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SWR1 Begegnungen

02JUN2024
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Kathrin Fingerle Foto: privat

Omas for Future, Teachers for Future, Science for Future – längst engagieren sich nicht nur Schülerinnen und Schüler für einen Wandel in der Klimapolitik. Mittlerweile gibt es auch Gruppen für alle, die nicht mehr zur Schule gehen. Eine davon ist Christians for Future. Kathrin Fingerle ist bei Christians for Future engagiert. Sie ist Pfarrerin in Sigmaringen und hat dort angefangen, sich neben ihrem Beruf für den Klimaschutz einzusetzen. Wie das kam?

 Also bei mir war es so, dass seit der Geburt unserer Kinder mich das Thema irgendwie immer mehr beschäftigt hat. Und dann habe ich tatsächlich irgendwas, wie „Fridays for Future und Christentum“ oder so in der Suchmaschine eingegeben und bin dann auf die Christians for Future gestoßen. Habe mit denen Kontakt aufgenommen und dann auch relativ schnell eine Ortsgruppe hier gegründet.

Aber braucht es wirklich so viele Untergruppen? Wäre nicht mehr erreicht, wenn sich alle Klimaaktivisten zu einer Gruppe zusammenschließen würden? Kathrin Fingerle glaubt: es ist sinnvoll, dass es eine christliche Version der „Fridays“ gibt, wie sie Fridays for Future gern abkürzt, denn:

…bei uns sind viele Personen in Gemeinden verankert und können dann in die Gemeinden auch hineinwirken. Und die „Fridays“ haben ja auch nicht den Fokus darauf, gerade in die Kirchenleitung auch hineinzuwirken oder gar in die Strukturen. Von daher find ich das schon eine gute Ergänzung.

Christians for Future wollen in ihren Gemeinden vor Ort etwas für den Klimaschutz tun und das Thema in den Kirchenleitungen stark machen. Das unterscheidet sie von anderen Gruppen. Aber Kathrin Fingerle ist auch überzeugt davon, dass sie als Christen und Christinnen etwas ganz Eigenes in die Klimabewegung mit einbringen können

Ich glaube, dass Christ:innen auch eine besondere Art von Hoffnung mitbringen können. Wir glauben, dass Gott die Erde geschaffen hat und uns liebt. Und ich glaube auch, dass Gott will, dass wir es schaffen, sozusagen, also Gott will nicht, dass die Erde leidet und dass die Menschen leiden

Ich höre oft als Vorwurf gegenüber Klimaschützern, dass sie gerade nicht Hoffnung verbreiten, sondern eher Angst schüren. Kathrin Fingerle ist klar, dass beides eng zusammenhängt. 

Also ich denke schon, dass Angst auf jeden Fall eine Rolle spielt. Also ich würde auch sagen, dass ich jetzt nicht ohne Angst bin. Ich glaub, das ist auch schwierig ohne Angst zu sein, wenn man sich wirklich ehrlich dem stellt, was das bedeuten könnte. Aber ich glaube nicht, dass das jetzt der Antrieb ist, sondern ich glaube, der Antrieb ist eigentlich eher Hoffnung, weil wenn man nur von Angst besetzt wäre, dann müsste man sich ja nicht mehr engagieren.

Und das man sich engagieren muss, davon ist Kathrin Fingerle überzeugt. Denn trotz allem Gottvertrauen: Die Klimakatastrophe wird nicht einfach durch ein Wunder von oben gelöst werden. Was aber tun? Persönlicher Verzicht, oder warten auf die großen Veränderungen durch die Politik? 

Wir sind auch privilegiert, weil wir uns ein Lastenfahrrad kaufen können, weil wir Bio oder Fairtrade Lebensmittel kaufen können. Und dass das so ist, ist eigentlich einfach nicht gut. (...) Eigentlich sollte es ja so sein, dass die Wahl, die die klimafreundlichste ist, auch die günstigste ist und die einfachste. Und das ist eben einfach nicht so.

Das ist ein großes Problem. Solange Klimaschutz ein Privileg ist, für das es Zeit und Geld braucht, fühlen sich viele davon abgeschreckt und überfordert. Mit dieser Ablehnung klarzukommen ist nicht immer leicht für die, die sich engagieren. Die Pfarrerin Kathrin Fingerle denkt, auch das ist etwas, womit Christinnen und Christen die Klimabewegung unterstützen können: Seelsorge.

Gerade zu unserer letzten Klimaandacht, da kamen nicht besonders viele Leute. Aber wir hatten hinterher das Gefühl, dass für die Leute war es wirklich gut und wichtig. Weil es eben auch Menschen waren, die sehr engagiert sind und die ja aber auch das Gefühl haben, sie sind so ein bisschen auf verlorenem Posten. Und seelsorgerlich war das, glaube ich, ganz wichtig. Diese Andacht.

Und weil sie gemerkt hat, das ist etwas, was Kraft gibt und wo Christinnen und Christen ihren ganz eigenen Teil zur Klimabewegung beitragen können, hat Kathrin Fingerle ein Buchprojekt mit ins Leben gerufen: Trösten, Hoffen, Handeln, heißt das Buch, dass sie gemeinsam mit einem katholischen Kollegen herausgibt.

 Was für mich eben wichtig war, war Menschen zu finden, die gemeinsam mit mir da unterwegs sein möchten, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Also hier vor Ort und bei Christians vor Future. Und dass man vielleicht auch mal was findet, was zu einem passt. Also ich hatte jetzt das Gefühl, eben dieses Buch da rauszugeben, das passt eben auch zu mir beim Beruf.

Sich als Christin einzusetzen für die Schöpfung: für die Pfarrerin Kathrin Fingerle ist das eine wichtige Aufgabe. Und dabei verbindet sie Klarsicht mit unerschütterlicher Hoffnung:

Also ich habe nicht die Illusion, dass wir in einer Welt leben werden, die so aussieht wie die heute. Aber ich hoffe, dass es eine Welt ist, in der wir eben auch gelernt haben, dass es anders geht und in der wir anders leben. In der wir wissen, dass Wachstum und Reichtum eben nicht das ist, worauf es ankommt. Und dass wir gelernt haben, das umzusetzen, was der eigentlich auch schon längst wissen

Meine Hoffnung wäre tatsächlich, dass Gott durch Menschen wirkt und Menschen dazu befähigt und auch beauftragt. Das wäre meine Hoffnung.

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SWR1 3vor8

20MAI2024
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Als ich noch Student gewesen bin, da gab es einmal im Semester ein Treffen mit einem sehr kuriosen Namen. „Bonzenbier“. Zu diesem Bonzenbier hat sich Menschen von verschiedenen christlichen Studierendengruppen getroffen: Evangelische und Katholische, konservative und liberale. Weil alle in irgendeiner Form etwas in ihrer Gruppe zu sagen hatten, waren es – mit einer guten Portion Selbstironie - eben die Bonzen der verschiedenen Gruppierungen. 

Was ich daran total geschätzt habe: Da kamen Leute bei einem einfachen Essen und Bier zusammen, die sich vermutlich stundenlang darüber heftig hätten streiten können, wie genau das mit der Auferstehung Jesu zu verstehen ist, oder ob die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare das Ende der Kirche bedeutet oder viel zu spät kommt. Wir haben gegenseitig anerkannt, dass uns alle das gleiche Ziel verbindet – nämlich Jesus Christus nachzufolgen und den Glauben richtig zu verstehen.  Ich glaube, der Verfasser des Epheserbriefs hätte sich in der Runde wohlgefühlt.

Der Epheserbrief ist in der Bibel zu finden, und über einen Abschnitt daraus wird heute in vielen evangelischen Gemeinden gepredigt. Schon damals haben die ersten Christen darüber diskutiert und gestritten, was denn nun der „richtige“ Glauben ist. Und manche haben sich dabei wie die „Bonzen“ aufgeführt und wollten ihre Auffassung mit allen Mitteln durchsetzen. Der Autor des Briefes ruft zur Einheit Glauben auf. Als Motto für den Weg dahin gibt er ihnen mit: Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.

Einheit im Glauben, das ist ein großes Ziel. Und ich glaube nicht, dass wir uns jemals ganz einig sein werden. Aber das ist völlig in Ordnung, denke ich – solange wir gemeinsam in die gleiche Richtung gehen. So wie es der Epheserbrief sagt: in Liebe unterwegs zu dem, der das Haupt ist, Jesus Christus.

Auf diesem Weg gibt es unterschiedliche Reisegruppen und Menschen, die den Weg zusammen bestreiten. Evangelische, katholische, eher konservative oder auch liberale. Da gibt es auch mal Streit und die Reisegruppen sind sich gegenseitig nicht ganz grün. Dabei ist aber wichtig, und diese Überzeugung atmet der heutige Predigttext: Dass wir auch immer wieder Momente haben, an denen die unterschiedlichen Gruppen zusammenkommen.

Ich meine, dazu eignen sich Abende wie das Bonzenbier besonders. Wo die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Und das Anerkennen, dass die anderen das gleiche Ziel verfolgen. Nicht der Fokus darauf, was uns unterscheidet.

Mehr Bonzenbier also. Mehr Abende mit gemeinsamen Essen und Trinken. Vielleicht in Zukunft aber lieber unter anderem Namen.

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SWR1 Begegnungen

09MAI2024
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Bernd Schwenkschuster Foto: mudmates

Eine Kirche in der keine Gottesdienste gefeiert werden, sondern in der geklettert wird.  Der schwäbische Pfarrer einer methodistischen Gemeinde, Bernd Schwenkschuster, hat vor 10 Jahren mit Mitstreitern dieses besondere Projekt gestartet. Gemeinsam haben sie überlegt, wie man auch die Menschen erreichen könnte, die bisher mit Kirche wenig anfangen können. Schnell war klar: es soll was mit Sport zu tun haben:

Und viele haben gesagt, wir klettern gerne und wir tun gern Kaffeetrinken. Und da haben wir gesagt: Dann lasst uns doch mal eine Konzeption entwickeln für einen Begegnungsraum mit integrierter Kletteranlage.

Aus der Vision wurde Wirklichkeit: Dort wo früher Kanzel und Altar standen, ragen jetzt hohe Kletterwände in die Höhe. Eine Kirche in der geklettert werden kann. Den Begriff Kletterkirche verwendet Bernd Schwenkschuster trotzdem nicht so gerne.

Weil wir bewusst nicht Kirche sein wollen. Also wir wollen mit Menschen unterwegs sein, auch geistliches Leben miteinander leben. Aber die Schwelle in die Kirche zu gehen, ist hoch. Und wir haben gesagt, der Begriff Kirche, wir brauchen den nicht, wir überzeugen durch das, was wir anbieten. Und wir reden von H3. Hochklettern, herunterkommen und Halt finden. Das ist eigentlich das, was wir hier leben wollen.

Eine Besonderheit ist dabei, dass die Anlage für alle offen ist:

Wir sind die einzige Kletterhalle meines Wissens in Deutschland, die keinen Eintritt verlangt. Wir bieten Räume an, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen. Und wenn sie dann mehr wissen wollen über uns oder über Gemeindeleben oder über Christsein, dann sind Menschen da, die Auskunft geben können.

Auch Gottesdienste gehören zum Gemeindeleben dazu. Und weil in der Kirche ja alles auf das Klettern ausgerichtet ist, finden die an ungewöhnlichen Orten statt.

Wir sind in Kneipen unterwegs. Wir sind Open Air. Es ist ein bisschen schwierig, uns zu finden. Ja, aber die, die uns finden wollen, finden uns. Wir versuchen sehr viel auf sehr einfachem Niveau zu halten. Also, wenn wir Open Air sind, haben wir einen Lautsprecher, Gitarre und Cajon. Mehr nicht. 

Mich fasziniert die Begeisterung und die Energie, die Bernd Schwenkschuster ausstrahlt und die bestimmt auch zum Gelingen des Projekts beigetragen hat. Ich selbst bin kein guter Kletterer. Und frage mich: Gäbe es in der Gemeinde auch was zu tun für Menschen wie mich, die keine passionierten Kletterer sind?

Wir kriegen alle unter. Ey, jeder ist wahnsinnig begabt. Ich finde es eine riesen Wertschätzung, wenn eine Gemeinde es ermöglicht, dir deine Begabungen so zu mir zu ermöglichen, dass du das einbringen kannst in das Ganze.

Eine Gemeinde, in der es Platz für alle gibt! Bernd Schwenkschuster und sein Team haben dazu noch mehr Ideen. 

Vor 10 Jahren hat Bernd Schwenkschuster zusammen mit einer kleinen Gruppe eine Gemeinde in Metzingen gegründet und aus der Kirche eine Kletterhalle gemacht. H3 – so haben sie sich genannt: Hochklettern, herunterkommen, Halt finden. Das Angebot ist ein voller Erfolg. Aber die Gemeinde hat noch mehr sportlichen Ehrgeiz: 

Was wäre es, wenn wir einmal ein Projekt starten, wo wir mindestens 1000 Leute zusammenbringen?

Die Idee: Ein Hindernislauf im Freien! Querfeld ein und mit viel Spaß – da gab im schwäbischen Raum und darüber hinaus noch kein gutes Angebot.

Und so sind wir 2018 in die Planung gegangen von MudMates. Und es hat uns dann ein bisschen rechts überholt, muss man gestehen. Wir hatten relativ schnell 1600 Anmeldungen der Läufer.

Insgesamt waren dann bei der ersten Auflage von MudMates, was auf deutsch so viel bedeutet wie „Schlamm-Kumpels“, 6000 Teilnehmende und Zuschauer dabei. 10 km Hindernislauf, mit Hindernissen, die nur als Team zu überwinden sind. Überhaupt: Teamwork ist bei dem ganzen Projekt ein wichtiges Stichwort. Denn nur dadurch wird so etwas großes möglich, davon ist Bernd Schwenkschuster überzeugt:

Als Team können wir wahnsinnig viel auf die Beine stellen. Und wenn die richtigen Leute zusammenkommen, dann stellst du die Welt auf den Kopf. Und wenn wir es schaffen, einen Rahmen zu bieten, wo Leute sich mit ihrem Potenzial einbringen können und uns sehen, der Mehrwert für alle ist so enorm, dass ich das als Einzelner gar nicht hinbekommen würde, dann ist meine Erfahrung, dass da Großes dabei entsteht

Was MudMates neben dem großen ehrenamtlichen Engagement auszeichnet: Es gibt keine Siegerehrung:

Jeder ist ein Gewinner. Jeder, der durchkommt, hat gewonnen.

Beim gemeinsamen Überwältigen des Hindernisparcours entsteht eine besondere Gemeinschaft.

Also das, was ich bei MudMates erlebe, ist tatsächlich, dass Menschen kommen, manchmal allein und als Team gehen. Ich kann mich 2019 erinnern, da sind Firmen Teams gekommen und danach hat mir einer gesagt: „Mir hat heute der Geschäftsführer aus dem Dreck geholfen.“

Und das verbindet die Kletterhalle mit dem Hindernislauf: Das Anliegen, Räume zu schaffen, wo sich Menschen begegnen, die sonst nicht aufeinandertreffen und Gemeinschaft entsteht:

Und auf einmal sitzt du an einem Lagerfeuer und rede über Abenteuer des Lebens. Und da sitzt einer, der im Knast war und da sitzt ein Geschäftsführer und da sitzt einer, der so Kleinkunstsachen macht,  das sind so heilige Momente, wo ich heute noch manchmal Gänsehaut kriege, wenn ich daran zurückdenke.

Heilige Momente werden möglich, wenn Himmel und Erde sich berühren. Nicht nur damals, zur Zeit Jesus, sondern auch heute noch ist das möglich davon ist Bernd Schwenkschuster überzeugt. Er meint, dazu muss man es den Jüngern nachmachen. Und das heißt: 

 …mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen stehen und mit dem Kopf trotzdem im Himmel schauen. Und ich glaube, das ist genau das, was das H3 und MudMates versucht. Wir wollen mit beiden Beinen im Leben stehen und trotzdem unseren Kopf ein Stück weit im Himmel haben. Und das ist vielleicht auch das, was MadMud und H3 jetzt mit Himmelfahrt verbindet, weil ich glaube, dass wir da schon etwas von diesem, von diesem Himmel auf Erden hier leben können.

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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

27APR2024
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Tempolimit, Gendern, Fleischessen. Ein Großteil der politischen Debatten der letzten Jahre kommen als Verbotsdebatten daher. Dabei wird oft der große Begriff der Freiheit ins Feld geführt. Mir kommt es manchmal so vor, dass die Freiheit dabei als Notanker missbraucht wird, wenn irgendeinem der politischen Lager die Argumente ausgehen. Mich stört neben der polarisierten Debatte, dass Freiheit dabei nur als "darf ich etwas oder darf ich etwas nicht" verstanden wird. Dabei ist das ein furchtbar reduziertes Verständnis.

Ich glaube ja, die biblische Erzählung vom Sündenfall hat da eine gute Perspektive. Die Hauptpersonen sind die ersten Menschen: Adam und Eva. Und wonach Adam und Eva in dieser Geschichte streben ist die vollkommene Freiheit, oder zumindest das, was sie dafür halten. Ihr zu Hause ist der Garten Eden, und hier dürfen sie frei leben, wie sie wollen. Es gibt nur dieses eine kleine Verbot, dass sie von den zwei Bäumen in der Mitte des Gartens keine Früchte essen dürfen. Ein kleines Verbot - aber das ist ihnen ein Dorn im Auge. Die beiden Menschen wollen unbedingt selbst beurteilen können, was für sie gut ist und was nicht. Von der Schlange lassen sie sich verführen und essen von den verbotenen Früchten. Dass sie das Vertrauen Gottes damit verletzt haben, war ihnen in dem Moment egal. Aber ihr gemeinschaftliches Verhältnis zu Gott ist zerbrochen. Adam und Eva müssen das Paradies verlassen. Und auch das Verhältnis der beiden untereinander ist nicht mehr wie früher. Da gibt es jetzt Neid und Scham voreinander.

Ich finde in der Erzählung steckt die große Weisheit, dass die absolute individuelle Freiheit eben nicht das Paradies bedeutet. Alles für sich selbst zu entscheiden kann einen ganz schön unfrei machen. Statt gemeinschaftlich durchs Leben zu gehen, schauen die ersten Menschen jetzt lieber jeder nach sich selbst. Und das Vertrauen und die Gemeinschaft mit Gott ist auch kaputt und zerstört. Also – Freiheit sieht für mich anders aus. Das Paradies wäre für mich ein Ort ohne Neid und Scham. Ein Ort, an dem alle ihren Platz haben.

Für die politischen Debatten um Freiheit heutzutage scheint mir die alte biblische Erzählung eine wichtige Erkenntnis beisteuern zu können: sie verdeutlicht, dass Freiheit nicht nur individuell zu verstehen ist. Sondern auch gemeinschaftlich: und dann drehen sich die Debatten in Zukunft vielleicht weniger darum, ob es weiterhin erlaubt ist, mit 200 Sachen über die Autobahn zu donnern oder nicht, sondern darum, ob ein Tempolimit sinnvoll für die Gesellschaft sein könnte. In was für einer Gesellschaft können wir Menschen uns möglichst frei entfalten? Wie muss unser Miteinander aussehen,  damit viele Stimmen gehört werden. Für mich ist das eine Freiheit, über die wir diskutieren können. Müssen.

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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

25APR2024
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Meine Fensterbank gleicht einem pflanzlichen Friedhof. Dabei war ich guter Dinge, dass ich meine Pflanzen diesmal über den Winter bringen würde. Dass ich diesmal regelmäßig gieße, vielleicht ab und zu dünge. Viel gehört eigentlich nicht dazu, und ich scheitere trotzdem dran.

Und wie den Zimmerpflanzen geht es leider auch den zarten Pflänzchen meiner guten Vorsätze. Man sieht es nicht sofort, wenn man mein Wohnzimmer betritt – aber: Da sind noch die dürren Überreste meines Vorsatzes, nicht so schnell über andere zu urteilen. In einer anderen Ecke steht der vertrocknete Philodendron meines Versuchs dankbar zu sein für das, was ich kann – und mich nicht andauernd mit anderen zu vergleichen. Und da noch der eingegangene Monstera-Setzling meines Plans, wieder regelmäßiger Sport zu machen.

Ja es ist schon gut, dass meine Schwächen und ungelösten Probleme, nicht so offensichtlich auf dem Präsentierteller stehen, wie meine gerade verdorrenden Pflanzen. Dadurch kann ich sie aber auch leichter verdrängen – ganz hinten in der Abstellkammer im Kopf, in die man nur selten mal reinschaut.

Bei Gott klappt das allerdings nicht mit dem Verdrängen. Gott sieht genau hin, und in der Bibel heißt es einmal:  Der Mensch sieht was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an. Er sieht auch die unsichtbaren kaputten Ecken in mir. Ich finde die Vorstellung erstmal unangenehm. Wenn ich ehrlich bin, dann schäme ich mich ein bisschen – auch vor Gott. Ich bin es eben gewohnt, meine Schwächen zu verstecken und zu verdrängen. Ich finde das ganz schön schwer, mir das vorzustellen: Dass es da jemand gibt, der mich nicht nach meinem Scheitern und Versagen beurteilt. Dass Gott angesichts meiner vertrockneten Zimmerpflanzen und meiner gescheiterten Pläne nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, sondern so wie ein richtig gutmütiger Freund ist, der mir hilft meine Pflanzen und mein Leben wieder aufzupäppeln.

Schwer vorstellbar, aber wunderbar und entlastend. Dass ich das, was mit unangenehm ist, mit jemand teilen kann. Denn, um den Mut haben, es trotzdem nochmal zu wagen, muss man den alten Ballast auch mal loswerden. Und das geht besser, wenn da einer dabei ist.

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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

24APR2024
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Seit über vier Jahren gehöre ich zu einem Kreis, der gemeinsam Andachten und kleine Gottesdienste feiert – und zwar online: jeder bei sich zu Hause vor dem Computerbildschirm. Letzte Woche hat sich unser Kreis zum letzten Mal online getroffen: Auf meinem Monitor habe ich viele Kerzen angehen sehen. Wir haben gemeinsam gesungen - alle zu Hause vor ihren Bildschirmen – und haben dann alle gemeinsam virtuell eine Wolke aus Worten erstellt – mit Dingen, wofür wir diese Woche dankbar sind, und wofür wir Gott bitten wollen. Viele der Teilnehmenden habe ich bisher noch nie in Präsenz getroffen – und trotzdem hat sich das nach echter Gemeinschaft angefühlt und ich habe das Gefühl, die Menschen zu kennen.

Entstanden ist das Ganze in Corona-Zeiten, als nur Onlinemeetings möglich waren. Als man sich dann wieder treffen durfte, haben sich die Mitglieder unserer Gruppe weiter getroffen. Weil da etwas Schönes entstanden war.

Nach 4 Jahren war jetzt trotzdem Schluss. Wir haben gemerkt, dass für uns etwas anderes dran ist. Dass unsere Andachten uns in den letzten 4 Jahren wichtig waren, aber jetzt die Luft raus ist. Es war gut, dass wir alle zum gleichen Moment dieses Gefühl hatten. Das hat es einfacher gemacht, Abschied zu nehmen. Und gleichzeitig war es auch traurig: Es war eine besondere Gemeinschaft mit Menschen aus so verschiedenen Orten und aus so unterschiedlichen Altersgruppen.

Darum haben wir ganz bewusst Abschied genommen. Noch ein letztes Mal online Andacht gefeiert. Auf die schönen Momente der letzten Jahre zurückgeschaut. Nochmal die Lieblingslieder gesungen. Noch einmal virtuell zusammen gebetet. Ganz bewusst ein letztes Mal. Das hat gut getan. So bewusst etwas zu Ende zu bringen. Das, was uns so wichtig war, in einem guten Rahmen zu verabschieden. Die Erfahrung macht mir paradoxerweise Mut für die Zukunft. Da wird es – persönlich, aber auch in unseren Kirchengemeinden auch immer wieder darum gehen Abschied zu nehmen. Vielleicht Abschied vom Kirchengebäude, in der man konfirmiert wurde, oder Abschied von dem wöchentlichen Gottesdienst in der Kirche direkt vor der Haustür, Abschied von dem Arbeitsplatz, den man lange und gerne hatte, Abschied von manchen Freundschaften. Etwas nicht einfach versanden zu lassen, sondern bewusst Auf Wiedersehen zu sagen, finde ich dabei wichtig. Auch wenn das gar nicht so leicht fällt. Mir hilft der Gedanke, dass „Auf Wiedersehen“ nicht heißt, dass eine Beziehung komplett abgebrochen wird, sondern vielleicht nur an anderer Stelle und in anderer Form weiterleben. Und Raum und Kraft für etwas Neues da ist.

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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

23APR2024
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Ein Freund von mir, Jonas, hat angefangen, Spenden zu sammeln für Menschen im Gaza-Streifen. Jonas hat da Bekannte. Mit ihren Augen sieht Jonas, wie die Situation für seinen Bekannten, seine Frau und seine Kinder seit dem Überfall der Hamas auf Israel immer schlechter wird. Sie leben inzwischen in Zelten. Und die Situation ist so schlimm, dass sie ihre Heimat verlassen wollen. Um über die Grenze zu kommen, brauchen sie aber viel Geld – für die notwendigen Dokumente und Genehmigungen. Selbst wenn genug Geld zusammenkommt – geholfen wäre dann nur einer Familie von vielen. Es darf doch nicht sein, dass so viele Menschen dort leiden.

Was wirklich helfen würde, das wäre ein Ende des Krieges oder wenigstens ein Waffenstillstand. Welche Seite muss sich da zuerst bewegen? Die Hamas-Terroristen, die ihre Geiseln nicht frei lassen wollen, solange keine Hilfsgüter nach Gaza durchkommen? Oder die israelische Regierung, die keine Hilfsgüter durchlassen möchte, solange die Hamas noch Geiseln gefangen hält? Ich weiß, dass die Lage in Wirklichkeit noch viel komplizierter ist. Aber für mich war es ein erster kleiner Schritt: Zu erkennen, dass Krieg kein Fußballspiel ist, wo ich ohne große Konsequenzen für eine Seite sein kann.

Und dann habe ich vor einigen Tagen ich einen jüdischen Rabbiner kennengelernt. Er lebt in Deutschland und erzählt mir und meinen Kolleginnen davon, wie der Hass gegen Juden bei uns die letzten Jahre zugenommen hat.  Besonders seit dem 7. Oktober. Dass die Hassbriefe, die er bekommen hat, früher wenigstens noch anonym gewesen seien. Jetzt scheuen Menschen nicht mal mehr davon zurück, ihm die furchtbarsten Sachen unter Klarnamen zu wünschen. Es ist selbstverständlich, dass die Synagogen in Deutschland rund um die Uhr von der Polizei bewacht werden. Was für eine absurde Selbstverständlichkeit! Es darf nicht sein, dass Menschen beim Beten von der Polizei beschützt werden müssen.

Es sind so viele, die unter dem Konflikt in Israel und Palästina leiden. Dort und auch bei uns, mitten in unserem Land.  Und ich sehe nicht, wer jemals davon profitieren soll. Für die israelischen Geiseln und ihre Angehörigen, für die Freunde von Jonas im Gazastreifen, für den Rabbi in Deutschland und all die anderen, die unter diesem sinnlosen Krieg leiden, bete ich und bitte Gott um das, wovon die Bibel voll ist: Hoffnung auf Frieden und Versöhnung.

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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

22APR2024
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Ich habe einmal eine Fahrradtour die Donau entlang gemacht. Und wie ich so vor mich hinfahre, da ist sie auf einmal einfach weg. Die Donau. Zumindest an den meisten Tage im Jahr. Nach ihren ersten Kilometern als kleiner Fluss verschwindet die Donau plötzlich im Boden – nur um über 10 km später wieder aufzutauchen. Von diesem Phänomen – der Donauversickerung – bin ich seitdem fasziniert. Die Donau versickert, weil der Untergrund voll von kleinen Rissen und Klüften ist. Und es ist noch gar nicht so lange her, dass man rausgefunden hat, dass nicht alles Wasser der Donau später wieder als Donau weiterfließt, sondern ein Teil des Wassers im Aachtopf wieder auftaucht und in den Rhein fließt. Ich finde das Phänomen richtig faszinierend, weil ich es verrückt finde, dass so ein Fluss einfach verschwindet und wieder auftaucht.

Mit meinem Glauben war es ein bisschen wie mit der Donau. Als junger Erwachsener – mitten im Studium war es so, als wäre mein Glaube einfach im Boden versickert. Das war anders als bei der Donauversickerung weniger faszinierend, sondern sehr, sehr belastend. Der Glaube hatte seit der Kindheit mein Leben mitbestimmt – und auf einmal begann er zu versickern und ich konnte es nicht aufhalten. Eine Zeit lang war es so, als wäre er einfach weg mein Glaube. Es hat gedauert, bis er langsam wieder aufgetaucht ist – und das ist dann doch so faszinierend, wie die Donauversickerung. Denn es gab keinen äußeren Grund, kein plötzliches Erlebnis, dass meinen Glauben zurückbrachte. Eher so ein langsames Wiederauftauchen. Wie ein kleines Rinnsal, das schließlich langsam wieder zu einem kleinen Strom wurde.

Seitdem steigt und sinkt der Wasserstand meines Glaubensflusses auch immer mal wieder. Versickert, wie damals, ist er nicht mehr. Aber mich lässt meine Erfahrung und das Bild der Donauversickerung entspannter auf den Glauben schauen: Nicht immer, wenn er gerade nicht greifbar oder sichtbar ist, ist der Glaube weg. Und nach längeren Durststrecken folgen auch wieder Zeiten, in denen der Fluss wieder kräftiger wird. Manchmal ist es auch wie beim Aachtopf: da kommt der Glaube wie die Donau an einer ganz anderen Stelle wieder raus und fließt dann weiter. Egal wo – er führt mich weiter mein Glaube, er fasziniert und beschäftigt mich. Wie die Donauversickerung eben.

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SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

21APR2024
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Kurz nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft, noch auf dem Spielfeld, steht ein Reporter plötzlich vor Frank Ribery, der mit der Meisterschale grinsend über den Rasen läuft. „Kannst du mal in die Kamera jubeln“, fragt er den Links-Außen-Spieler, der ursprünglich aus Frankreich stammt.  Und der hebt aus tiefster Überzeugung die Meisterschale in die Kamera und schreit „Jubeln“. Die Szene ist inzwischen legendär unter Fussballfans. Und der arme Frank Ribery hat inzwischen vermutlich das Wort Jubeln fest in seinem Wortschatz.

Klar, das Missverständnis ist zum Schmunzeln – aber wie hätte Ribéry denn sonst kameratauglich jubeln sollen? Winken vielleicht, oder Hüpfen? Jubeln ist ja mehr, als „sich freuen“. Wer macht das schon? So richtig aus sich herausgehen und laut – jubeln…Zu meinen alltäglichen Gefühlsausbrüchen gehört Jubeln jedenfalls nicht. 

Der heutige Sonntag ist in der evangelischen Kirche dem Jubeln gewidmet. Ein Sonntag, der daran erinnert, dass wir Grund zum Jubeln haben.

In der Bibel jubeln nicht nur die Menschen, sondern die ganze Erde: „Jauchzet, ihr Himmel, denn der HERR hat’s getan! Jubelt, ihr Tiefen der Erde! Ihr Berge, frohlocket mit Jauchzen, der Wald und alle Bäume darin!“, heißt es zum Beispiel im Jesajabuch. Die ganze Welt jubelt, weil Gott sein Volk Israel und die Erde erlöst. Die Menschen der Bibel fühlen sich hier leicht und befreit. Die ganze Schöpfung atmet auf, weil Gott auf ihrer Seite steht.  Ich finde die Vorstellung von singenden Tiefen, tanzenden Bergen und jubelnden Meeren großartig. Und in einem bisschen kleineren Maßstab jubelt die Natur ja jetzt wirklich, wo es Frühling ist. Zwitschernde Vögel, rausgeputzte Blumen, und wuselige Insekten.

Bejubelt wird in der Bibel aber nicht nur die Welt wie sie ist, sondern vor allem darüber, wie die Welt sein wird. Die Welt ist so schön und kann gleichzeitig so schrecklich sein. Wir leben in Freiheit und müssen doch Angst haben vor Krieg und Gewalt. Aber Gott verspricht, dass diese Schrecken einmal ein Ende haben werden. 

Wäre es nicht besser mit dem Jubeln so lang zu warten, bis es soweit ist? Bis Gerechtigkeit herrscht und keiner mehr leiden muss? Ich glaube, es ist gut schon jetzt darüber zu jubeln, wo wir Bruchstücke von Gott neuer Welt erahnen – eben in der Schönheit der Natur, beim bezaubernden Konzert am Abend oder dem duftenden Kaffee am Morgen. In der wiedergewonnenen Freundschaft im neugeborenen Kind. Ein bisschen neue Welt und Grund zum Jubeln.

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SWR1 3vor8

07APR2024
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Schnellstes Tor der DFB-Geschichte! Nach dem Länderspiel der Herren-Fußballnationalelf-Elf gegen Frankreich waren die Schlagzeilen voll davon. Der Fußballer Florian Wirtz hatte nur acht Sekunden nach dem Anpfiff den Ball im Tor der französischen Elf versenkt. Unglaublich. Ich hatte das Spiel nicht gesehen, aber als ich das gelesen hab, musste ich die Szene sofort bei Youtube nachschauen. Mit eigenen Augen sehen, wie das funktionieren soll – ein Tor in 8 Sekunden. Erst als ich den Steilpass auf Wirtz, seinen kurzen Sololauf und den anschließenden Torschuss gesehen hatte, habe ich wirklich verstanden, wie das funktioniert hat: ein Tor nach 8 Sekunden.

In der Bibel wird von Jesus Auferstehung erzählt und von dem unglücklichen Jünger Thomas, der gerade nicht da war, als der auferstandene Jesus zu seinen Freundinnen und Freunden gekommen ist. Schon die dabei waren, konnten es kaum fassen, dass ein Totgeglaubter plötzlich wieder ganz lebendig unter ihnen war. Erst recht für Thomas:  Ohne das gesehen und gefühlt zu haben, kann er das nicht glauben. Ob eine Youtubevideo zum Nachschauen vor 2000 Jahren die Situation verändert hätte?

Über Thomas Geschichte wird heute in vielen evangelischen Gemeinden gepredigt. Thomas hat Glück. Jesus erscheint auch ihm noch einmal und fordert ihn sogar auf, die Wundmale der Kreuzigung an seinen Händen zu berühren. Auf mich wirkt das, als hätte Jesus Verständnis für Thomas Lage. Dass es einfacher ist, an so etwas Unglaubliches wie die Auferstehung zu glauben, wenn es dafür handfeste Beweise gibt. Jesus sagt zu Thomas: Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Aber auch diejenigen dürfen sich glücklich schätzen, die mich nicht sehen und trotzdem glauben.

Was Jesus da sagt, tut mir gut. Wenn ich mir mal wieder wünsche, dass ich die Auferstehung Jesu so leicht nachschauen könnte wie das letzte Länderspiel – weiß ich, dass das nichts mit einem zu kleinen Glauben zu tun hat. In Jesu Worten kommt zum Ausdruck, dass es nicht selbstverständlich ist, so etwas Unglaubliches zu glauben. Es ist ein Geschenk, darauf vertrauen zu können, dass das Leben über den Tod gesiegt hat. Nichts, was man verstandesmäßig leisten kann. Ich bleibe ein wenig neidisch auf Thomas zurück – der den auferstandenen Jesus erleben konnte. Und vertraue darauf, dass Jesus auferstanden ist und mich begleitet – ganz ohne Beweis.

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