Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR3 Worte

09OKT2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Wo ist Gott? Eine alte Frage, die noch immer aktuell ist. Der Mystiker Meister Eckhart meinte schon vor 750 Jahren: man muss gar nicht weit gehen um Gott zu finden. Er schreibt

„Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen; Er ist nicht ferner als vor der Tür des Herzens. Da steht er und wartet, ob sich jemand findet, der ihm auftue und ihn einlasse.“

Meister Eckhart, zitiert nach: Wurzeln und Visionen. Auf den Spuren einer lebendigen Kirche

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34017
08OKT2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Die Theologin und Künstlerin Christina Brudereck erinnert daran sich gerade in Krisenzeiten einen Blick für das Schöne zu bewahren. Und darüber zu sprechen. Sie sagt:

„Meine Tradition hat mich gelehrt, dass wir gehalten sind, nicht nur von den Katastrophen zu erzählen. Wir haben auch die Aufgabe und den Trost, zu entdecken, dass mitten in den Katastrophen Leben gelungen ist. Es gibt Zärtlichkeit und Liebe. Kinder werden geboren. Auch mitten in Plagezeiten geschehen Wunder. … Immer wurde auch geliebt und geholfen, geküsst und gekocht, gebaut und vertraut. 

Christina Brudereck, Trotzkraft, Text 84

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34016

Ich kann mit dem Wort Heimat wenig anfangen. Viel besser gefällt mir das Wort Zuhause. Der Theologe und Psychologe Henri Nouwen erklärt, was dieses Wort für ihn bedeutet. Er schreibt:

„Zuhause bezeichnet den Ort oder die Gegend, wo wir keine Angst zu haben brauchen…Wir können frei sein von Sorgen, frei von Spannungen, frei von Zwängen. Zuhause sind wir da, wo wir lachen und weinen, uns umarmen und miteinander tanzen, lange schlafen und ruhig träumen, essen, lesen, spielen…zuhause ist dort, wo wir ausruhen und genesen können. Das Wort Zuhause fasst ein breites Spektrum von Gefühlen und Gemütsbewegungen in einem einzigen Bild zusammen, nämlich im Bild eines Hauses, in dem zu wohnen gut ist: im Haus der Liebe.“

Henry Nouwen, Dem Leben neu begegnen. Wege aus der Angst

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34015
06OKT2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Die Sängerin und songwriterin Jane Marczewski ist schwer krank und gläubig. In Ihrem blog unter dem Künstlernamen nightbirde spricht sie davon, wie sie immer wieder mit Gott ringt. Aber sie erzählt auch, dass sie Barmherzigkeit findet, wo sie sie nicht vermutet hätte. Sie schreibt:

„Ich sehe Barmherzigkeit im staubigen Sonnenlicht, das die Bäume umreißt, in den krummen Händen meiner Mutter, in der Decke, die mein Freund mir hinterlassen hat, in der Harmonie der Windspiele. Es ist nicht die Barmherzigkeit, um die ich gebeten habe, aber es ist trotzdem Barmherzigkeit. Und ich lerne ein neues Gebet: Danke. Es ist ein Gebet, das ich noch nicht meine, aber wiederholen werde, bis ich es tue.“

Jane Marczewski, zitiert nach: https://www.nightbirde.co/#:~:text=Ich%20sehe%20Barmherzigkeit,ich%20es%20tue.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34014
05OKT2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Die Autorin Susanne Niemeyer hat sich oft verantwortlich gefühlt, wenn etwas nicht ewig gehalten hat in ihrem Leben. Egal ob Freundschaften, Glücksgefühle oder Liebesbeziehungen – sie fühlte sich als sei sie persönlich gescheitert. In einem imaginären Gespräch mit dem Leben räumt sie mit diesem Gedanken auf. Sie schreibt:

„Warum, fragt mein Leben, bezeichnest Du etwas, das lange gut war, als Scheitern?“ „Weil ich es nicht halten konnte!“ sage ich. Mein Leben runzelt die Stirn: „Kannst Du den Wind festhalten? Den Frühling? Eine Sternschnuppe? Ein Glühwürmchen, einen Gänsehautmoment, einen Regenbogen oder eine Seifenblase? Willst Du all dies ernsthaft als Scheitern betrachten, weil Du es nicht festhalten kannst?“ Seitdem lerne ich mein Leben als eine Kette von Seifenblasen zu sehen.

Susanne Niemeyer Mut ist…Kaffeetrinken mit der Angst. 40-mal anfangen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34013
04OKT2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Glück ist für die Theologin Gisela Matthiae wie Magie. Ein Alltagszauber. Einer, den man üben kann. Sie sagt:

„Weder will ich warten, bis mir das Glück zufällt, noch will ich versuchen, mein Glück zu machen. Lieber übe ich mich wieder im Zaubern. Und siehe da, so schwer ist es gar nicht. Erst gestern habe ich eine wunderbare Gemüsesuppe gezaubert. Ich muss da ein Gewürz erwischt haben, das der Suppe einen ganz besonderen Geschmack verliehen hat. Oder war es mein Gesang beim Kochen? Später beim Essen, da waren alle so vergnügt wie schon lange nicht mehr. Ich glaube, ich kann es noch, das Zaubern.“

Gisela Matthiae, Übermütig, 52 Unterbrechungen, Umwege und Überraschungen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34012
03OKT2021
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Eine neue Studie belegt: über 40 Prozent der Menschen in Deutschland gehören keiner Religion an. Wozu braucht es dann noch die Kirche fragen sich viele. Die Künstlerin und Theologin Christina Brudereck gibt eine Antwort darauf. Sie sagt:

„Auch das ist ein schöner Sinn von Kirche: Dass es da welche gibt, die beten. Die weinen. Tote bei Ihrem Namen nennen. Neugeborenen segnen. Dass da welche sind, die hoffen. Und aushalten…. Dass es da Menschen gibt, die auf Gott warten.“

Christina Brudereck, Trotzkraft

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34011