Manuskripte

SWR3 Worte

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Woche vom 08.01.2012 bis 14.01.2012




Annette Bassler

Von Annette Bassler, Mainz, Evangelische Kirche

Säen und ernten

Samstag, 14. Januar 2012     [Druckversion]

Wer ernten will, muss erst einmal säen. Das ist oft mühsam und anstrengend, aber auch ein Privileg. Studien über die psychische Situation von Arbeitslosen belegen, dass es nicht fehlendes Haben ist, das den betroffenen Menschen am meisten zusetzt, sondern das fehlende Geben.
Sich einbringen zu können und dafür Wertschätzung zu erfahren, scheint- dafür sprechen auch Belege aus der Motivationsforschung- ein psychisches Grundbedürfnis von Menschen zu sein.
Der Ertrag unseres Tuns bündelt sich zu einem Gesamtbild, dem Bild eines geschätzten Mitglieds der menschlichen Gemeinschaft, geachtet und geliebt durch sein Wirken in der Welt,
als Kollege oder Chef,
als Mutter oder Vater,
kreative Gestalterin oder gewissenhafter Verwalter,
Macher oder Ruhepol,
liebenswert und auf die ganz eigene Art irgendwie erfolgreich.

Die Theologin Veronika Drews-Galle
FROH! Magazin für die schönen Tage des Jahres, Nr. 4

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In Gottes Hand

Freitag, 13. Januar 2012     [Druckversion]

Heute ist Freitag, der 13. Dazu Psalm 130 von Hanns Dieter Hüsch

Wir alle sind in Gottes Hand
Ein jeder Mensch in jedem Land
Wir kommen und wir gehen, wir singen und wir grüßen
Wir weinen und wir lachen
Wir beten und wir büßen
Gott will uns fröhlich machen.

Wir alle haben unsre Zeit
Gott hält die Sanduhr stets bereit
Wir blühen und verwelken
Vom Kopf bis zu den Füßen
Wir packen unsre Sachen
Wir beten und wir büßen
Gott will uns leichter machen....

Wir alle bleiben Gottes Kind

Auch wenn wir schon erwachsen sind
Wir werden immer kleiner
Bis wir am Ende wissen
Vom Mund bis zu den Zehen
Wenn wir gen Himmel müssen
Gott will uns heiter sehen.

Hanns Dieter Hüsch, Uwe Seidel, Psalmen für Alletage

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Kirchenbesuch

Donnerstag, 12. Januar 2012     [Druckversion]

Worte an den seltenen Kirchenbesucher, ausgelegt im Foyer der Kirche:

Lieber Kirchenbesucher,
als du klein warst, hat deine Mutter dich hierher zur Taufe gebracht,
als du geheiratet hast, hat dich deine Braut hierher geschleppt
wenn du stirbst, werden dich deine Freunde hierher bringen.
Möchtest du bis dahin nicht mal selber herkommen?

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Winterpsalm

Mittwoch, 11. Januar 2012     [Druckversion]

Es ist jetzt nicht die Zeit, um zu ernten.
Es ist jetzt auch nicht die Zeit, um zu säen.
An uns ist es, in winterlicher Zeit
Uns eng um das Feuer zu scharen
und den gefrorenen Acker in Treue geduldig zu hüten.

Andere vor uns haben gesät. Andere nach uns werden ernten.
An uns ist es, in Kälte und Dunkelheit
beieinander zu bleiben und während es schneit,
unentwegt wachzuhalten die Hoffnung.
Das ist es.
Das ist uns aufgegeben
In winterlicher Zeit.

Lothar Zenetti
Fulbert Steffenski hrsg., ein seltsamer Freudenmonat 

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Einfach da

Dienstag, 10. Januar 2012     [Druckversion]

Immer denken wir, das Wesentliche müsse durch unsere Hände gemacht werden, wenn etwas Entscheidendes in unserem Leben sich ereignen solle, müssten wir etwas tun.

Von früh bis spät  sind wir bemüht, uns wichtig zu nehmen, immer angehalten von dem Glauben, ... dass wir Wesentliches verpassen würden, täten wir dieses oder jenes nicht....

Aber wer eigentlich sind wir? Wie viel Schönheit wird überlagert durch all das, was wir glauben an Pflichten erledigen zu müssen!

Wie viel von der Zauberkraft unseres Herzens geht zugrunde an all dem Gestampfe, Gerenne, Getrete und Gelaufe in unserem Leben, am Platzbehaupten, Hinterherlaufen....

Wär es nicht möglich, es reifte das, was wir sind, in unserer Tiefe,
und wir könnten 's gar nicht erklügeln, nicht beschließen, es wäre nur einfach da?

Der Theologe Eugen Drewermann
Der andere Advent 2011/12

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Wohin soll ich gehen

Montag, 09. Januar 2012     [Druckversion]

Du weißt es: Überall auf der Welt ist es dunkel,
die Menschen stolpern in der Finsternis herum
und können ihren Weg nicht finden.

Darum mach dich auf
und folge dem Licht,...
Entzünde dich am Licht der Lichter,
an Jesus unserem Heiland
und trage dein Licht in die Welt.

Du fragst, wohin du gehen sollst?
Ich sage dir:
Den Traurigen bring die Freude,
die ein zerbrochenes Herz haben,
denen verbinde die Wunden,

die großes Leid erfahren,
die tröste du nimm sie in die Arme.
Sag ihnen ein gutes Wort.

So seid ihr Licht der Welt und leuchtet unter den Menschen.
Ihr seid Gottes Kinder.
Über euch wacht Gott und macht euren Weg hell.

Nach dem Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 60
Hanns Dieter Hüsch, Uwe Seidel, Psalmen für Alletage

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Webfehler

Sonntag, 08. Januar 2012     [Druckversion]

In jedem Teppich der Navajo gibt es einen kleinen Webfehler, eine Unvollkommenheit, damit genau an dieser Stelle der Geist aus- und eingehen kann.
Ich wäre so gern vollkommen. Aber dann entdecke ich bei mir immer wieder neue Fehler und Unvollkommenheiten.
Und dann denke ich mir,
dass auch mir diese Fehler vielleicht ganz bewusst eingefügt worden sind,
damit Gottes guter Geist
genau an diesen Stellen bei mir aus- und eingehen...
und wirksam werden kann.

Gisela Baltes

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