille Kirchen: Einen Platz in einer Bank finden, ruhig werden, die Gedanken einfangen, das Kreuz sehen, mit Gott reden. Es tut unheimlich gut, wenn man Orte hat, wo man in sich einkehren kann. Solche Orte muss man bewahren. Die sind lebenswichtig.
Heute, am Tag des offenen Denkmals kann man solche Orte neu entdecken: Kirchen, Klöster, Synagogen, Moscheen oder draußen Wegkreuze. Lauter Orte, an denen Menschen durch die Zeiten hindurch Einkehr gehalten haben, gebetet. Wie viele Leben sind wohl an solchen Orten gerettet worden? Haben wieder eine Richtung gefunden? Ich finde gut, dass unser Land solche Orte pflegt und schützt. Wo Menschen den Boden fürs Leben finden können. Spüren, dass über ihnen ein Himmel ist, ders gut meint. Und dass Gott auch im größten Schlammassel für einen da sein kann.
So wie in der uralten Geschichte, die heute in den Evangelischen Kirchen erzählt wird: Jakob hat sein Leben überhaupt nicht mehr in Griff. Er legt sich zum Schlafen hin und dann träumt er; zum Glück keinen Albtraum, sondern auf einmal stand da „Eine Leiter auf Erden, die berührte mit der Spitze den Himmel und die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und oben auf der Leiter stand der HERR und sprach: Ich bin der HERR… siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst.“
Als Jakob aufwacht, ist er tief erschüttert und beglückt. Er baut an der Stelle einen kleinen Altar zur Erinnerung. Damit Menschen nach ihm auch an diesem Ort Gott begegnen können. Und so machen Menschen das seit Jahrtausenden. Weil man Orte braucht, an denen man sich wieder finden kann, wenn man ganz verloren ist. Wenn man sich verloren hat. Es ist gut, dass es Orte gibt, an denen Gott mich spüren lässt, dass er da ist und wo es lang geht. Das sind Denk-Male, die muss man schützen und pflegen. Damit sie uns pflegen und schützen können.
Wo haben Sie so einen Ort wie der alte Jakob in der Bibel? https://www.kirche-im-swr.de/?m=2106