Manuskripte

SWR4 Abendgedanken

Eine „glückselige Fasnet“ – das wünscht man sich hier bei uns in diesen Tagen. An anderen Orten heißt es. Narri Narro, Hellau, Alleh Hopp, Alaf oder wie auch immer der Narrenruf bei Ihnen in der Region heißt. Es ist Rosenmontag. Jeder, der irgendwas mit der 5. Jahreszeit zu tun hat, ist da auf den Beinen.

Mir gefällt dieser Wunsch „glückselige Fasnet“ besonders gut. Weil da zwei so schöne und starke Worte zusammenkommen. Glück und selig.

Außerdem: wenn ich glückselig höre, dann muss ich an die Seligpreisungen[1] in der Bibel denken. Jesus erklärt da seinen Freunden und vielen anderen Menschen, was die Menschen glückselig macht. Dabei nimmt Jesus quasi den Standpunkt Gottes ein. Einen Standpunkt sozusagen, von dem aus man den Überblick hat. Jesus sagt z.B., dass die Menschen glückselig sind, die geistlich arm sind. Ich glaube, da denkt er an Menschen, die keine Hintergedanken haben. Die einfach nur ehrlich sind und niemanden übers Ohr hauen. Die sagen, was sie meinen. Und meinen, was sie sagen. Jesus hat auch gesagt: Glückselig sind, die an der Not der Welt leiden. Nur die können ja verstehen, wie es anderen geht: Wer mitleidet am Leid anderer – der wird dann auch nicht sagen: Das geht mich nichts an. Ich kann mich nicht um das Elend der ganzen Welt kümmern.

Ich finde, damit stellt Jesus alles auf den Kopf, Denn er sagt ja damit, dass für Gott andere Sachen wichtig sind, als für uns. Dass für Gott andere Maßstäbe gelten, als die wir sonst so in unserem Alltag haben.

Deshalb passt dieser Wunsch auch so gut in die Faschingszeit. Da läuft auch alles anders als sonst im Alltag. Da kann man das ein bisschen spüren, wie das so ist, wenn andere Maßstäbe gelten. Wenn man z.B. ganz unkompliziert mit Leuten feiert, die man gar nicht kennt. Oder mit denen man sonst eigentlich nichts zu tun hat.

Und genau dieses Gefühl, dass es auch ganz anders gehen kann, das will ich aus der 5. Jahreszeit mitnehmen. Dann wieder in meinen Alltag. Wenn alles wieder normal läuft.

Für Gott sind andere Dinge wichtig. Glückselig, wer danach fragt! Glückselig, wer tut, was die Welt ein kleines bisschen anders macht. Besser. So, wie Gott sie sich vorgestellt hat.
I
n diesem Sinne, wünsche ich Ihnen eine glückselige Fasnet.


 

[1] Matthäus 5,1-12.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=23773

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