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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

04DEZ2021
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Heute am 4. Dezember ist Barbaratag. Viele kennen den Brauch, am Barbaratag Kirsch- oder Forsythienzweige in eine Vase mit warmem Wasser zu stellen, verbunden mit der Hoffnung, dass sie bis Weihnachten aufblühen.

Was steckt dahinter? Welche Barbara verbirgt sich hinter diesem Brauch? Wandern wir zurück ins 4. Jahrhundert, nach Kleinasien, in die heutige Türkei. Dort lebt Barbara. Sie kommt aus gutem Haus und die Eltern haben genaue Vorstellungen, wie das Leben ihrer Tochter auszusehen hat. Doch Barbara geht eigene Wege und kommt mit dem christlichen Glauben in Berührung. Fasziniert von der Botschaft Jesu lässt sie sich schließlich taufen. Den Vater macht das wütend. Er bringt sie vor ein Gericht und lässt sie sogar zum Tode verurteilen. So erzählt es die Legende. Grausam. Und sicher kein Grund, Zweige in eine Vase zu stecken. Doch die Legende erzählt weiter: Barbara bleibt auf dem Weg in ihre Zelle an einem Kirschzweig hängen. Sie nimmt ihn mit, benetzt ihn und kurz vor ihrem Tod blüht der dürre Zweig auf. Der blühende Zweig wird zu einem hoffnungsvollen Zeichen inmitten der trost- und ausweglosen Situation, in der sich Barbara befindet. Ein Zeichen voller Hoffnung und Kraft: Am Tag ihres Todes blüht neues Leben auf!

Dieses Zeichen hole ich mir gerne ins Haus und hoffe, dass es klappt mit den Blüten. So können mich die Zweige in meinem Wohnzimmer an das erwachende Leben erinnern, wenn draußen alles kahl und dunkel ist. Sie lassen mich hoffen, dass ausweglose, verzweifelte Situationen sich verwandeln können. Und: Dass uns allen etwas blüht! Nicht nur an Weihnachten.

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