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SWR3 Worte

03JUL2021
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Wer Erfolg hat, verliert manchmal die Bodenhaftung. Gut wenn man Menschen hat, die einen wieder herunterholen. Wie das eine Anekdote über Winston Churchill erzählt:

 

Winston Churchill spazierte einmal mit seiner Frau Clementine durch London. Dort wurden sie von einem Straßenfeger angesprochen. Churchill ging weiter, seine Frau unterhielt sich ein Weilchen mit dem Mann. Danach fragte Churchill sie: „Worüber habt ihr gesprochen? Sie: „Ach, wir kenne uns von früher. Er war damals sogar ein bisschen verliebt in mich.“ Churchill schmunzelte „Siehst du, wenn du ihn geheiratet hättest, wärst du heute die Frau eines Straßenfegers.“ Sie: „Nein Darling, Wenn ich ihn geheiratet hätte, wäre er heute Premierminister.“

 

Aus: Andere Zeiten, Magazin zum Kirchenjahr, hg.v. Andere Zeiten e.V. Hamburg, 2/2021 S. 24. 

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02JUL2021
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Wer längere Zeit Unrecht erleidet, gerät in Gefahr, zu verbittern und im Hass zu versinken. Der Theologe Eduard Kopp rät dagegen:

Es ist möglich, sich vom Hass zu befreien. Man kann Zorn über ungerechte Verhältnisse in produktive Energie umwandeln. Ganze Gesellschaften haben sich von solchem Bemühen prägen lassen. So ließ sich die amerikanische Gesellschaft auf die Ziele der Bürgerrechtsbewegung ein. Südafrika beendete – zumindest gesetzlich – die Apartheid. Die angeblichen „Erbfeinde“ Deutschland und Frankreich wurden Verbündete. Konfessionshass wich ökumenischem Geist.

Hassreden und -taten mögen manchem das Hochgefühl geben, sich über andere erheben zu können. Größer als dieser Kick ist aber allemal der Lohn, in einer friedlichen Gesellschaft zu leben.

 

Aus: Chrismon plus, Das evangelische Magazin, hg. V. Dr. Heinrich Bedford-Strohm u.a. Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, Frankfurt, a.M. 2021/06, S. 69

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01JUL2021
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Daniela hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Krankenpflegerin gemacht. Das haben nicht alle verstanden. Sie erzählt:

Ich war auf einem sehr leistungsorientierten Oberstufengymnasium. (Mein Lehrer) sagte mal: Sie brauchen nicht hier das Abitur zu machen, um dann später nur eine Ausbildung anzufangen. Er wollte uns wohl in Spitzenpositionen sehen. (Aber) in der Pflege bin ich nah dran an den Menschen, das gefällt mir. Für die Prüfungen musste ich übrigens doppelt so viel lernen wie für das Abi. […] Ich freue mich auf die nächsten Jahre. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich nicht mein Leben lang als Krankenschwester arbeiten werde. Die Arbeitsbelastung ist zu hoch.

 

Aus: Chrismon plus, Das evangelische Magazin, hg. V. Dr. Heinrich Bedford-Strohm u.a. Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, Frankfurt, a.M. 2021/03, S. 17f

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30JUN2021
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Nicht nur das Gehirn kann sich erinnern, sondern auch das Herz, erzählt der Autor Phil Bosmans:

 

„Menschen waren gut zu mir. Sie sorgten für mich, als ich klein war. Sie begleiteten mich, als ich größer wurde. Sie machten mir Mut, als es mir schlecht ging. Sie waren froh, weil ich froh war. Mein Herz vergisst das nicht. Es gibt ein Gedächtnis, das hängt mit dem Kopf zusammen (…) und es gibt ein Gedächtnis, das hat viel tiefere Wurzeln. Die Wurzeln dieses Gedächtnisses sitzen im Herzen. Das Gedächtnis des Herzens heißt Dankbarkeit. (und) Danken heißt erkennen, was dir alles Gutes getan wird. Hast Du dir selbst das Augenlicht gegeben? Hast Du dir selbst die Finger an die Hand getan? Irgendwie ist da ein Geheimnis der Liebe eingebaut. Irgendwo hat dich jemand unglaublich gern.“

 

Aus: Jeder Tag ist ein Geschenk, hg. V. Ulrich Sander, Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien, 2013, S.  67

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29JUN2021
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Die Einschränkungen in der Zeit der Pandemie haben viele Menschen sensibel gemacht. Und nachdenklich. Die Autorin Christina Brudereck fragt sich selbst und uns:

 

Wann werden wir sagen „Es ist genug“?

Wie viel müssen wir kaufen, horten, sparen, sammeln?

Wie viel Geld brauchen wir? Was für Vorräte?

Wie viele Packungen Nudeln?

Wann werden wir sagen „Ich fühle mich sicher“?

Wie viele Zäune brauchen wir? Was für Grenzen?

Bis wir uns eingestehen, was wir eigentlich immer ahnten:

Wir alle leben von Güte.

Geld kann dir Freiheit verleihen.

Aber wir leben von Zuneigung und Zuverlässigkeit.

Wir brauchen Mitgefühl und Respekt.

Wann werden wir zufrieden sein?

Und leben als die Freundinnen und Freunde G-ttes?

 

Christina Brudereck, Trotzkraft, 2Flügel Verlag, Essen. Text 58

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28JUN2021
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Jeder Mensch macht Fehler, verletzt andere oder schadet ihnen sogar. Aber was dann?  Wegducken? Aussitzen? Die Schriftstellerin Juli Zeh schlägt vor:

Wenn man jemandem Schaden zugefügt hat, ist es höchste Zeit, sich zu entschuldigen. Und das tue ich dann auch. Mir fällt es nicht schwer, das einzusehen. Manchmal bedanke ich mich, dass mich jemand auf etwas aufmerksam gemacht hat, das ich selbst nicht gemerkt hätte. Für Freundschaften ist es meist förderlich, wenn Fehler passieren und man sich danach entschuldigt; hinterher hat man sich, so habe ich das erlebt, dann noch mehr lieb, als es vor dem Fehler war. Wenn ich meinen Kindern eine Sache vorlebe und beibringe, dann ist es die Fähigkeit, sich entschuldigen zu können. Die ist einem nicht in die Wiege gelegt, letztlich aber nicht so schwer zu erlernen.

 

Galore Interviews Nr 47, Hg. v. Michael Lohrmann, Dialog GmbH, Dortmund, 06/2021, S. 11f

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27JUN2021
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Durch die Coronapandemie lagen im Alltag vieler Familien die Nerven blank. In dieser Situation hat die Theologin Christina Brudereck die Bibel neu für sich entdeckt. Besonders ein Satz des Apostels Paulus, hat es ihr angetan:

„Die Liebe hat einen langen Atem.“ Ein hohes Lied auf die Ausdauer. Und ich bete dabei für alle, die helfen. Die sich für die Gemeinschaft einsetzen in Familie und Nachbarschaft. Für Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte. Für alle, die in Altenheimen, Krankenhäusern, Wohngruppen arbeiten. Die irgendwo die Stellung halten. Für die vielen Engagierten: Dass ihnen nicht die Luft ausgeht.“

 

Quelle: Christina Brudereck, Trotzkraft, 2Flügel Verlag, Essen. Text 12

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