Manuskripte

SWR3 Worte

 Glauben auf Probe - ob das geht? Filmemacher Sven Kuntze hat es offenbar versucht...  

Sven Kuntzes Film „Gläubig auf Probe" ist letzten Montag im Ersten gelaufen.
„Ich habe meinen Glauben nicht irgendwann beendet, ich habe ihn einfach irgendwann liegengelassen," sagt Kuntze. Und dann lernte er bei Dreharbeiten zu seinem Film „Alt sein auf Probe" eine sterbende Frau kennen, die sich ganz sicher war, in den Himmel zu kommen. Da sprach er nach ihrem Tod auch mit dem Mann, der sich seinerseits ganz sicher war, bald bei seiner Frau im Himmel zu landen. „Das Aufbewahrtsein dieser Menschen hatte etwas Anrührendes, und es hat mir deutlich gemacht, dass mir etwas fehlt," sagt Kuntze heute. Er ist dann kurzerhand zu einem Pfarrer gegangen und hat gesagt: „Die haben mehr als ich da drin. Das will ich auch."

Sven Kuntze, Filmemacher: Gläubig auf Probe

(in: Süddeutsche Zeitung N° 249/2011 - S. 19)

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Beim Martinszug ist es meist ziemlich kalt - Manfred Becker-Huberti kriegt aber trotzdem warme Füße, wenn er an Sankt Martin denkt... 

Wenn ich an St. Martin denke, dann habe ich warme Füße. Meine erste Martinslaterne, die ich gebastelt habe, das war noch nicht so ein tolles Ding, wie man das heute macht. Wir hatten damals nach dem Krieg ja auch kein Geld. Die Laterne war aus einer geklauten Runkelrübe, also einer Futterrübe gebaut, einer großen roten. Damals gab es eine Martinslampen-Ausstellung ...
Und da habe ich mein erstes Paar Winterschuhe gewonnen. Hohe Schuhe, gefüttert, ohne Löcher. Das war der erste Winter ohne kalte nasse Füße; und für mich war es unvorstellbar, dass es Leute gab, - diesen Verein... -  dass es Leute gab, denen dieses Brauchtum an St. Martin so viel wert war, dass sie eine solche Kostbarkeit verschenkten - Winterschuhe...  

Manfred Becker-Huberti erklärt, warum St. Martin sein liebster Heiliger ist.

(in: WDR 5 - OASE - 29.10.2011, 11:05 - 13:00 h - Private Mitschrift - Podcast: http://medien.wdr.de/m/1319887743/radio/oase/wdr5_oase_20111029_1300.mp3)

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Drastische Bilder hat er geliebt, der Reformator Martin Luther - hier mal mit der Frage: Wie Hund und Katz? ...

Wie soll's denn sein?
Sollen wir wie Hunde und Katzen untereinander uns beißen und kratzen?
O nein, sondern so soll's sein, dass wir von Herzen vergeben, und gedenken: Was wollte ich meinen Bruder zeihen? Ist mir Gott gnädig, und hat mir so eine große Summe frei, lauter, umsonst, um Jesu Christi ... willen, nachgelassen: was wollte ich mich um einen Pfennig oder zwei lausen?
Ich will eines gegen das andere abrechnen, (ich will) vergessen und vergeben, und Gott danken, dass er mir auch vergeben (hat) und mich zu Gnaden hat angenommen...  Martin Luther: Anders als Katzen und Hunde - Menschen können und müssen  und dürfen einander vergeben... Luther ist heute vor 528 Jahren geboren.

(in: Martin Luther, Predigt zu Matthäus 18,21-35, in: Sämtliche Schriften, 13. Band, 1. Abteilung, hg. von Joh. Georg Walch, Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms, Groß Oesingen 1986 - hier zitiert nach „Ich war's. Sieben Wochen ohne Ausreden" edition chrismon / Hansisches Druck- und Verlagshaus Frankfurt/M 2010, S. 46)

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Tauschhandel der Bosheiten oder lieber doch entwaffnend miteinander reden - Nikolaus Schneider rät, sich auf die Seite des Guten zu schlagen...  

Den Ärger, den uns unsere Mitmenschen bereiten, zahlen wir gern mit gleicher Münze heim. Die Schandtaten, die wir anderen vorwerfen, begehen wir selber - und entfesseln damit einen florierenden Tauschhandel der Gemeinheiten und Verletzungen. Aber wenn wir eine ehrliche Bilanz ziehen, wird deutlich: Wir mehren damit nur das Unglück - auf beiden Seiten. Den kleinen Triumphen im „Heimzahlkrieg des Alltags" jagen wir nach, aber der Jubel über den Sieg klingt blechern und verhallt schnell. ... Doch wer sich konsequent auf die Seite des Guten, des Lebens stellt, befreit sich aus der Logik des Bösen und lässt den Krieg die Waffen strecken. Der Anfang ist ein buchstäblich entwaffnendes „Ich war's - lass uns nicht mehr darüber streiten".

Der evangelische Präses Nikolaus Schneider - heimzahlen oder nicht...

(in: „Ich war's. Sieben Wochen ohne Ausreden" edition chrismon / Hansisches Druck- und Verlagshaus Frankfurt/M 2010, S. 17)

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Er hat den Kirchenschlager „Laudato Si" verfremdet - aber die Kirche ist ihm irgendwie wichtig: Entertainer Mickie Krause...  

Natürlich spielt die Kirche für mich eine Rolle... Ich hab schon relativ früh zu Gott gefunden und bin froh darüber, nicht immer wieder nach ihm suchen zu müssen. Ich hab auch nicht den Glauben an die Kirche verloren, denn dann hätte ich meine Kinder nicht taufen lassen und würde mir von der Kirchensteuer ein schickes Auto kaufen. Wenn ich Gott brauche, ist er für mich da ...  Er beschützt mich und meine Familie ganz hervorragend!
Wir brauchen Menschen, die Kirche machen, Kirche bewegen und verändern! Deshalb habe ich früher jahrelang Jugendarbeit gemacht und kann behaupten, Kirche bewegt zu haben. Wer Kirche verändern will, muss Mitanpacken und nicht darauf warten, dass andere dieses erledigen.

Entertainer Mickie Krause im Interview mit dem Blog Catholicism Wow

(in: www.catholicism-wow.com - http://www.catholicism-wow.de/pivot/entry.php?id=214 - 19.9.2006)

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Eugen Roth ist ein Spötter - aber manchmal schaut er ziemlich genau hin - und trifft:

 Ein Mensch, der einem, den er kennt,
Gerade in die Arme rennt,
Fragt: „Wann besuchen Sie uns endlich?"
Der andre: „Gerne, selbstverständlich!"
"Wie wär es", fragt der Mensch, „gleich morgen?"
"Unmöglich. Wichtiges zu besorgen!"
"Und wie wärs Mittwoch in acht Tagen?"
"Da müsst ich meine Frau erst fragen!"
"Und nächsten Sonntag?" „Ach wie schade.
Da hab ich selbst schon Gäste grade!"

Nun schlägt der andre einen Flor
Von hübschen Möglichkeiten vor.
Jedoch der Mensch muss drauf verzichten,
Just da hat er halt andre Pflichten.

Die Menschen haben nun, ganz klar,
Getan, was menschenmöglich war
Und sagen drum: „Auf Wiedersehn,
Ein andermal wird's dann schon gehen!"

Der eine denkt, in Glück zerschwommen:
„Dem Trottel wär ich ausgekommen!"
Der andre, auch in siebten Himmeln:
„So gilts, die Wanzen abzuwimmeln!"

Der Dichter Eugen Roth über Einladungen, die gar keine werden sollten...

(in: Das Eugen Roth Buch, Carl Hanser Verlag, München 1966 - zitiert nach
„Ich war's. Sieben Wochen ohne Ausreden" edition chrismon / Hansisches Druck- und Verlagshaus Frankfurt/M 2010, S. 26)

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Ausgerechnet Alice Cooper ein ernsthafter Christ? Man kann es ihm glauben - zumal er sagt, dass er das Böse eben nur mimt... 

Alice Cooper, 63, Rocker, führt privat ein eher beschauliches Leben. „Ich bin seit 35 Jahren verheiratet, habe drei Kinder, spiele Golf und gehe regelmäßig in die Kirche", sagte er (einer Zeitung). Über seinen Glauben sagte er: „Ich nehme den Glauben sehr ernst, und ich sage das nicht nur so, sondern ich bemühe mich, auch wie ein guter Christ zu leben. Klar, ich bin auf der Bühne ein Halunke, aber es steht nirgends in der Bibel geschrieben, das ein Christ keinen Halunken mimen darf, oder?"

(in: Süddeutsche Zeitung N° 236/2011, 13.10.2011, Seite 10)

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