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SWR1 Begegnungen

01OKT2023
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Wolf-Dieter Steinmann trifft Landesbischöfin Dr. Heike Springhart zu Erntedank. Ernte und Dank sind ganz „weite Felder“, für sie. Und bringen zum Denken und Handeln.

Ernte: danken und handeln

Ernte-Dank. Wird heute in vielen Gemeinden gefeiert. Im Gespräch mit der badischen Landesbischöfin Heike Springhart spür ich, was da alles drin steckt in „Ernte und Dank“. Ernte auf dem Feld oder Weinlese erlebt sie wie die meisten von uns nicht unmittelbar. Aber sie war dieses Jahr zu Fuß unterwegs auf dem Land. Hat Menschen zugehört, was sie bewegt.

Da waren etliche Landwirte dabei, die konnten zum Teil auch nur zeitweise dabei sein, weil sie gerade in der Ernte waren. Das hat mich schon beeindruckt, vor allen Dingen eine Familie, wo die - vielleicht war die 16 -  Tochter dann auch dabei war und erzählte, dass sie natürlich auch dann in die Landwirtschaft geht und warum sie das faszinierend findet.

Ich arbeite nicht mehr auf dem Feld für die Ernte, ich kaufe Lebensmittel. Für Menschen in der Stadt nimmt Erntedank Umwege. Zb. wenn im Gottesdienst Kita-Kinder Lebensmittel zum Altar bringen.

Im großstädtischen Bereich finde ich gut, wenn eher der Fokus darauf ist: die Lebensmittel, die wir haben, sind nicht selbstverständlich und das dann eine Gelegenheit ist, Spenden zusammenzutragen, die dann wiederum weitergegeben werden an Menschen, die es brauchen.

Gut, wenn „Ernte“ dankbar macht. Wie Heike Springhart bei einer Hochzeit. Sie hat gefeiert mit Menschen aus der akademischen Welt. Das war ihre, bevor sie Bischöfin wurde. Da wuchsen keine Früchte auf dem Feld, aber so was wie Ernte hat sie auch empfunden.

Da war ich einfach nochmal sehr dankbar dafür, was ich da an Früchten ernten konnte. Ja, und zu sagen, Die sind jetzt in meinem Korb und mit dem Korb gehe ich jetzt weiter. Also ich habe das Gefühl, dass ich lange Jahre in meinem Leben gesät und gehegt und gepflegt und gezogen hab und gegossen und so das Gefühl an manchen Stellen ist jetzt auch Ernte. Das sind so Momente, die mich wirklich auch einfach tief dankbar machen, weil sie berühren, mich erheben und uns zusammenschweißen.

Ernte. Dank. Was für ein weites Feld tut sich da auf: Eigentlich alles, wovon wir leben. Heike Springhart macht mir klar. Ernte-Dank: da geht es ums Ganze. Und wie man sich in die Welt einlebt. In die Schöpfung.

Wir sind in einer Welt, die Schöpfung ist, zu der wir auch gehören. Die Schöpfung ist nicht nur das andere. Dafür dankbar zu sein, dass uns das geschenkt ist und gleichzeitig damit zu verbinden: lass uns bewusst machen, wir haben dafür auch eine Verantwortung.

Im Wort „Schöpfung“ da steckt beides drin: Die Welt ist Umwelt und Mitwelt. Ich bin ein Teil davon. Und ich bin auch verantwortlich dafür. Weil wir Menschen so viel Macht darüber haben.
Heike Springhart spürt „Schöpfung“ besonders zB. am Meer: sie, umgeben von Wind, Wellen, weitem Himmel. Oder auch:

Wenn ich so die Fülle des Lebens spür. Wo man einfach lebt oder feiert, aus sich selber raus und mit anderen und nicht sich die Welt erdenkt und sie behandelt und bespricht, sondern sie unmittelbar erlebt.

Erntedank bedeutet für Heike Springhart auch für die Schöpfung sorgen. Ohne sie retten zu wollen. Heike Springhart mag den Tag heute: „Ernte-Dank“. Und die badische Landesbischöfin dankt ganz weit. Für die Schöpfung. Weil das Gute nicht selbstverständlich ist. Und vieles ist auch nicht gut, was Menschen der Schöpfung zumuten. Und die Natur den Menschen. Was haben wir dieses Jahr nicht schon für Bilder gesehen. Ich mag oft nicht mehr hingucken. Heike Springhart weiß, Bilder können fatalistisch machen. Ihr ist wichtig, wie man da positiv sein kann.

Diese Schreckensszenarien vor Augen halten, das motiviert nicht. Ich bin sehr geprägt davon, dass mein Vater uns immer weitergegeben hat. Ihr müsst positiv denken, danach fragen, was kann daraus Positives werden. Wenn ich eine positive Motivation habe, dann kann ich auch sehr radikale Änderungen angehen.

‚Radikal‘, ja. Ich merk bei mir, beim Sorgenmachen um die Schöpfung, da bin ich radikal. Nicht so radikal bin ich, mein Verhalten zu verändern. Man guckt auf die anderen und denkt: ‚Was nützt mein Mini-Beitrag, wenn andere Länder scheinbar weitermachen wie immer.‘ Aus christlicher Sicht ist es ihr darum ganz wichtig, zwei Dinge zusammenzuhalten.

Dass wir nicht die Retter der Welt sind und auch nicht sein müssen. Ich kann als Christin auch nicht davon ausgehen, dass diese Welt zerstört wird. Weil uns zugesagt ist, dass Gott sie erhält als der Schöpfer dieser Welt.
Das heißt aber für mich jetzt nicht, die Hände in den Schoß zu legen und zu sagen, dann ist auch grade egal.
Und das ist, glaube ich, ein bisschen die Gefahr, dass manche irgendwie zu sagen, Na ja. Also wieviel ändert sich denn wirklich, wenn ich jetzt was ändere?

Sie ist überzeugt: gegen solche Erschöpfung hilft kein „Du musst“. Und auch nicht Menschen zu beschämen, zB. wenn sie fliegen. Sie setzt darauf: wir können grundlegend verantwortlich handeln. Aber sollten nicht meinen, wir könnten unseres Glückes Schmied sein und Weltretter. Sie setzt auf Dankbarkeit.

Wir verdanken uns dem Schöpfungshandeln Gottes. Aber wir verdanken uns eben auch den anderen, die, die vor uns waren, uns Wege geebnet haben, die uns hier und heute helfen, nicht zu verzweifeln; Freunde, Familie. Kirchengemeinden können so Orte geteilter Dankbarkeit sein. Es ist ein bisschen gegen diese Krisenstimmung, die im Moment sehr prägend ist. Dankbarkeit führt eigentlich auch zu einer Haltung von Demut.

Ich wünsche mir das für unsere Welt und unsere Gesellschaft und auch für unsere Kirche, dass wir den Blick nicht verlieren für das, was gelingt. Was Menschen miteinander teilen und welchen Mut sie haben, sich einander und Gott zu öffnen.

Heike Springhart hofft, dass wir so die Probleme gründlich anpacken, sozial- und klimagerecht. Ohne Hass und Verzweiflung. Der Hoffnung traut sie enorm viel zu. Dass sie Schwungkraft gibt. Und was frischt ihre Hoffnung auf?

Diese Welt, wie sie ist, ist nicht das letzte, Wir sind nicht die letzte Generation. Uns ist das Reich Gottes verheißen. Und das kommt noch. 
Mich lässt auch hoffen, dass ich nicht alles erledigen muss, sondern ich habe hier eine bestimmte Zeitspanne.
Was mir ganz konkret Hoffnung vermittelt, ist, wenn andere mir die Fensterchen dafür aufmachen, wo ich sie nicht habe.

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SWR1 Begegnungen

06AUG2023
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Sabine Götz copyright: Ingo Rückauer

Wolf-Dieter Steinmann trifft Sabine Goetz, Sängerin und Gesangspädagogin in Mannheim.

Stimme haben, mögen und üben

Sie hat was, was fast alle haben: Stimme. Eine schöne, finde ich. Aber sie hat vielen von uns etwas voraus. Viele fremdeln mit der eigenen Stimme. Sabine Goetz mag ihre. Vielleicht, weil sie sie nicht mehr bewertet. Sie arbeitet mit ihr. Als Sängerin ist die Stimme Instrument und Werkzeug.

Wenn ich mich gut fühle in meinem Körper, genug Luft habe, die Stimme gut anspricht und nicht äääh oder so was macht, dann bin ich oK. mit meiner Stimme. Und wenn ich das mal nicht bin, dann habe ich gelernt, das zu akzeptieren als Momentaufnahme, die sich wieder zum Besseren hin verändern lässt, entweder durch Abwarten, Gesundwerden oder durch Üben.

Klingt fast wie bei Sportlern. Und so meint sie es auch. Ohne Übung springt man vielleicht 3, 4 Meter weit. Was möglich ist, entdeckt man, wenn man trainiert.

Die Stimme, die ihr habt, ist nicht so wie sie ist. Und wenn ihr die nicht mögt, so wie sie ist, dann verändert was daran, weil das ist ziemlich gut und ziemlich schnell machbar.

Und dann lässt sie mich teilhaben an ihrem Stimmaufwärmprogramm. Eine Minute von so etwas reicht.

mmmmm (singt)

Sabine Goetz macht klar: Sie ist nicht als Sängerin vom Himmel gefallen. Die Möglichkeiten ihrer Stimme und die Liebe zu ihr sind gewachsen. Übers Chorsingen an der Schule in Bingen. Dann hat ihre Lehrerin sie ermutigt zum Solo-Vorsingen.

Da hat zum ersten Mal jemand für mich Klavier gespielt und nur meine Stimme mit dieser Klavierbegleitung waren in diesem Raum. Das war ne wunderbare Erfahrung und ich hatte auch keine Angst.

Ich verstehe sie so: Auch wenn man nicht zum großen Sprechen oder Singen begabt ist. Die Stimme entdecken als Ausdruckswerkzeug, ihr mehr zutrauen. Das sollten wir. Eine Idee von ihr dahin: per Selfie-Video am Morgen die Stimme begrüßen.

‘Guten Morgen, wie war denn die Nacht. Naja geht so. Ich bin eigentlich noch total müde und fühlt sich noch kratzig an.‘ Einfach machen und am nächsten Tag aber wieder machen und nochmal machen. Und dann auch noch mal anhören: ‚aha, die Stimme ist im Wandel.‘

Immer wieder dieses Zusammenspiel üben: Aus Stimmbändern, Kehle, Zunge und so vielem mehr. Und wie verschieden man klingen kann.

Was hat das mit der Atmung zu ,tun, was hat das mit der Körperhaltung zu tun? Wie betrachte ich Sprache? Am Anfang von ‚Sonne‘ steht ein stimmhaftes „S“. Diesen kleinen Konsonanten mal auszukosten und sich dem zu widmen: ‚Sonne, Sahne, süß‘.

Ja, denke ich, singen wie sie, ist nur wenigen gegeben. Aber es ist ein Segen, dass wir Mensch werden können, wenn wir Gaben entwickeln, auch die Stimme.

Ich denke, der Mensch kommt beschenkt auf die Welt. Ob man das Gottesgeschenk nennt oder Schicksalsgeschenk. Es ist auf jeden Fall ein Geschenk.

Sabine Goetz ist Sängerin. Besonders Mozart liebt sie. Und sie überrascht mich: Ich hätte gedacht, das Schönste sei, singen vor vielen Menschen. Ja, sagt sie, das ist auch ein unfassbar starker Antrieb. Und es war schrecklich in der Pandemie, das nicht zu dürfen. Noch erfüllender als öffentlich zu singen, ist für Sabine Goetz das gemeinsame Singen.

Ich würde aber sagen, dass für mich das halb öffentliche Singen noch kostbarer ist, nämlich Probenarbeit. Die anderen sind schon bei mir, die Kollegen, das Orchester. Wir unterbrechen auch, wenn wir was noch schöner machen wollen.

‚Diva sein‘, ne, ich glaube, das braucht sie nicht. Dazu passt auch, wie sie damit umgeht, wenn sie mit einem Auftritt unzufrieden ist.

Und es ist auch wieder so eine pragmatische Haltung, die ich entwickelt habe. Es hilft mir ja nichts, wenn ich’s schlecht finde. Es wird ja davon nicht besser.

So klug: Unperfektes akzeptieren und neu üben, schafft Perspektive. - Sabine Goetz singt besonders gern Mozart. ZB. das ‚Er ist Mensch geworden‘ aus der großen c-Moll Messe.

Man muss viel Kraft haben – das Orchester ist nicht so klein – aber auch sehr feine Töne singen können. in der Vorbereitung auf eine Aufführung mit diesem Stück, da wächst die Stimme auch jedes Mal ein bisschen über sich hinaus.

Auch inhaltlich bedeutet ihr die Arie viel: Da wird Jesus gelobt und Maria. Das verbindet sie mit ihrer Oma. Die war gut katholisch und aufrecht. Trotz ihres harten Lebens in der Landwirtschaft.

Ich habe dieses Marienverständnis grade unter den Frauen als was Positives kennengelernt: ‚Die Maria das ist eine von uns. Die hat für dieses Kinde gesorgt. Naja, sie hat sich dem Willen Gottes unterworfen. Hat gesagt: ‚Mir geschehe, wie Du gesagt.‘ Maria ist ne interessante Figur.

Sie freut sich, wenn sie das mal wieder singen darf. Und ist dankbar, dass Corona ihr etwas ganz neu stark gemacht hat: Die Sehnsucht zum gemeinsamen Singen.

Zu viert, zu dritt, zu hundert, egal. Ich bin dann auch auf ne Chormesse gefahren. Obwohl, ich bin ja keine Chorleiterin. Aber ich bin inzwischen zu einer geworden. Weil ich gemerkt habe, dass die Chormusik und das Vokalensemblesingen so ein zentrales Bedürfnis in mir nähren und befriedigen. Ich biete jetzt Stimmbildung im Vokalensemble an. Das hat mir die Pandemie eigentlich gebracht und geschenkt.

Und an diesem Guten will sie uns teilhaben lassen: ‚Entdecke, dass Du eine Stimme hast. Mach es zu Deinem Projekt. Such Möglichkeiten, zu singen.‘
Und wenn das Glücksgefühl nicht sofort kommt?

Haben Sie Geduld. Gehen Sie nicht nur in eine Chorprobe. Und wenn da die Nachbarin doof ist, hören sie nicht auf zu singen. Machen Sie es immer wieder.

Eins muss ich von Sabine Goetz noch wissen: Gibt es Popsongs, bei denen sie gern mit auftreten würde? Ja, mit Freddie Mercury, wenn das noch ginge. Oder:

Mit John Miles würde ich singen: ‚music was my first love.‘ ja. Oder: mit den Weather Girls : ‚it’s raining men‘.

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Sabine Goetz in der c-Moll Messe hören wollen und downloaden
Mehr von und über Sabine Goetz
https://www.sabine-goetz-sopran.de/

Gesangssommerkurs 2023
https://www.sabine-goetz-sopran.de/sommerkurs-l-escala-canta/

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Große Messe in C-Moll KV 427
Live-Mitschnitt vom Sonntag, 7. Mai 2023 aus der Klosterkirche in Weißenau

Konzertchor Oberschwaben, Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben
Sabine Goetz, Sopran
Leitung: Gregor Simon

https://www.kirche-im-swr.de/?m=38149
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SWR1 Begegnungen

07APR2023
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Klaas Huizing Foto: Valerie Schmidt

Wolf-Dieter Steinmann trifft Dr. Klaas Huizing. Romanautor und Professor für evang. Theologie in Würzburg. Das Kreuz, das Symbol des Karfreitags, kann „Positives“ zum Leben lehren.

Karfreitag lehrt Leben

Karfreitag ist nicht mehr, was er mal war. Unsere Eltern haben noch schwarz getragen: Den Tod Christi begangen, der uns Menschen erlösen muss von unserer Sünde. Erlöst gewirkt haben sie eher nicht.
Klaas Huizing will Sünde und Kreuz nicht vergessen. Aber als evangelischer Theologe in die Bibel schauen, mit frischem Blick.

Das Schöne am Protestantismus ist ja immer: wir sind diejenigen, die immer wieder auf die Texte zurückgehen und dann kommt man zum Teil zu ganz anderen Einschätzungen.

In Gott sieht er nicht den, der versöhnt werden muss. Er ist sicher, biblische Texte weisen hin, wie gutes Leben möglich ist, auch angesichts von Tod und Gewalt. Beide verschwinden ja nicht aus der Welt, indem man sie ausblendet. Vielleicht kann man Gewalt unterbrechen.

Und zwar ist mir ganz wichtig die berühmte Stelle, wo Jesus selbst noch sagt:
‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.‘ Spannend ist daran, dass für Gewaltverzicht plädiert wird. Also es ist ein Rachestopper.

Rache, Vergeltung halten Gewalt am Kochen. Vergeben kühlt ab. Wie beide wirken, sieht man auch an Jesus. Er ist Opfer von Gewalt geworden, weil er den Machtfrieden gestört hat. Propheten machen leicht aggressiv. Auch heute, wenn sie Veränderung fordern. Hoffentlich führt da Klugheit weiter.

Wir brauchen schon das Prophetische, wo auf Missstände hingewiesen wird. Aber wir brauchen auch das Weisheitliche, um zu sagen: ‚Wie können wir die Menschen mitnehmen und eine Atmosphäre aufbauen, wo es leichtfällt, das zu tun, was nötig ist.

Sich auseinandersetzen und verzeihen. So eine Atmosphäre eröffnet Leben. Aber Klaas Huizing macht klar: Zwischen Menschen kann man verzeihen nicht einfordern. Manche Verletzungen gehen zu tief.

Der Andere, das Opfer, muss dem Täter nicht in jedem Fall verzeihen. Das kann man auch runterbrechen auf so alltägliche Situationen.

Von Gott darf man denken, dass ER vergibt. Und die Bücher der Bibel zeichnen nach, wie Menschen das zunehmend erkannt haben.

Es wird immer klarer - wenn man sich die Biographie Gottes genug angeschaut hat - dass die zentrale Emotion die Liebe ist. Es ist eine Atmosphäre idealer Liebe und in der ist alles möglich.

Gott ist Gewaltstopper schon im Alten Testament. Weise lehrend geht er auf Menschen zu. Sogar für Kain, der seinen Bruder Abel umbringt, hat er zwei Botschaften.

 „Ja, er ist ein Mörder, geh mir bitte aus dem Blick, aber Du bist mein Geschöpf. Die Würde bleibt dir erhalten. Dieser Unterschied zwischen Würde und Tat, das ist eine weisheitliche Erfindung.

Und der sagt eben nicht, `alle Menschen sind böse,` sondern der sagt: `Herrsche über die Sünde`. Nein. Man kann was tun, sich entwickeln.

Klaas Huizing liebt Filme, Fussball, Literatur. Auch die der Bibel. Er treibt Theologie als „Lebenslehre für heute“. Das Kreuz z.B. deutet er nicht so, dass Jesus sterben musste als Sühnopfer. Nein, Gott liebt ohne Opfer. Und wir Menschen sind gerade nicht böse an sich. Siehe Kain in der Bibel.

Kain ist an sein Selbstbild gefesselt, kann sich damit auch nicht ändern. Dh. Sünde ist zunächst einmal: ‚Sind wir hinterfragbar oder leben wir - modern gesagt - in bestimmten Echokammern und lassen uns immer unser Selbstbild bestätigen? Dass man sagt: ‚Ja, wir lassen uns nicht hinterfragen: weder von Nachbarn noch von guten Mächten.

Zur Sünde fähig, das bin ich. Wenn ich mich nicht mal von guten Mächten bremsen lasse. Drei Lebenshaltungen können Gewalt bremsen: Gewaltverzicht, Gewaltopfern beistehen und Gewaltprävention.

Wir müssen auch diejenigen sein, die auf die Genese von Gewalt aufmerksam machen. Dort bereits arbeiten. Es wäre ja immer besser, wir kommen nicht in Schuld - und Sündesituationen.

In der Seelsorge z.B. nicht erst verletzten Seelen helfen, sondern präventiv gegen Gewalt wirken. Oder in der Politik? Auch da gibt es im Alten Testament differenzierte Einsichten. Z.B. dass Gewalt in der Regel kein Mittel der Politik sein solle.

Aber selbstverständlich gebe es das Recht zur Verteidigung und auch denjenigen beizutreten, die überfallen werden. Was ich schwierig finde, ist momentan, dass man ab und zu richtig Kriegsbegeisterung hört.

So verstanden, kann Karfreitag Leben lehren. Aber ein Stachel bleibt, dem will Klaas Huizing sich stellen. Der Tod ist gewaltsam an sich.

Gott ist der Geber des Lebens, das meint Lebendigkeit, meint Kreativität, das meint Entwicklungsfähigkeit. Und der Tod, gerade auch wenn er zu einer Unzeit kommt, schreibt dieses Leben fest und dann lässt es sich auch nicht mehr ändern.

Er nimmt uns die Freiheit. Er ist auch kein Gleichmacher: Fast alle Menschen werden vergessen, erinnert nur wenige. Und finden Sie es erträglich, wie ungerecht Lebensmöglichkeiten verteilt sind auf der Welt? Für einen philosphisch denkenden Menschen sind das existentielle Stachel.

Wir brauchen so etwas wie ein großes Gedächtnis, wo wir drin aufgenommen werden dann, und vielleicht auch die Idee einer Lebendigkeit wieder und auch die Idee der ausgleichenden Gerechtigkeit. Das ist mir doch wirklich wichtig. Das ist ein alter Stachel, den wir als Philosophen nicht lösen können.
Und die Frage ist, ob nicht zum Leben dazu gehört, eine positive Rundung.
Wir brauchen eine Erlösung aus der Geschichte.

Ihn bewegt, was Jesus gesagt hat, am Kreuz: „Heute wirst Du mit mir im Paradies sein“. Und so wagt Klaas Huizing, über den Tod hinauszufragen.

Vielleicht gibt es solch ein Phänomen, um zu sagen: ‘ ja, es bleibt der Leib - als spürender Leib - identisch und es gibt so etwas wie Unsterblichkeit.

Lesetipp:  Klaas Huizing, Lebenslehre

 

 

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SWR1 Begegnungen

12FEB2023
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Pfarrer Markus Eckert

Wolf-Dieter Steinmann trifft Pfarrer Markus Eckert. Er segnet Liebende am Valentinstag

Segen auf die Liebe

Wie drücken Menschen am Valentinstag ihre Liebe aus? Mit Blumen? Was Süßem? Schön essen gehen? Auf den ersten Blick könnte man denken: Liebe, die kostet. Aber vielleicht geht noch mehr. Markus Eckert ist Pfarrer in Fellbach-Öffingen. Er lädt übermorgen ein zum Gottesdienst.

Für wirklich alle Paare, die die Liebe feiern wollen, ihre Beziehung feiern wollen. Wie macht man das, das ist ja tatsächlich eine große Frage.

Seit ein paar Jahren feiern sie - wie in vielen Gemeinden - Segensgottesdienst. Anscheinend haben sehr verschiedene Menschen das Bedürfnis, ihre Beziehung zu feiern. Nach dem Trauschein fragt er nicht. Wer gesegnet werden möchte, ist willkommen.

Es kommen ja auch Menschen, die aus irgendwelchen Gründen nicht geheiratet haben. Da gibt es auch Menschen, die sich erst in nem späteren Lebensalter gefunden haben und jetzt sagen, ‚sie brauchen jetzt keine Hochzeit mehr‘ oder es sind Paare, die relativ frisch zusammen gekommen sind.

Ich spüre bei Markus Eckert, dass diese Gottesdienste ihm am Herzen liegen. Er weiß im Vorhinein nicht, wer kommt. Aber hat erlebt, mit anderen ihre Beziehung zu feiern, gibt ihm viel als Pfarrer.

Ältere Menschen, die noch mal wirklich in teilweise betagtem Alter gekommen sind, das fand ich immer sehr anrührend. Natürlich war auch ne besondere Sache, als es eben das erste Mal vorkam, dass ein homosexuelles Paar den Segen erbeten hat.

Hauptsache ist der Segen. Neben Gebeten und Texten. Und logisch, wenn es um Liebe geht, gibt es Musik.

Letztendlich werden Liebeslieder gesungen. Jetzt grad mit nem Paar, die singen jetz mehr so romantische Schumannlieder oder so was. Das ist dann auch mal was anderes. Aber die singen dann natürlich auch Phil Collins. Das darf alles sein.

Und wie kann ich mir das mit dem Segnen vorstellen? Alle auf einmal? Ne?
Er versucht beides zu verbinden. Diese Erfahrung, in einer größeren Gemeinschaft zu feiern. Und auch ganz persönlich sein zu können.
Als Paar, ‚einzeln sozusagen‘ nach vorn, dann frage ich nach dem Namen, manchmal sagen die dann auch noch was, kurz vorher, zu ihrer Beziehung. Und dann spreche ich ihnen einen möglichst persönlichen Segen zu. (0.14)

Gottesdienst am Valentinstag. Ist das Mode? Im Gegenteil findet er. Segen, also Gelingen für Beziehungen zu erbitten, das gehört für ihn zum Kern des Glaubens.

Wir sprechen von Gott, der die Liebe ist, von Gott, der sich hingibt, von
einem leidenschaftlichen Gott. Gott Vater, Sohn, Heiliger Geist, das ist
Beziehung. Insofern ist das ein Kernelement, Beziehung irgendwie in den Blick zu nehmen.

Der Valentinstag liegt Pfarrer Markus Eckert am Herzen. Dass die Beziehungen und die Liebe, die Menschen miteinander leben, dass die gelingen. Darum feiert er übermorgen in Fellbach-Öffingen Segensgottesdienst. Und da kommen viele Menschen, wohingegen klassische Ehejubiläen seltener in der Kirche gefeiert werden.

So nach dem Motto: ‚ach wir möchten da nicht so ein großes Fest haben, das ist uns zu anstrengend‘. Also die Feierlaune ist so ein bisschen runtergegangen.

Am Valentinstag kommen nicht nur Verheiratete, um sich segnen zu lassen. Vermutlich, weil viele spüren: Eine Beziehung, die trägt, ist kostbar. Und nicht selbstverständlich.

Ich glaube, dass das vielleicht lange auch von Kirche nicht so ernst genommen wurde. Als Kirche ist man lange Zeit noch mit der Gießkanne über die Leute drüber gegangen und hat gesagt, ‚das langt dann schon.‘ Aber diese wirklich persönliche und relativ kurze persönliche Ansprache, die sagt manchen Leuten zu.

Und auch, dass das Positive stark gemacht wird. Das heißt nicht, dass er andere Seiten einer Beziehung ausblendet. Wie oft ist Liebe gerade auch verzeihen.

Da kamen auch schon Paare zu mir, die sagten dann ‚ja, wir hatten jetzt eine schwere Zeit miteinander und wir sind sehr froh, dass wir jetzt hier stehen können und wir bitten jetzt auch noch mal um den Segen.‘ Also das ist so ein kleiner Aufhänger, da auch dankbar zu sein.

Wie gut so eine Feier tun kann, hat Markus Eckert letztes Jahr besonders erlebt. Da war er nicht der Pfarrer, der sie für andere gestaltet, sondern selbst „Feiernder“. Eine Kollegin hat an seiner Stelle den Gottesdienst gehalten.

Das war wirklich total schön, selber gesegnet zu werden. Ich bin da natürlich mit meiner Frau hingegangen. Das ist ne ganz tolle Art, ein Thema mit anderen zu ‚befeiern‘ und darüber nachzudenken und miteinander beim Sekt noch ins Gespräch zu kommen.

Er findet es darum ein Versäumnis, wenn Gemeinden solche Gottesdienste nicht anbieten. Verständlich bei diesen Erfahrungen. Und es geht ihm dabei auch um Grundsätzliches: Wenn Gott in Beziehungen lebendig ist. Dann liegt es nahe, dass Kirche sich als Lebensbegleiterin versteht und das übt.

Menschen werden getraut und dann kommen sie vielleicht wieder, wenn das Kind getauft werden soll. Was passiert dazwischen oder auch nach der Taufe? Man darf sich auch als Kirche nicht davor drücken und ich fände es gut, wenn das sich wirklich einbürgern würde.

Aber erst mal hofft Markus Eckert, dass Paare Lust bekommen haben auf Segen. Er denkt, dass übermorgen für jeden in fahrbarer Nähe ein Gottesdienst ist, der der Liebe gut tut und Beziehung bereichert und segnet.

Man wird als Paar, wenn man noch ein schönes Candle Light-Dinner hat oder so was, wird man noch ein paar andere Gesprächsthemen haben als die, die man sich vorher so überlegt hat.

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30OKT2022
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Dr. Dagmar Kreitzscheck.

Wolf-Dieter Steinmann trifft Dr. Dagmar Kreitzscheck.
Sie ist erfahrene Seelsorgerin, ua. 10 Jahre in der Klinik . Jetzt leitet sie „Haus Respiratio“ und begleitet Menschen, die von der Kirche enttäuscht sind, beim „Aufatmen“.

Es ist verzwickt. Einerseits weiß ich: es tut
richtig gut, wenn ich jemandem vertrauen kann. Und trotzdem bin ich
fähig, das Vertrauen von anderen zu enttäuschen. Dagmar Kreitzscheck meint nüchtern: So sind wir Menschen. Als Seelsorgerin kennt sie beides. Vertrauen und was enttäuschtes Vertrauen auslöst.

Wut und Trauer. Ne Mischung. In der Regel haben wir uns selbst getäuscht d.h. wir haben Erwartungen in etwas oder irgendjemanden gesteckt, die enttäuscht wurden.

Was kann ich tun, wenn ich Vertrauen enttäuscht habe? Um Verzeihung
bitten; ausdrücken, dass man sich schämt? Sie findet ganz entscheidend, wer wird gesehen?

Dann ist der Betreffende wieder bei sich, der sollte mal lieber bei der anderen Person sein. Hinsehen finde ich viel wichtiger. Den Schmerz anschauen, die Person in ihrer Verletzung und ihrer Trauer und ihrer Wut anschauen. Nicht wegreden, sondern erst mal zu dem stehen.

Und diejenigen, deren Vertrauen verletzt worden ist? Was bleibt denen? Dagmar Kreitzscheck findet ganz wichtig: Nicht passiv einigeln, sondern nüchtern, erwachsen sein.

Sie können auch die Kränkungen in der Petrischale züchten, dann werden sie immer größer: Allein mit dem Satz: ‚das verzeih ich Dir nie“.
Also da gehört auch ein Eigenanteil dazu, mit dem anderen wieder in eine gute Beziehung kommen zu wollen.

Die Person, deren Vertrauen enttäuscht worden ist, sie gibt vor, wie ein Ausgleich aussehen kann. Aber Achtung vor: „Wie Du mir, so ich Dir.“

Man kann natürlich sagen: ‚hast Du mich betrogen, betrüg ich Dich auch.‘ Aber die Paarregel sagt: exakter Ausgleich trennt eher. Ich tu Dir was Gutes dafür, der sollte ein bisschen ein vermehrter sein, und der Ausgleich im Schlechten ein verminderter.

Vertrauen zwischen Menschen muss nicht wieder wachsen, aber es kann. Dagmar Kreitzscheck war lange Klinikseelsorgerin. Und hat da erlebt, mit dem Vertrauen von Menschen zu Gott ist es ganz ähnlich. Krisen können es beschädigen, müssen aber nicht.

Dann haben die gesagt: ‚Ich habe in meinem Leben so viel Gutes gekriegt, ich kann jetzt auch mal was Schlechtes nehmen.“ Die sind überhaupt nicht aus so nem Grundvertrauen rausgefallen, auch nicht Gott gegenüber. Und es gab welche, die haben gesagt: ‚Jetzt hat mir Gott noch eins draufgesetzt, ich verbanne den aus meinem Leben.‘

Was mir sehr einleuchtet: Auch Gottvertrauen heilt nicht durch große
Erklärungen: Besser ist, da sein, wenn jemand im „Dunkel“ ist, miteinander klagen und vielleicht segnen.

Nach dem Segen fragen die Leute und wenn ich das angeboten habe, wollten die das auch gerne. Darin steckt ja soviel wie ein Ansehen Gottes. Ich glaube, gesegnet zu sein, gesegnet zu werden, bringt unter Umständen die Beziehung wieder in Ordnung.
Die Bibel ist voll von dem Satz: ‚Der HERR hat mein Elend angesehen.‘ Da steht noch nichts von ‚gewendet‘. Das kommt oft viel später. ‚Angesehen‘, das ist wirklich total wichtig.

Angesehen-Sein. Ein Bedürfnis von Kind auf. Aber Dagmar Kreitzschek meint, es sollte auch „erwachsen“ werden.

Wenn unser Vertrauen erschüttert worden ist - ob zu Menschen oder zu Gott - dann wollen wir „gesehen“ werden. Dagmar Kreitzscheck ist erfahrene Seelsorgerin. Aktuell begleitet sie viele Mitarbeitende in Kirchen, die enttäuscht sind, sich nicht gesehen fühlen, von oben. Diesem Bedürfnis will sie auf die Spur kommen.

Wer soll Dich denn wertschätzen? Soll Gott das tun, soll
der Bischof das tun? Das kommt, weil wir auch alle Kinder waren und immer denken und hoffen, die Wertschätzung kommt von oben. Und wir arbeiten dann sehr intensiv daran, dass sie Wertschätzung für sich selbst finden.

Die eigenen Kräfte wieder aktiv machen. Für sie gehört dazu auch, Menschen und Institutionen nüchtern zu sehen. Klare Strukturen und Recht, das kann man in Kirchen erwarten. Und dass Unrecht rechtlich geahndet wird.

Aber die Sehnsucht, dass „von oben“ stetig Wertschätzung fließt, die findet sie nicht nüchtern. Und manches Bild von Kirche kann erwachsener werden.

‚Vatergott‘, das ist ja biblisch, ob ‚Mutterkirche‘ biblisch ist, det weeß ich nich. Also mir liegt zB. diese Idee von dem „wandernden Gottesvolk“ viel mehr. Die ganze Welt wandert, die Leute ziehen ununterbrochen um, Flüchtlingsströme sind in alle Richtungen unterwegs. Also ich frage mich, ob wir nicht so was eher sind: ‚Menschen, denen der Glaube wichtig ist, die auf Wanderschaft sind.‘

Drei Dinge kommen mir bei diesem Bild in den Sinn:
zum einen: Kirche ist da nicht mehr so sesshaft. Was für eine Rolle spielen dann Gebäude? Zum anderen wird sie bestimmt diverser. Das dritte: Wer ist Gott, wenn man so unterwegs ist?

Die Richtung, der Kompass. Sicher auch die Hoffnung, die man nicht aufgibt. Denn das Bild von diesem ‚Wandernden‘ das impliziert, dass das Leben unsicher ist. Also spätestens bei dieser Weltsituation ist das doch klar, dass das so ist.

Dagmar Kreitzscheck hat Vertrauen - in aller Nüchternheit - zu vielen Menschen in der Kirche. Und sie traut unserer Kirche zu, dass in ihr wichtige Dinge hochgehalten werden und beim Unterwegssein lebendig bleiben.

Dass Leben zweckfrei sein sollte, und gefeiert gehört, aber nicht die Menschen verzweckt.

Ich finde es sehr charmant, dass die Kirche so unsichtbare Dinge wie Glaube, Liebe Hoffnung hoch hält.
Die Kirche ist immer noch so was wie ne Hüterin der Geheimnisse
Gottes und des Lebens, das find ich gut.
Und ich würde mir wünschen, dass sie mit der Endlichkeit aller Dinge liebevoll und zuversichtlich umgeht.

Sie hat keine Angst, dass so eine Kirche, verschwinden könnte. Dass Kirche in 20 Jahren anders aussieht, davon geht sie aus. Aber das kann auch gut werden. Dagmar Kreitzscheck hat jedenfalls Hoffnung; für das Ganze und für mich und Sie.

Ich halte es mit dem alten Oscar Wilde: „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=36420
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07AUG2022
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Marc Witzenbacher Foto: ekiba.de

Wolf-Dieter Steinmann trifft Kirchenrat Marc Witzenbacher. Seit 2018 koordiniert der Karlsruhe die Vorbereitungen für die Vollversammlunag des ÖRK in seiner Heimatstadt. In gut drei Wochen kann sie hoffentlich starten. Hoffentlich.

Ich weiß nicht, ob ich seinen langen Atem gehabt hätte. 3 1/2 Jahre hat er mit vorbereitet: die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen. In drei Wochen soll es losgehen. 8 Tage steht Karlsruhe im Blickpunkt der weltweiten Christenheit. Endlich, obwohl Corona arg gebremst hat.

Die Frage: ja wird es überhaupt stattfinden können? Jetzt sind wir kurz vor der Vollversammlung und hoffen, dass soweit alles gut geht und dass uns Corona nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.

Wie hält man so einen Marathon durch? Vermutlich ist es auch Charaktersache, aber ich denke, weiter tragen solche Momente, in denen man das Ziel sehen kann. Wie Marc Witzenbacher bei einer Videokonferenz mit 400 Menschen.

Und das Bild von diesen vielen vielen vielen Kacheln ist dann schon spannend. Weil, das war wirklich die ganze Welt, die da beisammen waren.

Und jetzt kommen sie leibhaftig. 4000 Gäste aus 350 Kirchen in 120 Ländern. Eine Synode der weltweiten Christenheit in unserer Welt voller Konflikte. Ihr Motto: „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint.“

Viel Geschäftssitzung, aber auch viel Austausch, viel Diskussion, wo die Kirchen jetzt schauen, welche Rolle spielen sie in diesen Fragen und was können sie zur Friedensbildung und zum Miteinanderauskommen beitragen.

Die Vollversammlung kommt erstmals nach Deutschland. Warum Karlsruhe und nicht Berlin? Marc Witzenbacher glaubt: Hier wird die VV mittendrin sein. ZB. auf dem Marktplatz. Und auch inhaltlich.

Wir sind in einer Region, wo die Themen des ORK ne wichtige Rolle spielen. Versöhnung, grenzübergreifend, Deutschland- Frankreich. Wir haben die höchsten Bundesgerichte in Karlsruhe, wir haben das Thema Gerechtigkeit, Friede hier. Wir haben eine Stadt, die sich auch wirklich freut, die Vollversammlung ausrichten zu können.

Kann Liebe Menschen bewegen, in Richtung Versöhnung? Jetzt wo Russland die Ukraine mit Krieg überzieht?

Der ORK plant, russische und ukrainische Vertreterinnen und Vertreter an einen Tisch zu holen, auch in der Öffentlichkeit. Junge Menschen aus Russland, aus der Ukraine zu fragen, wo gibt es Wege, friedlich miteinander zu leben, friedlich miteinander Kirche zu gestalten.

Der Ökumenische Rat wollte immer schon Plattform sein. Und Marc Witzenbacher hofft, dass „Feinde“ einander wieder als Menschen sehen lernen.

Wo Menschen zusammenkommen und merken, wir haben auch gemeinsame Perspektiven, dass das sich dann auch überträgt und vielleicht auch ein stückweit friedensbildend wirken kann.

Besonders hören will Marc Witzenbacher auf die Gäste aus dem globalen Süden, die die Klimakrise jetzt schon ganz existentiell erleben.
Wie sie in so einer Situation Kirche leben, was für sie der Glaube bedeutet. Das ist das, worauf ich sehr gespannt bin und wovon ich mir hier auch noch mal einen Schub erwarte, weil wir hier doch sehr gesettelt sind.

Marc Witzenbacher ist auch stolz, dass nun endlich losgehen kann, wofür er seit 3 1/2 Jahre arbeitet. Der Karlsruher hat die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in seiner Stadt mit vorbereitet. Damit die 4000 Gäste ein Dach über dem Kopf haben, damit sie sich aber vor allem auch den Gefahren stellen, die unsere Welt bedrohen. Und er hofft, dass wir Christenmenschen hier über unseren Tellerrand gucken.

Wir sind hier schon bunt. Lass uns viel mehr gemeinsam machen. Mit Christinnen und Christen aus Korea, aus Afrika und wo sie alle herkommen und schon hier sind. Christentum ist sehr viel mehr als das was wir in Deutschland erleben.

 „Die Liebe Christi bewegt und versöhnt“. Dass die weltweite Christenheit unter diesem Motto zusammenkommt, sollte Horizonte öffnen. Wenn wir begreifen, wir in Europa sind nicht mehr der Nabel der Christenheit.

Wenn man da sieht, wie lebendig dort Kirche gefeiert wird, wie man in diesen ganz schweren Umständen - teilweise auch mit Krieg, mit Hunger - trotzdem in der Lage ist, seinen Glauben zu feiern. Das ist ja kein Feiern zum Trotz, kein Tanzen auf dem Vulkan, sondern es ist der innere Ausdruck der Hoffnung, dass wir auf eine Welt zugehen, die anders sein wird. Da lassen sich Menschen aus anderen Regionen der Welt ganz anders tragen selbst in ganz schwierigen Situationen. Davon möchte ich auch nach der Vollversammlung mehr mitnehmen.

Marc Witzenbacher hofft, dass wir entdecken: nicht nur Geld bewegt das Leben. Als Kirchen, Christinnen und Christen - und wahrscheinlich gilt das ja für Menschen überhaupt:

Also das erhoffe ich mir schon, dass wir als Kirchen mehr Mut bekommen, Zuversicht. Und auch ein bisschen wegzukommen von der Fixierung auf die Fragen Strukturen und Finanzen.

Er setzt darauf, dass wir uns auch auf andere Ressourcen besinnen. Und daraus kreative Kraft ziehen. Und Zukunft.

Spirit und hope. nicht nur auf die Verhältnisse dieser Zeit zuschauen, dieser Welt zu schauen. Schritte zu wagen, vielleicht in ein Land, das wir noch nicht kennen, aber in ein Land, das Gott uns zeigen wird.

Das kommt Ihnen etwas idealistisch vor oder fromm? Darum macht er klar: der Weg, das sind viele Schritte im Alltag. Und dabei arbeiten Kirchen mit anderen zusammen. Vielleicht kommt es ja darauf an, dass sich beides verbindet: Große Hoffnung und praktische Arbeit.

Über alle Differenzen hinweg, Menschen zusammenzubringen, gemeinsam für Ziele zu arbeiten, sei es nun für die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit, Frieden. Da sind alle Menschen guten Willens angesprochen.

Man spürt, Marc Witzenbacher freut sich, dass die weltweite Christenheit endlich nach Karlsruhe kommt. Und man kann dabei sein: Die Stadt und die Christenheit versprechen, lebendig, bunt und offen zu sein.

Die Begegnungsorte, die Bühne ist da, am Wochenende wird viel Programm sein, die Gottesdienste. Auf der Webseite www.karlsruhe2022.de findet man alles. Es lohnt sich, nach Karlsruhe zu kommen.

 

weitere Informationen zur Vollversammlung des ÖRK: https://www.oikoumene.org/de/about-the-wcc/organizational-structure/assembly

buntes Programm für die Öffentlichkeit
http://www.karlsruhe2022.de/

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24APR2022
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Susanne Betz

Das Beste für Kinder

Wolf-Dieter Steinmann trifft Susanne Betz.

Seele stärken – auch mit Religion

„Für unsere Kinder das Beste.“ Wer wollte das nicht. Und es ist doch nicht immer leicht. Susanne Betz ist Studienleiterin in der evangelischen Kirche in Baden für die Kitas. Und findet: Kinder sollen sich selbst und ihre Welt gut „erspielen“ können.

Eine gute Kita ermöglicht Kindern Erfahrungen von Selbstwirksamkeit und Beteiligung und stärkt damit die Resilienz, also ihre seelische Widerstandskraft und hilft so, Herausforderungen gut bewältigen zu können.

Erziehung stärkt diese Kraft der Seele, wenn Kinder erleben: „Ich kann mich verlassen auf Erwachsene. Ich kann Beziehungen aufbauen. Ich kann überhaupt viel.“ Und hoffentlich erleben sie, dass die Welt und Menschen „gut“ zu ihnen sind. Z.B. Wie bei dieser Begrüßung in der Kita, die jedes Kind erleben sollte.

Diana spürt, dass sie wahrgenommen wird, so wie sie jetzt ist. Frau Mayer macht das aufgrund ihres christlichen Menschenbildes so. Dass wir Menschen uns als Ebenbild Gottes verstehen können, das hat was damit zu tun, wie wir auf uns selber schauen, aber auch wie wir auf andere schauen.

Beten zum Essen oder Lieder können das evangelische Profil erlebbar machen. Wie man gut zur Schöpfung ist. Und wie man das Jahr feiert: Weihnachten, Ostern, St. Martin. Und Susanne Betz erhofft von Erzieherinnen, dass sie hören, wie Kinder fragen.

Theologisieren mit Kindern, über Gott und die Welt im Gespräch sein und das auf Augenhöhe. Wenn Kinder ihre Welt entdecken und sie sich aneignen, dann stellen sie Fragen.

Kinder habe viele Anlagen: zur Bewegung, zur Musik und zur Religiosität. Sie sollten diese Potentiale entwickeln können. Von Anfang an. Darum ihre Bitte an Eltern. Nicht denken: „Religion erst später“.

Wir würden von Kindern nicht erwarten, dass sie sich für ein Instrument entscheiden, und wir haben sie bisher immer von Musik ferngehalten.
Und wenn ich noch nie erlebt habe, dass ich Gott einfach hinlegen kann, was mich gerade bewegt und mir das auch bestimmte Situationen leichter macht; wie soll ich mich dann später entscheiden: „ja ich will jetzt beten.“

Susanne Betz ist überzeugt, dass Religiosität menschlich angelegt ist: Wir staunen, wir haben Angst, wir suchen Sinn und Vertrauen.

Daher werbe ich dafür, Kinder von Anfang an mit Gott groß werden zu lassen, auch weil Religion da eine große Quelle ist, um diese Resilienzfaktoren stärken zu können und mit Gott als verlässlichem Wegbegleiter durchs Leben gehen zu können.

Vielleicht gerade in Zeiten wie jetzt. Was tun, wenn Krieg beunruhigt? Sie rät: Genau hören, was Kinder fragen und was tun gegen die Hilflosigkeit. Vielleicht so etwa:

Eine Kita, die haben in ihrem Schaukasten große Plakate gemacht: „Krieg ist nicht schön“ und „Wir wollen Frieden“ und haben Symbole dafür gefunden. Gott die eigenen Ängste hinlegen und Hoffnungen. Ne Kerze anzünden. Sich beteiligen an einem Hilfstransport.

Man spürt, für Susanne Betz ist eine gute evangelische Kita menschenfreundlich. Und religiös offen.

Viel Herz, Offenheit und religiöse Vielfalt

Susanne Betz begleitet Kinder mit viel Herz und Verstand, seit Jahrzehnten. Sie ist da „reingewachsen“: Kindergottesdienst als Jugendliche, Religions- und Konfirmandenunterricht im Beruf. Und heute ist sie als Studienleiterin mittelbar verantwortlich für 35000 Kinder, die in Baden in evangelische Kitas gehen.

Ich finde das total spannend wie Kinder einen ganz anderen Blick auf die Welt haben. Und dann auch zu sehen, wie die sich entwickeln. In der Kirchengemeinde war das natürlich wunderbar.

Sie konnte Kinder begleiten beim Großwerden. Manche hatte sie als Erstklässler, heute erlebt sie sie als Eltern: Eine Kirchengemeinde bietet weiten Raum für Lebensbegleitung. Für sie ist es sehr o.K., dass Kinder aus verschiedenen Motiven in kirchliche Einrichtungen gebracht werden.

Es gibt Eltern, die nehmen das evangelische Profil in Kauf und es gibt Familien, die sich ganz bewusst entscheiden. Aber z.B. habe ich öfters aus Kitas gehört, dass es muslimische Familien gibt, die ihr Kind lieber in einer evangelischen Kita anmelden, weil sie sich erhoffen, dass Religion ne Rolle spielt und auch eine verbindliche Werteerziehung.

Kein Problem, wenn so unterschiedliche Erwartungen zusammenkommen? Nein, findet Susanne Betz. Denn für sie ist Grundlage des evangelischen Profils, dass wir in religiöser und weltanschaulicher Vielfalt leben. Und dass die auch sichtbar wird.

In einer wertschätzenden Art und Weise diese Vielfalt auch stehen lassen zu können. Aber auch bewusst zu haben: ‚Wie gehen die Feste bei uns, wie gehen die Feste bei Euch? Wer betet wie?‘ Die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede. Und es geht gar nicht um richtig oder falsch, es geht nicht um Wahrheiten. Die sind bei Religionen nicht verhandelbar.

Sie hofft und geht davon aus, dass die Kita auch lebendiger Teil der Kirchengemeinde ist und wird: dass sie selbst offen in die Gemeinde hineinwirkt und von der aber auch als wichtig wahrgenommen wird.

Da geht’s um Begegnung, gemeinsame Aktionen, um gemeinsames Feiern. Und das alles bereichert die Kita. Ich denke, für viele Eltern ist Kita auch, ja, das Gesicht von Kirchengemeinde. Und wenn ne Kirchengemeinde wissen will, wie junge Familien gerade unterwegs sind, dann gucken die umgekehrt auch wieder in die Kita.

‚Wir wollen das Beste für unsere Kinder.‘ Stimmts? Müssten wir dann nicht alle mit der Zunge schnalzen, wenn jemand sagt: „ich bin „Erzieherin“? Bezahlung, Wertschätzung, Personalausstattung: Da ist sehr viel Luft nach oben. Für Susanne Betz ist es ein NoGo, wenn gesagt wird: ‚Die spielen doch bloß.‘ Da hält sie dagegen, im Interesse unserer Kinder.

Dass spielen aber Aneignung von Welt ist und elementar wichtig ist, und dann noch ganz viel drumherum dazu gehört, was die Erzieherinnen leisten, ist nicht immer so im Blick.

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17APR2022
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Wolf-Dieter Steinmann trifft Hans-Joachim Eckstein, em. Professor für Neues Testament aus Tübingen

Wir leben ab und leben zugleich an

In den Tagen vor der Begegnung mit Hans-Joachim Eckstein ist mir der Tod sehr nah gekommen. Darum habe ich gehofft, dass mir unser Gespräch über Ostern und die Auferstehung Jesu selbst gut tut. Und es war so. Ostern bedeutet ihm viel: Als Professor für Neues Testament und persönlich. Schon als Kind war es sein christliches Lieblingsfest.

Es war für mich immer eine Zeit des Auflebens, es wird wieder Licht, es wird wieder warm, wir konnten wieder rausgehen und spielen, die Welt war wieder offen und hoffnungsvoll.

Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass ein Mensch, der gestorben ist, nicht einfach tot bleibt. Aus und vorbei. Schon die Frauen und Männern, die vor 2000 Jahren mit Jesus zusammen waren, konnten das erst nicht fassen. Wird in der Bibel erzählt. Weil sie etwas nie Dagewesenes erlebt haben.

Wichtig ist, dass Ostern nicht bedeutet: Jesus ist als Scheintoter wieder auferweckt worden. Er bekommt ein neues Leben über diese Sterblichkeit hinaus.Gott braucht die Materie nicht, um uns aufzuerwecken. Damit ist Jesus der Erstgeborene, der ältere Bruder, so wie Gott an ihm handelt, wird er auch an uns handeln.

Und Hans Joachim Eckstein ist wichtig: Auferstehung bedeutet auch: Jesus ist nicht gescheitert. Seine Gegner haben nicht Recht behalten. Nächstenliebe, für Kinder, Kranke und Ausgegrenzte ganz da sein, die Welt glückselig machen. Dafür hat Jesus gelebt. Und das bleiben Werte, die ewig zählen.

Dass Gott tatsächlich alle Menschen gleich lieben soll, Verlorene oder Gerechte, Männer oder Frauen, Israeliten und Nichtisraeliten, das war das Provozierende und schließlich ist er dafür auch gekreuzigt worden. Aber Gott hat das Leben, die Verkündigung, die Person Jesu bestätigt.

Eine Ostergeschichte mag Hans Joachim Eckstein besonders: Da steht Maria, eine von seinen Jüngerinnen, todtraurig am Grab Jesu. All ihre Lebensträume scheinen geplatzt. Sie kommt sich vor, als sei ihr Leben nur noch Vergangenheit. Und dann begegnet ihr der Auferstandene, erzählt die Bibel.

Dann tritt plötzlich eine Realität in unser Leben, die alles verändert. Christus spricht sie an, warum weinst Du, wen suchst Du?
Auferstehung bedeutet nicht ein Ausblenden von Schmerzen, von Altern, von Verlust, aber es ist eine neue Hoffnung. Die mich abholt wo ich stehe und die mich einlädt zu einer neuen Begegnung, einer neuen Ursprünglichkeit.

Er macht mir deutlich: Die ersten Christen haben mit dem Glauben an die Auferstehung auch die Zeit neu erlebt und verstanden: Auf einmal kommt da noch was Neues.

Natürlicherweise leben wir ab, vom Frühling bis zum Winter.  Von der Auferstehung her leben wir zugleich an. Da machen wir gegenläufig die Erfahrung: Mit jedem Tag sind wir näher am Ziel. Und damit lebe ich natürlich auf, denn, wenn das Schönste noch vor mir liegt, dann muss ich nicht in das Grab der Vergangenheit schauen, sondern dann habe ich eine neue Perspektive.

Wir leben auf
Beweisen kann man nicht, dass Jesus auferstanden ist. Das will Hans-Joachim Eckstein auch nicht. Er hat lange als Professor und Historiker gelehrt. Da versucht man vernünftig und kritisch plausibel zu machen, was gewesen sein könnte.
Aber er glaubt auch. Und das ist für ihn kein Widerspruch: Wir sollten nicht denken, dass unser kleines Hirn die gesamte Wirklichkeit erkennen kann, findet er.

Jetzt bin ich nicht selbst gespalten als Theologe, ich kann nur genau trennen. Wann mache ich eine Aussage aus meinem Glauben heraus und wann mache ich eine Aussage als Historiker, die ich als plausibel darstelle.

Mit 17 hat er den Glauben an Ostern für sich gefunden. Es war ein Schub ins Leben, findet er. Und das beobachtet er auch an anderen Menschen: Wenn ein Mensch hofft, ich habe eine Zukunft und diese Vorfreude darauf, das belebt.

Einerseits ist in Vorfreude das Unangenehme nicht ganz so unangenehm. Und umgekehrt vor dem Urlaub zB. erfahren wir, dass wir Dinge, die wir Monate vor uns herschieben, plötzlich in Tagen bewältigen. Hoffnung relativiert und motiviert. Und so haben die ersten Christen gelebt: Mit dem Herzen im Himmel und mit beiden Füßen auf der Erde.

Eins spüre ich aus jedem Wort, das Hans-Joachim Eckstein sagt: „Auferstehung“ gibt nicht nur eine Perspektive über den Tod hinaus. „Auferstehen“ das kann ich auch jetzt schon erleben.

Wenn ich weiß, ich bin gewollt und da wo ich hingehe, da werde ich erwartet, dass das etwas freisetzt und insofern, wer an die Auferstehung glaubt, für den beginnt das ewige Leben schon hier. Der hat den Tod schon hinter sich.

Er denkt dabei vor allem daran wie wir Beziehungen leben. Ob da was von der Liebe für alle Menschen zu spüren ist wie bei Jesus. Christen glauben ja, lieben können, das verbindet uns Menschen mit Gott. Auch wenn es da diesen Unterschied gibt:

Gott mag uns vollkommen lieben, aber er ist oft nicht greifbar. Menschen sind für uns greifbar, aber sie können uns nie vollkommen lieben. Aber sie können sich gegenseitig abholen in den Tränen und abholen am leeren Grab und hinführen zum Leben, Fenster öffnen in die Zukunft.

Und er erinnert mich, was Jesus über sich gesagt hat: „Er ist wie ein Weizenkorn. Das wird gesät und vergeht. Zuerst. Aber dann wachsen neue Körner draus.“ So könnte es auch sein mit unserem Tod. Dass Neues mit uns geschieht.

Im Loslassen zu merken, ich verliere gar nicht, sondern ich gewinne. Das Korn, das in die Erde fällt und erstirbt, hat nur die Hoffnung aber nicht den Beweis. Und so werden wir alle einmal Abschied nehmen und die Verheißung, ‚es beginnt erst richtig‘, ist das, was wir glauben dürfen.

Die Begegnung mit Hans Joachim Eckstein hat meine Hoffnung aufgefrischt. Und was er zum Schluss gesagt hat, das ist wohl ein Programm fürs Leben.

Wenn ich jetzt schon meine Einsamkeit, Eitelkeit, meine Verletztheit und meine Kränkung bereit bin loszulassen. Wenn ich dem absterbe, was mein Leben mindert, mache ich die Erfahrung: ich habe gewonnen.

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27FEB2022
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Silvia Meier © ekiba.de

Wolf-Dieter Steinmann trifft Silvia Meier, ehrenamtliche Seelsorgerin, Eichstetten am Kaiserstuhl


…zuhören, sich zurücknehmen, verschwiegen sein

Sie hat mich wieder daran erinnert: es braucht oft nicht viel, dass wir Menschen einander guttun. Wir müssen nur tun, was dran ist. Silvia Meier hat mir erzählt von einer Begegnung in Eichstetten am Kaiserstuhl. Da lebt sie. Von weitem hat sie ein Paar gesehen. Sie hat gewusst, er hat eine schwere Diagnose. Wurde abgeholt zur Therapie. Seine Frau blieb zurück.

Sie stand da an der Straße und hat dem Taxi hinterher gesehen und da habe ich sie angesprochen und das war ein sehr emotionales Gespräch. Letztendlich kann man da auch nicht viel helfen. Als ich mich verabschiedet hab, hat sie zu mir gesagt: ‚danke, dass Du mir zugehört hast.‘

Silvia Meier musste „nur“ die Straßenseite wechseln und ansprechen. - Mit einer Freundin zusammen sind sie ehrenamtliche Seelsorgerinnen. Sie hoffen, dass im Lauf der Zeit Menschen, denen was auf der Seele liegt, auch auf sie zukommen.

Wir möchten so ein bisschen darlegen, dass halt Seelsorge nicht nur ein Gespräch über ganz dramatische Dinge sein soll. Sondern, dass Seelsorge einfach etwas ist, was der Seele guttut. Dass die Leute sich trauen, zu sagen, ‚ich bräuchte einfach mal jemand, der mir zuhört. Hättest Du nicht Zeit.‘

Wie wird man ehrenamtliche Seelsorgerin? Einen starken Anstoß hat sie bekommen auf der Kinderkrebsstation. Da lag ihr kleiner Sohn mit 1 1/2. Ich mag mir so was gar nicht vorstellen. Die Medizin war prima, auch in der Krise.

Es hat nicht angeschlagen, es hat nicht funktioniert und dann habe ich geweint, da sagt doch der Arzt zu mir: ‚ah, und warum heulen Sie jetzt schon wieder?‘ Und das hat mich wahnsinnig verletzt. Und das hat mich immer begleitet: ‚das geht eigentlich gar nicht, wie man da mit den Leuten umgeht.‘

Ihr Sohn hat es damals überstanden. Sie hat später 1 ½ Jahre lang an einem Seelsorge-Kurs teilgenommen im Kirchenbezirk. Neben dem Beruf. Mit das Wichtigste, was sie auch lernen musste.

Sich selber nimmt man mal ganz zurück. Kommentieren oder gute Ratschläge sind oft auch gar nicht angebracht, sondern einfach: ‘ich nehm Dich wahr, ich höre Dir zu, und ich kann das nachempfinden, so wie Du Dich fühlst.

Hört sich doch an, als ob Sie und ich das auch könnten. Aber ich weiß, es ist schwer, wirklich den anderen zu hören. Dabei brauchen viele das. Silvia Meier hofft, dass das in ihrer Kirchengemeinde zum Profil wird.

Dass da auch ne Gruppe von Seelsorgern da ist, und dann kann auch wirklich flächendeckende Arbeit betrieben werden. Auch Seelsorge mit Menschen, die nicht an Gott glauben. Da gibt es für uns keine Unterscheidung.

Oft ist es so, dass die Leute nicht auf uns zukommen, sondern wir auf die Menschen zugehen und wenn das die Menschen wollen, dann ist das in Ordnung, und wenn sie es nicht wollen, ist es auch völlig in Ordnung. Seelsorge ist ja, „Alles darf, nichts muss.“

Doch, eins muss: Verschwiegenheit. Die gilt auch für sie als ehrenamtliche Seelsorger. Darauf kann sich jede und jeder verlassen.

Verschwiegenheitspflicht das ist oberstes Gebot. Alles was in diesem Gespräch gesagt wird, bleibt auch unter den Beteiligten.

Seelsorge ist, der Seele guttun. Wobei, Silvia Meier sieht man an, nicht nur der Seele von anderen. Ihrer auch. W

…guttun macht menschlich

Silvia Meier hat eine große Seele, glaube ich. Wirkt sehr lebendig, warmherzig. Interessiert sich echt für andere. Das passt, dass sie sich in der Gemeinde als ehrenamtliche Seelsorgerin engagiert. Neben 2 Kindern, dem Beruf und was sie sonst noch macht.

Seelsorge hat sie gelernt in einer Gruppe im Kirchenbezirk. Ist sich dabei intensiv selbst begegnet. Hat gelernt, wie man andere richtig versteht. Wie ein Gespräch gut wird.

Manchmal fehlen auch die Worte. Und dann ist es in der Gruppe wahnsinnig toll. Da kommen dann Vorschläge. Was auch toll war, ist, dass man oft von seinem eigenen Gespräch ein negativeres Bild hatte als die Gruppe.

Seelsorge macht ihr Spaß. Auch ernste und schwere Gespräche können schön sein, sagt sie. Sie prägen sie, und auch ihr Menschenbild. Was sind wir? Maschinen, die leisten und schaffen? Deren Körper und Geist immer mehr optimiert werden kann, bis wir dann abbauen?

Ich hab da immer schon dran geglaubt, dass der Mensch eine Seele hat, jetzt noch mehr. Die Seele ist für mich das, was den Menschen ausmacht. Da spielt der ‚göttliche Funke‘ auf jeden Fall eine Rolle mit. Weil wir sind alle Gottes Kinder.

Und zwar ganz eigene. Silvia Meier hat gelernt, genauer hinzuschauen, meint sie. Hinter die Alltagsgesichter. Mit denen wir uns manchmal tarnen. Viele wenden Kraft auf für die Alltagsmaske. Vielleicht, um Verletzungen zu verbergen?

Früher hat man dann gedacht: ‚oh ist der wieder schlecht drauf, wie nervig‘. Es steckt immer eine Geschichte dahinter, deswegen ist es so wichtig, genau hinzuhören. Man erfährt viele Schicksale und das verändert auch die eigene Sicht der Dinge. Man nimmt nicht mehr alles für selbstverständlich, man entwickelt so ein bisschen einen Blick für die kleinen Schönheiten.

Ihr Glaube trägt sie schon lange. Sie meint sogar, selbst wenn ihr Sohn seine Krankheit damals nicht überlebt hätte. Verloren hätte sie den Glauben nicht. Vielleicht wäre es nicht mehr so heiter.

Die Krankheit meines Sohnes hat meinen Glauben gefestigt. Er hat mir definitiv geholfen, die 2 Jahre. Ich glaube, es hätte nichts geändert. Natürlich hadert man, aber ich glaube auch daran, dass es für uns alle einen Plan gibt, dass wir in Seinen Händen sind und dass wir dann auch in den Situationen klarkommen müssen.

Was Silvia Meier mir klar macht und sehr nah bringt: Seelsorge ist nicht nur geben. Sie kriegt viel zurück: Dankbarkeit. Echo. So wie es ihr eine Frau nach einem Gespräch gesagt hat.

‚Jetzt habe ich Dir aber echt das Ohr ‚abgekaut‘ und dich vollgequatscht‘- Auf diese Art hat sie es ausgedrückt. Und dann hat sie mich in den Arm genommen und gesagt: ‚Vielen Dank, dass Du mir zugehört hast.‘ Das sind so ganz besondere Momente. Das tut einfach gut, diese Wertschätzung.

Empathie und zuhören. Silvia Meier glaubt, das können Sie und ich auch. Es würde sie freuen, wenn viele diese Gabe ausbauen. Damit mehr Menschen erleben, wir können unseren Seelen guttun. Und dem ganzen Menschen..

Es gibt ja viele unterschiedliche Einsatzgebiete, Krankenhausseelsorge oder in nem Altenheim, in der Gemeinde, und da muss man nachher auch für sich herausfinden, was einem persönlich liegt.

https://www.ekiba.de/html/content/
zentrum_fuer_seelsorge_zfs.html

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30JAN2022
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Arnim Töpel

Wolf-Dieter Steinmann trifft Arnim Töpel. Musikalischer Kabarettist und Autor von kurpfälzischen Krimis. Sein 8. Fall führt in die Schattierungen und Schatten des Evangelischseins, der Liebe und der Sprache.

 

Wie rede ich, wie liebe ich, was glaube ich?

Ich mag lebenserfahrene Krimis. Weil sie mehr erzählen, als bloß ‚wer war es‘? Ein guter Autor erzählt, wie Menschen in Abgründe geraten. Wie das Leben sich verwickelt, aus Liebe oder auch aus Glaubensgründen. Arnim Töpel ist erschrocken über den Abgrund, in den sein kurpfälzischer Kommissar Günda blickt.

Wenn man sich vorstellt, dass vor 450 Jahren in Heidelberg, in einer Geistesmetropole, ein bedeutender Theologe in der Kurpfalz hingerichtet wird. Vorwurf: ‚Ketzerei, Gotteslästerung‘.

Der Fall ist passiert. 1572 wurde Johannes Sylvanus, Pfarrer, Bibelwissenschaftler, vor der Heiliggeistkirche enthauptet. Weil er die Dreieinigkeit Gottes geleugnet habe. Seine beiden kleinen Söhne mussten zusehen. -- Erstaunlich: Kaum jemand weiß davon.

Ich habe tatsächlich einen Tipp bekommen. Und in dem Fall war das ein ehemaliger Kirchenrat, Manfred Kuhn: ‚Johannes Sylvanus, das könnte doch was für Sie sein. Mir war das völlig fremd, ich kannte diese Geschichte überhaupt nicht. (geflüstert: ‚ich auch nicht‘) Das ist auch das Interessante an der Sache.

Arnim Töpel hat sich reinziehen lassen. „Voll fagnoddelt“ heißt das Ergebnis. Mit seinem Kommissar Günda, entdeckt er auch viel übers Evangelischsein. Dass es viele Schattierungen hat. Auch seine Tante macht Günda das deutlich.

Die wiederum ist total evangelisch, er auch, ich auch. Und die stößt auf einen kritischen Punkt: Seine Zukünftige ist zwar auch evangelisch, aber vunn de annere Sort: ludderisch.

Nicht reformiert oder uniert oder wie man noch evangelisch sein kann.

Hochspannend, weil man sich schon fragen muss: Woher kommt mein Glaube? Habe ich das gelernt, habe ich das erfahren? Johannes Sylvanus wird wegen seines Glaubens, oder wegen seines Zweifelns verurteilt. Etwas, was mich für ihn sehr einnimmt, weil ich Evangelischsein immer so empfunden habe: ‚Ich darf zweifeln.‘

Kommissar Günda ist nicht nur evangelisch. Er ist auch verliebt. Frisch in Rente, fagnoddelt sich sein Leben. Wird neu. Arnim Töpel glaubt nicht, dass wir ganz loslassen können, was uns prägt.

Aber es gibt immer die Chance, das Glück zu finden, und das kann man eben nicht planen. Und das fand ich eine sehr reizvolle Idee, diesen Einzelgänger, diesen notorischen Einzelgänger, auf einen anderen Weg zu bringen.

Noch was finde ich prima an seinem Günda. Er redet Dialekt. Hochdeutsch und kurpfälzisch stehen nebeneinander. Auf einer Stufe. Auch nicht selbstverständlich.

Weil man ja Dialekt verbindet mit Schlichtheit im Gemüt. Und das möchte ich auch mit dieser Figur unbedingt widerlegen. Er hat dieses Intellektuelle, aber er ist in der Lage, auf eine Art zu formulieren, dass sie verträglich ist, manchmal witzig ist, aber näher an die Leute kommt.

 Evangelisch und Dialekt – offene Heimaten

Arnim Töpel schreibt zweisprachig. Hochdeutsch und Kurpfälzisch ganz nah beieinander. Muttersprache und Heimatsprache. Auch im jüngsten Buch von seinem Kommissar Günda, auch wenn es um Liebe geht. Da fragt Inga ihren Günda: ‚Was willst Du eigentlich von mir?‘ Und er: ‚Guggemamol.‘ Wie klingt das für Sie? Nach Ausflucht? Nach Versprechen?

Da schwingt so viel mit in diesem „guggemamol“. Das kann man hochdeutsch nicht sagen. Er sucht keinen Ausweg, sondern es ist eine ganz ehrliche Äußerung, sie wiederum hat durch ihr Elternhaus Erfahrungen mit dem Kurpfälzischen, dh. ihr ist es auch nicht völlig fremd. Insofern darf er das so sagen und kann sie es eben auch verstehen.

 „Voll fagnoddelt“, heißt Kommissar Günda 8. Fall. Hochdeutsch etwa „total verwickelt“. Wie das Leben oder die Liebe sein können. Manchmal auch der Glaube. Es schreckt Arnim Töpel, wenn Glaube zum Machtinstrument wird.

Das sind Dinge, wo ich ihn dann eben auch denken und sagen lasse – und da ist er nicht fern von mir: Was hat das denn mit denn mit den Gläubigen zu tun? Ist das nicht eine akademische Diskussion, die auch oft genutzt wird – damals vor allem eben – um Macht auszuüben, andere rauszudrängen?

Evangelisch ist für ihn anders: Es hat viele Schattierungen, und doch darüber ein großes Dach, unter dem man glauben kann. Persönlich, verschieden, mal fest, mal wackeliger. Selbstkritisch, mitleidend, suchend und einander helfend. Man glaubt und diskutiert mit anderen. Könnte das nicht Modell für Religionen überhaupt sein?

Es gibt eben auch beim Glauben, ähnlich wie bei der Liebe, Ungewissheiten. Ich kann nicht genau sagen, was glaube ich morgen, wie liebe ich morgen. Das sind Versprechen, vielleicht Hoffnungen. Da ist der Glaube sehr nahe bei der Liebe.

Arnim Töpel freut sich darauf, dass er 450 Jahre nach dem Ketzerfall von Johannes Sylvanus in diesem Jahr literarische Gottesdienste gestalten kann. Zusammen mit dem Pfarrer, der ihn auf den Fall Sylvanus gebracht hat.

Also für mich das ist eine Fügung, weil, alles was ich mache - auf der Bühne – hat begonnen bei der Evangelischen Jugend. Und insofern fand ich das toll, dass da jemand kommt mit einer Geschichte, die mich fasziniert, die mich an die Wurzeln bringt und auch an meine Grenzen.

Ist das nicht gut? Glaube kann mitgehen durch Höhen und Tiefen. Meiner hat sich gewandelt beim Älterwerden. Aber mit Blick auf Jesus und in die Bibel. Ich finde Arnim Töpel hat recht: Es ist wichtig, immer wieder offen zu suchen. Aber:

Gleichwohl darf es nicht ins Beliebige. Für mich ist dann auch die Grenze da, wo die Kirche nur noch ein Sozialverein ist. Ich kann mich an Schuljahresabschlussgottesdienste erinnern, wo ich nicht wusste, wer ist denn hier der Pfarrer, was passiert hier eigentlich?
Das ist ja wiederum die Schwierigkeit gegenüber anderen Religionen von uns Evangelischen, dass wir so offen sind, dass wir immer auch mit einem ‚aber’ operieren dürfen. Das ist dann schwierig, wiederum die Grenze zu ziehen, welches Minimum an Glauben muss ich denn haben. Das finde ich alles unglaublich interessant.

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Wenn Sie Kurpfälzisch irgendwie „im Ohr haben“, lesen Sie das Buch unbedingt laut.Wenn nicht, greifen Sie sich jemand aus der Kurpfalz und lassen Sie sich vorlesen. Am besten Arnim Töpel selber:
in Apple Podcasts unter „Kommissar Günda – voll fagnoddelt“
oder unter iTunes

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