Manuskripte

SWR3 Worte

In Talkshows war Wolfgang Bergmann der Spezialist für Kinderpsychologie.
Jetzt hat er Knochenkrebs und meint zur Frage nach dem Sinn des Lebens:

„Gehorsam behindert die Intelligenz.
Wir brauchen nicht mehr Disziplin und Gehorsam,
sondern viel mehr Liebe.
Sonst geht das einzig Sinnstiftende, was wir haben, verloren.
Einer der für mich wichtigsten Sätze
steht in der Bibel bei Paulus:
Die Liebe hört nimmer auf."

Wolfgang Bergmann im Gespräch mit Arno Luik,
„Gibt es am Ende nur einen Schrei?";
in: „Stern" Nr. 10, 03.03.11, S.116.

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„Wir klagen manchmal über schlechte Zeiten.
Aber die Zeiten sind nur schlecht,
wenn die Menschen schlecht sind.
Gute Zeiten fallen nicht vom Himmel.
Gute Zeiten können wir selbst machen:
wenn Wohlwollen herrscht, wenn Gewalt schweigt,
wenn Wohlstand geteilt wird, wenn Menschen sich mögen,
wenn Raum und Zeit ist für eine Blume und ein freundliches Wort.
Gute Menschen machen gute Zeiten."

Phil Bosmans
Zitiert nach: Christian Leven (Hg.), Heute ist der beste Tag zum Glücklichsein, Herder-Verlag, Freiburg im Breisgau 2007, S.129.

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Der Dichter Hanns Dieter Hüsch über sein Kirchen-Zuhause:

„Eine Kirche ist für mich das Haus Gottes.
Aber jede Kirche ist auch mein Haus.
Ich kann da jederzeit hineingehen.
Ich kann mich sogar in die Kirche flüchten.
Dort ist ein Platz für alle und also auch für mich.
Und dort fühle ich mich auch sehr zuhause.
Wobei ich sagen muss: Besonders fühle ich mich da zuhause,
wenn ich ganz allein in der Kirche bin."

Hanns Dieter Hüsch, „Die Kirche ist für mich das Haus Gottes";
in: Bibelandenken 2011, Edition AEJ, Hannover 2010, S.120.

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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, wie sie sich ihre letzten 24 Stunden vorstellt:

„Todesangst habe ich nicht.
Am Tod ist mir unheimlich, in welcher Form er eintreten wird.
Verliere ich lange vorher die Kontrolle über meinen Verstand?
Werde ich Schmerzen haben?
Das ist das Ungewisse am Tod.
Das Beängstigende ist die körperliche Dimension.
Das Geistige und Geistliche hilft, diese Ängste zu überwinden.
Der Tod ist nur ein Übergang.
Ein Übergang in eine höhere Sphäre,
in der wir uns vor einer höheren Instanz dafür verantworten,
wie wir gelebt haben.
Wobei die Fragen, die uns dann gestellt werden,
ganz andere Fragen sein werden,
als wie wir heute erwarten."

Ursula von der Leyen, „Einmal noch Beerenmarmelade";
in: Till Weishaupt (Hg.), Meine letzten 24 Stunden,
Gütersloher Verlagshaus 2010, S.23f.

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Der Liedermacher Reinhard Mey über Tod und Auferstehung:

„Im Alter von vierzig Jahren hatte ich
meinen Eltern bereits einen Brief geschrieben
und ihnen für meine schöne Kindheit gedankt.
So war der Tod meiner Eltern später sehr traurig, aber kein Verlust.
Denn Verlust bedeutet Versäumnis, einen unvorbereiteten Abschied.
Ich habe nichts versäumt, habe alles mitgeteilt,
konnte den Lauf des Lebens annehmen, Abschied nehmen.
Und Gott? Am Ende glaube ich an die Liebe, an die Kraft der Liebe.
Und ein Wiedersehen? Alle Menschen guten Willens begegnen sich wieder."

Reinhard Mey, „Ich habe nichts versäumt";
in: Till Weishaupt (Hg.), Meine letzten 24 Stunden,
Gütersloher Verlagshaus 2010, S.85.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihren Glauben:

„Gerade weil wir als Christen in einer Hoffnung leben,
die unsere menschlichen Grenzen und Möglichkeiten übersteigt,
können wir getrost und voller Mut in die Zukunft schauen.
Mitten in den vielen Aufgaben, Problemen
und teilweise auch Bedrängnissen unseres Alltags
wird uns verheißen, dass Gott mit an unserer Seite geht.
Deshalb werden unsere Wege,
wenn wir sie im Vertrauen auf Gott gehen,
letztlich zu einem guten Ziel führen."

Angela Merkel, „Vertraut den neuen Wegen";
in: David Hober (u.a.Hgg.), Ungehaltene Worte zum Sonntag,
Echter-Verlag-GmbH 2004, S.56.

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Showmaster Thomas Gottschalk über eine Gotteserfahrung:
„Ich kam als Zweifelnder zu den Passionsspielen nach Oberammergau.
Aber als ich ging, war ich im Innersten berührt.
Ich hatte mich auf eher biederes Volkstheater eingerichtet.
Aber der liebe Gott sorgt immer noch dafür,
dass Hochmut vor dem Fall kommt.
Schon in der ersten Szene des Passionsspiels,
als Jesus auf seinem Esel in Jerusalem einzog,
wurde meine Sonnenbrille von innen feucht.
Und als er anfing, aus der Bergpredigt zu zitieren,
musste mir meine Frau ihr einziges Tempotaschentuch rausrücken."

Thomas Gottschalk, „Nicht sehen und doch glauben";
zitiert nach: Werkstatt für Liturgie und Predigt 2/2011,
Bergmoser&Höller-Verlag Aachen, S. 70.

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