Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR2 Wort zum Tag

Psalmen als Evergreen SWR2-Wort zum Tag 04.10.06 Johannes Varelmann
Jetzt das Wort zum Tag, heute mit Johannes Varelmann. „Hallo, hallo, ich bin dein Ohrwurm, dein Ohrwurm …“ so beginnt ein Lied der Kölner A-Capella-Gruppe „Wise Guys“. Ich frage mich manchmal, ob die Lieder in der Bibel, die Psalmen, wohl auch mal solche Ohrwürmer waren? Sie wurden ja anscheinend nach damals bekannten Melodien gesungen. Einige Leute haben vielleicht auch heute eine Melodie im Kopf, wenn sie ein Psalmwort hören, sie wurden ja öfter vertont. Und viele kennen einfach einzelne Textpassagen auswendig. Von manchen Häftlingen aus Gestapo- oder Stasi-Gefängnissen weiß man, dass ihnen die Psalmen, die sie verinnerlicht hatten, eine große Hilfe waren. Eine Stütze für die Seele, eine Verbindung zur Welt außerhalb des Gefängnisses. Psalmen und, vielleicht auch liebgewordene Kirchenlieder können eine große Hilfe sein in dunklen Stunden. „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil. Denn du bist bei mir, …“ heißt es in Psalm 23. Dieser Psalm ist sehr vielen Menschen bekannt, er ist gewissermaßen ein „Hit“ unter den Psalmen. Er beginnt mit den Worten: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.“ Für viele Menschen ist dieser Text einer der schönsten Texte der Bibel, fast wie ein Schlager, den man immer wieder gerne hört oder betet. Für manche ist der Text aber auch zu schön, um wahr zu sein, wenn es heißt: „Der Herr … lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.“ Oder: „Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher,“ diese Worte entsprechen nicht immer der Realität. Da wird der Psalm zu einem Schlager im negativen Sinn, zu viel „Heile Welt“, die Manchem auf die Nerven geht. Doch selbst wenn mir die Bilder im Psalm zu positiv erscheinen: Ich kann diesen Psalm auch als Hoffnungslied oder gar als Protestsong verstehen. Er ruft mir selber und Gott seine Versprechen in Erinnerung: „Du bist doch mein Hirte, du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. Dieser Psalm ist kein Ohrwurm, aber vielleicht ein „Evergreen“, ein Lied, das immer aktuell bleibt und dazu noch dieses ewige Grün, zum Inhalt hat: „Der Herr lässt mich lagern auf grünen Auen“. Vielleicht ist so ein Evergreen gar nicht so schlecht für die kommende, eher dunkle Jahreszeit. Trotz allem, was mich bedrückt, will ich dagegenhalten: „Der Herr ist mein Hirte (…), er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. Ich wünsche ihnen einen schönen Tag. Johannes Varelmann aus Wertheim von der katholischen Kirche. https://www.kirche-im-swr.de/?m=219
Heute ist Weltmännertag, ein Tag der den Blick auf die Männer richten soll. Nachdem durch die Emanzipation immer wieder die Rolle der Frau erörtert wurde, wollen einige Institutionen nun dafür sorgen, dass auch der Mann thematisiert wird. Männer sterben im Durchschnitt 7 Jahre früher als Frauen. Liegt das daran, dass sie mehr Belastungen ertragen müssen? Oder daran, dass sie anders mit Belastungen umgehen? Oder achten sie einfach zu wenig auf ihre Gesundheit? Manche Leute fragen sich sogar, ob der Mann nicht eigentlich der Benachteiligte ist bei den Geschlechtern.
Wie hat Gott sich das wohl gedacht mit den Männern – und den Frauen? Die biblischen Autoren versuchen mit der Erzählung von Adam und Eva eine Erklärung. Diese Erzählung ist kein Tatsachenbericht, sondern ein Deutungsversuch: Gott hat Adam erschaffen, von der Wortbedeutung her so etwas wie ein Erdling, ein Wesen, aus Erde gemacht. Gott sieht, dass er einsam ist, und will ihm Gesellschaft und einen Beistand verschaffen. Aus einer von Adams Rippen formt er Eva. In diesem so genannten zweiten Schöpfungsbericht ist erst ein Wesen da, anscheinend ohne Geschlecht. Dann entstehen Mann und Frau. Oder vielleicht auch Frau und Mann? Die Bibelstelle diente immer wieder dazu, die Frau als nachrangig zu betrachten. Aber das könnte man natürlich auch andersherum sehen: Die Frau wurde geschaffen und was übrig blieb, war der Mann. Der Kern der biblischen Geschichte jedenfalls scheint weniger eine ganz klare Rollenverteilung zu sein, sondern die Tatsache, dass beide aufeinander angewiesen sind. Mann und Frau brauchen einander, nicht unbedingt nur als Paar, dafür gibt es zu viele andere Lebensformen. Doch sie sind in der Gesellschaft aufeinander angewiesen, um ihre Rolle zu finden. So verstanden ist mir in diesem Fall die Schöpfungsgeschichte sehr viel sympathischer als die Bestseller, die erklären sollen, warum Frauen nicht einparken können und Männer nicht zuhören. Ich glaube nicht, dass sich alle Männer und Frauen so über einen Kamm scheren lassen. Vielleicht sollten wir mehr nach unseren unterschiedlichen Veranlagungen schauen, dann ist auch die Frage nach irgendwelchen Benachteiligungen überflüssig. Auch das Überleben der Stärkeren, das es in der Evolution gegeben hat, bringt uns im menschlichen Miteinander nicht weiter. Gewalt als Mittel ist keine Hilfe, wenn ich meine Rolle als Mann finden will. Nur gemeinsam können wir Mensch sein, das lese ich aus der Bibel heraus. Es gehört zu uns, den Beistand anderer, ob Frau oder Mann, in Anspruch zu nehmen. Sich gegenseitig anzuziehen und Gemeinschaft zu genießen, aber auch die Spannungen auszuhalten, die sich ergeben, wenn man verschieden ist und doch zusammengehört und zusammenleben will.
Ich wünsche ihnen einen schönen Tag. Johannes Varelmann aus Wertheim von der katholischen Kirche. https://www.kirche-im-swr.de/?m=218
Seen schrumpfen und Gletscher schmelzen, Küstenregionen und Inselgruppen verschwinden einfach im Meer, andernorts verdürren ganze Landschaften, Stürme werden immer verheerender – es ist eine höchst unbequeme Wahrheit, die dieser Film verkündet. Und er heißt auch so. Seit kurzem ist „Eine unbequeme Wahrheit“ in den deutschen Kinos zu sehen: Unser Klima wandelt sich und die Folgen werden dramatisch sein. Das ist die Botschaft Al Gore´s, des früheren Vizepräsidenten der USA. Seit Jahren ist er in den Kongresszentren und Vortragssälen der Welt unterwegs. Der Film hat ihn dabei begleitet.
Gore gibt nicht den Untergangspropheten, aber seine unbequeme Wahrheit ist unmissverständlich: Wir müssen anders leben, anders wirtschaften - sonst ist die Klimakatastrophe nicht aufzuhalten. Der Klimaschutz ist eine der größten Herausforderungen, vor denen die Menschheit je stand. Auch die Klimaexperten der Vereinten Nationen und der Bundesregierung haben uns so in den letzten Tagen und Wochen ins Gewissen geredet.
Wie aber höre ich diese unbequeme Wahrheit, wenn ich glaube, dass diese Welt Gottes Schöpfung ist, seine gute Gabe? Der Klimawandel hat jüngst auch die deutschen Bischöfe beschäftigt. Sie haben vor allem den moralischen Skandal benannt, konsequent Partei für die Opfer bezogen: die Armen und die künftigen Generationen. Denn die Lasten des Klimawandels sind höchst ungleich verteilt. Je ärmer und schwächer Menschen, Regionen und Länder sind, desto weniger können sie ausweichen, sich anpassen oder schützen. Der Klimawandel und seine Folgen gefährden ihre einzigartige Würde als Geschöpfe, Ebenbilder Gottes. Und da beginnt unsere Verantwortung, auch wenn oder gerade weil wir selbst noch lange verschont bleiben werden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=220
Allerheiligen – heute feiert die Kirche wirklich a l l e Heiligen, nicht nur diejenigen, deren Namen und Lebensgeschichten wir kennen und die unseren Vorstellungen von Heiligkeit entsprechen. Die Bibeltexte, die heute in den Gottesdiensten gelesen werden, weisen in diese Richtung: „Ich sah eine große Schar – so die Lesung aus der Geheimen Offenbarung des Johannes – eine Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen“ – im Altertum heißt das immer auch: aus allen Religionen. „Niemand kann sie zählen. Sie rufen: Von Gott kommt die Rettung. Und auf die Frage: Woher sind sie gekommen, wer sind sie? heißt die Antwort: Diejenigen sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen.“ (Apk 7, 2 – 4,9-14) Im Evangelium nach Matthäus werden diese Menschen in Bedrängnis konkreter beschrieben (Mt 5, 1 – 12 a). Sie sind arm vor Gott und wissen es, sie sind gewaltlos, durstig und hungrig nach Gerechtigkeit, barmherzig und aufrichtig in ihrem Herzen, sie bringen Frieden, auch wenn sie unverstanden bleiben oder verfolgt werden. Selig, heilig sind sie zu nennen, weil Gott ihre Stimme hört, ihr Rufen vernimmt, ihre Sehnsucht kennt, ihnen Recht schafft und Heilung schenkt.
Die Evangelien erzählen das Leben Jesu als eine Folge von Begegnungen mit sehr unterschiedlichen Menschen. Viele finden Heilung, weil sie Glauben haben, und das heißt: eine widerständige, unbezwingbare Sehnsucht nach Leben, Hunger und Durst nach Gerechtigkeit, nach Versöhnung und Frieden für sie selbst und für andere. Sie vertrauen darauf, dass Gott sie nicht verlassen hat in ihrer Not. Einer jüdischen Frau sagt Jesus in ihrem Verlangen nach Heilung: Hab Vertrauen, dein Glaube hat dich gerettet (Mt 9). Einer heidnischen Frau, die alles tut, damit ihre Tochter gesund wird, sagt er: Dein Glaube ist groß, es wird dir gegeben, wonach du verlangst (Mt 15). Und die Glaubenskraft eines römischen Besatzungssoldaten empfiehlt er bewundernd als Vorbild: Ich sage euch, bei niemandem in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden (Mt 8).
Jesus erkennt im Verlangen der Menschen nach Heilung, nach Leben, Gerechtigkeit und Frieden die Kraft ihres Glaubens. Er spricht sie selig, unabhängig davon, woher sie kommen und wohin sie gehen werden. Einige, die er geheilt hat, kommen wieder und wollen mehr von ihm erfahren – so erzählen die Evangelien. Andere begleiten ihn eine Zeitlang auf seinen Wegen durch Galiläa. Wieder andere werden zu einem Kreis von Jüngerinnen und Jüngern. Sie teilen seinen Willen, diese Botschaft von Gott bekannt zu machen, möglichst vielen in Israel und darüber hinaus. Wieder andere, die Jesu Wort hörten und von ihm geheilt wurden, gehen danach ihre eigenen Wege weiter. Jesus fordert sie nicht auf, seine Jünger zu werden, verlangt nicht, dass sie ihm folgen. Er fordert sie auch nicht auf, sich zu ihm zu bekennen. Sondern er lässt sie gehen, in Freiheit. Er staunt über ihren Glauben. Sie sind Glaubende in ihrer Existenz. Als Arme vor Gott sind sie Glaubende. Als solche, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, die barmherzig sind, dem Frieden dienen, sind sie Glaubende, - unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit, weil ihnen Gottes Verheißungen gelten. Jesu Botschaft richtet sich an alle Menschen, nicht nur an seine Jüngerinnen und Jünger. Das Evangelium zeigt einen Weg, der allen offen steht. Das Evangelium Jesu will jeden Menschen auf seinem Weg und in seiner Wahrheit weiterbringen. Es gibt mehr „Heilige“ als die, die wir kennen. Heilige sind überraschend viele. Allerheiligen meint aber nicht nur die große Zahl, die vielen unbekannten Heiligen, sondern es meint eine andere Heiligkeit. Wir dürfen uns das Staunen Jesu angesichts des Glaubens der ihn suchenden Menschen zu eigen machen: In den Augen Gottes sind andere Menschen heilig als wir uns vorstellen.
Glaubende, Träger der Verheißungen Gottes, Heilige, das sind diejenigen, die sich in ihrer Suche nach Leben, Freiheit, Gerechtigkeit an Gott wenden. Sie sind die „Menschen der Seligpreisungen“, ihnen ist Gottes Reich zugedacht. Gott schenkt ihnen, wonach sie sich sehnten. (vgl. Mt 5 und 25)


https://www.kirche-im-swr.de/?m=217
Heute am Reformationstag erinnern die evangelischen Christen an Martin Luther, der im Jahr 1517 mit seinen Thesen zu Ablass und Buße einen Prozess der Reform angestoßen hat. Daraus entstanden im Laufe der Zeit eigenständige, von der römisch-katholischen Kirche getrennte, wie wir heute sagen, evangelische Kirchen.
Das Aufeinanderzugehen der christlichen Kirchen, die ökumenische Bewegung, ist ins Stocken geraten, sagen inzwischen nicht wenige. Sie sagen es mit Bedauern, manche mit einem Unterton von Resignation und mit dem Vorwurf an die Verantwortlichen: sie müssten mehr tun, damit die sichtbare Einheit der Christen das Zeugnis des Evangeliums in der heutigen Welt glaubwürdiger mache. Fragen wir nach dem Beitrag, den wir selbst zur Einheit der Christen leisten können, dann erweist sich ein Gedanke aus dem Dokument „Dialog und Verkündigung“ als hilfreich: „Die Wahrheit unseres Glaubens – heißt es dort - gleicht nicht einer Sache, die wir besitzen, sondern einer Person, der wir zugestehen, dass sie von uns Besitz ergreift.“ (Dokument Dialog und Verkündigung, Päpstlicher Rat für den interreligiösen Dialog, 19. Mai 1991)

Dieser Satz lässt aufhorchen. Glaube – nicht eine Sache, die wir besitzen, sondern eine Person, der wir zugestehen, dass sie von uns Besitz ergreift. Der Glaube an Gott und das Evangelium ist also in erster Linie nicht das, was wir darüber sagen können, die Lehren, die man formuliert und bekennt, um die man redlich ringt und, wenn nötig, auch streitet. Sondern Glaube beginnt dort, wo jemand wahrnimmt, dass Gott ihm zugewandt ist. Dass Gott auf vielerlei Weise ein Wort an ihn richtet, ein liebendes Wort, das stärkt und Zuversicht schenkt, so dass der Mensch sich daraufhin selbst Gott zuwendet, der eigenen Sehnsucht Raum gibt, Gott anruft – dankbar, zweifelnd, bittend – wo er wach wird und offen für die Hinweise des Evangeliums. Glaube beginnt, wo der Mensch Gott Platz einräumt in seinem Leben, und einwilligt, dass Gott von ihm Besitz ergreift, - dem ähnlich, was Menschen tun, die einander lieben.
Das Auseinandergehen von evangelischen und katholischen Christen im 16. Jahrhundert hatte mit der Notwendigkeit der Reform der Kirche zu tun. Der Reformationstag lässt jeweils daran denken, dass auch das Aufeinanderzugehen der christlichen Kirchen heute mit der Reform des Glaubens zu tun hat. Menschen, die sich ergreifen lassen von der Wirklichkeit Gottes, so wie sie sich im Evangelium Jesu Christi manifestiert, werden Worte und Wege finden, um die Einheit, die ihnen von Christus her immer schon gegeben ist, auch nach außen zu zeigen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=216
Vor 20 Jahren, Ende Oktober 1986, in Assisi. Vertreter von zwölf Religionsgemeinschaften, unter ihnen des Buddhismus und des Hinduismus, des Judentums und des Islam, treffen sich mit Delegationen aus den christlichen Kirchen. Papst Johannes Paul II hatte zu Fasten und Gebet eingeladen, damals in einer Zeit, als der Konflikt zwischen Ost und West durch erneute Aufrüstung der Nuklearwaffen auf einen gefährlichen Höhepunkt zulief. „Die Herausforderung des Friedens - sagte der Papst - übersteigt die religiösen Differenzen.“ (Schlussansprache vor der Basilica San Francesco am 27.10.1986) ...Und weiter: „Trotz der ... Unterschiede, die sie trennen, sind alle Religionen der Welt aufgerufen, ihren Beitrag zum Entstehen einer menschlichen, gerechten, geschwisterlichen Welt zu leisten. ... Nachdem die Religionen selbst oft genug Grund für Spaltungen waren, möchten sie jetzt einen wirksamen Beitrag leisten für den Aufbau des Weltfriedens.“ Das ungewöhnliche Treffen von Vertretern verschiedener Religionen in Assisi vor 20 Jahren profitierte von den reichen Erfahrungen der Christen im ökumenischen Dialog der Konfessionen. Da war ein tiefer Respekt für den Unterschied; für den eigenen Glauben und für den Glauben der anderen. Jeder sollte in der Gegenwart der anderen beten und ihnen sein Gebet mitteilen. Jeder sollte die Gebete der anderen hören und sie als Betende wahrnehmen, d.h. als Menschen, die sich, von ihrem Glaubensverständnis ausgehend, auf Gott hin öffnen. Die Begegnung bezeugte: Wichtiger als die Religionen ist Gott. Ziel des Religiösen ist, in der Sprache des christlichen Glaubens gesagt, „die Ankunft des Reiches Gottes“. Und Religionen dienen Gott, wenn sie sich in den Dienst der Menschen stellen. Sie machen sich unglaubwürdig, wenn sie sich wie Feinde begegnen. Einer der Teilnehmer am Treffen in Assisi, Kardinal Etchegaray, schrieb im Rückblick: „An diesem Tag habe ich ein wenig das Herz der Welt schlagen hören. Es bedurfte nur einer kurzen Begegnung, ... weniger Worte und Gesten, damit die zerrissene Menschheit voller Freude die Einheit ihres Ursprungs wiederentdeckte“ (Kardinal Roger Etchegaray, in Chemin de Dialogue, Nr. 7, S. 7)
Die Erinnerung an die Begegnung in Assisi vor zwanzig Jahren verpflichtet uns. Heute spitzt sich der Konflikt zwischen westlich-christlicher und östlich-muslimischer Welt immer gefährlicher zu. Das Zeugnis für einen Gott des Lebens bewahrheitet sich, wenn wir als Menschen verschiedener Religionen alles tun, was Versöhnung und Frieden fördert.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=215