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SWR1 3vor8
„Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg“. Das Lied ist inzwischen ein echter Klassiker geworden. In diesen Tagen wird es wahrscheinlich öfter zu hören sein. Da, wo Kinder und Jugendliche, als kleine Könige verkleidet, an den Türen klingeln und um eine Spende bitten für Kinder in ärmeren Teilen der Welt. Mit dem Lied erinnern die Sternsinger an eine biblische Erzählung, die heute, am 6. Januar, im Mittelpunkt steht. Die Geschichte der weisen Sterndeuter aus dem Orient, die sich auf den Weg zur Krippe machen. Sterndeuter. Das waren Leute, die den Sternenhimmel aufmerksam beobachtet haben. Sie waren hoch angesehen damals. Eine Art frühe Wissenschaftler. In alter Zeit stellte man sich vor, dass jedem Menschen ein Stern leuchtet, der mit seiner Geburt aufgeht und mit seinem Tod wieder vom Himmel verschwindet. Und ein außergewöhnliches Ereignis am Himmel kündigte demnach einen außergewöhnlichen Menschen an. Gut möglich also, dass die Geschichte der Sterndeuter auf ihrem Weg nach Bethlehem an diese Idee anknüpft. Zu drei Königen hat man sie übrigens erst viel später gemacht.
Ob es sie wirklich gegeben hat? Ungewiss. Es ist auch nicht entscheidend. Denn genau genommen dreht sich die Geschichte vor allem um einen. Um Jesus, das Kind in der Krippe. Sie erzählt davon, dass sein Ruf einmal weit über Galiläa hinaus bis in entfernte Länder reichen wird. Sogar bis zu den sogenannten Heiden. Zu Menschen wie diesen Sterndeutern eben, die sich aufmachen, um das Kind zu finden. Sie erzählt davon, dass dieses Kind der Beginn von etwas ganz Großem sein wird. Weil Gott mit ihm ist. So groß, dass Menschen ihn noch heute suchen und seinen Spuren folgen. Trost und Inspiration finden in dem, was dieser Jesus später gesagt und was er vorgelebt hat. All das verbirgt sich bereits hinter den Zeilen dieser kleinen Geschichte.
Und die Sternsinger, die in diesen Tagen mit ihrem Stern durch die Straßen ziehen? Vielleicht verkörpern sie eher die Weisen, die nun auf ihrem Rückweg in die Heimat sind. Weihnachten ist vorbei. Sie haben das Kind gefunden und sind noch ganz erfüllt von dieser Begegnung. Und sie haben etwas von dort mitgenommen. Das tragen sie nun zu den Menschen, die sie in diesen Tagen an den Haustüren besuchen: Den Segen des Kindes. Christus mansionem benedicat: Christus segne dieses Haus.
Stern über Bethlehem für Chor a capella
Produktion 27.-28.01.2017 im Hans-Rosbaud-Studio Baden-Baden
Coro Piccolo; Raiser, C.-M.
M0472059 01-017
https://www.kirche-im-swr.de/?m=43528SWR4 Abendgedanken
Ein unbeschriebenes, weißes Blatt Papier. Oder eine völlig unberührte Schneelandschaft, in der keine einzige Fußspur zu sehen ist. So möchte ich mir das neue Jahr, das jetzt vor uns liegt, nur zu gerne vorstellen. Schließlich ist es erst wenige Stunden alt. Ein schönes Bild, nur stimmt es eben nicht so ganz. Es hat ein paar Kratzer. Denn ein neues Jahr fängt ja nie bei Null an. In dieser Welt nicht und leider auch nicht bei mir. Da gibt es einiges, das liegengeblieben ist aus dem alten. Unerledigt. Die vielen Konflikte in der Welt, die nach wie vor ungelöst sind. Ich kann nichts daran ändern, aber sie belasten auch mich. Das berufliche Projekt, das im Moment Pause hat und mich schon bald wieder einholen wird.
Und deshalb will ich dieses neue Jahr mit Gedanken eines Dichters beginnen, der mich schon lange begleitet: Hermann Hesse. In seinem berühmten Gedicht „Stufen“ hat er mal geschrieben: Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe / Bereit zum Abschied sein und Neubeginne … Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne / Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. Hermann Hesse ist zwar christlich erzogen worden, stand dem christlichen Glauben aber Zeit seines Lebens skeptisch, ja distanziert gegenüber. Ein Mensch, der spirituell gesucht hat, war er dennoch. Sein ganzes Leben lang.
Ich höre seinen Satz aber auch als Christ. Und da heißt er für mich, dass ich immer wieder neu beginnen kann und darf. Dass in jedem neuen Anfang eine Chance liegt und eine Hoffnung. Die Chance, etwas, das mir vielleicht misslungen ist, nochmal neu und anders zu machen. Aus Fehlern, die ich gemacht habe, zu lernen. Und die Hoffnung, dass es mir gelingen kann. Dass ich nicht allein dastehe. Dass es Menschen an meiner Seite gibt, die mich begleiten. Und dass da auch ein Gott ist, der mich stützen und mit seinem Segen begleiten will. Egal, was das Leben bringt. Auch in diesem neuen Jahr.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=43529SWR4 Abendgedanken
Die erste Zeile eines modernen Kirchenliedes, das ich sehr mag, passt gut in diese Tage am Ende eines Jahres: „In der Mitte der Nacht liegt der Anfang eines neuen Tags.“ Rein wissenschaftlich betrachtet ist das natürlich klar. Genau dann, wenn die Nacht am allertiefsten zu sein scheint, bereitet sich die Sonne auf der anderen Seite der Erdkugel auf ihren neuen Aufgang vor. Vor allem in kurzen Sommernächten kann man das gut erleben. Auf dem Wecker ist es noch tiefe Nacht. Aber fern am Horizont kündigt sich trotzdem zartrosa schon der neue Tag an. Doch jetzt, wo es so lange dunkel ist und mitunter auch am Tag nicht mal richtig hell wird, da klingt die Liedzeile für mich fast wie eine Verheißung. Sie sagt: Auch dann, wenn du schon nicht mehr daran glauben magst, vertrau darauf: Es wird wieder heller werden. Ganz bestimmt!
Im Leben fallen mir allerdings Situationen ein, in denen es schon ziemlich schwerfallen kann, das zu glauben. Wer etwa aus heiterem Himmel einen geliebten Menschen verliert, für den ist es mit einem Schlag Nacht geworden. Ein Lichtschein am Ende des Tunnels scheint in diesem Moment jedenfalls sehr weit weg zu sein. Was bleibt ist die Hoffnung, dass bis jetzt noch jede Nacht ein Ende gefunden hat. Auch wenn es vielleicht lange dauert. In solchen Momenten hilft mir manchmal ein Blick in die Psalmen. Die uralten Gebete des Volkes Israel, das so oft in schwieriger Lage mit seinem Gott gehadert und ihn nicht verstanden hat. Und deshalb möchte ich heute schließen mit ein paar Worten aus dem 116. Psalm. So, wie ihn der Dichter Arnold Stadler übersetzt hat:
Ich saß im Dreck. Da schrie ich zu Gott
Rette mich!, schrie ich.
Der Herr ist gerecht. Er verzeiht.
Er hat Mitleid mit uns. Er rettet uns.
Gerade die einfachen Herzen hütet er, zum Beispiel mich:
Ich war ganz hilflos, da hat er mir geholfen. …
Ich muss nicht mehr weinen. Ich trudle nicht mehr.
So gehe ich weiter fest meinen Weg,
mit allem, was lebt in deinem Licht.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=43531SWR4 Abendgedanken
„Zwischen den Jahren“, so nennt man diese Tage oft. In diese Zeit fallen seit alters her die sogenannten Raunächte. Traditionell beginnen sie in der Heiligen Nacht und enden am Morgen des 5. Januar. Woher der seltsame Name Raunächte kommt, ist nicht ganz klar. Womöglich davon, dass das Wetter in diesen Tagen und Nächten oft besonders rau und ungemütlich war. Andere Deutungen sagen, das Wort „Rau“ habe mit „Rauch“ zu tun. Mit Weihrauch nämlich, der früher in dieser Zeit in den Bauernhäusern und Ställen verteilt wurde, um vermeintlich böse Geister zu vertreiben. Denn viele Menschen damals waren überzeugt davon, dass sie von Geistern und Dämonen umgeben sind. Und manche glaubten, dass in diesen dunklen Tagen und Nächten, die Geister der Toten besonders aktiv sind. Abergläubische Vorstellungen, die zum Glück vorbei sind. Sicher ist aber, dass die Leute einfach mehr Zeit hatten als sonst. Im Stall und auf den Felder gab es nicht so viel zu tun. Zeit also, um nachzudenken, nochmal zurückzublicken und um sich Geschichten zu erzählen. Und so meinte man damals auch, dass es Tage und Nächte sind, in denen die Zeit einfach stillsteht.
Seit einigen Jahren erlebt die Tradition der Raunächte ein interessantes Comeback. Auch ohne Räucherstäbchen und Aberglauben. Denn das Gefühl, dass diese Tage und Nächte irgendwie anders sind, dass die Zeit nach den Weihnachtstagen fast still zu stehen scheint, das kennen viele. Auch heute noch. Klar, wer zum Winterurlaub aufbricht oder die Silvesterparty organisiert, wird es kaum spüren. Aber ich empfinde es auch so. Es sind Tage, an denen die Arbeit Pause hat. Wo es tatsächlich ruhiger ist als sonst. Wo an langen Winterabenden genug Zeit dafür ist, den Kalender in Ruhe nochmal durchzublättern. Mich zu erinnern. Mich nochmal zu freuen an Erlebnissen, die besonders schön waren. In denen ich glücklich war. Wo aber auch Raum bleibt, das, was traurig und schmerzhaft war im Jahr, nochmal anzuschauen. Es zu verabschieden und zurück in Gottes Hände zu legen. Um so offen zu werden für das, was im neuen Jahr kommt.
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Auf der Onlineseite meiner Zeitung scrolle ich gerne durch die Rezeptvorschläge. Fast jeden Tag findet sich da irgendwas, das ich gern probieren würde. Hin und wieder fallen mir dabei Rezepte auf, die Trost versprechen. Eine „Suppe wie eine Umarmung“ heißt es dann etwa. Oder ein „Auflauf voller Wärme“.
Essen und Trinken hält Körper und Seele zusammen. Da ist was dran. Mehr noch: Gutes Essen sorgt nicht nur dafür, dass ich nicht schlappmache. Es kann auch helfen, wenn es mir gerade richtig mies geht. Wenn ich traurig bin, niedergeschlagen. Wenn gerade alles viel zu viel wird. Ja, gerade dann ist es besonders wichtig.
Eine uralte Geschichte in der Bibel erzählt vom Propheten Elija, der völlig am Ende ist. Er verzieht sich in die Wüste, will keinen mehr sehen und hören. Ja, am liebsten würde er hier sterben. Da kommt ein Engel vorbei. Der stellt ihm frisches Brot und einen Krug Wasser hin und sagt ihm, er solle essen und trinken. „Sonst ist der Weg zu weit für dich“ (1 Kön 19,7). Elija lässt sich überreden, isst und trinkt und bekommt neuen Lebensmut.
Wenn es mir richtig mies geht, dann finde ich oft nicht mehr die Kraft, mir selbst etwas Gutes zu tun. Wie gut, wenn es dann einen menschlichen Engel gibt, der sich um mich kümmert. Der mir vielleicht einfach eine Suppe kocht, wie eine Umarmung. Und mir so hilft, neuen Lebensmut zu fassen. Es kann manchmal so einfach sein, für jemand anderen zum Engel zu werden.
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„Du bist so was von aggressiv!“ Vor ein paar Monaten hat meine Frau mir das ein paar Mal vorgehalten. Ich bin jedes Mal zusammengezuckt. Selbst bemerkt hatte ich das gar nicht. Aber sie hatte Recht. Wenn ich mir die Situation dann nochmal vor Augen geführt habe, ist mir selbst aufgefallen, wie scharf und vielleicht unangemessen ich reagiert habe.
Ich war beruflich ziemlich angespannt damals. Äußerlich oft ruhig, aber im Innern unter Druck. Und dann reicht es oft, wenn jemand eine schräge Bemerkung macht. Wenn der Sitznachbar im Zug zu laut Musik hört und so weiter. Ödon von Horváth, ein ungarischer Dichter, hat mal den schönen Satz geschrieben: „Ich bin … eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“ Da ist was dran.
Ich glaube nämlich, dass Gott mich als sozialen, umgänglichen Menschen gewollt und geschaffen hat. Bloß manchmal gelingt mir das einfach nicht. Dann bin ich nicht der, der ich sein sollte. Und manchmal merke ich das erst, wenn andere es mir sagen. Doch wenn ich ehrlich bin, dann spüre ich ja selbst, dass etwas nicht stimmt. Dass ich mich in meiner Haut nicht mehr wohlfühle.
Damals hab ich versucht, den Stress zu verringern. Und konnte plötzlich auch gelassener reagieren, wenn andere mich genervt haben. Ich weiß, das klappt nicht immer. Eins hab ich mir trotzdem vorgenommen: Ich will zumindest versuchen, der zu werden, der ich sein sollte – und der ich selbst auch sein möchte.
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Meine Lieblingsschokolade kommt aus Berlin. Okay, sie ist etwas teurer als die aus dem Supermarkt, aber dafür esse ich halt weniger davon. Allerdings: Wie bei fast allen Schokoladen ist auch bei ihr der Preis in den letzten Jahren leider stark gestiegen. Das hat Gründe. An Schokolade lässt sich ein wenig verstehen, was los ist in unserer Welt. Denn auch wenn die Schokolade aus Berlin kommt, die Zutaten stammen aus der ganzen Welt. Für meine Lieblingsschokolade etwa werden Edelkakaos aus verschiedensten Ländern der Erde verarbeitet. Sie machen zwar nur wenige Prozent der weltweiten Kakaoernte aus. Aber auch für sie gilt leider, was auf alle Kakaobäume zutrifft. Die Pflanzen sind sehr empfindlich. Ist es zu trocken oder zu nass, macht sich das sofort bemerkbar. Die Erntemengen sinken. Die Vorräte schrumpfen. Kakao wird knapp. Und weil Kakao an Börsen gehandelt wird, steigen die Preise. Sofort, und zwar deutlich. Die Kleinbauern wiederum, die den Kakao produzieren, bekommen davon kaum was ab. Und weil der Anbau zudem immer schwieriger wird – siehe Klimawandel - überlegen manche sogar, ganz damit aufzuhören. Was die Krise weiter verschärfen würde. Schlechte Aussichten also für meine Lieblingsschokolade.
Den Klimawandel eindämmen. Die fair behandeln, die in fernen Ländern für uns produzieren. Es gäbe jede Menge Gründe, sich dafür einzusetzen. Köstliche Schokolade ist auf jeden Fall einer davon.
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Der Sohn einer Kollegin ist ein Multitalent. Noch Schüler, aber schon jede Menge Projekte im Kopf. Und wenn er was anfängt, macht er es gut. Hat Erfolg damit. Wenn seine Mama davon erzählt, dann spürt man, dass sie stolz auf ihn ist. Bloß offen zeigen mag sie das gar nicht. Ich merke dann immer, dass mir das auch so geht. Denn stolz auf das, was meine Töchter im Leben bisher geschafft haben, bin ich ja auch. Und trotzdem will ich mir das nicht anmerken lassen. Warum eigentlich?
Vielleicht ja, weil Stolz im Christentum ziemlich verpönt ist. Und ja, es gibt da auch diese Eltern, die ich nicht besonders mag. Die ständig davon reden, wie toll und begabt doch ihre Kinder sind. Und die das scheinbar als eigene Leistung verbuchen. Als wären Kinder ein Projekt, in das man viel Zeit und Geld investiert hat, um am Ende selbst damit zu glänzen. So will ich nicht erscheinen. Kinder sind nämlich kein Projekt. Die sind ein himmlisches Geschenk. Mit eigenem Leben, eigenen Zielen und ihrem eigenen Weg. Und den durfte ich ein Stück mit ihnen gehen. Dafür bin ich dankbar. Es war ein großes Glück für mich.
Jetzt gehen sie ihren Weg selbst. Und wie sie das gepackt haben, aus eigener Kraft, das macht mich dann doch ein bisschen stolz. Nicht auf mich, aber auf sie. Und das darf ich ganz bestimmt auch sein.
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Es ist tiefe Nacht auf der Insel Sumatra in Indonesien. Im Dunkel klettern zwei Männer einen hohen Baum hinauf. Einen besonderen Baum. Oben, in seiner Krone, leben wilde Bienen, die einen wunderbaren Honig produzieren. Jetzt, in der Nacht ruhen sie und die Männer können den Honig fast gefahrlos ernten. Aber eben nur fast. Damit die Bienen nicht aufgeschreckt werden und sie stechen, singen die beiden Männer ein berührendes Lied. Sie singen den Bienen ein Schlaflied.
Markus Wolter vom Hilfswerk Misereor hat die schöne Geschichte erzählt. Er lebt und arbeitet gerade in Indonesien und hat die Bienen-Männer begleitet. Für die beiden indonesischen Imker sind aber nicht nur die Bienen Mitgeschöpfe und Partner. Für sie ist der ganze Wald ein spiritueller Ort. Wo die Bäume nicht nur von Bienen, sondern auch von schützenden Geistern bewohnt werden. Geister, die auch Teil von ihnen sind, sagen sie. Mehr noch, ein Teil von uns allen.
Es ist leicht, das als primitiven Aberglauben zu belächeln. Aber vielleicht leben die Bienen-Männer in Indonesien etwas, das uns hier abhandengekommen ist. Ein ganz tiefes Verständnis für Gottes Schöpfung. Die ist für sie nicht irgendwas draußen vor der Tür. Sondern Teil von ihnen selbst. Sie wissen, dass sie nur mit ihr leben können, nicht gegen sie. Wie bei einer großen Familie, in der ich auch nicht jeden toll finden muss. Trotzdem gehören alle dazu. Und ich denke mir: Vielleicht haben die Männer, die den Bienen ein Schlaflied singen, ja viel mehr davon verstanden als ich.
https://blog.misereor.de/2025/11/10/ein-schlaflied-fuer-die-bienen/
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Eine ältere Frau sitzt an einer Bushaltestelle. Es ist tief in der Nacht, die Temperatur knapp über Null. Die Frau zittert vor Kälte. Ein junger Mann, der noch unterwegs ist, kommt zufällig vorbei. Er bemerkt, dass hier etwas nicht stimmt. Er verständigt die Polizei, geht weiter. Doch bevor die Beamten da sind, kommt der junge Mann nochmal zurück. Das Bild der frierenden Frau hat ihm keine Ruhe gelassen. Er spricht sie an, gibt ihr sogar etwas Geld. Als die Beamten schließlich eintreffen, bringen sie die stark unterkühlte Obdachlose sofort ins nächste Krankenhaus. Der junge Mann hat ihr wahrscheinlich das Leben gerettet.
Eine kurze Meldung nur im News-Portal. Aber sie hat mich sofort an eine andere Geschichte erinnert. Die vom barmherzigen Samariter. Eine der bekanntesten in der Bibel. Da kommt ein Mann auch zufällig an einem Wildfremden vorbei, der Hilfe braucht. Er kümmert sich, legt privates Geld für ihn aus, bittet auch andere darum zu helfen. Und rettet ihm so das Leben.
Die Geschichte in der Bibel hat viele Facetten. Eine aber ist entscheidend: Der Nächste ist immer der Mensch, der gerade Hilfe braucht. Egal wie er aussieht, wie er spricht oder welche Nationalität er hat. Klingt selbstverständlich, ist es oft aber nicht.
Ob der junge Mann die Samaritergeschichte gekannt hat? Keine Ahnung. Es wäre auch nicht wichtig. Er hat gehandelt. Als Mitmensch. Und darauf kommt es an.
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