Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Haben Sie dem lieben Gott schon mal bei der Arbeit zugeschaut? Er schafft ja mit. Damit wir die Welt nicht allein retten müssen. Mich beruhigt das ungemein. Vor allem montags, wo es wieder losgeht mit dem Schaffen. Also, haben Sie schon mal dem lieben Gott bei der Arbeit zugeschaut?

Einmal hab ich es genau gesehen. Ich hatte von einer Reise einen handtellergroßen Kern mitgebracht. Aufgesammelt an einem einsamen Strand, keine Ahnung was das war. Aber zu Hause hab ich ihn in einen Topf mit Erde gesteckt und auf die Fensterbank gestellt. Einen Monat hab ich ihn beobachtet. Nichts. Muss wohl eine hohle Nuss sein, dachte ich.

In der fünften Woche hat sich ein kleiner weißer Faden mit einem runden Kopf durch die Erde gebohrt. Eine Woche später hat sich der runde Kopf spiralförmig entrollt. Das kleine Blatt am Ende hat sich schließlich aufgeklappt, sodass es zwei waren. Wunderschön.

Und ich habe begriffen: Wenn der liebe Gott arbeitet, dann entsteht etwas, an dem man sich kaum satt sehen kann. So schön. So voller Wunder. Und immer sieht man erst mal - nichts.

So ist das immer, wenn Gott was schafft. Wenn zB. ein Menschenkind geboren wird und seine kleine Seele erwacht. Oder wenn man sich nach langem Streit miteinander versöhnt. Wunderschön. Aber wie kann man das erkennen, wenn Gott was schafft?

Die Jünger haben das Jesus gefragt. Und der hat ihnen von einem Bauer erzählt. Bauern schaffen und tun ja schon immer den ganzen Tag was. Damit Korn wächst und wir unser Brot auf dem Tisch haben. Aber damit was wächst, wirft er nur Samen auf die Erde. Und dann macht er -nichts. Beobachtet nur das Feld. Wochenlang. Erst tut sich gar nichts. Dann wächst langsam Halm und Ähre. Der Bauer schafft gute Bedingungen, düngt, vielleicht wässert er auch. Aber dass das Korn wächst, das kann er nicht machen. Das passiert.

Er kann nur Gott beim Schaffen zugucken. Und sich freuen über das Wunder. Und die Schönheit, die sich vor seinen Augen entfaltet. Ich bin sehr gespannt, was der liebe Gott diese Woche wieder alles schafft. Da geht mir meine Arbeit viel leichter von der Hand.

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