Manuskripte

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Woche vom 12.06.2011 bis 18.06.2011




Helmut Siebert

Von Helmut Siebert, Simmern, Evangelische Kirche

Gibt es fromme Toleranz?

Samstag, 18. Juni 2011     [Druckversion]

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt
in seinem neuen Buch: „Religion in der Verantwortung":

„Ich habe Gläubige zeit meines Lebens immer respektiert,
gleich welcher Religion sie anhängen.
Wenn aber ein Christ, ein Muslim, ein Hindu oder auch ein Jude
seine Religion zum Vorwand für Kampf und Krieg nimmt
oder wenn er sich einbildet,
allein seine Religion sei von Gott offenbart und gesegnet,
dann verstößt er gegen die Würde und Freiheit des Andersgläubigen -
und ist deshalb ein böser Mitmensch.
Jeder Mensch muss jedem anderen Menschen
seinen Glauben und seine Religion lassen.
Er muss ihm auch seinen Unglauben lassen.
Die Menschheit hat religiöse Toleranz nötig;
deshalb hat jeder Einzelne religiöse Toleranz nötig."

Helmut Schmidt, „Religion in der Verantwortung", S.15,
Ullstein-Buchverlage-GmbH, Berlin 2011.

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Musik machen für Gott?

Donnerstag, 16. Juni 2011     [Druckversion]

Der Sänger Cat Stevens beziehungsweise Yusuf Islam über Musik für Gott:

„Auf einem Markt in Marokko
hörte ich Musik aus einer Moschee,
und jemand sagte zu mir:
Diese Musik wird für Gott gespielt.
Das gefiel mir.
Ich kannte es bis dahin nur,
dass man Musik für den Applaus spielte,
für das Geld oder für den Erfolg.
Aber für Gott?
Das war eine neue Erfahrung.
Dass es der Sinn des Leben sein könnte,
nicht immer selbst im Mittelpunkt zu stehen,
sondern auf etwas anderes hinzuweisen -
das hat mich beindruckt."

Cat Stevens / Yusuf Islam im Gespräch mit Max Dax,
„Ich will die alten Songs spielen";
in: „Welt am Sonntag" Nr. 17, 24.04.11, S. 54

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Glaubenskraft

Mittwoch, 15. Juni 2011     [Druckversion]

Wirtschaftsminister Philipp Rösler
über den Anfang seines Glaubens:

„Ich habe als junger Arzt in einem evangelischen Krankenhaus gearbeitet
und bin dort mit Leid und Sterben konfrontiert worden.
Da habe ich die Schwestern gefragt,
wie sie damit zurechtkommen.
Die sagten: Philipp, das hier ist ein christliches Haus.
Sie haben aus ihrem Glauben Kraft geschöpft.
In dieser Zeit ist in mir der Entschluss gereift,
ebenfalls einer christlichen Kirche beizutreten."

Philipp Rösler im Gespräch mit Thorsten Jungholt und Claus Malzahn,
„Glaube schützt vor Größenwahn";
in: „Welt am Sonntag" Nr. 17, 24.04.11, S. 4

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Gottes Hintergedanken

Dienstag, 14. Juni 2011     [Druckversion]

Der Schauspieler und Sänger David Hasselhoff ist alkoholkrank.
Er sagt über Gott und den Sinn des Lebens:

„Der liebe Gott hat mir die Rolle des Michael Knight geschenkt -
aber nicht einfach nur so, sondern mit einem Hintergedanken!
Gott wollte von mir, dass ich diese Rolle nutze,
um anderen Menschen zu helfen und um ihnen Mut zu machen.
Nicht nur, um die Menschen zum Lachen zu bringen,
sondern um wirklich Leben zu retten.
Ja, ich sage den Leuten: Ich bin hier eigentlich gar nicht der große Held.
Sondern ihr seid die Helden! Du bist der Held!
Du musst dein Leben selbst retten;
und wenn man dann sein eigenes Leben gerettet hat,
dann kann man anderen Menschen helfen."

David Hasselhoff im Gespräch mit Michael Defrancesco,
„David Hasselhoff und die Helden";
in: Journal der Rhein-Hunsrück-Zeitung Nr. 90 vom 16.04.11

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Enges Leben- weites Leben!

Montag, 13. Juni 2011     [Druckversion]

In Talkshows war Wolfgang Bergmann der Spezialist für Kinderpsychologie.
Jetzt hat er Knochenkrebs und meint zur Frage nach dem Sinn des Lebens:

„Ich will jetzt noch Pfingsten erleben,
ein schönes, sonniges Pfingsten.
Und dann?
Das Grab ist für mich eine furchtbare Vorstellung.
Ich sehe überhaupt nicht ein,
warum wir uns in unserer Kultur solche Mühe geben,
alles immer enger zu machen.
Die Kinder müssen morgens schon um acht Uhr in den Kindergarten
und werden dann um halb acht in die Grundschule geschickt.
Und im Laufe des Lebens wird alles noch enger.
Und am Schluss soll ich auch noch in einem engen Kasten verschwinden.
Himmelherrgott, kann man den nicht aufmachen?"

Wolfgang Bergmann im Gespräch mit Arno Luik,
„Gibt es am Ende nur einen Schrei?";
in: „Stern" Nr. 10, 03.03.11, S.117

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Was belebt den Kosmos?

Sonntag, 12. Juni 2011     [Druckversion]

Was ist der Geist des Kosmos?
Es ist die Kraft, die uns aus dem Chaos holte
und ins Leben führte.
Und es ist dieselbe Kraft,
die uns durch den Tod führt.
Es ist der Geist, der dem Kosmos seine Ordnung gibt.
Und der Kosmos ist der Raum des Geistes.
Beides ist dasselbe -
und wir sind ein Teil davon.

Ernesto Cardenal, Theologe aus Nicaragua
Kosmologische Postkarte für Uwe Seidel;
in: Uwe Seidel, TVD-Verlag, Düsseldorf 2007, S. 83f.

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