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Wer es riskiert, verletzt zu werden, der ist mutig. Davon ist die US-amerikanische Autorin Brené Brown überzeugt. Sie sagt:
Verletzlichkeit ist der Schlüssel (…)
[Mutig ist,] jemandem zu erzählen, dass er einem sehr am Herzen liegt; in einer Beziehung zuerst zu sagen, „Ich liebe dich“. (…) Es ist [auch] mutig zu sagen: Ich bin müde, ich kann nicht mehr. (…)
Gut, [wenn] (..) wir drüber reden. [die] Scham hasst es, wenn sie mit Wörtern konfrontiert wird. Wenn Sie jemanden anrufen und Ihre Geschichte mit ihm teilen, eine einfühlsame Reaktion erhalten, kann Scham nicht überleben. (…)
Verletzlichkeit (…) zu verstehen und zu akzeptieren, ist das Gegengift zu Scham.
Quelle: „Coolness ist eine Zwangsjacke“ Online unter: https://www.welt.de/print/wams/lifestyle/article123364147/Coolness-ist-eine-Zwangsjacke.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44700Tarana Burke ist Menschenrechtlerin und für den Slogan „MeToo“ bekannt geworden. Sie sagt:
Du verdienst Sicherheit, du verdienst Schutz, du verdienst Liebe, du verdienst Frieden.
(..)
Wir erzählen der Welt, dass man nichts weiter sein muss, als man selbst, um wertvoll zu sein. Aber dann schuften wir, bis der Stress uns fast umbringt, nur um unseren Wert zu beweisen.
Es geht nicht nur dir so. (…)
Aber (…) solange wir leben gibt es Hoffnung, genau das zu überwinden.
Quelle: Burke, Tarana and Brown, Brené: You Are The Best Thing: Vulnerability, Shame Resilience And The Black Experience. Where the Truth Rests by Tarana Burke.
Random House, New York, 2021, S. 212ff
Eigene Übersetzung.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44699Denken Sie auch manchmal, dass Sie Ihre Ziele schneller erreichen sollten? Der Autor James Clear sagt dazu:
Du solltest dir keine Sorgen machen, ob du zu langsam vorwärtskommst.
Du solltest dir Sorgen machen, ob du den richtigen Berg besteigst.
Quelle: Clear, James. Auf Englisch online unter: https://jamesclear.com/quotes/you-dont-need-to -worry-about-progressing-slowly-you-need-to-worry-about-climbing-the-wrong-mountain
Oder auf englisch online unter: https://podcasts.apple.com/us/podcast/is-this-all-there-is/id1467079024?i=1000678871910
Eigene Übersetzung
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44698Als Chef des Miniatur Wunderlands in Hamburg lässt Frederik Braun immer wieder arme Menschen kostenlos rein. Er fragt sich oft, warum es vielen Menschen so schwerfällt, anderen etwas zu gönnen und sagt:
Ich wünsche jedem einzelnen Menschen einen integrierten Neid-Detektor. Ich habe fünf Kinder und wenn einer ein tolles Lego-Teil bekommt, klar gibt es dann Neid. Wichtig ist, was ich meinen Kindern dann erkläre: Hey, seid nicht neidisch. Gönn das deinem Bruder – und im Übrigen hast ja auch du etwas Gutes davon und kannst mitspielen.
Meine Lebensphilosophie habe ich von Albert Schweitzer übernommen: Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.
Quelle: "Man macht einfach ein paar Menschen glücklich" Online unter: https://chrismon.de/artikel/56472/aktion-freier-eintritt-im-miniatur-wunderland-hamburg
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44697Gottvertrauen kann faszinierend sein. Der Journalist Jörg Bollmann bewundert die Kugelstoßerin Yemisi Mabry. Er sagt:
[Yemisi Mabry] (..) spricht von der Liebe Gottes. Und singt! Für mich ist das beispielhaft. Auch wenn Fußballer sich nach dem Tor bekreuzigen, berührt mich das. Und ich meine nicht die direkte Ableitung – ich bete jetzt, und dann schieß ich das Tor. Sondern: Ja, ich habe den Ball richtig getroffen, aber ich kann es nicht aus eigener Kraft. Mich fasziniert diese Demut. (…)
(…) Gott ist kein Kaugummiautomat, ich werfe nicht oben mein Gebet rein und unten kommt die Medaille raus. [Yemisi Mabry] (..) sagt, dass sie in einer liebenden Gemeinschaft aufgehoben ist (…). Und dass diese Resonanz sie zu bestimmten Dingen befähigt. Das weitet unsere Perspektive.
Quelle: Das Beispiel der Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye: "Demokratie braucht auch Religion" online unter: https://chrismon.de/artikel/56600/was-die-politik-von-der-olympiade-lernen-kann
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44696Nona ist ein Pseudonym. Unter ihm schickt eine iranische Autorin jede Woche einen Brief an Mehrdad Zaeri. Sie berichtet darin aus ihrem Leben mit dem Irankrieg:
Meine Freunde haben sich in alle Richtungen der Welt verstreut und sind in ihren eigenen Albträumen über Iran allein. Diejenigen, die in Iran geblieben sind, sind innerlich geteilt. M. und ihre weiße Katze in Iran, ihr Mann in den USA, meine Freundin H. in Teheran und ihre Familie in Schweden. Du in Deutschland und ich hier.
[Diese physischen Entfernungen werden langsam normal für mich. Du hast von dem Chaos der extremen politischen Strömungen in Europa und Amerika gesprochen. Lass uns den Nahen Osten hinzufügen.]
Extremisten formen gerade die Welt. Und doch spüre ich tief in mir, dass unsere Welt nicht dieselbe ist wie ihre.Ich rette mich in Details, um den tödlichen, monströsen und großen Geschehnissen zu entkommen.Ich höre dem seltsamen Geräusch zu, das aus der Holzdecke meines Zimmers kommt. Es klingt wie eine Maus.
Ich weiß, dass in meinem Zimmer Eidechsen, Insekten, Mäuse und Schlangen leben. Früher hätte ich Angst gehabt. Jetzt nicht mehr. Stattdessen weiß ich, dass ich nicht allein bin.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/brief-aus-dem-irankrieg-200846773.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44605Michela Murgia war eine sardische Schriftstellerin. Sie schrieb in ihrem Buch „Wir sind der Sturm‘“ über einen besonderen Chor. Sie lässt eines dieser Kinder ohne Gehör und ohne Stimme sprechen:
Ich mache Musik mit Handschuhen. Das ist keine Redensart. Wie alle meine Chorfreunde habe ich im Konzert ein Paar weiße Handschuhe an und ich benutze sie zum Singen.
Wenn unsere Hände sich erheben und beginnen sich in der Luft zu den Bewegungen des Dirigenten zu bewegen, dann starrt uns der gesamte Zuschauerraum an.
Und sieht den Flug eines blütenweißen Schmetterlings […] Neben uns steht ein Chor mit Kindern, die mit ihrer Stimme singen.
Aber die Augen der Menschen im Theater gelten nur uns, uns ‚besonderen Kindern‘.
Als sie dieses besondere System erfunden haben, das es uns erlaubt, Musik mit den Händen zu machen dachten sie nicht, dass wir ‚besonders‘ seien, sondern einfach, dass wir das allernormalste Recht haben:
Glücklich zu sein, indem wir gemeinsam etwas Schönes machen.
Michela Murgia – Noi siamo tempesta.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44604Gemeinsam zu singen, um Grenzen zu überwinden, ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, das war die Idee. Noa und Mira Awad, die eine aus Israel, die andere Libanesin singen gegen die vermeintliche Unausweichlichkeit des Krieges:
Da muss noch ein anderer,
muss noch ein anderer Weg sein
Und wenn ich weine,
weine ich für uns beide
mein Schmerz hat keinen Namen
Und wenn ich weine
Weine ich zum Himmel ohne Gnade
Und sage:
Da muss noch ein anderer Weg sein.
Da muss noch ein anderer,
muss noch ein anderer Weg sein.
https://genius.com/Noa-achinoam-nini-there-must-be-another-way-einaich-lyrics,
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44603Yasser Niksada ist 14 Jahre alt. Er wurde in Afghanistan geboren, ist im Iran aufgewachsen, geflüchtet nach Europa und schreibt dazu:
Sei neben mir und sieh,was mir geschehen ist. Es ist vorbei, die Spuren noch im Herzen.
Kein Platz für mich, für Schlaf in diesem Bus. Die Füße vertrocknet, der Traum versank im Auge. Die Polizei sagte stopp. Geht zurück, geht zurück. Alle dann in den Waggons, nur ich allein auf dem Gleis.
Das Schlauchboot sank, und mein heißes Herz für Europa wurde kalt. Die Welt schlief, nur wir waren wach, hungrig, durstig, müde.
Wir sind ja weggegangen, schwieriger wird es zurückzukehren. Das ganze Sich-Zerreißen, für ein bisschen Ruhe. Nicht meine Ruhe. Die Ruhe meiner Familie.
Sei neben mir und sieh, was mir geschehen ist. PEN Berlin, The Poetry Project
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44602„Beim Namen nennen“ ist eine Aktion, an der sich Kirchen in ganz Europa beteiligen, wir lesen die Namen von Menschen, die auf der Flucht nach Europa starben. Der 18-Jährige Mohamad Mashghdost aus dem Iran, sagt über Flucht und die Ankunft in Europa:
Meine Heimat habe ich verlassen, mein Herz. Jetzt ist es wie Schlaf und Traum und brennt in der Tiefe meines Körpers. Die weinende Mutter hat mich fortgeschickt, die Leiden sind zu Ende, sagte ich.
Ich packte und machte mich auf den Weg. Leib und Seele überließ ich dem Ozean, Gott, danke, ich existiere noch.
Gott möge das Meer verfluchen, das die Leiber verschlingt. Das Gebet und die Liebe für die Schwester halfen mir anzukommen. Aber meine Augen haben die Farben des Unglücks gesehen.
Sei neben mir und sieh, was mir geschehen ist.
PEN Berlin, The Poetry Project, Verbrecherverlag Berlin

