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SWR3 Gedanken

18SEP2022
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Wir wollten der Hitze entfliehen in diesem Sommer. Also auf nach Norden, haben wir gedacht. Und sind in Schottland gelandet. Grüne weite Landschaften, Berge, Moore. Und es ist auch wirklich nicht so heiß gewesen. Fast so, als sei die Welt hier noch in Ordnung. Aber wenn man mit den Menschen dort gesprochen hat, haben die gemeint: Auch in Schottland sei es viel zu warm für die Jahreszeit. Und wenn man genau hingesehen hat, dann hat man auch hier in den Wäldern abgestorbene Bäume entdeckt. Flüsse, die zu wenig Wasser führten. Der Klimawandel kennt keine Grenzen.

Mich hat das zuerst ganz schön runtergezogen. Aber dann habe ich gelesen: in Schottland wird sehr viel getan gegen den Klimawandel. Seit Jahren kauft eine Organisation große Landflächen, auf denen in Monokultur Holz angebaut wird. Sie roden die Plantagen und verstopfen die Entwässerungskanäle. So soll aus dem landwirtschaftlich genutzten Boden wieder Moor werden. Wie es ursprünglich war. Denn Moor, das weiß man heute, ist ein wichtiger CO2 Speicher. Und das hilft dem Klima. Und dann hat die englische Regierung in diesem Sommer beschlossen, dass keine Torfprodukte mehr verkauft werden dürfen. Torf ist in Blumenerde enthalten. Auch in der, die wir hier benutzen. Aber der Abbau von Torf zerstört auch die Moore. Wie gut, dass das jetzt verboten ist. Das sind gute Nachrichten. Und oft denke ich, davon braucht es mehr. Es gibt so viele Schreckensnachrichten. Egal wie weit man fährt, die schlechten Nachrichten holen einen überall ein. . Es tut deshalb gut, ihnen mit guten Nachrichten entgegenzutreten. Denn gute Nachrichten motivieren zu guten Taten. Ich lasse mich anstecken von denen, die nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sagen: wir tun was. Denn noch können wir was tun. Ich kaufe jetzt auch keine Blumenerde mehr, in der Torf drin ist. Ein kleiner Schritt, ich weiß. Aber einer in die richtige Richtung. Und das ist doch ein Anfang.

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