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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

21FEB2026
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Wer ist der oder die Beste? Wer kann am schnellsten auf Skiern laufen, am weitesten von der Schanze springen, am schönsten auf dem Eis tanzen und den Puk am häufigsten in das kleine Tor schießen? Zwei Wochen lang ging es jetzt jeden Tag um diese Fragen. Morgen ist damit erstmal Schluss, denn morgen enden sie, die Olympischen Winterspiele in Italien.

Wer bei Olympia gewinnt, den Sprung auf das Treppchen schafft, der hat einen Platz im Olymp – im Götterhimmel der Sportler - sicher.  Aber im wirklichen Himmel, dem Himmel, um den es Jesus geht, ist er deshalb nicht gelandet. Da gelten andere Gesetze: Da werden die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein. Das klingt jetzt vielleicht nach einer billigen Vertröstung: Nach dem Motto: Mach Dir nichts draus, wenn Du hier auf Erden zu den Verlierern gehörst, im Himmel zählst du dafür zu den Gewinnern. Aber Vertröstung ist das nur, wenn man glaubt, dass der Himmel da oben und die Erde hier unten nichts miteinander zu tun hätten. Das ist aber nicht die Botschaft Jesu. Er betont immer wieder: Der Himmel, das Reich Gottes, hat hier auf der Erde zu beginnen. „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit“ (Mt 6,33) fordert er von seinen Leuten. Anders ausgedrückt: Versucht immer wieder ein Stück Himmel auf die Erde zu holen. Stellt die Verlierer in den Vordergrund, kümmert euch um die, die nicht zu den Gewinnern gehören, dann passiert Himmel auch auf der Erde. Das ist seine Botschaft.

Also: Morgen bei der Abschlussveranstaltung bitte auch den Verlierern klatschen. So kommt auch ein bisschen Himmel dahin, wo Olympia morgen endet: In die historische Arena di Verona.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

20FEB2026
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„Only bad news are good news“, alter “Journalisten-Satz”. Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Will sagen: Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser, damit kann man Schlagzeilen machen. Gute Nachrichten sind keine Reißer, kommen nicht an, sind langweilig - eben nur gut.

Da hab’ ich mich gefreut, dass es in meiner lokalen Tageszeitung eine Rubrik gibt mit dem Titel: „Die gute Nachricht“. Ehrlich gesagt ist die Rubrik recht klein,  aber immerhin es gibt sie. Vor kurzem hat sie es sogar auf die erste Seite gebracht. Sie war nicht sehr groß und auch nicht mit Bild oder dicker Schlagzeile versehen, dafür informativ. Unter der Überschrift: „Die gute Nachricht“ wurde verkündet:  In der Pfalz haben die Menschen 2025 mehr gespendet als 2024. Und zwar für das kirchliche Hilfswerk „Brot für die Welt“. Von wegen es gibt keine Solidarität mit den Armen mehr. Nein, auch wenn immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten, wenn der Einfluss der christlichen Botschaft scheinbar nachlässt, den kirchlichen Hilfswerken für die Armen wird wohl immer noch getraut, zumindest in der Pfalz.

Dass freut mich natürlich und es erinnert mich an die eigentliche „Gute Nachricht“. Als Buch steht sie seit gut 50 Jahren bei mir im Bücherregal. „Die Gute Nachricht“, so heißt nämlich eine Übersetzung der Bibel in modernes Deutsch. Sie ist zum ersten Mal 1968 gemeinsam von den evangelischen und katholischen Bibelwerken herausgegeben worden. Eine tolle Sache in der Zusammenarbeit der Kirchen.

Wichtiger aber als die Übersetzung der Bibel in Wörtern ist das, was in der Bibel steht, ins Leben zu übersetzen. Sprich, Gutes zu tun. Und das ist dann auch eine „Gute Nachricht“ in den Zeitungen wert.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

19FEB2026
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Immer wenn ich mal wieder mit dem Computer nicht klar komme, profitiere ich von dem vierten Gebot in der Bibel: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Dann nämlich rufe ich meine erwachsenen Kinder an und die ehren mich, ihren alten Vater, in dem sie mir helfen, mit dem Computer klar zukommen. Denn in Sachen Computer haben wir die Rollen schon lange getauscht. Ich helfen nicht ihnen, sondern sie helfen mir.

Das Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren“, ist genau für diesen Fall geschrieben. Denn die Zehn Gebote richten sich nicht an unmündige Kinder, sondern an mündige Erwachsene. Menschen, die voll im Leben stehen und die ihre altgewordenen Eltern unterstützen sollen.

In biblischen Zeiten bedeutete dieses „ehren“ ganz konkret: Du sollst für deine alten Eltern sorgen. Dich darum kümmern, dass sie genug zu essen und zu trinken und ein Dach überm Kopf haben. Menschen, die keine Kinder hatten, haben häufig mit jungen Erwachsenen Adoptionsverträge abgeschlossen und darin stand dann: Ich adoptiere dich, mach dich zu meinem Erben und dafür sorgst du für mich, wenn ich alt bin.

Heute haben wir dafür die Rentenversicherung. Aber das biblische Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren“, ist deshalb nicht überflüssig. Denn selbst wenn ich finanziell abgesichert bin, eine gute Rente bekomme, brauche ich doch irgendwann die Hilfe der jüngeren Generation. Die Sache mit dem Computer ist ja erst der Anfang. In einigen Jahren werde ich vielleicht viel wichtigere Dinge nicht mehr selbst regeln können. Vom Essen kochen, über Treppen steigen bis hin zum Lesen und Schreiben. Dann hoffe ich, dass meine Kinder, Enkel, Neffen, Nichten oder sonst wer von den Jüngeren bereit ist, mich mit seiner Sorge zu ehren.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

10DEZ2025
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„Herr der Töpfe und Pfannen“, bei dieser Anrede hab ich erst mal an den Chef eines Haushaltswarengeschäftes gedacht. Teresa von Avila aber, eine spanische Heilige aus dem 16. Jahrhundert, spricht in einem ihrer Gebete Gott so an: „Herr der Töpfe und Pfannen“ Sie ist einfach fest davon überzeugt: Gott ist auch in ihrer Küche. Er sieht sie, wenn sie Töpfe und Pfannen schrubbt und er würdigt das.

Für Teresa ist Gott nicht nur der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde, sondern auch der Herr der Töpfe und Pfannen. Gott ist auch im Kleinen und vor allem bei den Kleinen und Unscheinbaren. Passt ja auch zu ihm, denn in Jesus ist er selbst klein und unscheinbar geworden. Das ist ja das Verrückte an der christlichen Botschaft. Sie stellt die Welt auf den Kopf, sie ver-rückt sie. Gott, der Große und Allmächtige wird klein. Klein wie ein Kind, ein Kind einfacher Eltern aus einem unbedeutenden Dorf namens Nazareth. 

Für mich heißt das: Wenn nun selbst Gott, der Allmächtige, die Kleinen und Unscheinbaren schätzt, dann sollte ich das auch tun. Die schätzen und ihr Tun würdigen, die die Töpfe und Pfannen schrubben, die Straßen kehren, den Müll entsorgen und die Büros putzen. Die, die in keiner Schlagzeile vorkommen. Bei ihnen ist Gott. Das ist gut für die Kleinen. Er gibt ihnen Ansehen und Größe.

Aber was ist mit den Großen? Nun, die können es machen wie Gott, sie können freiwillig klein werden. Mal die Töpfe und Pfannen schrubben, ohne Aufhebens den Hof fegen und die Klos saubermachen. Ich glaube, Gott würde sich darüber freuen.

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09DEZ2025
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Mehr Menschen glauben an Engel als an Gott. Dieses seltsame Ergebnis kam bei einer Umfrage heraus.*

Von der Bibel her gesehen ist ein Glaube an Engel ohne den Glauben an Gott aber undenkbar. Denn die Engel in der Bibel sind nur die Gehilfen Gottes. Engel treten in der Bibel immer dann auf, wenn es eine knifflige Aufgabe zu lösen gilt. Wenn Gott damit rechnen muss, dass der Mensch nicht das will, was Gott will. Dann werden Engel eingesetzt. Um den Menschen von seinen alten Plänen abzubringen und für etwas Neues zu begeistern. Zum Beispiel das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten. Die wollten nämlich eigentlich gar nicht, die hatten Angst. Da stellt Gott einen Engel ab, der nichts anderes zu tun hat, als die wankelmütigen Israeliten bei der Stange zu halten (Ex 23,20). Je unmöglicher die Botschaft Gottes ist, ums so mehr müssen die Engel, seine Boten, Überzeugungsarbeit leisten.

In der Weihnachtsgeschichte tauchen sie direkt an mehreren Stellen auf. Maria bekommt Besuch vom Engel Gabriel, der ihr die Geburt des Kindes ankündigt. Josef erscheint im Traum ein Engel. Die Aufforderung des Engels : Verlass Maria nicht, was Josef eigentlich vorhatte, sondern bleib bei ihr und dem Kind. Immer wieder müssen die Engel den Menschen überzeugen, dass Gott was von ihnen will, an das sie selbst gar nicht gedacht haben.

In der Adventszeit – so heißt es – seien die Engel besonders aktiv. Aber man muss schon genau hinhören, um ihre Sprache zu verstehen. Und was die Sache noch ein bisschen komplizierter macht: Lange nicht alle Engel haben Flügel.

 

 

 

*https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/engel-mehr-menschen-glauben-an-schutzengel-als-an-gott

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08DEZ2025
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Früher wurde im Advent gefastet. Aus heutiger Sicht ist das kaum vorstellbar. Denn wie soll das gehen bei dem Angebot von Lebkuchen, Bratwurst und Glühwein. Selbst wenn ich den Weihnachtsmarkt meide, Einladungen zu Weihnachtsfeiern im Betrieb, Verein oder Freundeskreis gibt es ja auch noch. Da ist ein Fasten im Sinne von wenig essen und trinken beim besten Willen nicht möglich. Aber es gibt ja auch noch ein anderes Fasten: „Das ist ein Fasten wie ich es liebe…an die Hungrigen dein Brot auszuteilen und die Obdachlosen in dein Haus aufzunehmen“, (Jes 58,5.7) sagt Gott dem Volk Israel beim Propheten Jesaja. Und dieses Fasten wird auch im Advent geübt. Denn der Advent ist nicht nur die Zeit der vielen Feierlichkeiten, des Essens und Trinkens, sondern auch die Zeit des Spendens. In kaum einer anderen Zeit des Jahres sind die Menschen so spendenfreudig. Und deshalb passt es, dass viele Wohltätigkeitsorganisationen, auch die kirchlichen, im Advent um Spenden bitten. Ist ja auch klar, denn die Menschen spüren, dass die Botschaft von Weihnachten einfach nicht in Übereinstimmung damit zu bringen ist, dass die einen schlemmen und die andern nichts zu essen haben. Denn „Frieden auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“ - wie die Engel an Weihnachten singen - gibt es nur wenn die Güter dieser Welt gerecht verteilt werden. Wer das Kind in der Krippe ernst nimmt, kommt daran nicht vorbei.

In diesem Sinne kann auch im Advent gefastet werden. Und das Schöne: Auf Lebkuchen, Bratwurst und Glühwein brauche ich dabei nicht zu verzichten.

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SWR1 Anstöße sonn- und feiertags

07DEZ2025
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Die Weihnachtsgeschichte, die Geschichte von der Geburt Gottes im Stall von Bethlehem ist für viele nur ein Märchen. Also allenfalls etwas für Kinder. Dabei sind Märchen auch etwas für Erwachsene. Denn auch wenn Märchen häufig unrealistisch und phantastisch klingen, so drücken ihre Geschichten oft wichtige Inhalte und tiefe Wahrheiten aus. Im Orient weiß man darum. Da erzählt man die Märchen auch den Erwachsenen, Märchenerzähler ist da ein angesehener Beruf.

Die Bibel ist im Orient entstanden und voller phantastischer Geschichten - wenn sie so wollen voller Märchen. Etwa, wie der Prophet Jona vom Fisch verschluckt und nach drei Tagen wieder ausgespuckt wird. Oder wie Moses auf Geheiß Gottes die Hand ausstreckt und damit das Rote Meer spaltet. Oder wie Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen tausende von Leuten satt bekommt. Der orientalische Mensch weiß: Bei diesen phantastischen Geschichten geht es eigentlich um die Inhalte, die da vermittelt werden sollen. Beim Propheten Jona zum Beispiel dass man sich vor Gott nicht verstecken kann, bei Moses dass Gott sein Volk auch in ausweglosen Situationen rettet und beim Brotwunder von Jesus: Wenn wir teilen, was wir haben, werden alle satt.

Wie es wirklich war mit der Geburt Jesu, das wissen wir nicht. Aber mit der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem will uns die Bibel sagen: Gott liebt diese Welt und uns Menschen so sehr, dass er einer von uns geworden ist. Und daran glaube ich.

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31MAI2025
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Jeder will den besten Platz. Das war schon bei den Jüngern Jesu nicht anders. So bitten Jakobus und Johannes, Jünger der ersten Stunde, Jesus um einen besonders guten Platz im Himmel. Sie wollen direkt rechts und links neben ihm sitzen. Also wenn man so will in der Königsloge. Diese Bitte der beiden nutzt Jesus, um mal was Grundsätzliches loszuwerden. Originalton Jesus: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. (Mk 10,42-44). Das hat gesessen. Ich stelle mir vor, dass sich nach dieser Antwort Jesu Jakobus und Johannes ganz kleinlaut in eine Ecke verkrümelt haben. Und das hat nicht nur damals gesessen, das sitzt auch heute noch. Als Anspruch an uns, die wir heute Kirche sein wollen. Ich habe den Eindruck, wir sind da heute nicht viel weiter als Jakobus und Johannes damals. Jeder will den besten Platz, da geht es in der Kirche nicht viel anders zu als sonst in der Welt. Und so gibt es auch in der Kirche Machtkämpfe, Eifersüchteleien, Falschheit, Eitelkeit, Betrug und Verleumdung. 

Ich ärgere mich darüber, dass wir dem Anspruch Jesu immer hinterherhinken. Aber – wenn ich ganz ehrlich bin – auch ich sitze gerne in der ersten Reihe. Es ist leicht sich über den anderen zu erheben, aber das „Bei Euch soll es nicht so sein“, gilt immer auch mir selbst. Die Kirche ist kein Club der Superheiligen, sondern eine Gemeinschaft von ganz normalen Menschen mit Fehlern und Schwächen. Auf der einen Seite bedauere ich das, aber auf der anderen Seite bin ich auch ein bisschen froh darüber, denn dann kann auch ich – so wie ich bin - bei Kirche mitmachen.

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

30MAI2025
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„Fürchte Gott, tue recht und scheue niemand“. Bei einer Fahrradtour durch Franken habe ich diesen Spruch auf der Wand eines alten Fachwerkhauses gelesen. Darunter die Jahreszahl 1624.

„Fürchte Gott“, ich gebe zu mit diesem Satz habe ich lange Zeit große Schwierigkeiten gehabt. Vor Gott muss ich mich doch nicht fürchten. Er ist doch – wie Jesus ihn beschreibt - der gute Vater im Himmel. Ja, fürchten im Sinne von Angst haben, das muss nicht sein. Aber Fürchten im Sinne von Ehrfurcht haben und Achtung entgegenbringen, das ist sehr wohl angebracht. Wenn ich Gott achte und ehre, dann erkenne ich an, dass es da jemanden gibt, der größer ist als ich. Das schützt mich vor Größenwahn und Selbstverliebtheit.

Aus dieser Gottesfurcht folgt wie von selbst die zweite Aufforderung des Hausspruches: „Tue recht!“ Zumindest wenn ich mich an dem Gottesbild Jesu Christi orientiere. Denn hier sind Gottes- und Nächstenliebe untrennbar miteinander verbunden. Und zwar tätige Nächstenliebe, konkret heißt das: Tue recht, sorge dafür, dass die Güter dieser Erde so geteilt werden, dass alle satt werden.

Die dritte Aussage „scheue niemand“ ergibt sich auch aus „fürchte Gott“. Denn wer Gott fürchtet, wer Gott als die oberste Autorität anerkennt, der braucht sich keinem Menschen zu unterwerfen.

„Fürchte Gott, tue recht und scheue niemand.“ Die Sätze klingen vielleicht etwas altertümlich, aber sie sind einfach und geben Orientierung. Vor 400 Jahren, als der Dreißigjährige Krieg in Deutschland tobte, genauso wie heute.  

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Anstöße SWR1 RP / Morgengedanken SWR4 RP

28MAI2025
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„Schaut nicht hinauf, der Herr ist hier bei uns.“ So heißt ein Kirchenlied, das ich als Jugendlicher häufig und auch gerne gesungen habe. Der Text bezieht sich auf das morgige Fest Christi Himmelfahrt. Die Geschichte dazu: Es ist nach Ostern. Jesus ist als der, der auferstanden ist, bei seinen Jüngern. Er verspricht ihnen, den Heiligen Geist zu schicken. Und dann passiert es: Eine Wolke umhüllt ihn – so heißt es wörtlich – und entzieht ihn den Blicken der Jünger. Die schauen hinterher Richtung Himmel und gucken dabei wohl ein bisschen dumm aus der Wäsche. Zwei Männer in weißen Gewändern, also vielleicht so was wie Engel, treten auf und sagen zu den Jüngern: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von Euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“
„Schaut nicht hinauf, der Herr ist hier bei uns.“ Haben wir als Jugendliche daraus gemacht. Nicht in den Himmel klotzen und Jesus hinterher weinen, sondern hier auf der Erde anpacken und die Ideen Jesu umsetzen. Im Prinzip sehe ich das heute als älterer Christ immer noch so. Mit dem Kopf im Himmel, aber mit beiden Beinen auf der Erde, so sollten wir als Christen leben. Im Kopf und auch im Herzen die Ideen Jesu und mit den Händen und den Füßen daran arbeiten, dass sie Wirklichkeit werden. Nur weiß ich heute, dass das leider oft nicht gelingt. Nicht nur den andern nicht, sondern auch mir selbst nicht. Meine Bilanz diesbezüglich finde ich eher bescheiden. Und deshalb bin ich da heute vorsichtiger mit der Aussage: „Der Herr ist hier bei uns, der Kirche.“ Vielleicht ist er ja wo ganz anders, da wo ich ihn am wenigsten vermute. Aber egal, wo er ist. Auf alle Fälle gilt: Nur zum Himmel raufklotzen und fromm dastehen, das genügt nicht.

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