Manuskripte

SWR3 Worte

Norwegische Kriminaler im Krimi - es wird nicht ganz klar, ob sie nun an Gott glauben oder vielleicht doch nicht...
„Glaubst du an Gott?" fragte Skarre plötzlich.
Sejer verzog den Mund auf seltsam schmollende Weise. „Tja, nein, ich glaube nicht. Ich glaube wohl eher - an eine Art Kraft", sagte er mühsam.
Skarre lächelte. „Das habe ich schon häufiger gehört. Diese Kraft ist irgendwie salonfähiger. Schon komisch, wie schwer es uns fällt, ihr einen Namen zu geben. Natürlich ist das Wort Gott stark belastet. Aber was glaubst du, wo diese Kraft uns hinführt?" „Ich habe Kraft gesagt", erklärte Sejer. „Nicht Wille."
„Du glaubst also an eine willenlose Kraft?" ...
„Du läßt ja wirklich nicht locker. Versuchst du, auf unbeholfene Weise deinen Glauben zu bekennen?"
„Ja", sagte Skarre einfach.

Karin Fossum: Glaubst du an Gott?
(in: Karin Fossum, Fremde Blicke. Roman; Piper München 200410 - S. 215)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10915

Liebe - Caritas - wird immer nötig sein, auch in der gerechtesten Gesellschaft. Es gibt keine gerechte Staatsordnung, die den Dienst der Liebe überflüssig machen könnte. Wer die Liebe abschaffen will, ist dabei, den Menschen als Menschen abzuschaffen. Immer wird es Leid geben, das Tröstung und Hilfe braucht. Immer wird es Einsamkeit geben. Immer wird es auch die Situationen materieller Not geben, in denen Hilfe im Sinn gelebter Nächstenliebe nötig ist.
Glaube, Hoffnung und Liebe gehören zusammen.
Der Glaube, (die Erkenntnis) der Liebe Gottes, ...  erzeugt seinerseits die Liebe. Sie ist letztlich das einzige Licht, das eine dunkle Welt immer wieder erhellt und uns den Mut zum Leben und zum Handeln gibt. Die Liebe ist möglich, und wir können sie tun, weil wir nach Gottes Bild geschaffen sind.
Papst Benedikt der Sechzehnte - Gott ist Liebe

(in: Deus Caritas est - N° 28b und 39  - Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 171, herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferenz, 2006 S. 39 und S. 53)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10914

Nicht nur Brot und Wein werden verwandelt (in der Kirche) ... Das ... feiern wir am Fronleichnamsfest, und daran wollen wir denken, wenn wir an der Prozession teilnehmen: Verwandlung der Welt, indem wir uns selbst verwandeln lassen... Christen sollen zwar demütig sein, aber niemals bescheiden. Wir beschränken uns nicht auf unseren Kirchenraum. Der Auftrag, den wir von Gott haben, ist die Verwandlung der Welt.
Diese Verwandlung ... geschieht durch Menschen, die sich zur Verfügung stellen. Und sie ... meint unsere Straßen, unsere Häuser, unsere Wohnungen, die Verhältnisse, in denen wir leben. ... Sie ist möglich. Sie hat schon begonnen, und sie will weitergehen.
Gerhard Lohfink, Gottes Volksbegehren 

(in: Gerhard Lohfink, Gottes Volksbegehren, Biblische Herausforderungen, München 1998, Seite 143)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10913

Niemand möge sich der Illusion hingeben, dass er sich in großen Dingen hervortun wird, wenn er sich nicht zuerst in kleinen hervortut. Glaubt mir, es gibt sehr viele verschiedene Arten von Eifer und ... Manche Menschen wollen (immer) noch ... wichtigere Dinge tun. Dabei bemerken sie nicht, dass, wenn es ihnen für kleine Dinge an Kraft fehlt, sie für große Dinge noch weniger Kraft haben werden...
Ich schreibe euch das ... nur, damit ihr euch im Kleinen als groß erweist, damit ihr ... euren eigenen Wert besser erkennt und so eure ganze Kraft auf Gott setzt. Wenn ihr auf diesem Weg bleibt, zweifle ich nicht daran, dass ihr an Demut und Innerlichkeit mehr und mehr zunehmt, dass ihr ... viel Frucht hervorbringt und überall, wo ihr auch seid, in Frieden und Sicherheit lebt.

Der Missionar Franz Xaver vor fast fünfhundert Jahren - über das Kleine und wirklich Große
(Franz Xaver  - Brief vom 5. 11. 1549, Nr. 90, 34-36 - in: Franz Xaver.  Briefe und Dokumente 1535-1552; Herausgegeben von Michael Sievernich SJ unter Mitarbeit von Wolfgang Fritzen In der Übersetzung von Peter Knauer SJ,  SCHNELL † STEINER - S. 312 ff)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10904

Es ist ein ruhiger Krimi - und trotzdem brutal; nebenbei haben die Helden Zeit, über ihren (Un-)Glauben zu reden...

„Die Sache mit dem Glauben", murmelte Sejer, „habe ich nie begreifen können."
„Wieso nicht?"  (fragte Skarre.)
„Ich verstehe nicht so ganz, was dazugehört."
„Es geht einfach darum, Stellung zu beziehen. Man entscheidet sich für eine Haltung dem Leben gegenüber, und diese Haltung hilft einem immer weiter. Sie gibt uns einen Ursprung und Leben und Tod einen Sinn, der unvorstellbar befriedigend ist." 
„Stellung beziehen? Hat der Glaube dich nicht einfach eines Tages erfüllt?"
Skarre ... stieß ein glucksendes Lachen aus, das an Südküste, Schären und Salzwasser erinnerte.
„Wir machen uns immer alles so schwer. ... Wir brauchen nicht alles zu verstehen. Wir müssen vor allem fühlen. Das Verständnis stellt sich dann nach und nach ein."

Karin Fossum: Glaubst du an Gott?
(in: Karin Fossum, Fremde Blicke. Roman; Piper München 200410 - S. 215/216)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10903

Regionale Filiale eines multinationalen Unternehmens sucht Junggesellen, die es bleiben wollen, mit Kontaktfreude und der Fähigkeit zum Zuhören. Wir sind ein Unternehmen mit 2.000 Jahren Erfahrung, bekannt als Weltmarktführer, nicht börsennotiert, mit mehreren tausend lokalen Filialen auf der ganzen Welt mit mehr als einer Milliarde Mitglieder
Die 101 regionalen Geschäftsstellen in Frankreich bieten den Bewerbern atypische Gehälter (unter dem Mindestlohn), bereichernde Lebenserfahrungen, sehr flexible Arbeitszeiten und Ruhestand erst nach dem 75. Lebensjahr - zahlreiche freie Stellen.
Mit einem ungewöhnlichen Stellenangebot im  Internet wirbt die französische Diözese Aix-en-Provence und Arles um Priesternachwuchs. Wieviele Männer mit Unternehmer-Temperament sich schon beworben haben, ist noch unbekannt.

(in: http://aixarles.cef.fr - Übersetzung von agr)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10902

... - und die Sterne

Glaube & wissenschaftliche Erkenntnis oder Vernunft: Nur scheinbar ein Gegensatz, findet Astronaut Thomas Reiter...

(Ob ich glaube?) Ja - auch wenn ich nicht so intensiv praktiziere... aber ich bin gläubig, ja. ...
(Glaube und Vernunft): Ich denke, das sind zwei Seiten unserer Persönlichkeit, gewissermaßen unserer Seele: auf der einen Seite das Forschen, das Erkunden, das Erklären; auf der anderen Seite der Glaube und einfach die Fähigkeit, auch mal einen Schritt zurück zu tun und beim Blick auf die Erde oder in die umgekehrte Richtung, ins Universum, zum Sternenhimmel sich einfach nur davon begeistern zu lassen.
... der Anblick der Erde von dort oben: ein blauer Planet, eine ganz zarte blaue Schicht, die die Atmosphäre darstellt. Man wünscht sich eigentlich, das solange wie möglich anzuschauen, während man da oben ist.

Der Astronaut Thomas Reiter outet sich als gläubiger Mensch
(in: Radio Vatikan - 21. Mai 2011 - online)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=10901