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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

19APR2021
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„Ist man mitten im Tunnel dann sieht man es nicht, doch am Ende des Tunnels, da  ist ein Licht.“

Das singt mitten in der Corona-Krise das Ensemble des  Musicals  „Starlight Express“ in  einem Mutmach-Video auf youtube. Toller Song, der fährt einem richtig in die Glieder und man will mitsingen. 

Das Bild vom Tunnel passt gerade ganz gut in die menschliche Gefühlslage. Wann kommen wir endlich raus aus diesem dunklen Loch? Ich will endlich wieder Licht sehen. Ich will mein Leben zurück und meine Freunde in die Arme schließen können.

„Ist man mitten im Tunnel, dann sieht man es nicht. Doch am Ende des Tunnels, da  ist ein Licht“. Kritiker würden sagen: „Wenn das mal nicht der Güterzug ist, der mir entgegen kommt“.

Ganz ehrlich - Ich kann das Licht am Ende des Tunnels jetzt noch nicht sehen. Und ich habe - wie wohl die meisten von uns- die Nase bis oben hin voll. Und ich kann jeden, der daran gerade zu verzweifeln droht, gut verstehen. Die, dieAngst haben um ihre Gesundheit, die Angst haben um ihre Existenz. Die trauern um ihre Verstorbenen.

Ich habe keine Lösung, nur einen Rat. Nicht stehen bleiben im Tunnel, in der Angst, der Verzweiflung, der Trauer, der Wut. Trotzdem vorwärts schauen und vorwärts gehen. Und an das Licht glauben.

Es gibt Menschen, die machen das vor. Die zünden sogar im Dunkel ein Licht an. Amanda Gorman, die junge Amerikanerin, die bei der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten ihr Gedicht vorgetragen hat, ist so ein Mensch. Sie hat mir mit ihren Zeilen den Weg im Tunnel etwas heller gemacht. Und mir die Idee für diesen Beitrag heute geliefert. Sie sagt:

„Wenn der Tag kommt, treten wir aus dem Schatten heraus, entflammt und ohne Angst. Die neue Morgendämmerung erblüht, wenn wir sie befreien. Denn es gibt immer Licht, wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen, wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.“ 

 

Aus: ww.sueddeutsche.de/kultur/joe-biden-gedicht-amanda-gorman-the-hill-we-climb-1.5181310

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