Manuskripte

SWR3 Worte

Immer mit sterbenden Menschen arbeiten und für sie da sein – eigentlich ein trauriger Beruf? …

Die Krankenschwester Stephanie Burkard
erzählt in der Rubrik „Was mein Leben reicher macht“
in der Wochenzeitung DIE ZEIT von der Wahrheit,
die sie aus dem Mund ihrer kleinen Tochter gehört hat:

Ich arbeite auf der Palliativstation.
(Eines Tages) höre ich zufällig, wie meine achtjährige Tochter ihrer Freundin meinen Beruf erklärt: dass ich auf der Bettkante von schwerkranken Menschen säße und ihnen beim Sterben die Hand hielte.
Die Freundin fragt mit großen Augen, ob ich nicht oft traurig sei.
Darauf meine Tochter:
Nein! Bei meiner Mama sterben alle Menschen glücklich!

 (in: DIE ZEIT N° 22 – 19. Mai 2016 – S. 64)

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Friedrich Schorlemmer, der evangelische Theologe aus Wittenberg,
über die Taktik des Teufels:

Manchmal diktiert uns … der Gegner, um nicht zu sagen der Teufel, sein übles Verhalten, und wir ahmen ihn nach, ohne es zu merken. Wer mit Vorurteilen belegt wird, neigt dazu, aus Wut auch so zu werden.

Man darf sich dem Gesetz des Gegners nicht unterwerfen. Denn das ist christlich: den Fremden zuerst als Mitmenschen begegnen. Die Feinde lieben.

Bei meinen eigenen Feinden (fällt mir das schwer). Natürlich…

 

(in: „Ich würde den Papst einladen“ – in DIE ZEIT N° 21, 12. Mai 2016, S. 50)

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Allein im Gebirge: geht (man) nicht – dies ist die Geschichte einer doppelten Rettung...

Fabian Hinrichs, Schauspieler und Tatort-Kommissar in Nürnberg, erzählt von seiner Rettung nach einem Sturz im Gebirge – ein Fuß war gebrochen.

Ich konnte einen Notruf absetzen… Am Ende haben mich fünf oder sechs Feuerwehrmänner fünf Stunden lang über den Felsvorsprung hochgeschleift, dieser enorme Aufwand wegen eines Idioten ist mir immer noch peinlich… Sie erzählten mir: Ein paar Wochen vorher waren mehrere Leute, die sich dort verlaufen hatten, gestorben.

Für mich war es der Höhepunkt einer schlechten Zeit. Und so eine Hupe, ein Warnsignal. Ich habe dann sehr viel verändert in meinem Leben.

Das ist … (eher) privat. Nur so viel: Ein halbes Jahr später habe ich meine Frau (kennengelernt). Die Feuerwehrmänner hatten mich geborgen. Und die Liebe hat mich dann gerettet.

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Papst Franziskus – scheint tatsächlich alle Christen irgendwie zu repräsentieren...

Friedrich Schorlemmer, der evangelische Theologe aus Wittenberg, lobt den katholischen Papst Franziskus:

Es gibt Katholiken, die nur darauf warten, dass dieser Papst Franziskus bald wieder weg ist. Ich aber hoffe, dass er noch lange bleibt und uns seine Spontaneität, seine Lebensfreude und Barmherzigkeit vorlebt. Er geht dorthin, wo es stinkt. Er tadelt die Leute nicht, sondern wäscht ihnen die Füße: keinen vorgewaschenen Statisten, sondern echten Obdachlosen.

Wenn der Mann auf dem Stuhl Petri so etwas macht, kann ich mich über Rom überhaupt nicht mehr ärgern. Da freue ich mich, dass ein wirklicher Christ unsere Welt-Kirche repräsentiert.

Manche tadeln mich, ich sei Papst-besoffen. … Nein, ich bin Papst-begeistert! ... Ich habe lange auf einen Kirchenführer wie diesen argentinischen Kardinal aus den Slums gewartet.

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 Schon klar: Die Mafia muss gesellschaftlich und politisch bekämpft werden – aber Fasten und Beten kann das vielleicht unterstützen…

Kardinal Crescenzio Sepe, Erzbischof von Neapel, hat für heute einen Tag des Fastens und des Gebets ausgerufen – um die Camorra zu stoppen, die Mafia dort unten. Fasten und Gebet sollen Neapel „befreien von Übel, Mobbing, Kriminalität und Gesetzlosigkeit.“

Der Kardinal wörtlich:

Den jungen Camorristas sagen wir:
Legt Eure Waffen nieder, haltet an – ihr seid auf einem schlimmen Holzweg! Hört damit auf, Eure Zukunft zu zerstören; zieht Eure Familien nicht mit in den Abgrund – und entweiht nicht weiter Euer Land und Eure Stadt… Kehrt um – noch ist Zeit, euch zu retten und Neapel seine Schönheit zurückzugeben. Seid Männer!

Ein Tag Fasten und Beten – gegen die Gewalt in der eigenen Stadt!

(in: www.napolitoday.it/cronaca/cardinale-sepe-giorno-digiuno-preghiera-31-maggio-2016.html - eigene Übersetzung agr)

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Natürlich: Nächstenliebe muss auch die Fernsten lieben; aber anfangen kann sie nur ganz in der Nähe…

Die Selige Mutter Teresa von Kalkutta nennt es:
"A simple path" - Den einfachen Weg
Ich sage immer, dass die Liebe zu Hause beginnt. Zuerst ist da die Familie und dann eure Stadt. Es ist sehr einfach, zu behaupten, man liebe die Menschen, die weit entfernt sind; aber sehr viel weniger einfach ist es, die zu lieben, die mit uns zusammen leben oder in unserer Nähe.
Ich hüte mich vor großen, unpersönlichen Projekten, denn einzig die je einzelne Person zählt. Um jemanden lieben zu lernen, muss man sich ihm nähern. Jeder braucht die Liebe. Jeder von uns braucht die Gewissheit, dass er für die anderen zählt und dass er einen unschätzbaren Wert darstellt in den Augen Gottes.
Christus hat gesagt: … „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ …

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Zwölf Worte, mit denen (fast) alles über Gott gesagt ist – ein afrikanisches Sprichwort…

Die ganze Wahrheit über Gott
in einem einzigen Satz:
Das kann vielleicht nur ein afrikanisches Sprichwort
wie dieses hier:

In schwarzer Nacht
auf schwarzem Stein
eine schwarze Ameise.
Gott sieht sie.

Noch mal?

In schwarzer Nacht
auf schwarzem Stein
eine schwarze Ameise.
Gott sieht sie.

Wie gesagt: ein Sprichwort aus Afrika

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22082