Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

14DEZ2023
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Für mich ist der Advent die stressigste Zeit des Jahres. So viel gibt es vorzubereiten und zu erledigen, und gefühlt vergeht die Zeit bis Weihnachten für Erwachsene viel schneller als für Kinder. Anstatt sich wie ein Kind zu freuen, zum Beispiel wenn es schneit, klage ich viel öfter darüber, was sonst noch zu tun ist.

Beim Schneeschippen fiel mir neulich Beppo Straßenkehrer ein. Er ist eine Figur aus meinem Lieblingsbuch „Momo“ von Michael Ende. Wie schon sein Name verrät, ist Beppo von Beruf bei der Straßenreinigung.

„Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen“, erzählt Beppo einmal seiner Freundin Momo. Die hört ihm einfach nur zu. Und dann sagt er: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken. (…) Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.”

Und irgendwann hat man dann tatsächlich die ganze Straße gefegt und anderen so den Weg frei gemacht.

Schon vor über 2000 Jahren rief der heilige Johannes, der später Jesus getauft hat, in der Wüste: „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen!“ Johannes war so ein Wegbereiter, indem er Menschen getauft hat und auf den hingewiesen hat, der nach ihm kommen würde .

Die Geschichten von Beppo Straßenkehrer und Johannes dem Täufer geben mir mit auf dem Weg: ich muss nicht immer das große Ganze überblicken. Wichtig ist, an den nächsten Schritt zu denken, der gerade ansteht, und den muss ich tun. Denn am Ende wird einmal hoffentlich alles gut. Ich vertraue darauf, dass Gott mir dabei hilft.

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