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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

13MAI2026
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Am 12. Mai 1933, schreibt der Buchautor Oskar Maria Graf einen Satz, der nicht überhört werden kann: „Verbrennt mich.“ Mitten in den Bücherverbrennungen durch die Nazis 1933. Ein Satz, der so klar ist, dass er nicht missverstanden werden kann. Weil er etwas scheinbar Absurdes sagt – und genau dadurch die Wahrheit trifft.
Paradoxe Intervention nennt man das heute. Ein Satz, der nichts diskutiert – sondern entlarvt. Und vielleicht braucht es genau das auch heute manchmal. Wenn jemand laut von Freiheit redet, aber damit nur Freiheit für sich und seine Gruppe meint, könnte ein Satz helfen wie: „Stimmt. Am besten wäre Freiheit, wenn nur noch die da sind, die genauso denken wie ich.“ Oder: „Das wäre praktisch, wenn man sich mit niemand anderem mehr auseinandersetzen muss.“ Das klingt vielleicht erstmal gut. Ist es aber nicht. Es macht nur sichtbar, was sonst oft versteckt bleibt: Intoleranz und autoritäre Phantasien! Und deshalb ist der Satz von Oskar Maria Graf ein Satz wie ein Spiegel:
„Verbrennt mich.“ Widerstand besteht manchmal genau darin: die Dinge so klar auszusprechen, dass niemand mehr so tun kann, als hätte er es nicht verstanden.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

12MAI2026
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Was für ein Aufwand: Menschen setzen sich wochenlang für einen gestrandeten Wal ein. Mit viel Engagement, Zeit, Aufmerksamkeit. Und sofort kommt der Einwand: Ist das nicht unglaubwürdig?
So viel Einsatz für ein einzelnes Tier – und gleichzeitig werden jeden Tag Millionen Tiere geschlachtet, ganz selbstverständlich. Der Einwand ist nicht falsch. Er trifft einen wunden Punkt. Und trotzdem: Vielleicht liegt darin gerade kein Widerspruch, sondern ein Anfang. Wer sich für ein einzelnes Leben stark macht, handelt nicht logisch perfekt. Aber auch nicht ganz und gar falsch. Man muss nicht immer warten, bis alles stimmig ist. Nicht erst dann handeln, wenn es keine Widersprüche mehr gibt. Sondern anfangen. Klein. Unvollkommen. Mitten in einer Welt, die voller Brüche ist. Und vielleicht beginnt Veränderung dann genau dort: Wo irgendwo etwas neu und anders wird.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

11MAI2026
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In diesen Tagen läuft an vielen Orten wieder das „Stadtradeln“. Aufs Rad steigen, das Auto stehen lassen, Kilometer sammeln. Auch hier im Südwesten sind viele dabei – ich auch.
Ganz ehrlich: Die paar Wege mit dem Fahrrad werden das Weltklima nicht retten. Und der berühmte „CO₂-Fußabdruck“, der uns oft vor Augen gehalten wird, hat seine eigene Geschichte – er wurde einmal von Unternehmen wie Shell populär gemacht. Und trotzdem: Es fühlt sich nicht sinnlos an. Denn beim Stadtradeln geht es um mehr als Zahlen. Es ist ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass Dinge auch anders gehen könnten. Dass Bewegung möglich ist – im wörtlichen und im übertragenen Sinn.
Solche Zeichen spielen auch in der Bibel eine große Rolle. Jesus Christus, stellt Menschen in die Mitte, berührt sie, heilt sie. Nicht, weil damit sofort alles verändert würde. Sondern weil darin sichtbar wird, wie es gemeint ist. Ein Zeichen sagt: So könnte es sein. Beim Radfahren ist es ähnlich. Ein Weg ohne Motor. Ein bisschen mehr Zeit. Ein bisschen mehr Luft. Vielleicht sogar ein kurzer Moment von Freiheit auf zwei Rädern. Es verändert nicht alles. Aber es zeigt etwas. Und manchmal beginnt genau so Veränderung: Nicht mit großen Lösungen, sondern mit kleinen, sichtbaren Zeichen. Vielleicht ist das heute der eigentliche Gedanke: Dass nicht alles sofort wirksam sein muss, um sinnvoll zu sein. Manches darf auch einfach ein Anfang sein.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

07FEB2026
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„Du willst Gott zum Lachen bringen? Dann erzähl ihm deine Pläne!“  Dieser Spruch gefällt mir. Weil er mich daran erinnert: Ich hab nicht alles im Griff. Das Leben ist nicht bis ins Letzte planbar.  Zum Glück. Nur Träume, die sind grenzenlos.

Heute wäre der brasilianische Bischof Dom Helder Camara 117 Jahre alt geworden. Ein kleiner Mann, eher unscheinbar. Aber einer mit großen Träumen. Und mit einem riesigen Herz – vor allem für die Armen. Camara hat einmal gesagt: „Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, wird es Wirklichkeit.“ Er hat das nicht romantisch gemeint. Sondern ziemlich konkret. Er hat davon geträumt, dass Menschen genug zu essen haben. Dass sie würdig leben können. Und dass Kirche nicht von oben herab redet, sondern an der Seite derer steht, die kaum eine Stimme haben. Camara sagt: „Sag Ja zu den Überraschungen, die deine Pläne durchkreuzen. Sie sind kein Zufall.“

Vielleicht fängt Veränderung genau da an. Wenn ich meine Träume nicht für mich behalte. Sondern sie mit anderen teile. Dann kann aus vielen kleinen Träumen sogar eine Realität werden, die diese Welt ein kleines bisschen gerechter macht.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

06FEB2026
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„Was keiner wagt, das sollt ihr wagen.“ Das ist mal eine Ansage! Sie stammt aus dem Gedicht „Was keiner wagt…“ von Lothar Zenetti. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden. Zenetti war Priester, Lyriker, politisch hellwach – und unbequem. Einer, der nicht nur fromm gedichtet, sondern genau hingeschaut hat: auf Kirche, Gesellschaft und auf sich selbst. Seine Texte sind kein spirituellen Wattebällchen. Sie fordern heraus. Auch dieses Gedicht.

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen.

Was keiner sagt, das sagt heraus.

Zenetti wusste, wie schwer das ist. Er hat erlebt, wie viel Mut es kostet, den Mund aufzumachen – gerade dann, wenn man aneckt. Für ihn war klar: Christsein heißt nicht, sich wegzuducken. Sondern Haltung zu zeigen. Und dann heißt es:

Was keiner liebt, das wagt zu lieben.

Das ist kein netter Kalender-Spruch Das ist ein Lebensprogramm. Und ehrlich gesagt: ziemlich anstrengend. Denn es geht um Menschen, die keiner auf dem Schirm hat. Die nerven. Die stören. Genau da wird’s ernst. Jesus hat genau so gelebt. Er hat einen aussätzigen Menschen berührt – obwohl man Abstand von ihm halten sollte. Er hat Zachäus besucht, den Zöllner, den alle verachtet haben. Und er hat sich schützend vor eine Frau gestellt, die andere am liebsten gesteinigt hätten. Jesus hat geliebt, wo andere längst aufgegeben hatten. Schließlich dichtet Zenetti:

Was keiner denkt, das wagt zu denken.

Was keiner anfängt, das führt aus.

Zenetti war überzeugt: Glaube bleibt leer, wenn er nicht ins Handeln kommt. Für ihn war dieses Gedicht so etwas wie eine Gebrauchsanweisung fürs Christsein. Nicht perfekt sein. Aber mutig. Nicht laut reden. Sondern tun. Vielleicht ist genau das der Kern dieses Gedichts: Fang an. Warte nicht darauf, dass alle mitmachen. Manchmal reicht einer, der den ersten Schritt wagt.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

05FEB2026
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Vor kurzem habe ich gelesen: die Arbeitszeit in Deutschland ist verpflichtend zu erfassen. Beginn, Ende, Dauer. Minuten zählen jetzt offiziell.

Mich hat das sofort aufhorchen lassen. Nicht nur wegen der Formulare und Apps. Sondern wegen der Frage dahinter: Welchen Stellenwert hat der Mensch eigentlich noch? Mich erinnert das an einen Film. An „Moderne Zeiten“. Der feierte heute vor 90 Jahren Premiere in New York. Charlie Chaplin steht darin am Fließband. Der Takt wird schneller. Der Mensch wird Teil der Maschine. Effizienz schlägt Würde. Heute heißen die beherrschenden Maschinen oft anders. Immer mehr Algorithmen und künstliche Intelligenz messen die Leistung. Sie verändern die Arbeitswelt grundlegend. Und sie stellen dieselbe alte Frage neu. Zählt noch der Mensch? Oder nur das Ergebnis!

In solchen Momenten denke ich an einen sehr alten Bibeltext. Dort heißt es: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ (Kohelet 3)

Diese Worte erden mich. Sie holen mich aus der Pflicht, alles messen zu müssen. Sie erinnern mich daran, dass Leben mehr ist als Effizienz. Und dann kommt dieser Satz, der mich jedes Mal trifft. Wörtlich schreibt der Prediger Kohelet: „So erkannte ich: Es gibt kein Glück, außer sich zu freuen und Gutes zu tun im Leben. Doch dass jeder Mensch isst und trinkt und das Glück bei all seinem Mühen erfährt, das ist eine Gabe Gottes.“

Ich möchte darauf vertrauen, dass Gott meine Zeit hält. Es muss nicht alles messbar und nachweisbar sein. Ich gehe bewusst in diesen Tag. Ich arbeite verantwortungsvoll. Alles hat seine Zeit.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

29OKT2025
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Ich stehe an der Supermarktkasse in der Schlange. Das Band bewegt sich langsam, meine Einkaufstüten liegen bereit. Plötzlich piept mein Handy. Es ist die App „Be Real“. „Sei echt!“ Ich öffne sie. Schnell mache ich ein Foto von mir und dann von dem, was gerade vor mir passiert – dem Warenband mit den Lebensmitteln. Kein Inszenieren, kein Vortäuschen. Einfach genau dieser Moment, so wie er gerade ist. Dieses Bild teile ich mit Freunden. Genau diesen echten Augenblick. Kein perfektes Selfie, keine besonders gestellte Pose. So zeigt sich das Leben spontan, ehrlich und manchmal auch ganz unspektakulär.
Sei authentisch! Für mich ist diese Aufforderung mehr als nur eine App. Als meine Tochter Vici eine Zeit lang in den USA gelebt hat, hat mich diese Ehrlichkeit besonders berührt. Die große Zeitverschiebung hat es schwergemacht, im Alltag verbunden zu bleiben. Mit der App habe ich immer wieder kleine Einblicke in ihr Leben bekommen – ganz echt und direkt. Das hat Nähe geschaffen, auch wenn wir weit auseinander waren. Mit dieser App hatte ich das Gefühl, eine echte Begegnung auch digital erleben zu können. Nicht mit perfekt inszenierten Bildern, sondern mit Momenten, die möglichst nicht inszeniert und nicht gefakt sind. Dieses Bemühen, echt und ehrlich zu sein, hat mir gut gefallen.

Die Sehnsucht nach Echtheit hat für mich einen tieferen Ursprung. Jesus hat sie wohl auch verspürt. Wenn er einem Menschen begegnet ist, hat er jeden einzeln gefragt: „Was willst du, dass ich für dich tue?“ Er hat sich für das Leben der Menschen interessiert. Das wirkliche Leben, das ungeschönte. Jesus war ehrlich und direkt und ganz auf Augenhöhe.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

28OKT2025
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„Umarme dich Selbst“ – diese Aufforderung geht zur Zeit viral in den Sozialen Netzwerken. Im wirklichen Leben kann ich das nur in meinen Gedanken, aber die Künstliche Intelligenz macht es möglich: Da kann ich etwa ein Kinderfoto mit einem aktuellen Foto von mir kombinieren und von einer KI ein Bild machen lassen, auf dem ich als Erwachsener mich selbst als Kind umarme. Für mich war dieser Anblick ungewohnt! Sowas hatte ich vorher noch nie gesehen. Als ich das Foto länger betrachtet habe, fand ich es dann aber auch sympathisch.

Christinnen und Christen wurden lange Zeit viel eher dazu angehalten, sich selbst zu vergessen, sich vielmehr um die Bedürfnisse und Erwartungen Anderer zu kümmern. Als Seelsorger wird mir das in vielen persönlichen Gesprächen anvertraut. Jesus hat ja immer wieder betont: du sollst deinen Nächsten lieben – wie dich selbst! Den zweiten Teil des für ihn wichtigsten Gebotes haben früher viele vergessen.

Dabei ist es die Voraussetzung. Erst wenn ich mich selbst so annehme, wie ich bin, kann ich auch andere annehmen. Das Wichtigste, damit mir das gelingt, ist dankbar zu sein. Der frühere Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, hat kurz vor seinem Tod gesagt: „Danken heißt: Zufrieden sein mit dem, was ist. Und mit dem, was kommt. (…) Wer sich selbst nicht riechen kann, der stinkt auch anderen.“

Wenn ich auf das von der KI erstellte Foto schaue, denke ich mir immer mehr: du brauchst kein Foto, um dich so anzunehmen, wie du bist. Du brauchst nur eines zu üben, und das immer wieder, auch wenn es manchmal schwerfällt: dankbar zu sein!

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

27OKT2025
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Die Idee hatten schon mehrere, und wo es gemacht wird, kommt es bisher immer gut an: Kaffeeklatsch auf dem Friedhof.

Lachen und Kuchen essen vor Gräbern. Passt das denn? Ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen: ja, es passt! Seit über einem Jahr biete ich mit Ingrid Müller, einer ehrenamtlichen Seelsorgerin, an zwei Samstagvormittagen im Monat mein offenes Ohr an. Wir hören einfach zu…bei einer Tasse Kaffee oder Tee. In einer anderen Pfarrei wird sogar eine lange Kaffeetafel auf dem Friedhof gedeckt.

Und es kommen ganz unterschiedliche Menschen: manche pflegen um diese Zeit ein Grab, andere haben von der Ankündigung gelesen und kommen gezielt dazu. Es kommen Menschen mit einer Not, oder einfach nur, um einen Schwatz zu halten.

Diese Idee, auf dem Friedhof zu essen und zu trinken und sich auszutauschen, ist ganz nah an dem, wie Kirche an vielen Orten angefangen hat. Die ersten Christinnen und Christen haben sich regelmäßig am Grab ihrer Lieben getroffen und ein kleines Picknick gemacht. Ganz so wie es Jesus wollte. Denn er hat seine Freunde dazu aufgefordert, regelmäßig zusammen Mahl zu halten und sich an ihn zu erinnern.

Natürlich können Christinnen und Christen sich auch anderswo treffen. Aber auf dem Friedhof kommen auch ganz tiefgründige Themen auf. Und generell finde ich: auf dem Friedhof muss es nicht immer steif zugehen. Man darf sich unterhalten und   Es darf auch mal gelacht werden. Denn als Christinnen und Christen glauben wir: der Tod ist nicht das endgültige Ende. Auch im Himmel wird hoffentlich gegessen und gelacht.

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SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

26OKT2025
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Es gab viele Chancen in meinem Leben, die ich verpasst habe. Aber auch viele, die ich genutzt habe. Was für mich richtig und was für mich falsch gewesen ist, weiß ich leider oft erst, wenn ich auf meine Entscheidungen zurückschaue. Aber deswegen stur am Alten festhalten und Neues ablehnen?

Schon vor mehr als 2000 Jahren reagierten viele Menschen skeptisch oder ungläubig, wenn sie sich mit Neuerungen konfrontiert sahen. Wenn Jesus wirklich der Messias, der königliche Heilsbringer des Judentums war, hätte er dann nicht fordern müssen, dass alle streng nach den jüdischen Gesetzen leben? Er selbst hat das eher locker gesehen und hat gesagt: den alten Wein füllt in die alten Schläuche, den neuen aber in die neuen Schläuche. Der Satz gilt bis heute.

So hat etwa heute vor 48 Jahren die Deutsche Bundesbahn die letzte Dampflock offiziell aus dem regulären Dienst gestellt. Wer bitte, außer ein paar Nostalgikern, sehnt sich nach dieser Technik zurück? Wenn die Deutsche Bahn damals bis auf wenige Ausnahmen nicht auf die neueste Technik gesetzt hätte, hätte sie heute zweifellos noch größere Probleme mit ihrer Pünktlichkeit.

Ich selbst bin bei einem Ausflug im Harz noch vor ein paar Monaten mit einem Zug gefahren, der von einer Dampflock gezogen wurde.  Und ich habe es genossen. Doch in meinen Alltag will ich offen bleiben für Neues. Das bedeutet für mich: das Alte wertzuschätzen, aber auf neue Situationen trotzdem wach und offen zu reagieren. Und darauf vertrauen, dass es dann die richtige Entscheidung gewesen ist.

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