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SWR3 Gedanken

08OKT2025
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Die Schule nach der Schule – Efterskolen: So nennt man Internate in Dänemark für 14- bis 18-Jährige. Dort dürfen Jugendliche, bevor sie die Schule verlassen, nochmal lernen – und zwar diesmal WIRKLICH fürs Leben.  Die Efterskolen setzen nicht nur auf Noten, sondern auf Persönlichkeit. Ihnen geht’s darum, dass die Jugendlichen selbstbewusst und verantwortungsvoll ins Berufsleben starten können; indem sie sich selbst besser kennenlernen und so vorbereitet werden auf alles, was man fürs Leben braucht. Ich finde das großartig.

Denn genau das fehlt oft bei uns. Ich sehe es jeden Tag an meiner Schule: Viele Kolleginnen und Kollegen kämpfen bereits täglich dafür, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit sich selbst klarzukommen, Verantwortung zu übernehmen, mutig zu sein. Aber der Alltag ist hart. Die Bildungspläne, der Notendruck, die Prüfungen – all das stresst Lehrkräfte UND unsere Schülerinnen und Schüler. Und häufig steckt die Wurzel des Problems viel tiefer: In unserer Gesellschaft zählt zu oft Leistung mehr als Menschlichkeit.

Die Efterskolen zeigen, wie anders es gehen kann. Sie geben Jugendlichen Raum, Entscheidungen zu treffen, Grenzen auszuprobieren, Fehler zu machen – und zeigen damit: Scheitern ist nicht das Ende, sondern Teil des Lebens.

Als Christin motiviert mich das besonders. Ich glaube daran, dass jeder Mensch wertvoll ist und wir Verantwortung füreinander übernehmen. Wie gerne würde ich unseren Kindern und Jugendlichen diesen Raum eröffnen, in dem sie lernen: Ich bin mehr und ich kann mehr, als ich dachte.

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SWR3 Gedanken

07OKT2025
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Auf Insta stoße ich ständig auf evangelikale Christfluencer. Das sind Personen, die die Bibel wortwörtlich nehmen und auf Insta konservative, homophobe und sexistische Werte als christlich verkaufen. Sie heißen „holy“ oder „faith“ und vermarkten den Glauben wie ein Lifestyle-Produkt. Ganz nach dem Motto: Wenn du dich hundertprozentig zu Gott bekennst, dich an alle Regeln hältst, dann wirst du nicht nur moralisch gut – sondern auch erfolgreich, schön und glücklich.

Ich finde das schlimm. Weil es eine Lüge ist. Glauben ist kein Fitnessprogramm, nicht die Sittenpolizei. Und schon gar kein Beautyfilter fürs Leben.

Für mich bedeutet Glauben etwas anderes. Nicht, dass ich immer strahle und alles gelingt. Sondern, dass ich eine Haltung habe, gerade wenn es mal nicht läuft. Dass ich vertraue: Ich bin getragen, auch wenn ich falle. Und manchmal auch einfach zweifle und das Gefühl habe, nicht glauben zu können. Dass Gott mich und Andere genau so annimmt, wie wir sind – und nicht erst, wenn ich bestimmte Regularien befolge.

Das ist nicht so Insta-tauglich wie ein Hochglanzfoto mit Bibelzitat und Sonnenuntergang. Aber es ist echt. Und das macht den Glauben für mich so wertvoll.

Jesus sagt nicht: „Folge mir, halte dich an alle Regeln und du wirst reich, glücklich und erfolgreich.“ Sondern er verspricht uns was echt Großes: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Auch an denen, die hässlich sind, ich müde oder voller Zweifel bin. Der Gott, an den ich glaube, gehört zu meinem ganzen Leben. Und das ist viel wertvoller, als jede perfekte Insta-Inszenierung.

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SWR3 Gedanken

06OKT2025
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Manchmal halte ich es kaum aus. Den Blick in die Zeitung, die Bilder auf Social Media. Nachrichten voller Hass, Gewalt, Hetze. Das macht mir Bauchschmerzen. Ich merke, wie mich das runterzieht. Und wie ich fast aufhöre zu vertrauen, dass wir das gemeinsam noch schaffen können.

Deshalb schaue ich jetzt noch genauer hin als sonst. Auf das, was mir Hoffnung macht. Auf die kleinen Momente, die zeigen: Menschen leben anders.

Neulich habe ich die Grundschulklasse meiner Tochter auf einem Ausflug begleitet. Ein siebenjähriger Junge stellt sich verteidigend vor eine Klassenkameradin - weil sie von den anderen echt fies geärgert wird. Da merke ich: Der hat verstanden, worauf es ankommt.

Oder wenn meine Lehrerkolleginnen und –kollegen eine Initiative mit dem Titel „Demokratiebildung“ starten. Sie sich Gedanken machen, wie Kinder und Jugendliche an der Schule lernen können, dass unsere demokratischen Werte wertvoll sind. Da spüre ich: Wir rücken zusammen.

Oder wenn auf Insta Leute Falschmeldungen richtigstellen, wenn sie sachlich erklären, was wirklich stimmt. Nicht laut, nicht aggressiv. Sondern klar, fair, respektvoll. Da zeigt sich für mich: Menschen lassen Hass nicht das letzte Wort haben.

Das sind für mich Hoffnungszeichen. Und sie zeigen mir: Menschen respektieren Würde. Menschen leben Demokratie. Im Alltag, ganz konkret.

Das macht mich dankbar. Und es zeigt mir: Hoffnung zu haben, ist nicht naiv. Hoffnung ist eine Haltung. Sie sieht das Schreckliche. Aber sie bleibt nicht dabei stehen. Sie sucht das Gute. Und deshalb teile ich sie so gerne, meine Hoffnungszeichen.

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SWR3 Gedanken

05OKT2025
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In drei Wochen werde ich 40. Und ich bin echt nicht bereit dafür.

Meine Hormone spielen verrückt, die Menopause kickt rein, und ich spüre: Manche Dinge gehen nicht mehr. (Nicht nur, weil meine Tochter manches peinlich findet, sondern weil ich älter werde.) Ja, 40 werden fühlt sich für mich ein bisschen an wie Abschied. Zwei Tage durchfeiern? Fehlanzeige. Ohne Brille abends das Buch lesen? Auch vorbei. Und dieses Gefühl, alles stünde mir noch offen – naja, das hat sich schon verändert.

Ich schaue auf meine Tochter, sie wird bald 11 – und sehe: Sie verabschiedet sich grad vom Kindsein. Die Tierposter in ihrem Zimmer werden gegen Nina Chuba Plakate getauscht und statt Schleichtiere gibt’s neue Ohrringe.

Und dann meine Oma. Sie ist diese Woche 96 geworden. Ihr Abschied ist noch viel radikaler. Sie verabschiedet sich von ihrer Selbstständigkeit, vieles geht nicht mehr so einfach. Sie braucht Unterstützung beim Einkaufen und der Gartenarbeit.

Mir wird klar: Älterwerden heißt Abschied nehmen. Abschied von Lebensphasen, von Gewohnheiten, von Menschen. Das ist seltsam, traurig, und macht mir manchmal sogar Angst. Aber ich habe auch gemerkt: Ich gewinne Erfahrung. Jahrzehntelange Freundschaften tragen mich. Ich spüre schneller, was mir guttut und was nicht. Und ich kann meine Tochter begleiten, meine Oma würdigen – weil ich schon ein Stück Weg mit ihnen gegangen bin.

Das ist mein Schatz, den ich in vierzig Jahren gewonnen habe: die Gesichter, die Geschichten, die vielen Male, bei denen ich hinfalle und wieder aufstehe. Ja, ich werde 40. Und das bedeutet beides: Abschied nehmen und weiter gehen, mit einem großen Schatz im Gepäck.

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26APR2025
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Ich besuche meine Freundin Natalie. Nicht kurz auf einen Kaffee, auch nicht mal eben auf ein Abendessen. Um meine alte Schulfreundin Natalie zu besuchen, muss ich eine ganz schön weite Strecke hinter mich bringen. Sie wohnt auf einer kroatischen Insel – auf Vis. Im Winter fährt nur zwei Mal am Tag eine Fähre vom kroatischen Festland hinüber. Es gib dort kein Krankenhaus, keine weiterführende Schule, keinen Therapeuten und nur einmal die Woche kommt eine Ärztin vorbei. Vom einen Ende der Insel bis zum anderen brauchen wir nur 20 Minuten mit dem Auto. Irgendwie ist das krass – meine weltoffene, hippe, sehr kluge Freundin Natalie hat sich ein Nest gebaut, auf einer völlig abgelegenen Insel, mitten in der Pampa. Wenn mir Natalie früher schon von ihrer Insel erzählt hat, dann haben ihre Worte alle Sinn gemacht – aber so richtig verstehen und fassen konnte ich das bisher nicht. Bis ich sie dann erlebe – auf Vis. Sie stellt mir ihre Leute vor – Ronja, die sich auf der Insel verliebt und eine Familie gegründet hat; Pero, der schon immer auf der Insel lebt und uns bunte Fische aus dem Meer holt; oder Anna, die mit Natalie ihr Zuhause teilt und mir mit ihrer tiefen Stimme vorkommt, wie die stärkste Frau der Insel. Alles ist anders hier auf Vis, anders als mein Leben in Stuttgart, mit Familie, ständig offenen Krankenhäusern, Einkaufsläden, Post und geregeltem Job. Auch wenn alles sich anders anfühlt, fühlt sich das mit Natalie und mir nah und vertraut und gut an. Weil sie in ihrem Zuhause eben nicht das gesucht hat, was andere glücklich macht, sondern sie. Sie ist mehr sie selbst als jemals zuvor.

Natalie ist in ein anderes Land gereist, um ihr Zuhause zu finden. Den Rucksack mit den ganzen Konventionen, Komfort und Sicherheiten hat sie zu Hause gelassen. Und so lebt sie nun, selbstbestimmt, selbstständig und vor allem: glücklich.

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SWR3 Gedanken

25APR2025
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Schornsteinfegerin – das ist der aktuelle Berufswunsch meiner Tochter.
Wir wohnen im fünften Stock und haben einen großartigen Blick auf die Dächer von Stuttgart. Meine Tochter liebt es, am Fenster zu sitzen und den Schornsteinfeger zu beobachten. Sie bewundert ihn dafür, wie mutig er seinen Job da oben macht.

Als sie mal wieder auf dem Fenstersims sitzt und den Schornsteinfeger beobachtet, fragt sie mich: „Mama, dürfen das eigentlich auch Frauen machen?“ Ich bin erstmal verwundert: „Was meinst du?“ „Na, Schornsteinfeger? Das ist ja immer ein Mann, der das macht.“

Mir wird schnell klar: Weil meine Tochter immer nur Männer in schwarz beobachtet, weiß sie gar nicht, ob das auch Frauen machen dürfen. Das prägt sie natürlich. Das was sie sieht – Schornsteinfeger – und das, was sie bisher noch nie gesehen hat: Schornsteinfegerinnen.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir diesen Tag haben: Den Girl‘s und Boy‘s Day. Einen Mädchen-und Jungs-Zukunftstag. Der soll Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, sich einen Tag lang einen Job anzuschauen, der nicht unbedingt ihrem Geschlechterklischee entspricht: Während meine Tochter dann einen Tag lang den Schornsteinfeger begleiten darf, können Jungs sich zum Beispiel mal anschauen, was eine Erzieherin so leistet. Das soll sie motivieren, sich weniger an Rollenklischees zu orientieren; und sich einen Job auszusuchen, der zu ihnen und ihren Stärken passt.[1]

Vielleicht ist der Traum meiner Tochter von der Schornsteinfegerin nur ein Kindheitstraum. Aber falls sie ihn später doch mal verwirklichen will, soll es ganz bestimmt nicht an ihrem Geschlecht scheitern.

 

 

[1] Infos entnommen von: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/pirna/presse/2024-7-am-25-april-2024-ist-bundesweiter-girlsday-boysday

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SWR3 Gedanken

24APR2025
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Angst ist überlebensnotwendig. Das Blöde ist nur, dass die Angst meistens gar nicht nachfragt, bevor sie vorbeikommt. Sie ist plötzlich da – und ein ziemlich unangenehmes Gefühl.

Aktuell haben 80 Prozent[1] der Jugendlichen in Deutschland Angst vor Krieg in Europa. Und zwei Drittel machen sich Sorgen wegen der Umweltverschmutzung. Ihre Ängste sind nicht einfach klein zu reden. Ich brauche nur die Zeitung aufzuschlagen und weiß ganz genau: Diese Ängste sind begründet.

Bei Ängsten verhält es sich so: Sie klein zu reden, wegzudrücken oder zu banalisieren ist gar keine gute Strategie. Aber der Mensch lernt von klein auf, sich Strategien anzueignen, um mit den eigenen Ängsten umzugehen. Doch nicht jede Strategie ist hilfreich. Was die Psychologie auf jeden Fall rät: Zu schauen, was dazu beiträgt, dass ich mich wohler fühle.

Für mich ist das zum Beispiel das Gebet. Dabei nehme ich meine Sorgen ernst. Ich spreche sie laut aus und lege sie bei Gott ab. So drücke ich die Sorgen nicht weg; aber kann zwischendrin auch mal durchschnaufen und zur Ruhe kommen von all den Sorgen.

Das klingt nach wenig, vor allem wenn es um Angst vor Krieg und dem Klimawandel geht. Fast schon egoistisch und weltfremd. Aber mir ist wichtig, mit meinen Ängsten und damit auch mit mir selbst gut umzugehen. Und tatsächlich ist das – genau wie die Angst – überlebensnotwendig.

 

 

[1] Folgende Zahlen der Shell Studie 2024 entnommen.

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SWR3 Gedanken

23APR2025
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Was haben ein alter Mann mit Rollator, eine Sonne und ein übergroßes Kraftfeld gemeinsam?

Alle drei sind zu sehen auf Bildern, die Mädchen und Jungs aus meiner Reliklasse gemalt haben. Meine Schülerinnen und Schüler sind elf bis zwölf Jahre alt und setzen sich gerade intensiv damit auseinander, wer und wie Gott für sie ist.

Ich empfinde es als Privileg, mit den Kindern über Gott sprechen zu dürfen. In diesem Alter verändert sich so viel. Sie entwickeln sich zu Jugendlichen. Während der eine noch ganz kindlich ist, ist die andere bereits mitten in der Pubertät.

Deswegen ist es auch gar nicht überraschend, dass ihre Bilder von Gott so unterschiedlich sind. Sie beginnen, sich von ihren kindlichen Gottesbildern zu lösen und ganz eigene, abstraktere Vorstellungen von Gott zu entwickeln.

Was mich besonders berührt, als sie ihre Gottesbilder mit der Klasse teilen: Dass sich alle ganz aufmerksam zuhören. Sie sind neugierig, was die anderen über Gott denken, wie sie ihn erfahren. Und verurteilen nicht, wenn die Vorstellung so ganz anders ist als die eigene. Sie schaffen es, das eine Bild neben dem anderen stehen zu lassen. Eine Schülerin sagt am Ende: Wie schön, unsere Gottesbilder sind wie Puzzleteile – so unterschiedlich, und doch ergeben sie etwas Gemeinsames.

Das wünsche ich mir auch für uns Erwachsene: Dass wir uns mehr zuhören, wenn es um unseren Glauben geht; und uns weniger bewerten. Und auf diese Weise auch etwas Gemeinsames entdecken können.

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21APR2025
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Ostern fällt mir echt schwer – ich weiß, eigentlich sollte ich mich ja freuen. Weil es doch unser wichtigstes Fest ist, das wir Christen haben: Jesus ist für alle Menschen auferstanden. Deshalb wird an Ostern in der katholischen Kirche auch alles raus geholt, was es zu bieten gibt: Weihrauch, Orgelmusik, Licht und Feuer. Umso komischer, dass ich statt wilder Christenparty eher Zweifel spüre: Gottes Sohn stirbt und steht dann wieder auf – kann ich das überhaupt glauben?

In der Bibel gibt es einen, dem geht es genauso: Thomas. Dieser Thomas ist skeptisch. Als ihm seine Freunde erzählen, dass sie den auferstanden Jesus gesehen haben, sagt er nur: So lange ich ihn nicht mit seinen Kreuzigungswunden sehen und fühlen kann, glaub ich das nicht mit der Auferstehung (nach Joh 20,24-29).

Dieser Thomas ist für mich echt wichtig. Er zeigt mir: Auch ich Zweiflerin gehöre dazu. Ich, die anfassen will. So wie einer der engsten Jünger, wie Thomas.

Thomas begegnet später dem auferstanden Jesus, darf seine Wunde berühren. Ich habe das noch nicht erlebt, weder an Ostern, noch an einem anderen Tag im Jahr. Und doch gibt es Momente, in denen fühle ich, dass da was ist, was mich wie etwas ganz Warmes und Liebevolles umgibt. Wenn ich meinen Mann mit unseren Töchtern beobachte und ich tiefes Vertrauen spüre. Oder in mich rein höre und da etwas ist, was JA sagt zu mir.

Es bleibt vage, es bleiben Zweifel. Und so bleibe auch ich: als Christin.

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SWR3 Gedanken

20APR2025
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An Ostern geht‘s vor allem ums eins – zumindest behaupten das meine Kinder: Das große Suchen. Und genau das dürfen sie nach wochenlangem Warten heute endlich tun: Gemeinsam mit ihren Cousinen und Cousins suchen sie im Garten nach Schokoeiern. Und DAS läuft mittlerweile hoch professionalisiert ab.

Ich stehe daneben, ziemlich fassungslos; denn suchen tun meine Kinder sonst eigentlich weniger gerne. Bevor sie zu Hause etwas wirklich suchen, geben sie schnell auf und stellen sich blind.

Aber ich kann das echt gut verstehen – denn auch ich suche ungern – dabei bin ich oft auf der Suche: nach Dingen wie meinem Hausschlüssel oder meinem Handy. Und breche das gerne vorzeitig ab; weil ich viel zu ungeduldig bin. Dabei lohnt es sich, nicht immer sofort aufzugeben. Besonders dann, wenn ich nach etwas suche, was echt wichtig für mich ist:

Zum Beispiel die Suche nach etwas Ruhe und Zeit für mich. Wie oft denke ich: Das klappt sowieso nicht, ich habe viel zu viel zu tun. Oder die Suche nach dem Glauben daran, dass etwas gut werden kann. Dazu bin ich manchmal nicht hoffnungsvoll und geduldig genug.

Irgendwann ist das große Suchen vorbei. Ich finde meine Tochter mit einem Körbchen voller Schokoeier. Sie lacht mich total stolz an. Und ich denk mir: Die hat das mit Ostern echt verstanden. Dran zu bleiben, beim Suchen. Das ist nämlich nicht nur bei kleinen Schokoeiern entscheidend, sondern auch bei den ganz großen Dingen: bei dem, was mich glücklich und hoffnungsvoll macht.

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