Manuskripte

SWR3 Worte

Daniel Didavi, Fußballer beim VfB Stuttgart, hatte schon mehrere heftige Verletzungen. Einmal sogar zwei Jahre lang. In dieser Zeit hat er über seinen Glauben und sein Leben viel nachgedacht. Didavi sagt:

Was mir total Kraft gegeben hat, ist das Neue Testament. Ich habe es drei bis vier Mal gelesen. Einfach die Geschichte von Jesus, was für eine starke Persönlichkeit er ist. Und dann denkst du dir: Guck mal, was der für andere Menschen getan hat, was der durchlebt hat. Du hast eine Verletzung, aber immer noch genug und heulst trotzdem nur rum. Du merkst also plötzlich: Fußball ist nicht alles.[…] Jesus gibt mir mit seinem Leben viel Inspiration für mein eigenes. Zum Beispiel wie er lehrt keien Vorurteile zu haben, durchzuhalten, wenn es um Ziele geht, den Glauben an die eigene Stärke zu haben, vergeben zu können und wie er über Nächstenliebe denkt.

Aus: David Kadel, Was macht dich stark? Fußballstars und ihr Erfolgsgeheimnis, GerthMedien, S. 152/153.

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Asia musste vor dem Krieg in Syrien flüchten. Was hat ihr geholfen das Trauma der Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen Neuanfang in Deutschland zu wagen? Unter anderem ihre Freundin Anette. Asia sagt:

„Es gibt viele Dinge, die geholfen haben. Manchmal schon ein freundliches Hallo auf der Straße. Das erinnert mich daran, dass auch wir Menschen aus Homs dafür bekannt sind, freundlich und offen zu sein. Dann passiert etwas da drinnen im Herzen, wenn man diese Freundlichkeit erfährt. […] Was mein persönliches großes Glück ist, dass ich eine richtig gute Freundin habe. Ich habe sie vier Monate nach unserer Ankunft über die Behörden kennengelernt. Seit dem ist sie für mich da, erst ehrenamtlich und jetzt als Freundin.“ […] „Manchmal  weine ich, wenn ich etwas erzähle, und Annette hört mir einfach zu. Das hilft mir, auch wenn sie nicht helfen kann.“

Anita Hartmann/Heike Prüshoff: Das Herz an zwei Orten. Frauen erzählen von Flucht und Neuanfang, edition chrismon, S.18.22.

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Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton wurde von einem Journalisten gefragt, welchen Rat er für das Leben gebe:

„Am wichtigsten ist es, Menschen zu sehen. Die Person, die dir die Tür öffnet, die Person, die dir den Kaffee einschenkt. Bemerke sie. Respektiere sie. Die traditionelle Begrüßung des Zulu-Volks in Südafrika ist „Sawubona“. Das heißt: „Ich sehe dich“. Genau das versuche ich zu tun.“

In: Richard Reed: Was im Leben wichtig ist. Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen und ihre wertvollen Ratschläge, Heyne Encore,S. 16

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Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst und Alexander Schmorell waren Mitglieder der „Weißen Rose“ im Widerstand gegen Hitler. Sie verteilten Flugblätter, um ihre Zeitgenossen  wachzurütteln. Auf dem vierten Flugblatt steht:

„Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge: Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg,[…] Sein Mund ist der stinkende Rachen der Hölle […] überall und zu allen Zeiten der höchsten Not sind Menschen aufgestanden, Propheten, Heilige, die ihre Freiheit gewahrt hatten, die auf den Einzigen Gott hinwiesen und mit seiner Hilfe das Volk zur Umkehr mahnten. […] Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose läßt Euch keine Ruhe! Bitte vervielfältigen und weitersenden!“

Quelle: https://www.weisse-rose-stiftung.de/widerstandsgruppe-weisse-rose/flugblaetter/iv-flugblatt-der-weissen-rose/   am 18.01.2019, 10:13 Uhr

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Samuel Koch ist seit seinem Unfall in der Sendung „Wetten dass…?“vom Hals abwärts gelähmt. Er schreibt in seinem Buch „Rolle vorwärts“:

Der freie Wille – eins der größten Geschenke, die uns Gott gemacht hat. Es macht für mich wenig Sinn, Gott für alles Leid auf der Welt verantwortlich zu machen, da […] wir Menschen durch unsere Entscheidungen den größten Prozentsatz dieses Leids verursachen. Und Gott respektiert unseren freien Willen. So gesehen, wäre es absurd, wenn ich meine geliebte Unabhängigkeit auslebe und dann denjenigen anklage, der sie mir geschenkt hat. Ich glaube nicht, dass es „sein Plan für mein Leben“ war, dass ich gelähmt bin. Ohnehin bezweifle ich, dass es einen in Stein gemeißelten Plan für mein Leben gibt […] daher gefällt mir die Vorstellung ganz gut, dass Gott eher ist wie ein Navi, das immer das Ziel im Auge behält und, wenn ich anders abgebogen bin, seelenruhig sagt: „Die Route wird neu berechnet.“

Samuel Koch, Rolle vorwärts, adeo-Verlag, S.210.

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Bundesaußenminister Heiko Maas nennt als seine Lieblingsbibelstelle Verse aus Psalm 34. Dort heisst es: Bewahr deine Zunge vor Bosheit, deine Lippen vor listiger Rede! Lass ab vom Bösen und wirke das Gute, suche den Frieden und jage ihm nach.“

Dazu Heiko Maas: Diese Stelle aus den Psalmen klingt für mich fast wie das biblische Stellenprofil eines idealen Außenministers. Die Wahrheit zu sagen[…]-darin sehe ich in Zeiten, in denen Menschen durch „fake news“ und Propaganda manipuliert und verunsichert werden, eine der wichtigsten Aufgaben von Politik. […] Das mag utopisch klingen in einer von Krisen und Konflikten gezeichneten Welt. Aber bei meiner Arbeit sehe ich täglich, wie Menschen sich furchtlos für Frieden einsetzen […]. Das macht mir Mut, bei der Jagd nach Frieden nicht nachzulassen.

Heiko Maas, Wahrhaftig sein, in: Glaube, Liebe, Hoffnung. Die Bibel der Politikerinnen und Politiker, Kreuz-Verlag, S.46-47.

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Der Journalist Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung hält viel vom Sonntag als arbeitsfreiem Tag:

Sonntage […] sind Freiräume und Schutztage des Menschen vor pausenlosem Schaffen […] der Mensch soll Rue haben vor der Arbeit, gegebenenfalls auch vor der eigenen Arbeitssucht. […] Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke verrichten, doch der siebte Tag gehört Gott, da sollst du keinerlei Arbeit verrichten, steht in den Zehn Geboten. Dies ist wohl das früheste und wichtigste Sozialgesetz der Menschheitsgeschichte. Ein Tag ist frei von Schaffen und Geschäften; und zwar nicht dann, wenn es gerade wirtschaftlich passt; er ist also unprofitabel. Er will lehren, dass es jenseits des Mehr und immer Mehr ein Genug gibt.

Auszug aus einer Fastenpredigt in der Basilika St. Emmeram zu Regensburg am 22. März 2018, in: Heribert Prantl, „Ein Widerstandstag. Der Sonntag ist wichtig, weil er den Zwang zur Arbeit bezwingt.“, in Vom großen und kleinen Widerstand. Gedanken zu Zeit und Unzeit, Süddeutsche Zeitung Edition, S. 361.

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