Manuskripte

SWR3 Worte

Ich bin ganz früh darauf gestossen, dass Mädchen und Jungs anders behandelt werden und ich wollte ganz früh nicht mehr so oder so behandelt werden weil ich ein Mädchen bin. Und mit 15 habe ich beschlossen Jura zu studieren und mich für Frauenrechte einzusetzen. Das hat meine Eltern nicht begeistert und sie haben mit aller Macht versucht mein Rückgrat zu brechen. Und heute zählen meine Eltern zu meinen größten Fans. Sie finden das prima wie ich mich für Frauenrechte einsetze und wie ich den Islam sehe. Und meine Eltern sind gläubige Moslems.

Seyran Ates, Frauenrechtlerin


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03NOV2006
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Wenn Christen anderen Menschen begegnen, wollen sie ihre jeweilige Religion ernst nehmen, sie näher kennenlernen und ihr mit Hochachtung begegnen. Wer einem anderen begegnen will, muss sich bemühen, Einblick zu gewinnen: in sein Erbe, in seine Sprache und in sein Brauchtum, vor allem aber in die sittliche Ordnung, die ihm seine Religion vermittelt, in die religiösen Vorschriften und Vorstellungen, die sein Leben inspirieren und prägen.
Die Christen sollen nichts von dem ablehnen, was sie in den nichtchristlichen Religionen an Wahrem und Gutem entdecken.

Adel Theodor Khoury, Theologieprofessor

https://www.kirche-im-swr.de/?m=226
02NOV2006
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Jesus sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden und selig die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.
Aus dem Matthäusevangelium (zu Allerseelen)

Adel Theodor Khoury „Voneinander lernen“
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Am Ende der Tage wird es geschehen: Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus Gottes. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Er spricht Recht im Streit vieler Völker, er weist mächtige Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert und übt nicht mehr für den Krieg.

Am Allerheiligentag eine Vision des Propheten Micha

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Es gibt immer wieder Stimmen, die meinen, die Feier des Reformationstages sei heutzutage ökumenisch hinderlich; man solle doch alte Gräben nicht immer wieder aufreißen.
Und es gibt andere Stimmen, die fordern heute ein schärferes protestantisches Profil und meinen damit eine selbstbewußte Abgrenzung von der römisch-katholischen Kirche. Entsprechend gibt es auf römisch-katholischer Seite solche, die sehen die römische Kirche als die eigentliche an und deuten alle anderen Varianten als unzulänglich. Solche Einstellungen gehen davon aus, dass Reformation ein Synonym für Trennung ist.
Das ist aber falsch. Die Reformation war eine ökumenische Aktion; ein Versuch, die zerrissene Christenheit zu erneuern, zu sammeln und zu einen.

Manfred Kock: Predigt am Gedenktag der Reformation in der Schlosskirche zu Wittenberg
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Integration braucht mehr als gute Worte. Es genügt nicht gegenseitig Toleranz und Wertschätzung zu fordern. Für ein echtes Miteinander sind politische und gesellschaftliche Bedingungen erforderlich, die das Zusammenleben fördern und unterstützen. Entscheidend wird letztlich auch die Bereitschaft der Migrant(inn)en sein, die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen im Land anzuerkennen und mitzugestalten. Dazu müssen Einheimische und Migrant(inn)en aufeinander zugehen und sich auf Augenhöhe begegnen.

Forderung des deutschen Caritasverbandes

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29OKT2006
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Das Wort „Dialog“ ist eine der schönsten Vokabeln des menschlichen Sprachschatzes. Dialog bedeutet: sich eingestehen, dass Menschen unterschiedlich sind und unterschiedliche Kulturen haben.
Ein Gespräch, welches aus einer Position der Überlegenheit heraus oder von einer höheren Warte aus geführt wird, ist kein Dialog. Der wirkliche Dialog ist vielmehr nur möglich, wenn man gleichberechtigt und bescheiden quasi an ein und dem selben Tisch sitzt. Toleranz ist die Voraussetzung für den Dialog. Der Gipfel der Toleranz ist jedoch das Eingeständnis, dass neben der eigenen Auffassung von Wahrheit noch eine andere existiert.

Younes Nourbakhsh, Direktor der Islamischen Akademie Deutschland e.V.

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