Manuskripte

SWR3 Worte

Nichts anderes setzt in uns Menschen solche Kräfte frei wie eine Liebe, die uns entgegengebracht wird und auf die wir in Freiheit antworten. Wer von der Liebe getroffen ist, … ändert sich. Eltern kennen ihre eigenen Kinder nicht mehr ... Gott weiß darum. Denn er selbst hat dieses Gesetz in uns hineingelegt.
Ein Wort, das ein liebender Mensch einem anderen sagt -
dass könnte auch ein Gebet sein in dieser Fastenzeit:
Erwarte nicht, dass ich mich ändere,
damit du mich lieben kannst.
Liebe mich,
damit ich mich ändern kann. (Fritz Köbler)

Weihbischof Stephan Ackermann in Trier: Damit ich mich ändern kann
Aschermittwoch-Predigt im Trierer Dom – zit. nach www.bistum-trier.de

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Was zählt,
wenn alles möglich scheint,
aber nichts mehr sicher?
Wie entscheiden,
wenn alles seinen Preis hat,
aber kaum mehr einen Wert?
Auf wen sich verlassen,
wenn alles gesagt ist,
aber kein Wort mehr gilt?
Worauf bauen,
wenn alle Grenzen gefallen sind,
aber Halt nicht mehr zu finden ist?
Er antwortet:
Du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft..
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

MISEREOR: Entdecke, was zählt
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A, C, G und T
Der Mensch lässt sich … biogenetisch… als Produkt einer bestimmten Abfolge von A, C, G und T in der Erbsubstanz beschreiben. Welcher Wert oder welche Würde bleibt mir dann noch?
Diese Überlegungen waren für mich … niederschmetternd…
… Doch bevor ich noch etwas sagen konnte, gab mir meine Frau einen Kuss … „Du bist doch mein Ein und Alles.“ In diesem Augenblick wusste ich: Weltall hin, Evolution her – ich bin mehr als ein Staubkorn im Universum, eine Ansammlung von sausenden Elementarteilchen oder ein zufälliges Produkt der Evolutionsgeschichte aus A-, C-, G- und T-Bausteinen. Ich bin von Bedeutung! Ich zähle etwas, ich bin unendlich mehr als ein Nichts. … Was kümmert es mich, dass es Millionen von Galaxien, gähnende Leere in den Atomen und nur vier „Bausteine des Lebens“ gibt – wenn ich geliebt werde? Von meiner Frau und – da war ich mir jetzt noch sicherer als zuvor – von Gott!

Rainer Beckmann, Erbsubstanz
(in: Deutsche Tagespost, 9.12.2006)

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Nicht allein Kuhns Tod stimmte sie traurig. Auch, dass es ihr nach drei Tagen nicht gelungen war, das Maß an Trauer zu empfinden, das ihm ihrer Meinung nach zugestanden hätte. Sie fühlte sich traurig und verwirrt. Das Ausbleiben von Schmerz verunsicherte und beschämte sie. Eine Weile trug sie das Problem mit sich herum, dann erzählte sie O’Connor davon.
Er schwieg eine Weile. Dann sagte er:
“Trauer ist ein ungebetener Gast. Sie kommt und geht, wann sie will, nicht, wann du willst. Ich schätze, das ist ihre beste Eigenschaft.“

Frank Schätzing: Ein ungebetener Gast
in: Lautlos (Roman) – Goldmann 206 – S. 663



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Dann hatte er gesagt, was sie sich gewünscht hatte zu hören.
Im selben Moment war ihr klar geworden, dass sie seine Liebeserklärung keinen Moment früher hätte ertragen können. Sie war verliebt, aber sie hätte es vertrieben….
Bis vor einer Stunde… hätte sie sich hinter tausend Wenns und Abers verschanzt und die Vernunft vorgeschoben, die einem das Jetzt verdarb, weil sie ständig ein mäkeliges Morgen und Übermorgen einbrachte.
… Ein Lied von Björk sagte: Am Morgen, wenn du gehst, kommt mein Herz zum Stillstand, und der Teufel rollt unsere Liebe mit einem Grinsen auf ein großes Garnknäuel und gibt sie nicht wieder her. Darum müssen wir sie jeden Abend neu erfinden.

Frank Schätzing – Ja
in: Lautlos (Roman) – Goldmann 2006 – S. 650 f

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Stellen wir uns auf die Apokalypse ein.
Oder auch nicht. Eine Apokalypse, die vermeidbar ist, ist keine Apokalypse. Dass der Klimawandel durch die industriell und privat erzeugten Treibhausgase angeheizt wird, ist mit ernsten Gründen nicht mehr zu bestreiten…. Fehlt nur der Sinneswandel, fehlt nur, die Einsicht in die Tat umzusetzen.
So einfach ist das. Die Freiheit des guten Lebens, des Energieverbrauchs und der Mobilität wird neu definiert werden müssen, oder die Klimakatastrophen kommen, wie sie kommen…
Kann also die Klimakatastrophe nur mit unserer freien Zustimmung abgewendet werden? Im Großen und Ganzen: Ja.

Andreas Zielcke: Vermeidbare Apokalypse
Leitartikel in der Süddeutschen am 24./25. Februar 2007

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Ein Fasten, wie ich es haben will, sieht anders aus! Löst die Fesseln der Gefangenen,
nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit
und macht jeder Unterdrückung ein Ende! Ladet die Hungernden an euren Tisch,
nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen,
etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!

Gott spricht durch den Profeten Jesaja
(Jesaja 58,6 – Gute Nachricht-Bibel)

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