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SWR3 Worte

01JUN2024
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Anke Keil ist Trauerbegleiterin. Vielleicht gerade deswegen weiß sie auch, was Menschen Hoffnung gibt. Sie schreibt:   

„Wir Menschen haben die interessante Fähigkeit, alles auf uns zu beziehen. (…)
Wir können alle möglichen oder unerwarteten Begegnungen in der Natur oder im Alltag mit einem inneren Sinn verbinden, der nur für uns persönlich Gültigkeit hat, zugleich aber sehr wirksam ist und uns Halt gibt (…).
Die plötzlich durchscheinenden Sonnenstrahlen bestätigen dann die Entscheidung, die ich eben gefällt habe. Im vorbeihopsenden Eichhörnchen (…)
oder auch den fallenden Blättern erlebe ich einen Gruß meiner Verstorbenen. Und dass das alles auch vielleicht naturwissenschaftlich erklärbar ist, muss dem Wunder keinen Abbruch tun, finde ich.
Wie schön, dass in diesem Sinn heute Morgen nach einer elenden, schlafarmen Nacht um Viertel vor sechs ein Vogel nur für mich gesungen hat.“ 

In: Maria Gondolf (Hg.), Wie ein Lied in dunkler Nacht – Texte von Hoffnung und Zuversicht. Vier Türme Verlag 2019, S. 98-99.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39955
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SWR3 Worte

31MAI2024
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Einmal Jesus sein – der Moderator und Sänger Ben Blümel hat‘s erlebt: als Schauspieler beim TV-Event „Die Passion“. Sein Fazit:

Ich finde Jesus so unglaublich mutig. So klar zu sein.

An etwas zu glauben und auch an sich zu glauben.

Sich lieben zu dürfen und zu sagen: Okay, das bin ich. Und das ist das, was ich gut finde und das sind meine Werte und dazu stehe ich.

Da ist Jesus in seiner ganzen Geschichte ein absolutes Vorbild. Gerade in dieser Welt, in der alles so ein bisschen oberflächlich ist. In der es darum geht, wie weit, wie schnell, wie hoch, wie groß.

Sich da zu fragen, geht es den Menschen gut, die einen umgeben. Ich glaube, darum geht's.

 Quelle: https://www.evangelisch.de/inhalte/227906/10-03-2024/die-passion-bei-rtl-ben-bluemel-ich-finde-jesus-so-unglaublich-mutig

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39954
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SWR3 Worte

30MAI2024
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Johann Hinrich Claussen ist als Kulturmensch immer nah am Puls der Zeit.

Zum Revival des Wortes Demut ist ihm der Satz einer Freundin eingefallen:

 

„Demut ist, wenn man sich klein fühlt, ohne sich zu schämen.“

 

Und Claussen ergänzt:

„In der Demut nehme ich Abschied von allzu großen und leuchtenden Selbstbildern und nehme meine Grenzen, Schwächen und Fehler an.

So kann ich mir selbst gerecht werden und zugleich anderen fair begegnen.

Und außerdem überwindet Demut die Scham. Denn während ich mich in der Beschämung mit den Augen anderer betrachte, schaue ich mich in der Demut selbst an – so wie ich halt bin.

Manchmal gelingt es mir sogar, mich dabei aus der Perspektive Gottes anzuschauen:

als einen kleinen, fehlerhaften Menschen, dem aber eine Würde und eine Bestimmung geschenkt wurden.“

 

JH Claussen, Kampf gegen Negativklischees, in: zeitzeichen. Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft Nr. 3, 2024, S. 31

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39953
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SWR3 Worte

29MAI2024
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Der us-amerikanische Dichter Stephen Benét ist wenig bekannt, aber sein Gebet für die Einheit der Nationen ist auch nach über 80 Jahren noch aktuell. Darin heißt es:

Vor allem gewähre uns Geschwisterlichkeit, nicht nur für den heutigen Tag, sondern für alle unsere Jahre – eine Geschwisterlichkeit nicht der Worte, sondern der Handlungen und Taten.

Wir alle sind Kinder der Erde (…).

Wenn unsere Geschwister unterdrückt werden, dann werden wir unterdrückt.

Wenn sie hungern, hungern wir.

Wenn ihnen die Freiheit genommen wird, dann ist unsere Freiheit nicht sicher.

Gib uns einen gemeinsamen Glauben, dass der Mensch Brot und Frieden kenne – dass er Recht und Gerechtigkeit, Freiheit und Sicherheit, gleiche Möglichkeiten und gleiche Chancen sein Bestes zu tun erkennt.

Und das nicht nur in unseren Heimatländern, sondern in der ganzen Welt. (…) Amen.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gebet_der_Vereinten_Nationen

Übersetzung aus dem Englischen teilweise von UN verändert.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39952
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SWR3 Worte

28MAI2024
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#wirsindmehr heißt die Initiative, bei der sich seit sechs Jahren Menschen gegen demokratiefeindlichliches rechtes Gedankengut engagieren. Dort habe ich einen Text gefunden, den Jesus vermutlich auch unterschreiben würde:

 

Unser Kreuz hat keine Haken. Wir wollen Herz statt Hetze.

Herkunft kann man sich nicht aussuchen, Heimat schon.

Wir glauben, dass Falafel gut zu Sauerkraut passt und es sich miteinander schöner lebt als gegeneinander.

Unser Horizont ist weit wie der Himmel überm Ostseestrand. Regenbogen inklusive.

Demokratie heißt, das Wohl aller zu wollen und dabei manchmal auch unterschiedlicher Meinung zu sein. Rassismus ist keine Meinung.

#wirsindmehr

 

Quelle: https://www.editionahoi.de/aktuell/

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39951
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SWR3 Worte

27MAI2024
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Ist Glaube nur was für Naive? Die Schriftstellerin Helga Schubert hat eine andere Überzeugung:  
„Man ist nicht dumm oder kritiklos, wenn man glaubt. Glauben bedeutet für mich ein Einverstandensein mit dem Leben, mit den Aufgaben und Hindernissen, die es in jedem Leben gibt. Glauben ist auch ein Dazugehören. Zu einem Denken, das die weltliche Macht relativiert und als endlich ansieht.“ 

In: Stefan Seidel (Hg.), Grenzgänge. Gespräche über das Gottsuchen, S. 78. Claudius Verlag 2022

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SWR3 Worte

26MAI2024
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Sind die Zeiten für Religion und Kirche vorbei? Die Bischöfin Petra Bahr ist überzeugt, dass Kirchen auch heute viel zu bieten haben: 

"Christen sind ja keine Popgruppe, die heute retro war und morgen wieder angesagt sein könnte. Kirchen sind und bleiben Orte, in denen nach Gott gefragt wird. Hier ist Platz für Gebete und Stille, für Ohnmacht, Ratlosigkeit und Verzweiflung. Natürlich sind Kirchen auch Räume, in denen gefragt wird: Was sollen wir tun? (Und:) Was können wir lassen?" 

https://taz.de/Bischoefin-Petra-Bahr-ueber-Pazifismus/!5936205/ Juni 2023

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39949
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SWR3 Gedanken

23MRZ2024
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Die Christen sind die Bibel der Nichtchristen. Den Satz habe ich neulich mal gelesen. Steile These. Ob Leute, die mit Gott und Jesus nichts anfangen können, das wirklich sagen würden? „Ihr Christen, Christinnen seid unsere Bibel. Mit euch erleben wir, wie Gott ist.“

Ach, eher nicht. Oder wenn, dann wahrscheinlich eher in der negativen Version:

„So wie ihr Christen euch benehmt, haben wir keine Lust auf euren Gott.“

Und es stimmt ja: Christen haben viele furchtbare Taten zu verantworten. Von den Kreuzzügen über die Hexenverfolgungen bis hin zu den Missbrauchsfällen heute. Ich kann verstehen, dass viele nichts mehr von Kirche, Bibel und Glaube wissen wollen.

Aber: Wer Glaube dazu benutzt, Gewalt über andere auszuüben, hat die Bibel und Jesus komplett missverstanden. Die Idee ist eigentlich: Jeder Mensch ist in Gottes Augen alle Liebe wert. Gott lässt sich lieber selbst umbringen, als einen Menschen aufzugeben.

Jesus ist sowas wie die fleischgewordene Solidarität Gottes mit den Menschen.

Deswegen heißt Christsein – immer schon und erst recht heute: mit und für andere Menschen leben. Auf einer radikalen Augenhöhe miteinander, weil Gott uns allen gleich nahe ist. So würde ich als Christin gerne zur Bibel für andere werden.

Weil alle in Gottes Augen aller Liebe wert sind.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39544
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SWR3 Gedanken

22MRZ2024
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Liebe geht durch den Magen. Frieden auch! Zumindest im „Kanaan“, einem israelisch-palästinensischen Restaurant in Berlin.

Seit acht Jahren gibt es diesen Hoffnungsort schon. Er gehört dem Israeli Oz Ben David und dem Palästinenser Jalil Debit zusammen. Als sie sich vor Jahren kennengelernt haben, gab es erstmal Streit: Darum, wer das bessere Hummusrezept hat.

Inzwischen haben sie aus beiden Rezepten ein noch besseres neues erfunden.

Und genau das ist auch ihre Restaurant-Philosophie: Das Gute aus ihren beiden Kulturen schätzen und teilen. Einen Raum schaffen, in dem Menschen entdecken, wie ähnlich sie sich sind. Einen Ort anbieten, an dem die Gäste schmecken und erleben, welche Kraft entsteht, wenn Menschen sich austauschen, zuhören und dann füreinander einstehen.

Nach dem 7. Oktober 2023 hat das Restaurant Kanaan erst mal ein paar Tage zugemacht. Aber Oz Ben David hat gesagt: „Wenn wir zulassen und Angst haben, dann haben die bösen Menschen gewonnen.“ Darum gibt es in Berlin weiterhin einen Ort, an dem deutlich wird: Frieden schmeckt und sättigt!

Und für alle, die nicht in Berlin wohnen: Oz Ben David und Jalil Debit haben ein Kochbuch geschrieben, mit vielen Erzählungen. Es heißt natürlich auch „Kanaan“. Und es beweist:

Liebe geht durch den Magen. Frieden auch!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39543
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SWR3 Gedanken

21MRZ2024
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Hochzeit. Monatelange Vorbereitungen, Stress, das richtige Catering, die ideale Location zu finden, womöglich noch einen Kredit aufnehmen – all das haben Ann-Marie und Jonathan nicht gebraucht für ihre kirchliche Trauung. Dreißig Minuten Vorbereitung haben die beiden investiert - und einen Segen fürs ganze Leben zu zweit mitgenommen. Und nicht nur das – Ann-Marie und Jonathan haben ein ganz auf sie abgestimmtes Ritual erlebt. Mit Traufragen, Ringtausch, Segen, roten Rosen und sogar noch einem Glas Sekt zum Anstoßen.

In der Pforzheimer Schlosskirche konnten neulich Paare ganz spontan kirchlich heiraten. Und das haben dann über 30 Paare auch getan. Haben, wie Ann-Marie und Jonathan vorbeigeschaut, mit einer Pfarrerin gesprochen, sich ein Lied ausgesucht – und los ging’s.

„Einfach heiraten“ heißt die Aktion der evangelischen Kirche in Pforzheim, für alle, die aus welchen Gründen auch immer die kirchliche Hochzeit bisher aufgeschoben haben, eine segensreiche Gelegenheit.

Und fühlt man sich anders hinterher? „Ich bin einfach nur glücklich“, sagt die frisch getraute Ann-Marie, „weil das jetzt einfach das Puzzle perfekt gemacht hat.“

Einfach heiraten – einfach Segen spüren. Und hoffentlich weitergeben.

 

(Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-spontan-heiraten-in-pforzheim-100.html)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=39542
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