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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

13JAN2026
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„Jetzt kommt sie in das Alter, wo es von alleine lacht“, war der Spruch, mit dem mein Vater die ersten pubertären Anwandlungen seiner Tochter kommentiert hat. Meine Freundin Peggy und ich, wir waren damals unzertrennlich. Ständig haben wir die Köpfe zusammengesteckt und gekichert; ich weiß heute selbst nicht mehr, worüber. Was ich noch weiß: Vieles, was uns mit elf oder zwölf gefallen hat, kam uns mit 13, 14 plötzlich total albern vor; anderes hat uns Angst gemacht und verunsichert. Die beste Reaktion auf beides: miteinander drüber lachen. Alles haben wir getauscht und geteilt: Klamotten, Schallplatten, wilde Träume. Peggy war mein Zwilling, mein Spiegel, meine zweite Hälfte. Und alles, was wir gern mit Jungs erlebt hätten, aber nicht kriegen konnten, haben wir uns eben gegenseitig versprochen: „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsre Freundschaft nicht.“ Ich habe fest dran geglaubt: Alles, alles mag sich ändern oder vorbeigehen, aber wir, wir bleiben uns treu.

Aber so war es nicht. Unsere Freundschaft ist zerbrochen. Zerbrochen an einem einzigen Satz, der mich damals mitten ins Herz getroffen hat. Zum Studium sind wir in weit auseinanderliegende Städte gezogen und hatten uns mittlerweile aufs Briefeschreiben verlegt. Auch das war schön und intensiv. Aber dann hat Peggy mir geschrieben, ich würde in meinen Briefen ja nur um mich selber kreisen. Sie fände das ziemlich egoistisch. Und ich? Ich hab die Welt nicht mehr verstanden. War das nicht der Kern unserer Freundschaft, dass wir uns immer alles voneinander erzählt haben? Warum sollte das jetzt nicht mehr gehen? Ich habe es nicht verstanden und war tief verletzt. Als hätte mir jemand, nein nicht jemand, sondern meine beste Freundin ein Messer in die Seele gerammt. Und wir hatten wohl beide auch keine Idee, wie wir mit dem, was plötzlich zwischen uns stand, hätten umgehen sollen. Ich habe immer darauf gewartet, dass sie den ersten Schritt tut und sich bei mir entschuldigt. Und Peggy? Ich weiß es nicht. Ich habe sie nie wiedergesehen. Und bin längst in einem Alter, in dem es manchmal auch von alleine weint. Lachen oder weinen wird gesegnet sein, heißt es in einem Lied.  Auf diesen Segen warte ich.

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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

12JAN2026
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„Sensationell!“ ist das Lieblingswort meiner Freundin Nina. Sie benutzt es oft und gerne; manche meinen, inflationär. Tatsache ist: Nina ist wahnsinnig begeisterungsfähig und hat dabei auch noch die wunderbare Gabe, andere mitzureißen. Mich zum Beispiel; von Natur aus eher grüblerisch veranlagt, profitiere von ihrem inneren und äußeren Sprühen.

Zum Beispiel: Nina hat sich spontan entschieden, auf der Rückfahrt vom Urlaub einen Umweg zu nehmen, um mit dem Glacier-Express durch die Schweizer Alpen zu fahren. Die Aussicht aus den gläsernen Waggons: sensationell! Nächste Begegnung: Nina hat die Neuinszenierung einer Oper besucht. Das Bühnenbild, das in drei Aufzügen drei Mal gewechselt hat: sensationell! In schwindelerregendem Tempo lässt sie vor meinem inneren Auge die ganze Oper mit all ihren Umbauten ablaufen. Oder: Nina hat in der Zeitung von einem alternativen generationenübergreifenden Wohnprojekt gelesen. Das Konzept findet sie sensationell! In Nebensätzen rechnet sie mit den letzten Jahrzehnten städtebaulicher Entwicklungen ab und fragt mich, wie ich eigentlich mal im Alter leben möchte.

Für viele Dinge, denen ich bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe, hat Nina mit ihrer Begeisterung meine Neugierde geweckt. Und noch etwas habe ich durch sie entdeckt: Solche verstaubten, fast ausgestorbenen biblischen Worte wie loben und preisen, jauchzen, frohlocken oder jubilieren haben für mich einen ganz neuen Sinn bekommen. Den kleinen Kanon „Lobet und preiset ihr Völker, den Herrn“ zum Beispiel singe ich schon seit Kindergottesdienst-Tagen. Aber wie das wirklich aussieht, wie es sich anhört und anfühlt, wenn ein Mensch lobt und preist, weil ihn die Welt mit all ihren Wundern nicht kaltlässt, sondern ergreift, das hat Nina mir gezeigt: „Sensationell, Gott, diese Bergwelt! Schneebedeckte Gipfel und zu Eiszapfen erstarrte Wasserfälle und das grandiose Lichtspiel der Sonne und der Mond, wie er durch die Abendwolken zieht, und erst der Mensch mit seinem wundersamen Gehirn, der Trassen konstruiert und Züge lenkt und Opern schreibt und Häuser baut und singt und liebt und denkt und sorgt. Mein Gott, du bist der Größte!“  Ein Quäntchen nur von Ninas sensationellem Blick auf die Welt wünscht Ihnen für dieses noch junge Jahr Martina Steinbrecher.

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SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

11JAN2026
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Freundinnen sind ein besonderer Glücksfall im Leben. Das ist mir jetzt wieder klar geworden, als ich zum wiederholten Mal eine kleine Veranstaltungsreihe durchgeführt habe über „Die Frauen meines Lebens“. Zuerst ging es um Mütter und Großmütter. Dabei ist auch viel Schmerzhaftes ans Licht gekommen: unterschiedliche Erwartungen, zu viel Nähe, zu viel Härte, missverstandene Liebe. An starken weiblichen Vorbildern und erst recht an weiblichen Gottesbildern hat es vielen Teilnehmerinnen gefehlt. Aber als es um Freundinnen ging, wurde es mit einem Mal ganz warm im Raum. Von ihren Freundinnen haben eigentlich alle geschwärmt.

Vom besonderen Glücksfall einer Freundschaft zwischen Frauen hatten auch biblische Autoren schon eine Vorstellung. Zumindest der Evangelist Lukas erzählt davon. Maria und Elisabeth sind bei ihm zwar entfernt miteinander verwandt, aber ihre Beziehung ist ganz und gar freundschaftlicher Art. Die junge Maria ist ungewollt schwanger und weiß nicht, an wen sie sich in ihrer Not wenden soll. Der Engel, der ihr gut zugeredet hat, ist verschwunden; weder ihre Eltern noch ihr Verlobter Josef kommen als Gesprächspartner infrage; da sucht sie ihre ältere Freundin Elisabeth auf und findet bei ihr mehr als ein offenes Ohr und Anteilnahme. Elisabeth, selbst im sechsten Monat schwanger, freut sich nämlich einfach. Sie urteilt nicht, sie äußert keine Bedenken, sie muss nicht wissen, wie es überhaupt dazu hat kommen können, sie versichert einfach: Ich werde alles tun, um dich zu unterstützen, denn, glaub mir, deine Schwangerschaft ist ein Segen Gottes. Alles wird gut. So sind Freundinnen. Ein Glücks- und Segensfall im Leben. Schade, dass Lukas die Geschichte dieser wunderbaren Freundschaft nicht weitererzählt hat. Denn im weiteren Verlauf seines Evangeliums geht es vor allem um die Söhne der beiden. Um Johannes den Täufer und um Jesus. Ich stelle mir aber gerne vor, dass Maria und Elisabeth ein Leben lang in Kontakt geblieben sind. Schließlich haben ihre Kinder beide sehr ungewöhnliche Lebenswege eingeschlagen. Da wird es immer wieder die Unterstützung und den Trost einer guten Freundin gebraucht haben. Eine, die sagt: Ich bin für dich da. Ganz egal, was passiert.

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SWR1 Begegnungen

06JAN2026
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Heute mit Martina Steinbrecher und Thomas Gasenzer. Der Professor lehrt und forscht am Heidelberger Kirchhoff-Institut für Physik. Den biblischen Berichten zufolge haben Wissenschaftler aus dem Orient um die Zeitenwende einen interessanten Stern entdeckt und sind ihm gefolgt, um einen neu geborenen König zu finden. Heute feiert die Christenheit die Ankunft dieser Weisen beim Jesuskind in Bethlehem. Auf der Suche nach dem Stern von Bethlehem hat Thomas Gasenzer mit mir einen Blik ins Universum geworfen. Und dabei erst mal einiges zurechtgerückt.

Ja, also wir sehen ja meistens lauter kleine weiße Punkte. Die können aber sehr unterschiedlicher Art sein. Also, die meisten davon sind Sterne. Aber es sind dabei auch Sternwolken und Galaxien, die aus sehr, sehr vielen Sternen bestehen und die aber zu einem Punkt verschmelzen. Und all diese Punkte, die nennt man typischerweise die Fixsterne, nämlich in Abgrenzung zu den Objekten, die eigentlich gar keine Sterne sind. Und dazu gehören diese sogenannten Wandelsterne. Das sind die Planteten in unserem Sonnensystem.

Das muss ich erst mal für mich klarkriegen: Die Sonne ist aus physkalischer Sicht also ein Stern, weil sie leuchtet. Planeten dagegen sind Wandelsterne, denn sie bewegen sich und leuchten nur, wenn sie von der Sonne angestrahlt werden. Und von den maximal sechstausend Lichtpunkten, die ich nachts mit bloßem Auge am Himmel sehen kann, sind die meisten ebenfalls Fixsterne, also die Lichtquellen weit entfernter Galaxien. Als bewegliches Leuchtobjekt kann der Stern von Bethlehem also weder ein Fixstern noch ein Wandelstern gewesen sein. Aber vielleicht ein Komet?  

Es war so, dass die Menschen den Halley‘schen Kometen 1301 sehen konnten, und es gab da den Giovanni di Bondone aus Florenz, der von früheren Sichtungen auch aus antiken Quellen wusste und dann den Stern auf seinem Fresco „Anbetung der Könige“ in Padua mit einem Kometenschweif darstellt. Und damit hat im Prinzip die Geschichte des Sterns von Bethlehem als Komet so begonnen im 14. Jahrhundert.

Ich bin ein bisschen ernüchtert: Der schöne Kometenschweif, der bis heute über so vielen Krippenszenen schwebt, ist also eine Erfindung der Kunstgeschichte, basierend auf den inzwischen überholten wissenschaftlichen Erkenntnissen des 14. Jahrhunderts? Ich werfe noch einmal einen Blick ins Matthäusevangelium. Da erkundigen sich Sterndeuter am Hof des Königs Herodes in Jerusalem nach einem neugeborenen König, denn so wörtlich: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“ Was für ein Phänomen, frage ich Thomas Gasenzer, könnte das gewesen sein?

Die Menschen sehen seit jeher und in allen Kulturen Sterne und ihre Konstellationen und bewundern sie. Die haben einen Einfluss auf sie ausgeübt. Konstellation heißt ja sowas wie, dass die Sterne in einer bestimmten Weise beieinanderstehen. Das wurde dann religiös interpretiert oder als Zeichen, vielleicht so ein bisschen wie anregende Geschichten, wie die Welt der Zahlen oder die des Spiels, in der ja auch oft viel Magie gespürt wird. Aber vielleicht auch wie bei uns in der Wissenschaft, die für uns oft so ein übergroßes, unerfassbares, nie ganz zu verstehendes Gebäude ist und dem wir uns irgendwie in Sisyphusarbeit nähern, ohne jemals anzukommen.

Ich bin beeindruckt, wie präzise Thomas Gasenzer physikalische Phänomene beschreibt und dabei ins Staunen gerät über die noch längst nicht erforschten Tiefen des Universums. Ob wir dem Geheimnis des Sterns von Bethlehem noch auf die Spur kommen? Verschiedene Thesen haben wir schon verworfen: Wahrscheinlich haben die Sterndeuter aus dem Matthäusevangelium keinen Wandelstern und auch keinen Kometen gesehen, sondern eine ganz besondere Sternkonstellation:

… etwa die großen Konjunktionen der Wandelsterne, wenn Jupiter und Saturn nah beieinanderstehen, sowas passierte immer wieder. Und die wurden seit sehr langer Zeit immer wieder beobachtet und dann als Vorzeichen wichtiger Ereignisse gewertet.

Ein aufgehender Stern als Zeichen für die Geburt eines zukünftigen Königs. Jahrhundertelang haben Sterndeuter aus unterschiedlichen Kulturräumen aufgezeichnet, was sie am Himmel entdeckt haben. Und besondere Phänomene eben besondere Ereignisse zugeordnet.

Also etwa, wenn wir im Alten Testament, im vierten Buch Mose schauen, dann gibt es dieses „Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel.“

Ein Satz, der später mit der Geburt von Jesus in Verbindung gebracht wurde.

Im Matthäusevangelium zieht der Stern vor den Sterndeutern her von Jerusalem nach Bethlehem. Dort bleibt er stehen. Und sie finden ein Kind – den neugeborenen König. Ein Wandelstern, der plötzlich fix stehen bleibt – physikalisch gesehen nicht sehr wahrscheinlich. Im Gespräch mit Thomas Gasenzer ist mir aber klar geworden, dass es nicht entscheidend ist, ob sich dem Stern von Bethlehem ein eindeutiges Naturphänomen zuordnen lässt. Viel wichtiger ist doch, wofür dieser Stern auch heute stehen könnte:

Das Wichtige war vielleicht, dass Gott irgendwie hier die Macht hat, etwas zu tun und eben sogar so einen Stern anzuhalten, dass dieses Machthaben außerhalb dessen, was die Menschen vermögen, ist, denke ich, sozusagen das wichtigste Element dieser Erzählung.

Was auch immer es gewesen sein mag, dem die Sterndeuter damals gefolgt sind; ihre Botschaft lautet: Wenn Gottes Sohn zur Welt kommt, strahlt das Sternenzelt.

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SWR1 3vor8

04JAN2026
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Der Film „Blues-Brothers“ ist Kult. Kultige Musik, eine schräge Story und zwei Typen im schwarzen Anzug, mit schwarzen Hüten und schwarzen Sonnenbrillen auf der Nase. Ihre Mission: Das Waisenhaus retten, in dem sie groß geworden sind. Und wenn man die beiden fragt, warum sie das machen, dann bekommt man die legendäre Antwort: „Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs!“ „Unterwegs im Auftrag des Herrn.“ Mit diesem Satz ernten sie immer wieder Kopfschütteln. Denn die beiden entsprechen so gar nicht der landläufigen Vorstellung von Gottesboten. Aber allen Unkenrufen und Widrigkeiten zum Trotz schaffen es die beiden. Sie trommeln ihre alte Band zusammen, stellen unter den irrwitzigesten Bedingungen ein Konzert auf die Beine, und am Ende wird alles gut.

Eine Geschichte, wie sie in der Bibel nicht besser hätte erzählt werden können. Im Buch des Propheten Jesaja gibt es auch einen, der von sich behauptet, im Auftrag des Herrn unterwegs zu sein. Bei ihm hört sich das so an: „Gott hat mich geschickt, um gebrochene Herzen zu heilen. Den Gefangenen soll ich zurufen, dass sie frei sind. Ja, ich soll ein ganzes Jahr ausrufen, in dem Gott Freiheit schenkt. Ich soll einen Tag ansagen, an dem Gott das Unrecht wieder gutmacht. Ich soll alle Trauernden trösten und den Verzweifelten Freude bringen.“

Das klingt ehrlich gesagt erst mal genau so verrückt wie die Mission der Blues Brothers. Und der biblische Mensch hat noch nicht mal einen Bruder, der ihn bei seinem Auftrag unterstützen könnte. Wer sich wohl hinter diesen Worten verbirgt? Da wurde lange gerätselt: Ein neuer König vielleicht, ein Superheld? Ein Mensch mit wundersamen Kräften? „Ich bin das“, sagt Jesus später einmal. „Ich bin im Auftrag des Herrn unterwegs.“ Und auch er hat dafür Kopfschütteln geerntet und in zweifelnde Gesichter geblickt. Aber er hat auch unendlich vielen Menschen Mut gemacht. Mut, die Welt zu verändern. Gebrochene Herzen zu heilen. Für Freiheit und Gerechtigkeit zu streiten. Trauernde zu trösten und Verzweifelten Freude zu bringen. Wie wäre es, wenn jede und jeder von uns aus diesem großen Paket nur eine klitzekleine Aufgabe übernimmt und im Auftrag des Herrn dranbleibt – ob dann das neue Jahr ein besseres wird?

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SWR Kultur Wort zum Tag

27DEZ2025
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Kinder, wie die Zeit vergeht! Weihnachten ist schon wieder vorbei, morgen ist schon wieder Sonntag, und in ein paar Tagen ist das Jahr 2025 auch schon wieder Geschichte! Die Zeit rast – und trotzdem werden die Tage jetzt gern als Zeit „Zwischen den Jahren“ bezeichnet, als wären sie merkwürdig aus der Zeit gefallen, ja, als stünde die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester irgendwie still. Von mir aus könnte sie das gern noch eine ganze Weile lang tun, damit ich endlich mal zur Ruhe komme, bevor in der ersten Januarwoche dann alles wieder an Fahrt aufnimmt.

Im Alten Testament gibt es eine Geschichte, in der erzählt wird, dass die Zeit tatsächlich mal für einen ganzen Tag stillgestanden hat. Es ist eine recht altertümliche Kriegsgeschichte, faszinierend und auch ein bisschen unheimlich. Josua, der Feldherr der Israeliten, stellt sich mitten in einem unübersichtlichen Schlachtengetümmel hin und ruft der Sonne und dem Mond zu: „Sonne, steh still über Gibeon, und du Mond, über dem Tal von Ajalon!“ Und tatsächlich bleiben Sonne und Mond in dieser Geschichte sofort stehen. 24 Stunden lang. Als es endlich wieder dunkel wird, haben die Israeliten im Kampf gesiegt.

Wer das könnte: Der unerbittlich vergehenden Zeit einen zusätzlichen Tag abringen. Für die eigenen Interessen! Was für eine gewaltige Versuchung! Ein Traum, der auch die Phantasien von Filmemachern immer wieder beflügelt. Ich hab‘ mal einen gesehen, da konnte der Held auch auf die Stopptaste drücken und die Zeit anhalten. Alle anderen und alles um ihn herum friert ein, nur er selbst kann sich noch bewegen und ungestört seine Ziele erreichen. Nichts hält ihn auf! Aber das ist ja auch kein Kunststück, wenn man seiner Zeit immer einen Schritt voraus sein kann.

Aber, wie um solche Begehrlichkeiten gleich wieder in ihre Schranken zu weisen, heißt es in der Geschichte von Josua: „Nie wieder gab es einen solchen Tag wie diesen, weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft.“ Gott sei Dank, muss ich sagen, denn stellen Sie sich mal vor, Josuas Beispiel hätte Schule machen! Wir kämen ja vor lauter Stillstand überhaupt nicht mehr vom Fleck! Nie mehr würde ein neues Jahr anfangen. Alles bliebe stecken. Soll die Zeit doch ruhig vergehen! Stehen, sagt die Bibel, stehen tut sie nur in Gottes Händen. Und das ist doch ein gutes Gebet zwischen den Jahren: Meine Zeit, Gott, steht in deinen Händen. 

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SWR Kultur Wort zum Tag

26DEZ2025
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Ich bin schon wieder im To Do-Modus. Die letzten Weihnachtsgäste sind heute Morgen abgereist, unterwegs zu anderen Verwandten in anderen Städten. Die Betten haben sie abgezogen, es waren nette Gäste; im Keller läuft schon die zweite Maschine. Ein Schal ist liegen geblieben unterm Christbaum; bisher hat ihn noch niemand vermisst. Auf dem Tisch noch die Reste vom Frühstück. „Lasst einfach alles stehn“, habe ich vorhin großzügig in die Runde getönt; ich selbst aber mag nicht drauf hören; die Unordnung stört mich, ich räume alles auf und sauge auch gleich das Wohnzimmer noch schnell durch. Nach einem Gottesdienst ist mir nicht zumute. Wenn überhaupt irgendwo einer gefeiert wird am zweiten Feiertag. Glanz und Gloria, Pauken und Trompeten, Jauchzen und Frohlocken waren gestern. Alles verpufft schon wieder.

Braucht es diesen zweiten Weihnachtsfeiertag? Jedenfalls für mehr, als sich vom ersten zu erholen und ein bisschen Ordnung zu schaffen? Angeblich wird ja dringend einer gesucht, der sich opfern lässt, um das Bruttosozialprodukt anzukurbeln. Der letzte, den‘s getroffen hat, war der Buß- und Bettag; vor 30 Jahren abgeschafft, um die Pflegeversicherung zu finanzieren. Niemand scheint ihn zu vermissen. Wie ein liegen gebliebener Schal, der keinen mehr wärmt. Man hat sich eben dran gewöhnt, dass es ab und zu am Kragen zieht. Und jetzt reicht es wieder hinten und vorne nicht: Die Pflegeversicherung, überhaupt das ganze Gesundheitssystem, die Rente: Wie soll das in Zukunft alles finanziert werden?

Mir würde es heute nichts ausmachen, auf diesen zweiten Feiertag zu verzichten. Ich bin ja sowieso schon wieder im To Do-Modus. Wenn es so weitergeht, fang ich gleich an, das Silberbesteck zu putzen. Oder ich setzte mich doch aufs Sofa und nehme noch einmal die Weihnachtspost zur Hand. Manche Umschläge sind noch zu, längere Briefe noch nicht in Ruhe zu Ende gelesen. Eine Freundin hat mir geschrieben: „Und fürs neue Jahr wünsche ich dir dann mehr Ta Da als To Do!“ Ich fühle mich ertappt. Mehr Ta da! Das heißt doch: Nutze die Feiertage! Schalt den To Do-Modus noch einmal ab! Feiere heute Weihnachten statt den üblichen Trott. Hau auf die Pauke, sei aus dem Häuschen, komm aus dem weihnachtlichen Staunen gar nicht mehr heraus, jedenfalls nicht so schnell. Machen Sie mit? Heute, am zweiten Feiertag? Ta da! Oder ganz klassisch: Freue dich, o Christenheit!

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SWR Kultur Lied zum Feiertag/Zum Feiertag

25DEZ2025
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Was wäre Weihnachten ohne seine Lieder? Ich hoffe, Sie haben gestern schon ganz viele gesungen oder gehört und haben es immer noch nicht satt, denn ich möchte Ihnen gerne ein paar vorstellen. Dabei greife ich gleich mal in die Vollen und beginne mit dem Weihnachtslied, das mir jedes Jahr zuverlässig einen Gänsehautmoment beschert. Und zwar immer im Heiligabendgottesdienst ganz zum Schluss, nach dem Segen. Da bleibt nämlich die ganze Gemeinde noch stehen und singt auswendig alle drei Strophen von „O du fröhliche“. Und wenn sich in der dritten Strophe an der Orgel der Zimbelstern zu drehen beginnt und sein Glöckchengebimmel über den Gemeindegesang auszuckert, dann … möcht‘ ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön!
Kommen Sie, ich schenke Ihnen so einen Moment:

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, O Christenheit!

Neben „O du fröhliche“ gibt es im evangelischen Gesangbuch noch viele Weihnachtsliederstrophen, die mit dem Buchtstaben „o“ beginnen. Denn an Weihnachten gibt es so viel zu staunen und zu bewundern. Kein Wunder also, dass bei so vielen Os das Ganze auch mal schnell ins Kitschige kippt. Aber am anderen Ende des O-Lauts liegt die Klage, wohnt das Seufzen:  O weh! Oje! Haben Sie gewusst, dass dieser Stoßseufzer ein Mini-Gebet ist? Das Je in O Je steht für Jesus. Er wird angefleht.
Es geht aber auch ausführlicher, wie in diesem Adventslied: 

O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab, vom Himmel lauf!
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für!
O Gott, ein' Tau vom Himmel gieß;

im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht, und regnet aus
den König über Jakobs Haus.
O Erd', schlag aus, schlag aus, o Erd',
dass Berg und Tal grün alles werd'.
O Erd', herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.

Die große Sehnsucht, die dieses Lied in die Welt hinausruft, wird an Weihnachten gestillt. Es kommt der Heiland, der König. Maria bringt ihn zur Welt.

Nun ist eine Geburt eine schmerzhafte Angelegenheit. Und wer Schmerzen hat, schreit sie mit einem langen Aaaa hinaus. Das A ist der Schmerzenslaut. In einem Geburtsvorbereitungskurs lernt man deshalb heute Atemübungen für den Moment, wenn einen die Wehe überrollt. Trainiert, den Schmerz der einsetzenden Wehen zu veratmen, tief hinein in den Unterleib. A E I O U. Die fünf Vokale haben ihren Sitz nämlich in verschiedenen Körperregionen. Tief im Unterleib sitzt das U. Das O dagegen nimmt die Mitte des Körpers ein. Dort kommt Deine Kraft her. Und mit dem O setzt das Staunen ein. Mit dem O wächst das überwältigende Gefühl für das Wunder eines neuen Lebens. Und manchmal beginnt es ganz leise:

O Jesulein zart, dein Kripplein ist hart,
o Jesulein zart, wie liegst du so hart!
Ach schlaf, ach tu dein Äuglein zu,
schlaf und gib uns die ewige Ruh'!
O Jesulein zart, wie liegst du so hart.

Auch in der biblischen Weihnachtsgeschichte finden sich einige O-Töne. Nicht verbürgt, aber gut vorstellbar ist das lautstarke „Boah!“ der Hirten, denen mitten in der Nacht ein Engel Unglaubliches zu sagen hat: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Und weiter heißt es: „Alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Und im Jubel dieses Engelchors explodiert das schlichte O in eine nicht enden wollende Lobkaskade:

Gloria in excelsis Deo

Die Hirten finden dann alles so vor, wie der Engel es ihnen gesagt hat: Maria, Josef, das Kind in der Krippe. Aber das Wichtigste passiert danach: Sie behalten es nicht für sich. Sie wollen den Moment nicht nur für sich festhalten, um für immer in ihm zu verweilen. Nein, sie kehren wieder um, preisen und loben Gott für alles, was sie gehört und gesehen haben. Gott sei Dank, denn sonst hätten wir ja nie davon erfahren:

Nun singet und seid froh,
jauchzt alle und sagt so:
Unser Herzens Wonne
liegt in der Krippen bloß
und leuchtet wie die Sonne
In seiner Mutter Schoß.
|: Du bist A und O. :|

A und O. Alpha und Omega. Erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabets. In

dieser Sprache hat Lukas sein Evangelium aufgeschrieben. Auf Deutsch müssten wir also eigentlich sagen: Du bist A und Zett. Aber ich bleibe heute lieber beim A und beim O. Und wünsche Ihnen frooohe Weihnachten!

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Musikangaben:

O du fröhliche
Text: Heinrich Holzschuh (1829)
Musik: Sizilianische Volksweise (vor 1788)
Aufnahme: Chor der Stiftsmusik St. Peter Salzburg: M0454888

O Heiland, reiß die Himmel auf
Text: Friedrich Spee (1622)
Musik: Köln 1638
Aufnahme: Daniel Behle und Oliver Schnyder Trio: M0563283(AMS)

O Jesulein zart
Text: Verfasser unbekannt
Musik: Wiegenlied aus dem 17. Jahrhundert
Aufnahme: Niniwe Vocal Art: M0316527(AMS)

Gloria
Text: Otto Abel (1954) nach einer franz. Melodie aus dem 18. Jahrhundert
Musik: Frankreich 18. Jahrhundert
Aufnahme: Windsbacher Knabenchor: M0407611

Nun singet und seid froh
Text: Hannover 1646 nach dem Lat.-Dt. „In dulci iubilo“ aus dem 14. Jahrhundert
Musik: 14. Jahrhundert, Wittenberg 1529
Aufnahme: Allegria: M0280324(AMS)

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SWR Kultur Lied zum Sonntag

23NOV2025
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„Zu welcher Musik möchte man in die Ewigkeit eingehen?“ fragt die österreichische Schriftstellerin Hilde Spiel am Ende ihrer Autobiographie. Eine schöne Frage, finde ich. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welches das Lied sein soll, das Sie am Ende Ihres Lebens hören? Es gibt ein ganzes Buch darüber: „Letzte Lieder. Sterbende erzählen von der Musik ihres Lebens.“ Hilde Spiel schreibt: „Ich hatte mir immer eine Schubertmelodie gewünscht. Oder die c-Moll-Sonate von Telemann für Oboe und Cembalo.  

In der evangelischen Kirche wird heute der Ewigkeitssonntag gefeiert. In alten Liedern hat diese Ewigkeit einen bedrohlichen Klang. „O Ewigkeit, du Donnerwort!“ spricht Johann Rist sie in seinem Choral aus dem Jahr 1642 direkt an: „O Schwert, das durch die Seele bohrt.“ Und in einer Strophe dichtet er gar: „Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit.“

O Ewigkeit, du Donnerwort,
o Schwert, das durch die Seele bohrt,
o Anfang sonder Ende!
O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,
ich weiß vor großer Traurigkeit
nicht, wo ich mich hinwende!
Mein ganz erschrocknes Herz erbebt,
dass mir die Zung am Gaumen klebt.

Erstaunlich friedlich ist die Melodie, die Johann Sebastian Bach zu den furchteinflößenden Worten komponiert hat. Kein Donnern, kein Zittern und Zagen. Stattdessen eine große Ruhe. Ob er damit auch Kritik üben wollte an den Angstmachern seiner Zeit? Schließlich hatte schon Martin Luther zweihundert Jahre zuvor die befreiende Entdeckung gemacht, dass der Mensch die Ewigkeit nicht fürchten muss, sondern ihr im Vertrauen auf Jesus Christus getrost, ja sogar freudig entgegengehen kann. Auch Hilde Spiel bleibt auf dem Hintergrund ihres jüdischen Glaubens gelassen. Zu welcher Musik möchte man in die Ewigkeit eingehen? Sie schreibt: „Nun drängte sich dieser Ausklang des Strauss-Liedes auf:

Im Abendrot

Wir sind durch Not und Freude
gegangen Hand in Hand;
Vom Wandern ruhen wir
Nun überm stillen Land.

O weiter, stiller Friede.
So tief im Abendrot,
wie sind wir wandermüde –
ist dies etwa der Tod?

Und sie sagt sich: „Nun gut, wenn das der Vorschlag aus dem Jenseits ist, dann will ich ihn annehmen. Ich habe mich im Grunde immer einem Wink, der von außen kam und einsichtig war, gefügt.“

Wie sind wir wandermüde – ist dies etwa der Tod?

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Musikangaben:

Georg Philipp Telemann, Sonate für Blockflöte, Oboe, Basso Continuo, TWV 42c
Interpret: Compagnia Transalpina
Aufnahme: Archiv Nr. M0727981

O Ewigkeit, du Donnerwort
Text: Johann Rist (1642)
Musik: Johann Sebastian Bach, Aus dem Clavierbüchlein für Anna Magdalena Bach (1725) BWV513
Interpreten: Sibylla Rubens und Michael Behringer
Aufnahme: Archiv Nr. M0025628

Im Abendrot
Text: Joseph von Eichendorff (1837)
Musik: Richard Strauß, Vier letzte Lieder (1948)
Interpreten: Diana Damrau und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Aufnahme: Archib Nr. M0596456

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Literatur:
Hilde Spiel, Welche Welt ist meine Welt? Erinnerungen 1946-1989, Paul List Verlag München 1990

Stefan Weiller (Hg.), Letzte Lieder. Sterbende erzählen von der Musik ihres Lebens, Edel Verlag Hamburg 2017

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SWR1 3vor8

09NOV2025
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Manchmal schreiben mir Hörerinnen oder Hörer, wenn sie mich im Radio gehört haben. Bedanken sich für einen anregenden Gedanken, erzählen, was sie noch beschäftigt hat. Manche stimmen mir zu, andere nicht. Und manche hauen mir ihre gesammelte Wut auf die Kirche und ihr Personal um die Ohren. Was alles dahinter steckt, kann ich oft nur vermuten. Aber manchmal trifft mich so eine Nachricht, ob ich will oder nicht, auch ganz persönlich. Ärgert oder verletzt mich. Manchmal hab ich dann große Lust, genauso aggressiv und pampig zurückzuschreiben. Ich versuche aber, erst mal eine Nacht drüber zu schlafen. Denn morgens gelingen sachliche Formulierungen und ein freundlicher Tonfall meist besser. Und siehe da: Schon oft ist es passiert, dass die Hassschreiber ganz überrascht reagieren, weil sie eine Antwort erhalten und sich mit ihrem Anliegen ernst genommen fühlen. Manche entschuldigen sich sogar für ihren rüden Ton. Ein Automatismus wird positiv durchbrochen, jemand kommt zur Besinnung.

Ich glaube, das ist es, was Jesus beabsichtigt, wenn er in der Bergpredigt sagt: „Liebet eure Feinde. Tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen. Betet für die, die euch beschimpfen. Schlägt dich einer auf die Backe, halte ihm auch die andere Backe hin. Und nimmt dir einer den Mantel weg, dem überlasse auch das Hemd.“ Diese Sätze muss man erst mal auf sich wirken lassen. Sie sind ja wirklich eine Zumutung! Aber sie bieten eben auch diese Chance: dass aus Konfrontation etwas andres werden kann. Ich glaube, sie sind ein Versuch, vorhersehbare Gewaltspiralen zu durchbrechen: Eine Beleidigung nicht mit einer noch ätzenderen Beleidigung kontern. Das Streitgespräch mit einer Liebeserklärung durchkreuzen, statt die schon tausendmal ausgetauschten Argumente nochmal rauszuhauen. Den, der mir immer so blöd kommt, überrumpeln mit einem Satz oder einer Geste, mit der er im Leben nicht gerechnet hat. Und im besten Fall können wir dann darüber in ein echtes Gespräch kommen, oder zusammen in helles Gelächter ausbrechen. Keine Garantie, dass das immer funktioniert. Und was Jesus in der Bergpredigt sagt, bleibt eine Zumutung. Aber eine, die es Wert ist, finde ich. Schreiben Sie mir gerne, was Sie davon halten. Ich schreib auch zurück.

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