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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„Was ist das Leben?“ – Dieser fast schon philosophischen Frage stellen sich in einem schwedischen Waldmärchen die Tiere und Pflanzen des Waldes.
„Das Leben ist eine Entwicklung“ – antwortet nachdenklich die Rose. Der Schmetterling flattert von Blüte zu Blüte und sagt: „Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein.“
Eine Ameise, die sich gerade mit einem schweren Strohhalm abmüht, seufzt: „Das Leben ist nichts als Mühe und Arbeit.“
Und so setzt sich das Märchen fort: „Es ist ein Streben nach Höherem“ antwortet der Adler, „Tränen – nichts als Tränen ist die Antwort des Regens.“ Und ein Betrunkener, der durch den Wald torkelt, säuselt in seinem Suff: „Das Leben ist ein ständiges Suchen nach Glück und eine nicht enden wollende Kette von Enttäuschungen. -
Was ist das Leben? Liebe Hörer, auch meine Antwort auf diese Frage würde kaum anders ausfallen als in diesem Märchen. Sie würde sich vor allen Dingen an persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen ausrichten und könnte höchstens einen kleinen Ausschnitt dessen umreißen, was Leben wirklich ist.
Darum lasse ich mich gern auf die Erzählungen der Bibel ein. Auch in ihnen begegnen mir Menschen ganz unterschiedlichster Prägungen und Erfahrungen: Glückliche und Verzagte, erfüllt Singende genauso wie sehnsüchtig Wartende. Doch das Besondere ihrer Antworten liegt darin, dass sie nicht bei ihren Lebenserfahrungen stehen bleiben. Es ist, als melde sich in ihren Antworten eine ganz besondere Stimme zu Wort.
Ein wenig geachteter Zöllner erfährt zum Beispiel, wie Jesus sich Zeit für ihn nimmt. Und da erkennt er, wie vordergründig sein Leben verläuft und wie sehr auf schiefen Bahnen.
Eine unter ihrer Arbeitslast seufzende Freundin Jesu wird von ihm eingeladen, auszuruhen. Zur Ruhe kommen und sich Zeit nehmen – für sich selbst, und für die wohltuenden Worte, die Jesus sagt. -
Und eine trauernde Maria erfährt trotz des Todes Ihres Bruders etwas von dem Trost, der über aller Trauer liegt. Voller Vertrauen erkennt sie: Du bist der Heilige Gottes. Und mein Bruder wird leben.
Ich staune über die Kraft, die in solchen Erzählungen steckt, und über die Vielfalt dessen, was Leben ist. Und denke dann: es gibt noch viel zu entdecken, in der Bibel, und an Jesus Christus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“
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Sie kennen das sicher auch: Solange ein Thema abstrakt verhandelt wird, bleibt es fern und kühl. Sobald es aber ein Gesicht bekommt, weil man mit Betroffenen gesprochen hat, kommt es nah und hinterlässt tiefe Spuren.
So ging es mir auf einer internationalen christlichen Tagung. Christen aus allen Erdteilen waren zusammen gekommen, die weltweite Gemeinschaft zu erleben und zu feiern. Thematisch ging es aber auch darum, sich den Herausforderungen einer globalisierten Welt zu stellen.
Es war eine Frau mittleren Alters aus Chile, mit der ich ins Gespräch kam. Ihr Land sei hoch verschuldet gewesen, so sagte sie. Neue notwendige Kredite wurden nur zu bestimmten Bedingungen gewährt. Die Privatisierung des Wassers war eine der geforderten Maßnahmen.
„Es gibt einen großen Fluss bei uns. Aus dem durften wir bisher alle unser Wasser beziehen. Und es gab reichlich, für alle. – Jetzt aber müssen wir zahlen. Denn unser Wasser gehört nicht mehr uns.
Und sie ergänzte: „Die Wasserrechte wurden von einer englischen Firma erworben. Diese ist inzwischen von einem deutschen Unternehmen übernommen worden.“ Und so schloss sie mit den Worten: „Unser Wasser gehört Euch!“
Sie sagte es nicht vorwurfsvoll. Doch sie war sich der Wirkung ihrer Worte wohl bewusst. Denn ich stand vor ihr, fassungslos und unschlüssig, ob ich mich dafür in irgendeiner Weise schämen oder schuldig fühlen sollte.
Mit entsprechendem zeitlichen Abstand ist mir klar geworden, dass es nicht um die Frage von Scham und Schuld geht. Sondern vielmehr darum, diesen Zusammenhang zu begreifen und nicht zu übersehen. Wir leben in einer Welt. Und diese ist uns gemeinsam geschenkt und anvertraut. Es kann nicht angehen, dass nur ein Teil der Menschheit von der Globalisierung profitiert.
So bin ich froh über das große Engagement vieler Christen, wie es sich gerade wieder in den Diskussionen des Evangelischen Kirchentages gezeigt hat. Leidenschaftlich, offen, kritisch und hörbereit wurde debattiert.
Und auch darüber freue ich mich, wenn wir uns als Christen nicht einschüchtern lassen, wenn es wieder einmal heißt: „Aber die Vorteile der Globalisierung wollt ihr ja auch!“ – Es ist richtig: an der Globalisierung kommt niemand vorbei. Aber nicht als abstraktes Thema. Das verkommt schnell zur Fratze. Globalisierung bitte mit menschlichem Gesicht! Dafür will ich mich einsetzen!
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Vielleicht kennen Sie ähnliche Situationen auch:
Da ist der Schreibtisch voll mit Aufgaben und Arbeiten ... und Sie hatten sich so viel vorgenommen, Aber nichts geht.
Oder Sie haben gerade ein schönes Wochenende verbracht, die Seele sollte vor Freude hüpfen, aber Ihre Gedanken sind schwer und traurig und kommen aus dem eigenen Sumpf nicht raus.
Es sind Situationen, wie sie der Dichter Michael Lipps mit wenigen Zeilen anschaulich beschreibt:

Ich hatte die Türen fest verschlossen
Auf Besuch war ich nicht eingestellt.
Wie sie hereinkam, weiß ich nicht.
Nun sitzt sie da.
Frau Traurigkeit
(eine alte Bekannte)
mit ihrem breiten Hintern.
auf meinem Stuhl sitzt sie
und macht keine Anstalten zu gehen.

Urplötzlich ist sie da, die Traurigkeit, die Schwermut, die Antriebslosigkeit. Und man weiß nicht, wie sie hereingekommen ist.
Auch die Bibel erzählt des öfteren von solchen ungebetenen Gästen – Anschaulich spricht sie etwa in den Psalmen davon. „Ich kam in Trauer und in Not“, „Ich liege gefangen in Angst und kann nicht heraus“, - Wie ein Strudel verdichten sich schlimme Gedanken, böse Ahnungen ... und es gibt kein Entrinnen.
Aber die Bibel weiß auch von einem anderen Besucher. Und von ihm erzählt sie genauso anschaulich: etwa, wie die Jünger nach dem Tod Jesus zusammen saßen – ohne Hoffnung, ohne Perspektive... Doch mit einem Mal ist er da - der auferstandene Jesus Christus mit dem vertrauten Gruß: Friede sei mit euch! Und Angst und Resignation weichen
Oder ein anderes Mal. Eingeschüchtert, ängstlich ohne Zutrauen sind sie zusammen. Ohne Mut... und der Geist Gottes kommt über sie, wie ein Feuer, entfacht sie zu neuem Glauben, bewegt und belebt sie ....
Traurigkeit und Sorgen gehören offensichtlich zu unserem Leben dazu: auch Angst und Antriebslosigkeit ... Aber da gibt es auch einen anderen – einen stärkeren: ein Gast, über den man sich freuen wird: Jesus Christus.

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Ich liebe Umzüge. Am liebsten die, bei denen einen ein netter Bekannter fragt, ob man nicht am Wochenende mithelfen könnte. Manchmal kann man ja auf sein kaputtes Kreuz verweisen – aber bei guten Freunden?
Aber beim nächsten Mal ist es anders: Da ist es nicht mehr ein netter Bekannter der meine Hilfe braucht, nein, wir ziehen um.
OK, wir haben ein Umzugsunternehmen engagiert, müssen Kisten und Möbel also nicht alleine schleppen, aber wir müssen alles verpacken!
Und wissen sie, was man nicht einpacken kann? Die Beziehungen zu Freunden oder Nachbarn. Alle den Kruscht, all die Sache in der Wohnung kann man in Kisten stecken – was aber wirklich wichtig und wertvoll ist, das muss man bei einem Umzug oftmals zurück lassen.
Dabei besteht unser Leben aus ganz vielen Momenten, in denen wir Abschied nehmen müssen und uns klar wird: das kommt so nie wieder.
Aber wir wollen es nicht wahrhaben: Wir fahren im Urlaub wieder an denselben Ort weil der letzte Urlaub so schön war – aber es wird nie wieder so wie beim letzten Mal.
Wir versuchen ständig Dinge zu wiederholen und sind enttäuscht, wenn sie nicht mehr so schön werden wie beim letzten Mal.
Die älteste Umzugsgeschichte der Welt steht in der Bibel und berichtet von einem Mann namens Abraham.
Gott selbst hatte ihm gesagt, dass er alles loslassen sollte, dass er ausziehen solle, denn Gott habe in einem fernen Land etwas Neues mit ihm vor.
Und tatsächlich wird Abraham zum Stammvater der Juden - und übrigens auch der Palästinenser.
Für mich ist das eine Geschichte, die mir Mut macht. Mut, dass wir Altes und Vertrautes zurück lassen können.
Aber Gott will mit mir in diesen neuen Lebensabschnitt gehen.
Vieles wird ganz anders, aber es bieten sich auch neue Chancen und Möglichkeiten!
Übrigens ist Abraham der erste Mensch, von dem gesagt wird, dass er an Gott glaube.
Denn an Gott zu glauben hat wenig mit Moral oder kirchlichen Geboten zu tun. An Gott glauben bedeutet, mit ihm durchs Leben zu gehen.
So habe ich mir angewöhnt, morgens ein kurzes Gebet zu sprechen:
„Gott, ich weiß nicht, was dieser Tag bringen wird. Aber du weißt es.
Und ich vertraue dir, dass du mit mir gehst.“ https://www.kirche-im-swr.de/?m=1502
Ich liebe Umzüge. Nein, das stimmt natürlich nicht wirklich. Ich liebe es weder, wenn mich ein netter Bekannter fragt, ob ich ihm nicht bei seinem Umzug helfen kann, noch liebe ich es selbst umzuziehen.
Aber genau das blüht mir in den nächsten Wochen. In vierzehn Tagen kommen die Umzugskisten und ein paar Wochen später wird der Umzugswagen vor der Tür stehen.
Wenn so ein Umzug ansteht, dann hat man auf einmal ganz unterschiedliche Gefühle. Zuerst freut man sich auf die neue Wohnung, das neue Umfeld. Dann kommen die Ängste und Befürchtungen – wie wird das alles werden?
Hier kennt man sich aus, kennt die Menschen, kennt mit der Zeit alle guten und schlechten Seiten. Wie wird das am neuen Wohnort werden?
Ich habe aber auch festgestellt, dass ein solcher Umzug geistig fit erhält!
Ich muss Wohlbekanntes loslassen und mich auf Neues einstellen. Das ist anstrengend, klar.
Aber auf der anderen Seite stelle ich mir vor, es bliebe alles so wie im Moment. Wäre das wirklich so toll wie wir oftmals meinen?
Ich denke, dass wäre einfach nur langweilig.
Warum bekommen denn so viele in meinem Alter, irgendwann ab 40, ihre Midlifecrisis?
Weil man das Gefühl hat: Wenn du jetzt nicht etwas änderst, dann ist dein Leben auf einmal zu Ende und du hast es irgendwie verschlafen.
Man muss nicht erst umziehen, um etwas an seinem Leben zu ändern. Das ist bei mir nur der Auslöser gewesen, über diese Fragen aktiv nachzudenken:
Soll mein Leben immer so weiterlaufen? Was würde ich gerne ändern, wenn ich es könnte?

Jemand hat einmal gesagt: „Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“. Recht hat er (oder sie). Ich kann mein Leben gestalten!
Verstehen wir uns richtig: Mir geht es nicht darum, dass wir jetzt in Panik verfallen und ständig was Neues ausprobieren müssen. So wir manche meinen, mit einem neuen, anderen Lebenspartner kann man sein Leben neu anfangen.
Ich glaube, dass mein Leben einen Sinn, eine Ausrichtung braucht. Und ich glaube, dass ich mich in jedem Lebensabschnitt fragen sollte, was jetzt für mich dran ist.
Waren es bisher vielleicht die Kinder, die mich stark beansprucht haben, jetzt aber groß und selbstständig sind, so sollte ich mich fragen: was ist jetzt für mich dran?
Das ist auch eine Art „Umzug“ – von einem Lebensabschnitt in einen neuen.
Doch, tatsächlich!
Und es wäre schade, wenn wir von einem Lebensabschnitt in den nächsten nur so hineinstolpern. Diese Übergänge, diese Umzüge sollten wir bewusst wahrnehmen und dann auch gestalten!
Unser Leben ist eben nicht ein stiller Fluss der gemächlich dahin fließt. Unser Leben ist eher schon wie eine Wanderung auf der ich mich immer wieder fragen muss: Welches Ziel will ich heute ansteuern?
Inzwischen habe ich keine Angst mehr vor einer Midlifecrisis, denn mein Leben ist ganz und gar nicht festgefressen.
Weil ich erkenne, dass neue Lebensabschnitte auch Chancen bieten, Altes und oftmals Eingefahrenes neu zu beleben. https://www.kirche-im-swr.de/?m=1501
Man denkt immer, man selbst sei der Einzige, den es betrifft.
Gestern rief mich eine Bekannte an und sagte mir, dass sie am Wochenende umzieht. Und das mit drei kleinen Kindern.
Ich habe sie natürlich gleich gefragt, wie es ihr damit geht – denn auch wir ziehen in ein paar Wochen um.
„Schlecht“, sagte sie mir. Eigentlich habe sie sich von so vielem trennen wollen – das sei ja die große Chance bei einem Umzug. „Aber es geht nicht“, sagte sie mir, „ich kann mich so schwer von den Dingen trennen“.
Auch ich habe in den letzten Tagen einige Schränke aufgemacht, in die ich schon lange nicht mehr hineingesehen habe. Eigentlich sollte man ja meinen, dass man Dinge, die man viele Jahre nicht mehr gebraucht hat, jetzt auch wegschmeißen – oder wenigstens weggeben kann.
Pustekuchen. Da werden so viele Erinnerungen wieder wach...
Woran liegt es, dass wir uns nur so schwer von Dingen trennen können, die wir nicht wirklich mehr brauchen? Weil so viele Erinnerungen daran hängen? Vielleicht auch, weil wir merken, wie unser Leben ständig in Bewegung ist? Jemand hat mal gesagt: „Was gestern war, liegt nicht mehr in deiner Hand, was Morgen sein wird, liegt noch nicht in deiner Hand. Nur das Heute kannst du gestalten“.
Klar weiß ich, dass alles was Gestern war, endgültig vorbei ist. Und doch fällt es mir schwer, Vergangenes loszulassen.
Vielleicht geht gar nicht darum, dass wir alles, was hinter uns liegt einfach so vergessen – das klappt ja sowieso nicht.
Aber wir sollen nicht Vergangenem nachtrauern und wir sollen nicht in den Sorgen für Morgen aufgehen.
Nur das Jetzt und Hier können wir wirklich gestalten.
Wir wünschen uns doch immer, wir könnten noch mal ganz von vorne anfangen. Warum versuchen wir es nicht einfach - heute?
Sofort stellen sich die Bedenken ein: „Ich kann doch nicht einfach…“
Warum eigentlich nicht?
Warum kann ich nicht dem Menschen, mit dem ich schon so oft Krach hatte, heute einmal ganz anders begegnen. Vielleicht einfach einmal ein freundliches Wort versuchen?
So als wenn alles, was gestern vorgefallen ist, einfach weg wäre?
Jesus Christus begegnete einmal einer jungen Frau, deren Leben gründlich schieflief. Er sagte ihr: „Deine Sünden sind die vergeben. Geh und lebe jetzt anders!“
Jesus streicht weg, was hinter ihr lag und sagt ihr: Du hast die Chance, neu zu beginnen.
Ich möchte das ernst nehmen.
Ich vertraue darauf, dass Jesus Christus auch mir eine neue Perspektive eröffnet: Ich kann neu beginnen.
Ich kann zwar nicht alles anders machen – klar – aber ich kann viel mehr ändern, als ich im ersten Moment denke.
Und ich kann heute beginnen. Vielleicht nur in kleinen Schritten – aber das ist doch eine ganze Menge! https://www.kirche-im-swr.de/?m=1500
Sind sie schon mal umgezogen? Wahrscheinlich schon.
Die meisten Menschen ziehen mehrmals in ihrem Leben um – aber wen interessieren schon „die meisten Menschen“, wenn es auf einmal mich betrifft?
Denn Umziehen ist nicht so einfach!
Ich meine nicht das Kisten packen oder das Möbelschleppen. Ich meine auch nicht, dass ein Umzug eine Menge Geld kostet.
Nein. Ich meine das Abschied nehmen.
Ich weiß von was ich rede, denn in wenigen Wochen werden wir umziehen und da macht man sich so seine Gedanken. Am Anfang freut man sich auf die neue Wohnung, die neue Stadt, das neue Umfeld.
Aber je näher der Umzugstag rückt, desto mehr spürt man auch den Abschied.
Und Abschied tut einfach immer weh, Abschied ist wie ein Stück Sterben.
Ich bin vor kurzem auf einen Text von Dietrich Bonhoeffer gestoßen, der gesagt hat: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.
Aber unsere Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
Dietrich Bonhoeffer hat es wirklich auf den Punkt getroffen: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.“
Wenn mir heute die Trennung schwer fällt, dann zeigt das nur, wie viele schöne und wertvolle Erinnerungen ich in mir trage.
„Aber unsere Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude“, sagt Bonhoeffer weiter.
Ich habe das für mich ausprobiert.
Ich habe mich hingesetzt und Gott gedankt für alle die Begegnungen mit Menschen die mir wichtig und lieb waren.
Für all die Dinge, die ich hier erleben durfte.
Und ich merke, wie ich diesen Schatz in mir spüre.
Ich trage „das vergangene Schöne“ nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in mir, das ich nicht mehr missen möchte.
Umziehen, von einem Ort an dem ich mich wohlgefühlt habe, an einen ganz anderen, von dem ich noch so gut wie nichts weiß, fällt nie leicht.
Aber ich danke Gott für alle die Freunde, Nachbarn, einfach alle Menschen, die mich hier umgeben haben und die mir lieb und teuer geworden sind.
Ich danke Gott für alle Liebe und Freundschaft die ich erfahren durfte.
Und ich merke, wie der Abschiedsschmerz sich verwandelt in eine stille Freude.
Wie gesagt: „Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“ https://www.kirche-im-swr.de/?m=1499