Manuskripte

SWR3 Worte

18JUL2020
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Es ist schrecklich, wenn man alles verliert, was man hat. Aber es kann auch was Gutes daraus werden, erzählt diese kleine Geschichte:

Der einzige Überlebende eines Schiffsunglücks wird an den Strand einer einsamen und unbewohnten Insel gespült. Tag für Tag hält er Ausschau nach Rettung – vergeblich. Schließlich baut er für sich und seine wenigen Habseligkeiten eine kleine Hütte aus Holz. Eines Tages aber geht seine Hütte in Flammen auf. Nun hat er alles verloren. Er schreit und klagt vor Ärger und Verzweiflung.

Am nächsten Morgen hört er ein Motorboot. Er springt auf und tatsächlich, man will ihn retten. „Woher wusstet ihr, dass ich hier bin? Fragt er glückstaumelnd seine Retter. „Wir haben ihr Rauchsignal gesehen.“

Oh! Noch mehr Geschichten für andere Zeiten, Andere Zeiten e.V.

 

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17JUL2020
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Wie das mit dem Reisen in diesen Tagen funktionieren kann, ist ein echtes Rätsel. Und doch wollen viele aufbrechen und merken, dass bei ihnen selbst etwas aufbricht. Mit diesem Wortspiel versuchte der ehemalige Bischof Dom Helder Camara, uns zu ermuntern, dass wir uns gegenseitig besser zu verstehen:

Aufbrechen heißt, aus sich herausgehen. Die Kruste des Egoismus zerbrechen, aufhören, sich um sich selbst zu drehen, als ob man der Mittelpunkt der Welt und des Lebens wäre. Aufbrechen heißt, sich nicht in den Kreis der Probleme der kleinen Welt einschließen lassen, zu der wir gehören. Aufbrechen heißt vor allem, sich den anderen öffnen, sie entdecken, ihnen begegnen. Glücklich, wer folgenden Gedanken lebt und versteht: „Wenn du nicht mit mir einverstanden bist, bereicherst du mich.“

Evangelischer Lebensbegleiter, 2. Auflage 2008

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16JUL2020
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Wir sollten mehr auf unsere Worte achten! Und die Macht, die sie haben. Meint auch die ehemalige Prostituierte und Aktivistin Sandra Norak. Für sie ist zum Beispiel das Wort„Dienstleistung“ im Zusammenhang mit Prostitution völlig fehl am Platz. Sie sagt:

Der Begriff der sexuellen Dienstleistung, wie es im Prostitutionsschutzgesetz heißt, ist eine schlimme Verharmlosung, […] Manchmal wünsche ich mir, ich hätte mit einer Kamera mein Leben in der Prostitution festhalten können. […] Bei der Prostitution besteht die „Dienstleistung“ darin, dass der Körper eines Menschen […] benutzt wird. Das ist keine Dienstleistung, sondern ein Konsumieren von Menschen. […] Für die Frauen, die ich persönlich in der Prostitution kennenlernte, und es waren Hunderte, war die Prostitution an sich ein Gewaltakt.

Sandra Norak auf: https://mylifeinprostitution.wordpress.com/2019/01/

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15JUL2020
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Wenn man etwas gegen Fremdenfeindlichkeit und politische Einstellungen machen möchte, die sagen dass manche Menschen weniger Wert sind, als andere, dann sei es gut ins Theater oder in die Kirche zu gehen, meint der Autor Michel Abdollahi. Warum?

"Weil Sie in beide Einrichtungen auf Menschen mit ähnlichen Anliegen Treffen werden. Das alles kostet nicht viel und kann von jedem Einzelnen sofort unternommen werden, um unsere offene Gesellschaft weiter zu erhalten. [...] Gute Argumente zu sammeln und weiterzutragen, das ist das Erste und Beste, was man gegenwärtig tun kann."

Galore – Interviews Nr. 40, 04/2020

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14JUL2020
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Matome Sadiki, in Südafrika geboren, schwäbischer Pfarrer und schwarz, war auf den Black Lives matter Demos. Er sagt auch warum:

Ich bin Vater von zwei kleinen Mädels und ich stand mitten in der Black Lives Matter Demo in Stuttgart. Ich habe Parolen wie: NO JUSTICE NO PEACE geschrien. […] Ich habe mitgeschrien für meine Kinder. Ich will, dass meine Kinder in einer Welt leben, in der sie ihre Existenz in dieser Gesellschaft nicht rechtfertigen müssen. In einer Welt, in der sie einfach dazu gehören und ihr Menschsein nicht in Frage gestellt wird. Ich habe geschrien für Gerechtigkeit, weil ich in Deutschland selber schon dreimal mit dem N-Wort gerufen wurde und die Haare meiner Kinder von Wildfremden begrapscht werden. Stell dir vor, was das mit deinem eigenen Menschenbild macht. Dein Menschsein wird dir immer wieder abgesprochen, ohne vorherige Provokation dein Dasein in Frage gestellt.

https://www.evangelisch.de/blogs/spiritus/171926/29-06-2020?fbclid=IwAR2shfXgmTGukBlKeRNtW-wDuf3QFPUbKEB0o53Z4lwKqDZw5SvXaAD2CSQ

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31287
13JUL2020
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Was braucht man, um sich im Beruf weiterentwickeln zu können? Der Synchronsprecher Christian Brückner arbeitet viel mit seiner Ehefrau und weiß dieses Modell „altes Ehepaar“ sehr zu schätzen. Er meint:

„Es ist konfliktreich. Vielleicht bringt es dadurch [aber] auch andere Ergebnisse als die Arbeit mit anderen Regisseuren. Da höre ich dann häufig: „Wunderbar, liebe Brückner! Das war ja wieder großartig. „Klar das freut einen ja auch.[…] Aber doch ist es nicht das, was dich weiterbringt. In der Ehrlichkeit oder sagen wir Unverblümtheit, die zwischen einem alten Ehepaar herrscht, hast du mehr von der Zusammenarbeit – auch wenn zwischendurch jeder für sich durch die Decke geht.

Galore Interviews Nr 37, 11/2019

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31286
12JUL2020
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Der Prediger Martin Becker hat das Vaterunser für unsere Zeit umgeschrieben:

[Vaterunser]

Langsam in den Himmeln
Geheiligt werde deine Geduld
Dein sanftes Schweben komme zu uns
Dein abwartender Wille geschehe
Wie im Himmel
So auf Erden
Unsere Tägliche Gelassenheit gib uns heute
Und vergib uns unsere Unruhe
Wie auch wir vergeben unseren Treibern
Und führe uns nicht in die Geschwindigkeit
Sondern erlöse uns von dem Lärm
Denn dein ist das Schweigen
Und der lange Atem
Und das Aufbrechen
In Ewigkeit

AMEN

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