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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

22SEP2021
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Viel Zeit bleibt uns nicht mehr! Zehn Jahre früher als erwartet, wird sich die Erde um weitere 1,5 Grad erwärmen. Dann schmelzen die Polkappen, und die Meeresspiegel steigen. Millionen von Klimaflüchtlingen müssen sich in höher gelegene Zonen retten. Dort aber versengen extreme Hitzewellen das Land. Immer öfter reißen auch verheerende Sturzfluten wie jüngst an der Ahr alles nieder und walzen das Leben platt. Wohin man schaut: Das Klima ist außer Rand und Band, der Klima-Wandel nicht mehr zu leugnen.

Damit nicht genug: In Windeseile hat sich im vergangenen Jahr ein tödliches Virus auf dem Erdball verbreitet und die ganze Menschheit an den Rand des Abgrunds gebracht. Und wir sind immer noch nicht überm Berg. Kein Zweifel – die Bedrohungen nehmen zu und vor allem: Sie werden universal und machen vor niemandem mehr Halt. Es scheint: Wenn die Menschheit nicht endlich solidarisch zusammenrückt, ist sie verloren.

Wie absurd, dass sich trotz Pandemie und Klima-Wandel viele Völker immer noch zerfleischen, und man sich auf dem ganzen Globus mit Tod und Vernichtung bedroht. Machtgeile Diktatoren streben nach Vorherrschaft, religiöse Fanatiker heizen die Konflikte zusätzlich an. Mit fast zwei Billionen US-Dollar haben die Militärausgaben im Jahr 2020 einen neuen Rekord erzielt. 52 Milliarden davon gehen auf unser Konto.[1]) Das Pulverfass, auf dem wir sitzen, ist prall gefüllt.  Schade um jeden Cent, den wir – in des Wortes wahrstem Sinn – damit verpulvern.

In ungewohnter Schärfe kritisiert Papst Franziskus die Rüstungsausgaben als eine „himmelschreiende Vergeudung“ – gerade auch angesichts zunehmender Klima-Probleme.[2]) Ich wünschte mir, er hätte den Mut, eine ständige Welt-Abrüstungskonferenz ins Leben zu rufen – mit dem Ziel, endlich das Wettrüsten zu stoppen. Die Menschheit kann es sich nicht länger leisten, in den Tod zu investieren und ihre kostbaren Ressourcen für Panzer und Raketen zu verschleudern. Nun müssen alle Kräfte mobilisiert werden, um Pandemien zu bekämpfen und den Klima-Wandel zu stoppen.

 

[1]    Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI in „World Military Expenditure“ – April 2021

[2]    Papst Franziskus in seiner Rede in Nagasaki 2019

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33939