Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

„Ist da jemand? Ist da jemand?“ tönt das Lied von Adel Tawil aus dem Radio und ich singe laut mit: „Ist da jemand, der mein Herz versteht? Und der mit mir bis ans Ende geht? Der mir den Schatten von der Seele nimmt? Und mich sicher nach Hause bringt? Ist da jemand? Ist da jemand?“

Mich berührt dieses Lied jedes Mal neu. Ist da jemand? Das frage ich mich nämlich manchmal auch. Gibt es da im Himmel jemand - einen Gott -, der sich um mich kümmert, und es gut mit mir meint? An manchen Tagen fällt mir das leicht, daran zu glauben, dass es da jemanden gibt. Wenn mir alles gelingt, ich mich geliebt fühle und rundherum zufrieden bin. Aber es gibt auch die anderen Tage. Da geht alles schief. Ich bin mutlos und fühle mich so allein.  An solchen Tagen fällt es mir schwer an Gott zu glauben. Da schau ich dann wie Adel Tawil zum Himmel und frage: „Ist da jemand?“

Ich glaube beides gehört zum Leben. Tage, an denen es leicht fällt an Gott zu glauben. Und Tage voller Zweifel. An solchen Tagen merke ich, wie wichtig mir das Vaterunser ist. Immer, wenn ich sonntags in die Kirche gehe, wird das Vaterunser gebetet. Das ist das Gebet, das wir Christen von Jesus gelernt haben. Als ihn die Menschen mal gefragt haben, wie man beten soll, hat er geantwortet. „So sollt Ihr beten: Vater unser im Himmel“.

Ich finde: Der erste Satz in diesem Gebet ist eine Antwort auf die Frage „Ist da jemand?“  Jesus sagt: „Ja, da ist jemand“. Es gibt einen Gott im Himmel. Und das Beste daran ist: Dieser Gott ist nicht irgendein strenger, grausamer Gott, dem wir Menschen egal sind. Sondern er ist wie ein Vater.  Wie ein guter Vater. „Vater unser im Himmel“. Für mich bedeutet das: Gott sieht mich, er kennt mein Herz, er weiß, was ich brauche und er sorgt für mich.

Gerade an den schlechten Tagen tut mir das Vaterunser gut. Wenn ich nicht mehr weiß, was ich sagen soll und mir keine anderen Worte beim Beten einfallen: Dann spreche ich das Vaterunser.  Es erinnert mich an den Vater im Himmel, der an allen Tagen für mich da ist. Dann kann ich laut auch die letzten Zeilen von Adel Tawils Lied singen: „Immer wenn du es am meisten brauchst. Dann ist da jemand.“

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