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SWR3 Gedanken

05JUL2022
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Es ist krass, was wir Menschen schon alles zustande gebracht haben. Wir können Organe transplantieren, wir schießen Sonden zum Mars und schicken in Sekundenbruchteilen Terabytes von Daten um den Erdball. Martin Luther King hat dazu gesagt: „Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen und wie die Fische zu schwimmen; aber die einfachste Kunst, haben wir noch nicht gelernt: wie Geschwister zusammenzuleben.“

Hört sich für mich erstmal pessimistisch an. Aber ich denke, Martin Luther King hat schon Recht mit seinem Satz. Wir haben es immer noch nicht auf die Kette gebracht, dass alle auf diesem Planeten in Frieden leben können. Und „wie Geschwister zusammenleben“ bedeutet nicht unbedingt Friede Freude Eierkuchen. Mit meiner Schwester habe ich mich öfters mal gezofft, besonders als wir beide Teenies waren. Aber am Ende war klar, wenn’s hart auf hart kommt, halten wir doch zusammen.

So eine Mentalität wünsche ich mir auch im Großen. Martin Luther King meint: „Wir haben es noch nicht gelernt, wie Geschwister zusammenzuleben.“ Das „noch“ da drin macht mir Hoffnung. Ich wünsche mir, dass wir Menschen überall auf der Welt diese einfache Kunst noch besser lernen. An Schulen, in Kindergärten, in Familien und in Religionen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass da noch was geht in Sachen Geschwisterlichkeit unter uns Menschen. Und gerade weil es im Moment so hart auf hart kommt, heißt es jetzt umso mehr: Zusammenhalten! – über Grenzen hinweg.

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04JUL2022
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„Wenn du was tun must, was dir schwerfällt, dann mach ein Spiel draus und – schwubs – du willst nichts Anderes mehr machen!“ Das ist das Prinzip von „Gamification“. Gamification bedeutet, alles Mögliche als Spiel zu verpacken. Zum Beispiel wenn es darum geht eine neue Sprache zu lernen. Vokabeln lernen ist dann nicht mehr langweiliges Büffeln, sondern läuft fast wie von alleine, weil es in ein Spiel eingebaut ist.

Klar, es muss nicht alles im Leben Spaß machen. Aber schwierige Dinge leicht und spielerisch anzugehen, das gefällt mir an diesem Gamification-Trend und das passt auch gut zu meinem Glauben.

Gott schaut nicht mit bierernster Miene auf mein Leben, davon bin ich überzeugt. Wenn was schiefgeht, dann muss das kein Weltuntergang bedeuten. Ich habe das Vertrauen, dass mich Gott dabei spielerisch führt. Und das kann den Druck rausnehmen, bei den großen Entscheidungen im Leben. Die Challenge ist nicht, dass ich es in meinem Leben möglichst weit hoch schaffe auf der Punkteskala. Ich glaube es geht eher darum, dass ich mich ausprobiere, mit anderen zusammenspiele und versuche, mir den Humor nicht nehmen zu lassen. Und wenn ich irgendwann mal ganz Game Over bin, kann ich zwar nicht mehr ganz von vorne anfangen, aber ich glaube mit Gott geht es auf einem anderen Level nochmal weiter.

Alles, was mit Gamification zu tun hat, erinnert mich daran, dass ich vieles im Leben spielerisch angehen kann. Das ist nicht immer einfach, schon klar. Aber so eine spielerische Perspektive auf mein Leben, die tut gut und macht so manches leichter.

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03JUL2022
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Stuttgart, Mainz und Freiburg träumen von einer neuen Welt. Und zwar von einer Welt ohne Atombomben. Sie haben einen Apell unterzeichnet, dass Atomwaffen verboten werden sollen. Städte wie sie sind nämlich besonders gefährdet, Ziel von einem nuklearen Angriff zu werden. Es hört sich zynisch an: militärisch lohnt es sich da eher so eine Bombe zu zünden, einfach, weil da viele Menschen auf einem Fleck wohnen.  

In den letzten Jahren haben mehr als hundert deutsche Kommunen den Appell zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnet. Landkreise und ganze Bundesländer wie Rheinland-Pfalz haben sich auch angeschlossen. Sie sagen alle: „Wir sind besorgt […] und wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohnerinnen und Einwohner das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben.“

Ich wohne in Karlsruhe und ich fühle mich hier eigentlich sicher. Aber seit Putin die Ukraine angegriffen hat, stehen sich wieder Weltmächte gegenüber, die bis an die Zähne mit Atomwaffen aufgerüstet sind. Und das macht mir doch Sorgen. Diese Waffen machen die Welt nicht sicherer, im Gegenteil, sie sind eine Riesen-Gefahr.

Je mehr Städte und Landkreise unterschreiben, desto lauter wird dieser Weckruf: Niemand auf der Welt möchte so eine Katastrophe erleben. Karlsruhe hat den Appell auch schon unterschrieben und als Karlsruher macht es mich ein bisschen stolz, dass meine Stadt da klare Kante zeigt. Atomwaffen müssen endlich verboten werden!

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