Manuskripte

Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Manche Fehler scheinen unverzeihlich. So auch der von Barbosa. Der brasilianische Torhüter ist noch als alter Mann von Kindern bespuckt worden. Und er hat es hingenommen. Ja, das war meine Schuld, so hat er gedacht. Dabei sind seine Gedanken zum größten Fußballspiel seines Lebens gegangen. Das entscheidende Spiel einer Endrunde bei der WM 1950. Brasilien reichte ein Unentschieden, um weiterzukommen. Vor 201000 begeisterten Fans sollte das doch zu machen sein. Die 1000 angereisten Uruguayer fielen nicht auf. Die Stimmung war sensationell. Besonders, als die Brasilianer mit 1:0 in Führung gingen. Auch der Ausgleich macht die Stimmung noch nicht kaputt. Ist ja alles auf dem besten Weg zur Weltmeisterschaft der Brasilianer gewesen. Doch dann, kurz vor Schluss: Torwart Barbosa hat den Ball, denkt er, doch er rutscht ihm durch die Handschuhe. Kullert weiter, über die Linie, ins Tor. Totenstille im Stadion. Minutenlang. Bis der Schiri abpfeift.

Manchmal gibt es einfach solche Dinge, die nicht ungeschehen gemacht werden können. So, wie eben auch immer wieder im Fußball. Loris Karius,  der Torwart von Liverpool, tragischer Held im diesjährigen Champions-League-Finale, kann ein Lied davon singen. 

Mir machen da Worte und Taten von Jesus Mut. Er hat nicht den Kontakt zu den scheinbar Perfekten und Selbstbewussten gesucht. Er hatte sogar dauernd Streit mit ihnen. Er hat sich mit den Verzweifelten und Gedemütigten abgegeben. Hat ihnen zugehört, sich um sie gekümmert. Mit all ihren Fehlern hat er sie geliebt. Mit all ihren Gegentoren. Und auch den Eigentoren. Jesus liebt die Menschen komplett, so wie sie sind. Mit Talenten und mit Fehlern. Und ist damit wohl auch im Fanclub der blamierten Torhüter.

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