Manuskripte

SWR1 Sonntagmorgen 3vor8

Guten Morgen, ich bin Kalle Grundmann aus Koblenz von der katholischen Kirche. Die Bibel ist ein unbequemes Buch. Besonders für die Reichen. Und damit auch für die Kirche selbst. Gut, dass es dieses Buch gibt und Sonntag für Sonntag daraus in den Gottesdiensten vorgelesen wird. Der Text, der heute in den katholischen Kirchen vorgelesen wird, hat es diesbezüglich mal wieder in sich. Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus. Der Reiche lebt in Saus und Braus und gibt dem armen Lazarus, der vor seiner Tür hungert, nicht einmal die Reste von seinem Tisch. Beide sterben. Während der Arme von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wird, wir würden sagen in den Himmel kommt, erleidet der Reiche qualvolle Schmerzen in der Unterwelt. Klassisch gesprochen: Er kommt in die Hölle. Nun haben wir das heute nicht mehr so mit der Hölle. Auch ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Gott einen Ort für uns bereit hält, wo nur Heulen und Zähneknirschen herrschen. Was ich aber schon glaube, dass es einen Ort geben wird, wo Gott für Gerechtigkeit sorgen wird. Für einen Ausgleich zwischen arm und reich. In der biblischen Geschichte bittet der Reiche aus der Hölle heraus um Linderung seiner Qualen. Abraham antwortet ihm darauf: „Denk daran, dass Du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden.“ Knallhart, da kennt Abraham kein Pardon. Und die Geschichte geht noch weiter. Der Reiche erkennt: Er hat verloren, aber er will wenigstens noch seine Brüder warnen, die ebenfalls in Saus und Braus leben. Aber auch dieses Anliegen wehrt Abraham ab: „Sie haben doch Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören.“ Und da hat Abraham Recht. Es gibt die Aussagen der Propheten, es gibt die Worte Jesu – so wie dieser Text hier. Es gibt im Grundgesetzt den Satz: Eigentum verpflichtet. Aufforderungen vorhandenen Reichtum zu teilen, einen Ausgleich zwischen arm und reich zu schaffen, für Gerechtigkeit zu sorgen, gibt es zur Genüge. An der Umsetzung hapert es. Bei den reichen Nationen in der Welt, bei den Reichen in unserm Land und auch bei uns, der reichen Kirche in Deutschland.

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