Manuskripte

SWR2 Lied zum Sonntag

GL 733

Das Lied „Wir decken den Tisch“ ist für Kinder geschrieben. Für Kinder, die im Gottesdienst dabei sind. Es soll erklingen, wenn der Tisch für die Abendmahlsfeier vorbereitet wird. Im besten Fall dürfen die Kinder beim Tisch decken mithelfen. Sie bringen Brot und Wein und singen dazu: (Vorspiel beginnt) Wir decken den Tisch, wir richten das Mahl. Wir bringen das Brot und wir bringen den Wein. Im Brot und im Wein will der Herr bei uns sein:

Wir decken den Tisch, wir richten das Mahl.

Wir bringen das Brot und wir bringen den Wein.

Im Brot und im Wein will der Herr bei uns sein,

im Brot und im Wein will der Herr bei uns sein.

Das ist ein richtiges Tisch-Deck-Lied. Den Text hat der Religionspädagoge Franz Kett verfasst. Strophe für Strophe beschreibt er, was die Kinder tun. Zuerst bringen sie Brot und Wein,  später dann noch ein Kreuz und Kerzen. Franz Kett hat diese Symbole ganz bewusst so gewählt, weil sie so wichtig für den christlichen Glauben sind. Er ist davon überzeugt, dass sie in der Entwicklung von Kindern bedeutsam sind. „Kinder sollen diese Symbole in die Hand nehmen dürfen.“, sagt er. „Sie können damit umgehen und sie können die Gegenstände erleben.“

Ich möchte dazu ergänzen: vermutlich ist das vor allem dann so, wenn Kinder gelernt haben, dass Symbole etwas bedeuten. Brot, Wein, Kreuz und Kerzen sind nicht nur das, was man in die Hand nehmen kann, sondern sie erzählen auch von Jesus. Brot und Wein, zum Beispiel. Sie stehen dafür, wie wichtig es ihm war, zusammen mit anderen zu essen und zu trinken. Dabei hat er nicht nur Freunde eingeladen, sondern auch Fremde und die, die sonst niemand um sich haben wollte.

Das Kreuz erinnert an den absoluten Tiefpunkt, als Jesus so lange gequält wurde, bis er gestorben ist. Und die Kerzen, sie stehen für das überraschende Ende, nämlich die Auferstehung. Die Jünger merken: Jesus ist gar nicht wirklich tot, er lebt weiter. Vor allem dann, wenn sie zusammen essen und an ihn denken.

So heißt es in der zweiten Strophe: Wir decken den Tisch, wir richten das Mahl. Wir bringen das Kreuz und wir denken daran, dass Jesus, der Herr, starb am Kreuzesstamm.

Und in der dritten Strophe: Wir bringen das Licht, das ein Zeichen uns ist, dass er auferstand unser Herr Jesus Christ.

Wir decken den Tisch, wir richten das Mahl.

Wir bringen das Kreuz und wir denken daran,

dass Jesus der Herr starb am Kreuzesstamm,

dass Jesus der Herr starb am Kreuzesstamm.

 

Wir decken den Tisch, wir richten das Mahl.

 Wir bringen das Licht, das ein Zeichen uns ist,

 dass er auferstand, unser Herr Jesus Christ,

 dass er auferstand, unser Herr Jesus Christ.          

So einfach dieses Lied ist, so theologisch kompliziert ist das, was im Gottesdienst an dieser Stelle passiert. Die einen sind überzeugt, dass das Brot gewandelt wird, dass Jesus selbst im Brot zu mir kommt. Die anderen verstehen das Abendmahl eher symbolisch, als Akt der Erinnerung. Mir hat gefallen, was ein achtjähriger Junge zu diesem Thema gesagt hat:

 „Die Hostie ist so was wie der Leib Christi. Wenn man sie bekommt, ist das erstmal so, wie wenn man etwas isst. Nur ist man danach mutiger.“ Der Junge hat wohl verstanden, was für ihn wichtig ist. 

Wir decken den Tisch, wir richten das Mahl.

Wir sagen Gott Dank für das Brot und den Wein.

Im Brot und im Wein will der Herr bei uns sein,

im Brot und im Wein will der Herr bei uns sein.

  

(Kinder- und Jugendchor St. Trudbert Münstertal, CD: Singt Gott dem Herrn, Carus-Verlag, 2009, ASIN: B001O9WF4K, Lied Nr. 5)

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