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SWR2 Wort zum Tag

22SEP2022
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Hitze und Dürre – deutlich spürbare Zeichen eines sich verändernden Klimas. Ewige Warteschlangen an Flughäfen. Und dann auch noch eine Corona-Sommerwelle. Ich habe das Gefühl: es gab schon entspanntere Sommer. Und dann natürlich auch noch der Krieg in der Ukraine und seine Folgen. Wie viele Pullover muss ich im Winter im Wohnzimmer anziehen? Geht uns wirklich das Gas aus? Wie teuer wird das alles?

In der Bibel lese ich immer wieder: Fürchte dich nicht! Einmal heißt es als Begründung: Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7)

Das liest und sagt sich so leicht und klingt auch super. Aber ich kann meine Sorgen auch nicht einfach auf Befehl abschalten. Wenn man sich fürchtet, hat das zurzeit einen guten Grund. Manchmal würde ich gerne einfach wegrennen, in ein Schlaraffenland, in dem alle Probleme weg sind. Alles einfach hinter mir lassen. Das geht natürlich nicht. Oft passiert genau das Gegenteil. Angst lähmt. Vor lauter Furcht werde ich passiv, tue gar nichts, was aber die Angst meistens nur noch verstärkt, weil ich mich hilflos fühle. Nicht umsonst gibt es den Begriff Angststarre.

Wie komme ich aus dieser Starre wieder raus?
Ich glaube, es bleibt nichts Anderes übrig, als mich meinen Sorgen zu stellen. Ich muss mit meiner Angst umgehen. Und da hilft es mir, wenn ich einen Zuspruch von außen bekommen. Sei mutig, fürchte dich nicht.

Das holt mich aus meiner Erstarrung raus und hilf mir konstruktiv mit meiner Angst umzugehen. Wenn ich zum Beispiel auf den bevorstehenden Winter schaue und wie es mit der Gas-Krise weitergeht. Wir müssen das nicht einfach über und ergehen lassen, sondern können was tun.   

Mit Kraft – also zum Beispiel Maßnahmen politisch beschließen, die dann alle gemeinsam umsetzten, um Gas einzusparen.   Mit Liebe, also immer auch auf den Anderen schauend. Hat er Unterstützung vielleicht noch nötiger als ich? Und mit Besonnenheit – also nicht in Aktionismus verfallen oder Klientelpolitik forcieren, sondern zielgerichtet Handeln, sodass es wirklich was bringt.

Damit ist sicher nicht alle Angst wie weggeblasen. Aber ich finde es ein gutes Gefühl, wenn ich etwas gegen meine Sorgen und Nöte unternehme. Und da hilft es mir, wenn mir von außen Mut zugesprochen wird, wie es Die Bibel tut.

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