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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
Es ist Freitagabend und plötzlich heißt es: Bombenalarm.
Ich bin an dem Wochenende mit ein paar Freunden verabredet. Wir waren gemeinsam auf einer Fortbildung und treffen uns seitdem jedes Jahr. Diesmal sind wir in Nürnberg. Die Tage sind durchgeplant. Eigentlich wollten wir gerade beginnen uns zu erzählen, was seit letztem Jahr so los war und plötzlich piepen unsere Handys.
Es wurde eine Fliegerbombe gefunden. Alle im Umkreis von zwei Kilometern müssen die Häuser verlassen. Schnell ist klar: Wir gehören dazu. Und schnell ist auch eine Lösung gefunden: Wir können in ein Haus ein paar Kilometer außerhalb von Nürnberg. Es ist nervig, weil wir unser Wiedersehen anders geplant hatten, aber alles in allem ist es unkompliziert. Wir fangen an, das Notwendigste zusammenzupacken.
Eine syrische Familie ist auch noch mit uns im Gästehaus. Ein Ehepaar mit einer kleinen Tochter. Vielleicht 8 oder 9 Jahre alt. Sie machen sich auf den Weg in eine der Notunterkünfte. Die Kleine hat Angst und versteht die Welt nicht mehr. Sie sagt: „Bei uns zuhause mussten wir beim Bombenalarm in den Keller und jetzt sollen wir plötzlich das Haus verlassen?“ Mir wird schmerzhaft bewusst, was dieses Kind schon alles mitmachen musste und jetzt auch hier in Deutschland so eine Situation erlebt. Ich frage mich, wie die Kleine wohl weiter aufwachsen wird, wenn sie nirgends Sicherheit spürt.
Um vier Uhr morgens wird die Bombe entschärft. Uns geht es allen gut, aber wir sind völlig platt, weil wir so lange darauf gewartet hatten, wann wir wieder zurückkönnen. Wir fahren direkt zurück und versuchen noch eine Mütze Schlaf zu bekommen.
Am nächsten Morgen treffen wir im Gästehaus auch die syrische Familie wieder. Wir sind froh, dass alles gut gegangen ist. Sowohl die Entschärfung der Bombe als auch das mit den Notunterkünften. Doch eine Frage trübt unsere zurückgewonnene Leichtigkeit. Die Frau der syrischen Familie fragt: „Was wohl in unserem Heimatland in achtzig Jahren noch an Bomben und Minen im Boden gefunden wird?“.
Und da wird mir noch mehr bewusst: Krieg hat immer Leid und Tod zur Folge. Wenn ich unsere Nachrichten anschaue, sehe ich „nur“ das aktuelle Leid. Wenn ich auf die syrische Familie in dieser Nacht schaue, sehe ich was so ein Krieg innerlich und äußerlich anrichtet. Wie er auch in Zukunft das Leben von Menschen bestimmt. Und das tut weh!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44735SWR3 Gedanken
Ein neuer Job – das ist auch so eine Sache. Ein beruflicher Neuanfang, neue Möglichkeiten, Weiterentwicklung, klar. Ich persönlich lieb‘s. Neue Erfahrungen und Entdeckungen – voll spannend.
Ich unterscheide mich da sehr von meiner Schwester. Die sagt: Das, was sich bewährt hat, ist doch gut. Wird es wirklich besser, wenn ich was neues anfange? Darum lieber alles so lassen, wie es ist.
Egal welcher Typ-Mensch wir sind: Um manche Abbrüche und Anfänge kommt man nicht herum, persönlich oder auch auf der größeren Weltbühne: Pandemie, Krieg und Inflation, klar, aber auch Geburten und Todesfälle, Schulanfang und Schulabschluss, Ausbildungen und Berufswechsel, Umzüge… Das Leben gibt es nicht ohne Veränderungen. Und dafür braucht es jedes Mal wieder Mut.
Interessanterweise ist der christliche Gott eher ein „let’s go“-Typ. Interessanterweise, weil die christlichen Kirchen ja eher die Bewahrer-Typen sind. Aber die Bibel ist voll von Neuanfängen. In der Bibel gibt es immer wieder Menschen, die – oft von Gott dazu aufgefordert – komplett ins Ungewisse starten. Im Vertrauen auf Gottes Versprechen, dass Gott, dieser Let’s-Go-Typ, mitgeht.
„Hab keine Angst, ich bin bei dir und begleite dich!“ Das sagt Gott in der Bibel Menschen, die aufbrechen.
Und so ist für meine eher auf Beständigkeit setzende Schwester UND für mich der Glaube an diesen „to go“-Gott Trost und Kraftquelle, die Mut macht! Mit Gott in der Hinterhand kann man gut neue Anfänge wagen!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44729SWR3 Worte
Im 1. Buch Mose heißt es, der Mensch sei „im Bilde Gottes“ geschaffen. Das klingt groß – fast zu groß für den Alltag. Und doch wird es ganz konkret, wenn die rabbinische Auslegung sagt: So wie kein Gesicht dem anderen gleicht, ist auch jeder Mensch einzigartig.
Das bedeutet: Niemand ist austauschbar. Jeder trägt eine eigene Würde in sich.
Und daraus folgt eine leise Aufgabe: Diese Würde sichtbar zu machen – im Umgang miteinander. In der Art, wie wir sprechen. Wie wir zuhören. Wie wir auch dem begegnen, der anders ist als wir.
Vielleicht genügt schon dieser Gedanke für heute: Jeder Mensch ist einmalig. Und verdient es, auch so behandelt zu werden.
Mischna Sanhedrin 4:5
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44376Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP
Die Ruinen alter Klöster ziehen viele Menschen in ihren Bann. Auch ich mag diese stillen Orte mit ihrer mystischen Atmosphäre. Großbritannien und Irland sind berühmt für ihre stimmungsvollen Klosterruinen. Aber man muss nicht auf die Britischen Inseln reisen, um solche Stätten zu erleben. Es gibt sie auch bei uns in Rheinland-Pfalz. Wie wäre es mit einem Besuch - gerade jetzt in der Urlaubszeit? Ich möchte in dieser Woche drei dieser romantischen Orte vorstellen.
Den Anfang macht der Disibodenberg. Das Kloster liegt reizvoll auf einem bewaldeten Bergrücken am Zusammenfluss von Nahe und Glan in der Nähe von Odernheim. Der Besucher spürt sofort, wie eng sich hier Natur und Architektur verbinden. Die verstreut liegenden Reste der Abtei regen die Fantasie an. Viele Menschen kommen wegen der hl. Hildegard von Bingen auf den Disibodenberg.
Sie war eine der beeindruckendsten Frauen des Mittelalters, vielfältig begabt als prophetische Seherin, Dichterin und Komponistin. Ihre Naturheilkunst begründete eine ganzheitliche Medizin, die bis heute nachwirkt. Als achtjähriges Mädchen war Hildegard in die Frauenklause des Klosters eingetreten. Fast vierzig Jahre blieb sie auf dem Disibodenberg.
Streift man durch das Gelände, entdeckt man Teile der Abtei, die in der Reformation aufgehoben wurde und später als Steinbruch diente. Die Baureste sind eingebettet in eine parkähnliche Landschaft. Kreuzgang, Speisesaal oder auch die Backstube lassen sich noch ausmachen. Überragt wird der Ort von der Giebelwand des klösterlichen Hospizes. Hier wurden Pilger, Arme und Kranke aufgenommen.
Von der Kirche selbst stehen nur noch die Grundmauern. Aber aus der Mitte des ehemaligen Gotteshauses wächst eine imposante dreistämmige Eiche. Der Baum erscheint wie ein Sinnbild für die Kraft, die der Disibodenberg noch heute ausstrahlt.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44754SWR3 Worte
Manchmal ist es schwer das Schöne zu sehen. Die Hoffnung fehlt. Pfarrerin Tina Willms hat eine Idee, wie es wieder wird mit der Hoffnung:
„Neulich, als die Zeiten düsterer wurden und ich immer verzagter, da habe ich bei der Hoffnung einen Kredit aufgenommen. Sie saß mir gegenüber und lächelte freundlich. Weder fragte sie nach meinen Liquiditäten, noch sprach sie von Zins und Tilgung. Die Summe, die sie nannte, überstieg meine Erwartungen. Ob ich denn noch Fragen hätte. Wie lange währt die Frist, sagte ich. Da lächelte sie und meinte: Für immer. Rückzahlung ist nicht erforderlich. Nur weiterzugeben, was du bekamst.“
Tina Willms, Glück ist, im Regen zu schwimmen. Gute Gedanken für ganz gewöhnliche Tage
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44750SWR Kultur Wort zum Tag
Das Kloster Sankt Hildegard liegt wunderschön über dem Rheintal bei Rüdesheim. Es eignet sich hervorragend als Ziel für eine kleine Wanderung durch die Weinberge. Über 30 Nonnen leben noch im Kloster; man kann dort aber auch als Gast übernachten. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, einer Gruppe von Hochschulgeistlichen aus aller Welt dieses Kleinod zu zeigen. Kurz vor Mittag sind wir oben angekommen. An der Klosterkirche steht zurzeit ein Gerüst und hüllt die linke Seite des Kirchenschiffs ein. Keine Ahnung, was genau gemacht wird; es war auf jeden Fall ziemlich laut. Gerne haben wir uns aus dem Krach in die Kirche geflüchtet. Dort begann dann auch schon das Mittagsgebet.
Die Nonnen kamen pünktlich um 12 Uhr in den Seitenaltar der Kirche und haben sofort angefangen zu singen und zu beten. Ich hätte gedacht, dass die Arbeiter nun mit dem lautstarken Klopfen aufhören, aber weit gefehlt! Während der gesamten viertel Stunde Beten und Singen geht das Hämmern und Klopfen weiter. Die Nonnen scheint es nicht zu stören. Sie lassen sich von ihrem Gesang nicht abbringen. Nur wir blicken immer wieder irritiert zum Gerüst auf und versuchen die Arbeiter wild gestikulierend dazu zu bewegen, mit dem lauten Hämmern aufzuhören. Vergeblich.
Viele von uns schütteln danach verständnislos mit dem Kopf. „Hätten die Arbeiter nicht für das Gebet die Arbeit unterbrechen können?“, fragt eine Besucherin.
„Eine Viertelstunde. Das ist doch wohl nicht zu viel verlangt.“
Ein anderer meint: „Naja, die müssen halt mit ihrer Arbeit fertig werden. Es geht ja nicht nur um ein Mittagsgebet, die Gebete gibt´s ja täglich morgens, mittags und abends. Da geht schon viel Zeit verloren.“
Gerne hätte ich die Nonnen gefragt, wie sie es schaffen, sich so gar nicht stören zu lassen, aber sie sind gleich nach dem Gebet wieder in ihrem Klosterbereich verschwunden. Ob sie zu irgendeinem Zeitpunkt das Gespräch mit dem Bauleiter gesucht haben? Oder können sie einfach alles ausblenden, was nicht dem Beten und Singen dient? So oder so, ihre Haltung beeindruckt mich. Ganz neu höre ich da die alte Klosterformel: „Ora et labora“. Bete und arbeite! Gebet und Arbeit gehören im Kloster zusammen. Und beides gehört mitten in den Lärm des Lebens.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44743SWR4 Abendgedanken
„Baut eine Sänfte aus einer leeren Getränkekiste, zwei kurzen und zwei langen Dachlatten, einem Stuhl, einem Seil, Krepppapier und Luftballons. Zeichnet eine Skizze, baut dann gemeinsam und überlegt euch eine gute Präsentation für eurer Ergebnis.“
Diesen Arbeitsauftrag hat vor kurzem eine Gruppe Jugendlicher auf der Konfirmandenfreizeit bekommen. Gemeinsam sollten sie diese Aufgabe lösen. Nicht als Wettbewerb, sondern miteinander und jede und jeder sollte mitarbeiten.
Das war erst einmal schwierig: Sie haben alle durcheinandergeredet. Viele Ideen wurden genannt, aber sie haben einander wenig zugehört. Und manche haben einfach angefangen, irgendetwas zu machen. Bis eine gesagt hat: „Stopp, wir müssen uns unbedingt zuhören, jeder soll seine Ideen sagen und dann überlegen wir miteinander, welche die Beste ist.“
So haben sie es dann gemacht. Sie haben miteinander diskutiert und gemeinsam entschieden, wie die Sänfte aussehen soll: Der Stuhl dient als Sitz, die Kiste als Fußablage und die Latten müssen das Grundgerüst zum Tragen bilden. Jemand hat angefangen diese Idee aufzuzeichnen und die anderen haben sie dann umgesetzt. Sie haben es geschafft, miteinander eine Idee zu verwirklichen. Dabei wurde fröhlich gelacht und am Ende wurde das Ganze noch mit Luftballons und Krepppapier dekoriert. Die Jugendlichen haben zusammen etwas Wichtiges gelernt: Wenn einer nur seine eigene Idee durchsetzen will, kommt die Gruppe nicht voran. Nur, wenn man einander zuhört und miteinander arbeitet, dann gibt es ein Ergebnis, auf das alle stolz sind.
Als die Sänfte fertig war, dann die entscheidende Frage: „Wer hat so viel Vertrauen in die Konstruktion und in die Gruppe, dass er sich in der Sänfte tragen lässt?“
Einer der Jugendlichen hat sich schließlich hineingesetzt. Die anderen haben ihn vorsichtig getragen. Und plötzlich wurde aus ein paar Latten, einer Kiste und einem Stuhl etwas ganz anderes: ein Zeichen des Vertrauens.
Auch unser Glaube lebt vom Vertrauen. Niemand muss alles im Leben allein tragen. Wir brauchen Menschen, die uns zuhören, die mit uns gehen und uns tragen, wenn wir selbst nicht mehr können. Und manchmal dürfen wir selbst die sein, die andere tragen.
Jesus hat gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Ich glaube, er war auch an diesem Nachmittag dabei – zwischen Dachlatten, Luftballons und einer selbstgebauten Sänfte.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44741Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
Heute darf ich Jakob taufen. Es ist ein traumhaft schöner Tag. Auch weil es heute nicht mehr selbstverständlich ist, dass Eltern ihr Kind taufen lassen. Wir sind um die dreißig Leute, die mitfeiern, und ich beginne den Gottesdienst draußen vor der Kirche. Ich begrüße alle, spreche das erste Gebet, um gleich unterbrochen zu werden.
Direkt vor mir stehen drei Mädchen. Die Schwester des Täuflings und ihre Freundinnen. Mit großen Augen schauen sie zu mir hoch und nur Zuhören ist scheinbar zu langweilig. Als ich im Gebet sage: „...öffne Jakob die Tür, durch die auch wir durch die Taufe eingetreten sind…“ Komme ich gar nicht weiter, weil die erste schon ganz laut fragt: „Welche Tür?“. Ich halte kurz inne. Zeige auf die Eingangstür der Kirche und sage: „Genau die Tür hier, durch die wir gleich reingehen.“ Alle schmunzeln. Als es am Ende des Gebets heißt: „…durch Christus, unseren Bruder und Herrn…“ fragt die Schwester des Täuflings ganz laut: „Wessen Bruder ist das?“. Die Mutter greift ein und sagt halblaut: „Das ist nächste Woche ne super Frage für Deine Relilehrerin.“
Ich sag es mal so: Es kam im Laufe der Taufe noch die eine oder andere Frage auf. Und ich hab mich an der ein oder anderen Stelle ertappt und ein wenig dumm gefühlt, weil ich die Fragen gar nicht so einfach beantworten konnte.
Und gleichzeitig habe ich etwas Schönes gelernt: Kinder stellen unerwartete, aber auch ganz wunderbare Fragen. Sie haben ein untrügliches Gespür für die Worthülsen, die ich als Pfarrer zu oft und zu selbstverständlich benutze.
In der Bibel wird erzählt, wie Jesus mit vielen Leuten unterwegs war. Einmal war ein Kind dabei und er hat gesagt: „Werdet, wie so ein Kind.“ Ich denke, er hat gemeint: Verlernt nicht Fragen zu stellen und hinterfragt auch das, was ihr so selbstverständlich sagt.
Ich habe gelernt: Bei einer Taufe muss nicht alles klar sein, alles klug erklärt werden, was Glaube bedeutet und was Kirche. Nein, die Taufe ist ein erster Schritt. Ich finde es richtig, wenn da Fragen gestellt werden. Auch, wenn ich dadurch ein bisschen herausgefordert werde. Glauben bedeutet nicht, alles zu wissen, sondern neugierig zu bleiben und Fragen zu stellen. Eben, wie ein Kind.
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Eigentlich bin ich ein selbstbewusster Mensch. Von außen wirke ich zuversichtlich und selbstsicher. Wenn da nicht diese kleine, fiese Stimme in mir wäre. Diese Stimme, die alle infrage stellt, aber vor allem: die MICH infrage stellt. Die Sachen sagt wie: Du kannst nichts; Du bist nichts wert; das schaffst Du nie…
Viele Menschen, nein, ich würde sogar sagen: die meisten Menschen kennen diese kleine, fiese Stimme in sich. Sie kann mehr oder weniger da sein. Bei dem einen lauter, bei der anderen leiser. Sie kann sich anhören, wie der Vater damals: „Aus Dir wird nie was.“ Oder wie die anderen Kinder in der Schule: „Boa, bist Du blöd.“ Oder wie auf Socialmedia: „Oh my God, was für ein Loser!“
Diese Stimme ganz abzuschalten – ich glaube, das wird nie gelingen. Das Einzige ist, mit dieser Stimme leben zu lernen. Nur, wie?
Mir persönlich hilft mein Glaube an Gott. Ich glaube an einen Gott, der – wie auch immer – mich und das Leben geschaffen hat. Und der möchte, dass ich ein gutes Leben lebe. Gott sagt Sachen wie: „Du bist kostbar und wertvoll für mich, und ich habe dich lieb!“ (Jesaja 43,4) Solche Sätze sage ich mir, wenn diese kleine, fiese Stimme gerade mal wieder in mir zu laut wird.
Und besonders gut tut es, wenn jemand anders einem so etwas sagt. Als Pfarrerin mache ich das manchmal in Segnungsgottesdiensten – kann ich nur empfehlen. Von jemandem gesagt zu bekommen: Gott segnet dich, Gott hat dich lieb, so wie du bist – das hilft gegen diese kleine, fiese Stimme.
Was noch hilft? Sich mit guten Leuten umgeben. Freunde, Familie, die sagen: „Du bist gut so, wie Du bist! Es ist schön, dass Du da bist!“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44728SWR3 Worte
Zu spüren und zu erkennen, wenn etwas gut ist.
Pfarrerin Tina Willms erlebt das immer wieder und beschreibt das so:
„Jetzt ist es gut. Es gibt Momente, in denen ich das fühle. Ich gehe durch einen Park, mir streift ein Windhauch durchs Gesicht, ich denke an Menschen, die ich liebe. Und spüre: Jetzt, gerade in diesem Moment, ist es gut. […] Die Welt ist keineswegs heil. Und auch in meinem eigenen Leben ist alles im Fluss. Wo es hingehen wird, weiß ich nicht. Trotzdem, manchmal, mitten am Tag, solch ein Augenblick. Jetzt ist es gut.
Dann verschwindet er wieder. Verändert hat sich äußerlich nichts. Keine große Rettung, nur ein Moment, herausgenommen aus der Zeit. Spürbar der Boden unter den Füßen. Und eine Erinnerung an diesen Augenblick, die bleibt.”
Tina Willms, Glück ist, im Regen zu schwimmen. Gute Gedanken für ganz gewöhnliche
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