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SWR4 Abendgedanken

18MAI2022
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„Das siehst Du dann erst in ein paar Jahren, ob das geklappt hat.“ Neulich war ich mit einem Baumpfleger unterwegs. Das war total spannend. Er hat mir erklärt, wie man Bäume schneiden muss und worauf man alles achten sollte. Dabei hat er das dann auch gesagt. Das siehst Du dann erst in ein paar Jahren, ob das geklappt hat. Ein Baum ist keine Maschine, wo man einen Knopf drückt und dann bekommt man das, was man möchte. Ein Baum ist ein lebendiges, eigenständig wachsendes Wesen. Wenn ich einen Ast schneide, dann sehe ich erst nach einer gewissen Zeit, was das verändert.

Manche Dinge brauchen eben etwas mehr Zeit.

Ich glaube: So hat das auch Jesus gemeint, wenn er davon gesprochen hat, dass er unsere Welt verändern möchte. Immer wieder hat versucht den Leuten zu erklären, dass Gott sich eine Welt für uns wünscht, in der alles besser ist. In der es keine Krankheiten gibt. Keine Kriege. Keinen Neid und keinen Streit.

Weil das aber damals schon nicht anders war, als heute, hat er es mit folgendem Bild beschrieben: „Es ist wie bei einem Senfkorn: Wenn es in die Erde gesät wird, ist es das kleinste aller Samenkörner, die ausgesät werden. Aber wenn es ausgesät ist, geht es auf und wird größer als alle Sträucher. Es bringt so große Zweige hervor, dass die Vögel in seinem Schatten ihr Nest bauen können.“

Ausgesät ist diese neue Welt. Das hat damit angefangen, dass Jesus zu uns gekommen ist. Jetzt muss sie nur noch wachsen. Und das ist eben wie mit der Erklärung des Baumpflegers. Es braucht Zeit zum Wachsen und man erkennt nur sehr langsam, was daraus wird.

Aber das Schöne ist: Wir alle sind ein Teil davon. Ich, und andere Christinnen und Christen – letzten Endes können wir alle was dazu beitragen. Wir wachsen mit, und bringen uns ein so gut wir können. Was daraus werden wird, wird die Zeit zeigen. Es gibt ein sehr schönes Lied, das beschreibt, was ich dazu beitragen kann: „Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen. Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken. Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden. Da berühren sich Himmel und Erde.“  Da wird diese neue Welt spürbar. Und ich hoffe und glaube, dass wir immer mehr davon sehen können.

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