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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Als Frau Schmitt Montag morgens ins Pfarrbüro kommt, blinkt der Anrufbeantworter energisch. Oje, das fängt ja gut an, denkt die Sekretärin der Kirchengemeinde. Die Stimme der Anruferin ist ihr nicht bekannt, die Nachricht ist von Samstagabend. Die Stimme sagt:

„Ich bin so traurig. Ich bin ganz allein. Mein Mann ist vor einem Jahr verstorben und meine Kinder sind weit weg. Ich habe auch kaum Bekannte. Ich bin ganz allein.“

Man hört, dass die Stimme weint, dann fängt sie sich wieder.

„Ich brauche jemanden, mit dem ich reden kann. Aber es ist Samstagabend, alle sind mit ihren Familien und Freunden zusammen, da kann ich niemanden stören.

In der Kirche war heute Licht, da dachte ich: hier erreiche ich jemanden.“

Die Stimme bricht wieder kurz.

„Was mache ich bloß? Gibt es niemanden, mit dem ich reden könnte? Und der lange Sonntag kommt erst noch.“

Frau Schmitt ist voller Mitgefühl.

Aber sie hat keine Ahnung, wer das sein könnte.

Da hilft die Technik weiter: die Stimme hat keine Rufnummernunterdrückung und die Gemeindereferentin, der Pastor oder sie selbst,  könnten die Stimme zurückrufen.

Die beiden anderen haben schon Termine für den Vormittag, also ruft Frau Schmitt selbst die Stimme an. Die meldet sich nur zögerlich mit „Ja?“ und Frau Schmitt stellt sich vor und erklärt, woher sie die Nummer hat. Da wacht die Stimme auf und freut sich. Das Telefon hatte schon sehr lange nicht mehr geläutet und sie ist es nicht mehr gewöhnt, zu telefonieren.

Aber jetzt erzählt sie, wie sie den langen Sonntag rumgebracht hat.

Ein Buch, eine Runde bügeln, ein Spaziergang, ein interessanter Film im Fernsehen.

Zum Abschied gibt Frau Schmitt ihr noch einen Tipp:

wenn es wieder ganz still ist, einfach die Telefonseelsorge anrufen. 0800 1110111

Da ist immer jemand zum Reden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=41558
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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

07FEB2025
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Als Frau Schmitt Montag morgens ins Pfarrbüro kommt, blinkt der Anrufbeantworter energisch. Oje, das fängt ja gut an, denkt die Sekretärin der Kirchengemeinde. Die Stimme der Anruferin ist ihr nicht bekannt, die Nachricht ist von Samstagabend. Die Stimme sagt:

„Ich bin so traurig. Ich bin ganz allein. Mein Mann ist vor einem Jahr verstorben und meine Kinder sind weit weg. Ich habe auch kaum Bekannte. Ich bin ganz allein.“

Man hört, dass die Stimme weint, dann fängt sie sich wieder.

„Ich brauche jemanden, mit dem ich reden kann. Aber es ist Samstagabend, alle sind mit ihren Familien und Freunden zusammen, da kann ich niemanden stören.

In der Kirche war heute Licht, da dachte ich: hier erreiche ich jemanden.“

Die Stimme bricht wieder kurz.

„Was mache ich bloß? Gibt es niemanden, mit dem ich reden könnte? Und der lange Sonntag kommt erst noch.“

Frau Schmitt ist voller Mitgefühl.

Aber sie hat keine Ahnung, wer das sein könnte.

Da hilft die Technik weiter: die Stimme hat keine Rufnummernunterdrückung und die Gemeindereferentin, der Pastor oder sie selbst,  könnten die Stimme zurückrufen.

Die beiden anderen haben schon Termine für den Vormittag, also ruft Frau Schmitt selbst die Stimme an. Die meldet sich nur zögerlich mit „Ja?“ und Frau Schmitt stellt sich vor und erklärt, woher sie die Nummer hat. Da wacht die Stimme auf und freut sich. Das Telefon hatte schon sehr lange nicht mehr geläutet und sie ist es nicht mehr gewöhnt, zu telefonieren.

Aber jetzt erzählt sie, wie sie den langen Sonntag rumgebracht hat.

Ein Buch, eine Runde bügeln, ein Spaziergang, ein interessanter Film im Fernsehen.

Zum Abschied gibt Frau Schmitt ihr noch einen Tipp:

wenn es wieder ganz still ist, einfach die Telefonseelsorge anrufen. 0800 1110111

Da ist immer jemand zum Reden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=41541
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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Auf einer kleinen Wanderung in Kirchwald begegnete mir Max mit seiner Familie.

Er ist vier und wir freuten uns, uns zu treffen. Ich trage mehr Schmuck als seine Mama, das interessiert ihn. Am Finger meiner linken Hand glitzerte es türkis. Er gab mir zu verstehen, dass er das schön findet, also zeigte ich ihm auch an der anderen Hand einen Ring mit einem leuchtenden Stein.

Woher er weiß, dass manche Frauen Ohrringe tragen, keine Ahnung. Aber er prüfte meine Ohren und fand da auch Glitzerdinger, die ihm gefielen. Ein kleiner Fachmann.

Es war sonnig, aber kalt, und er trug Stulpen, aus denen die Fingerspitzen rausschauten. Die Finger seien kalt, er brauche richtige Handschuhe, meinte er. Ich zeigte ihm, dass ich mit der Faust in meine Stulpen reinpasse und dass so die Finger warm bleiben auch ohne Handschuhe. Er probierte es aus und war erfolgreich.

Die Mutter verfolgte leicht amüsiert unsere Fachgespräche. Das muss ja eine große Freude sein, wenn der kleine Wicht, den man gefühlt noch gestern auf dem Arm herumgetragen hat, jetzt ernsthafte Gespräche mit Erwachsenen führt.

Ein guter Trick von Gott, der es so eingerichtet hat, dass Menschen, Tiere und Pflanzen klein anfangen. Und dass speziell wir Menschen vielleicht ein besonderes Gen oder sowas in uns haben, das uns das Kleine lieben lässt.

Ein kleines Blümchen, einen Welpen, ein kleines Kind, da lächeln wir und empfinden Sympathie – jedenfalls die meisten.

Ich finde, Gott war ziemlich pfiffig, als er die Welt ins Rollen brachte.

Er kam ja auch selber als Baby in die Welt – und die Weisen aus dem Morgenland gingen nicht zum mächtigen König Herodes, sondern zu diesem kleinen Kind.

Ich glaube, wir tun gut daran, nicht auf das Große oder die Großen zu starren, sondern das Kleine zu schützen und zu lieben.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=41557
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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

06FEB2025
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Auf einer kleinen Wanderung in Kirchwald begegnete mir Max mit seiner Familie.

Er ist vier und wir freuten uns, uns zu treffen. Ich trage mehr Schmuck als seine Mama, das interessiert ihn. Am Finger meiner linken Hand glitzerte es türkis. Er gab mir zu verstehen, dass er das schön findet, also zeigte ich ihm auch an der anderen Hand einen Ring mit einem leuchtenden Stein.

Woher er weiß, dass manche Frauen Ohrringe tragen, keine Ahnung. Aber er prüfte meine Ohren und fand da auch Glitzerdinger, die ihm gefielen. Ein kleiner Fachmann.

Es war sonnig, aber kalt, und er trug Stulpen, aus denen die Fingerspitzen rausschauten. Die Finger seien kalt, er brauche richtige Handschuhe, meinte er. Ich zeigte ihm, dass ich mit der Faust in meine Stulpen reinpasse und dass so die Finger warm bleiben auch ohne Handschuhe. Er probierte es aus und war erfolgreich.

Die Mutter verfolgte leicht amüsiert unsere Fachgespräche. Das muss ja eine große Freude sein, wenn der kleine Wicht, den man gefühlt noch gestern auf dem Arm herumgetragen hat, jetzt ernsthafte Gespräche mit Erwachsenen führt.

Ein guter Trick von Gott, der es so eingerichtet hat, dass Menschen, Tiere und Pflanzen klein anfangen. Und dass speziell wir Menschen vielleicht ein besonderes Gen oder sowas in uns haben, das uns das Kleine lieben lässt.

Ein kleines Blümchen, einen Welpen, ein kleines Kind, da lächeln wir und empfinden Sympathie – jedenfalls die meisten.

Ich finde, Gott war ziemlich pfiffig, als er die Welt ins Rollen brachte.

Er kam ja auch selber als Baby in die Welt – und die Weisen aus dem Morgenland gingen nicht zum mächtigen König Herodes, sondern zu diesem kleinen Kind.

Ich glaube, wir tun gut daran, nicht auf das Große oder die Großen zu starren, sondern das Kleine zu schützen und zu lieben.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

30OKT2024
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Mein Vater war Jahrgang 1921.

In seiner Familie gab es abends oft Brot mit Schiebewurst. Eine große Scheibe Brot mit einer kleinen Scheibe Wurst. Die konnte man dann entweder direkt als erstes verspeisen oder sie auf dem Brot immer weiter nach hinten schieben, bis dann beim letzten Bissen die ganze Scheibe Wurst auf dem Rest Brot wunderbar schmeckte – nach der langen Vorfreude.

In den 60ger Jahren war es schon anders: wenn die Scheibe Wurst größer war als das Brot, fand ich das prima. Aber die Eltern brachten mir bei, den Überhang abzuschneiden und für eine weitere Scheibe Brot zu verwenden. OK, so war es.

Heute geht es den meisten Leuten in Deutschland  wirtschaftlich besser als den Kindern in den 1930ger Jahren und den Kindern in den 1960ger Jahren.

Aber.

Dann lese ich, dass 2024 der deutsche Erdüberlastungstag auf den 2. Mai gefallen ist.

Mich hat diese Nachricht  wirklich schockiert. Seit dem 2. Mai kann die Erde nicht mehr das reproduzieren, was wir bis zum 31. Dezember noch nutzen werden.

Was wir an Wasser, Holz und Ackerland bis zum Ende des Jahres noch verbrauchen, kann die Erde nicht bereitstellen – wir nehmen es für uns in Anspruch aus dem, was anderen Menschen in der Welt zusteht.

Die Übernutzung ist hierzulande so groß, dass wir drei Erden bräuchten, wenn für alle Menschen auf der Welt eine solche Lebensweise möglich werden sollte wie für uns. Es gibt aber nur eine Erde, soweit ich weiß.

Für mich hat das was mit Gerechtigkeit zu tun. Und es wundert mich nicht, dass so viele Menschen aus den armen Ländern in der Welt bei uns leben wollen.

Es wäre gerecht, wenn sie so leben könnten wie wir.  Also müssen wir unseren Standard ein bißchen zurückschrauben. Gelegentlich mal Brot mit Schiebewurst, das reicht vermutlich nicht. Wir müssen mehr verändern.

Dann ist hoffentlich der Erdüberlastungstag 2025 erst am 10. Mai oder so und verschiebt sich jedes Jahr weiter nach hinten.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=40930
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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

29OKT2024
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Unglaublich. Es war nicht der Tag der Freundlichkeit, aber alle waren freundlich.

Ich hatte in einem Schmuck-Geschäft angerufen, ob sie meine Armbanduhr reparieren könnten. Wegwerfen ist doof, ich hab gern, wenn Sachen lange halten. Nee, konnten sie nicht, aber in Mayen gibt es noch einen richtigen Uhrmacher, sagten sie. Da ging ich dann hin. In einer Woche bekomme ich die Uhr wieder.

Die Hülle von meinem Handy bricht fast auseinander. Ich ging in einen Technikladen, die Beratung war freundlich, aber keine passende Hülle. Wir können Ihnen vielleicht eine bestellen. Der Mitarbeiter sucht 12 Minuten, dann muss er passen. Leider, nix zu finden. Muss ich also doch im Internet bestellen, aber er hatte es versucht und ich auch und es tat ihm leid, mir nicht helfen zu können.

Dann zum Metzger, die haben da einen köstlichen selbstgemachten Schinken. Der sah noch sehr hell aus. Die Verkäuferin stimmte mir zu: der soll ruhig noch 2 Wochen hängen. Ja, ich komme dann wieder, dieser Schinken schmeckt als hauchdünne Scheibe besonders gut auch ohne Brot, da waren wir uns einig. Ich ging also, ohne etwas zu kaufen, und sie war kein bisschen genervt, sondern ganz meiner Meinung.

War denn Tag der Freundlichkeit?

Nein, ein normaler Dienstag.

Freuten sich alle, weil die Sonne schien?

Nein, es war bedeckt.

Gab es eine Sonderzahlung für jeden?

Nein, natürlich nicht.

Es waren einfach alle freundlich.

Ich hatte gar nicht angefangen, aber die anderen haben mich angesteckt.

Vielleicht ist heute wieder so ein Tag.

Ich könnte jedenfalls heute mal damit anfangen, jedem, der mir begegnet, freundlich Hallo zu sagen und zu lächeln. Vielleicht wird es dann wieder ein Tag der Freundlichkeit.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=40929
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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

28OKT2024
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Mittagszeit, Suppe auf dem Herd, mir fehlt noch was Grünzeug, ich gehe in den Garten der Nachbarin und schneide etwas Petersilie und Schnittlauch ab.

Neidisch liegt ihre Katze auf der Fensterbank im Wohnzimmer und schaut mir zu. Sie will auch gern in den Garten, aber es ist eine Stubenkatze. Pech.

Erinnert mich an ein altes Lied von Reinhard Mey: „es gibt Tage, da wünscht ich ich wär mein Hund.“

Der Hund sieht faul auf dem Kissen frühmorgens dem hektischen Menschen zu, hat genau 2 Interessen: Schlafen und Fressen. Als Hund kann man Menschen, die einem stinken, in den Hintern beißen. Der Mensch kennt seinen zahnärztlichen Befund: besser nicht zubeißen, sonst Zahnverlust. Nur die Kühlschranktür bekommt der Hund nicht selbst auf, und Reinhard Mey vermutet:

„dann wünscht mein Hund, er wäre ich“.

Ich bin mir nicht sicher, ob Reinhard Mey so ganz genau weiß, was seinen Hund bewegt. Wann der Hund sich wünscht, Reinhard Mey zu sein und ob er dann  komplett tauschen wollte oder nur zum Teil.

Die Idee, mit jemand anderem das Leben zu tauschen, ist ja nett, aber dann eben nicht nur die Rosinen, sondern das ganze Paket.

Wenn ich tauschen könnte: will ich alles, was der andere hat?

Sein Auto, sein Boot, sein Haus ? Das klingt ja sehr verlockend, wenn ich so auf meine Bekannten schaue, was die sich so leisten können. Was man natürlich nicht sieht: den Herzschrittmacher, die schwierige Kindheit, den 12 Stunden-Tag im Beruf.

Will ich ihre schönen Klamotten, die süßen Kinder, das heile Familienleben? Auch den Spagat zwischen Job und Familie und die ständige Zeitnot und die Schwiegereltern?

Wenn ich alles genau überlege, will ich doch eher nur die Rosinen, nicht das ganze Paket. Und wenn ich noch weiter überlege und mir die Pakete der anderen vorstelle, dann bin ich mit meinem Paket und den Rosinen drin ganz zufrieden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=40928
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SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

27OKT2024
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Stephan leitet einen Kirchenchor, 50 Leute kommen zusammen. Sie singen grade Lieder zum Thema: das ist, was ich glaube. Psalmen, ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis. Über den Glauben kam ich mit dem Chor ins Gespräch. Wir haben uns in der Kirche getroffen. Der Altar war der Punkt: glaube ich 100 %. Am Ausgang der Kirche: glaube ich nicht. Und der Mittelgang dazwischen für alles mögliche zwischen 100 % und 0%.

Die Chormitglieder sollten ihren Standpunkt finden. Im wörtlichen Sinn: sie sollten sich aufstellen im Mittelgang der Kirche. Position beziehen.

Wir sind das Glaubensbekenntnis durchgegangen.

„Ich glaube an Gott.“ Da standen fast alle nah am Altar.

„Den Vater, den Allmächtigen“.  Da haben sich die Sängerinnen und Sänger schon mehr im Gang verteilt. Ist Gott allmächtig? Da waren sich nicht alle sicher.

Einen Standpunkt beziehen, das kann sehr erhellend sein. Stehe ich mehr bei JA oder mehr bei NEIN ? Was ist meine Position?

„Ich glaube an Jesus Christus“.  Ja, da waren viele bei JA.

„Empfangen durch den Heiligen Geist“. Naja, glaube ich das? Eine Altistin sagte: bei jeder Geburt ist Gottes Geist im Spiel. Da sind viele Richtung Altar gegangen.

Bei „ich glaube an den Heiligen Geist“ standen die meisten  am Altar.

Bei der heiligen katholischen Kirche standen die meisten in der Nähe des Ausgangs – da haben viele heute ihre Schwierigkeiten oder schweigen an dieser Stelle des Glaubensbekenntnisses.

Auferstehung der Toten – ungefähr bei 50 /50.

Das hat mich erstaunt. Ich selbst glaube felsenfest an die Auferstehung, es ist aber spannend, WIE sich die Leute das so vorstellen.

Wir haben 2 Stunden in der Kirche gestanden, Standpunkte bezogen, Standpunkte ausgetauscht. Es war fesselnd; Religion ist ja sonst ein Tabuthema für viele.

Heute ist Sonntag. Wenn Sie Lust haben, machen Sie doch auch mal das Experiment. Was ist, was ich glaube? Den Text vom Glaubensbekenntnis lesen und mich fragen: was davon glaube ich wirklich.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=40927
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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

27JUL2024
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Ferientage im Westerwald – von der Eifel aus eine prima Sache.

Höchstens zwei Stunden Anreise mit dem Auto, fremde Gegend, die Kroppacher Schweiz und die Westerwälder Seenplatte oder die Abtei Marienstatt sind echt gute Urlaubsziele.

Helga und ich machen, was wir immer machen: wir wandern.

Und wir machen, was wir sehr selten machen: wir gehen zum Essen ins Restaurant, kochen, obwohl wir eine Ferienwohnung haben, nicht selbst.

Frühstück und Abendessen natürlich in der Ferienwohnung.

Und mein Glas Wein am Abend auch. Helga bevorzugt Wasser.

Auf den Wanderungen quatschen wir, sind aber auch nicht blind für das, was uns begegnet.

Auf dem Weg Schnecken mit oder ohne Haus und Mistkäfer. Einer liegt hilflos auf dem Rücken. Ich halte ihm ein Blatt unter den Körper und helfe ihm, sich umzudrehen. Ins Gras krabbeln soll er selbst, ich gebe nur Hilfe zur Selbsthilfe.

Auf dem Rückweg sehen wir einen Mann, der sich zu diesem Käfer runterbeugt. Wahrscheinlich will auch er ihm auf die Beine helfen. Der hat das nicht verdient, sage ich, den habe ich eben auch schon umgedreht.

Nein, wenn die auf dem Rücken liegen, haben sie sich zum Sterben bereit gemacht, erklärt uns der Kenner. Oje, da hab ich dem Käfer ja echt einen Bärendienst erwiesen, als ich ihn umgedreht habe.

Wir stehen da, schauen auf den Käfer, dann machen der Mann und ich gleichzeitig ein Segenskreuz über ihn und wünschen ihm: „Ruhe sanft“. Sag nochmal jemand, die Leute wären nicht „alltagsfromm“.

Für die Käferkenner unter uns: so allgemein stimmt die Regel nicht; nicht jeder Käfer stirbt, wenn er auf dem Rücken liegt. Ich hab Google gefragt. Aber trotzdem war das mit dem gesegneten Mistkäfer ein eindrückliches Erlebnis. Gottes Segen – für jeden „Mistkäfer“ auf dieser Welt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=40302
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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

26JUL2024
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Selbstgemachter Kartoffelsalat. Lecker. Die Pellkartoffeln kocht man am Vortag. Warum, weiß ich nicht mehr, aber so habe ich es von meiner Mutter und meiner Großmutter gelernt.

Beim Pellen der Kartoffeln merke ich, dass die Schale nicht überall gleich gut abgeht, manchmal bleibt etwas Kartoffel an der Schale hängen. Egal, kommt nachher in die Ökotonne. Vielleicht freuen sich irgendwelche Kleintiere darüber, wenn sie im Ökoabfall Kartoffelreste finden.

Und dann schießt mir ein Gedanke in den Kopf, der mich nicht loslässt:

Wie könnte man aus diesen Kartoffelschalen mit etwas Zwiebel oder irgendwas anderem eine Wassersuppe mit ein paar Kalorien für hungrige Kinder kochen.

Ich schäme mich, dass ich diese Lebensmittelreste so gedankenlos wegwerfe. Es gibt 735 Millionen Menschen auf der Welt, die hungern. Die Zahl ist von 2022, aktuell sind es bestimmt noch mehr. In den Kriegsgebieten natürlich, aber auch einfach so, weil die Menschen so sind, wie sie sind. Die Erde könnte alle Menschen ernähren.

Meine Mutter hat noch die Hungerjahre nach dem 2. Weltkrieg erlebt und hätte nie ein Stück Brot weggeworfen. Ich mache das auch nur im Notfall, wenn das Brot schimmelig geworden ist. Aber über die Kartoffelreste an den Schalen hatte ich mir erst keine Gedanken gemacht.

Iss deinen Teller leer, die Kinder in Afrika wären froh, wenn sie so viel zu essen hätten wie du, so sagte meine Oma. Hatten die Kinder in Afrika was davon, wenn ich aufaß – oder Reste bleiben? So was diskutierte man früher nicht.

Aber das Bild der Kartoffelreste an der Schale lässt mich nicht los.

Was kann ich tun? 

Ich gehe in mein Onlinebanking und überweise etwas Geld an eine Hilfsorganisation, die sich in Äthiopien engagiert. Von 15 Euro im Monat können zwei Kinder ein Jahr lang jeden Tag in der Schule Mittagessen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=40301
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