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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Es wird wieder geheiratet. Und jedes Ja, das zwei Menschen sich geben, erinnert einige andere daran, dass sie das doch auch einmal getan haben. Was für eine Chance liegt darin!
Willst du, lieber Bräutigam, die Braut haben und halten, sie ehren, achten und lieben, in guten wie in schlechten Tagen zu ihr stehen und das Leben mit ihr teilen, solange ihr lebt?
Wenn ich bei Trauungen dabei bin, dann erinnert das mich persönlich immer daran, dass ich selbst auch einmal so ein Versprechen gegeben habe. So geht es ja vielen.

Ich habe das Glück, das Versprechen immer noch in die Tat umzusetzen, also noch verheiratet zu sein. Und so spreche ich innerlich mit, was die beiden da vorne gerade versprechen: Ja, das gilt immer noch. Treu zueinanderstehen. Sich haben und halten – manchmal auch aushalten. Und das in guten wie in schlechten Tagen.

Eigentlich ist es schade, dass die meisten so ein Fest für sich und ihre Beziehung nur einmal feiern. Warum nicht häufiger? Es muss ja nicht immer so groß sein wie am Anfang.

Aber warum nicht aus dem 11. Hochzeitstag einen ganz besonderen machen? Nicht die übliche Kombination aus Blumenstrauß und Essen gehen, sondern ein kleines Fest mit den nächsten Verwandten und Freunden und Kindern und jemand von ihnen fragt noch einmal:

Willst du? Und dann sagt man noch einmal: Ja, ich will!
Natürlich ist auch die Silberne Hochzeit so ein Anlass und die Goldene – die sowieso. Warum nicht da sogar noch einmal in die Kirche gehen, anfragen ob die Pfarrerin oder der Pfarrer mit dabeisein können?

Ich  will dich ehren, achten und lieben! Ich will dich ehren für das, was du kannst und das, was du leistest. Ich will dich achten in deiner Würde, selbst dann, wenn du einmal nichts mehr kannst oder leisten kannst. Und ich will dich lieben mit dem, was ich tue und dem, was wir gemeinsam tun.

Es ist ja wirklich ein Glück, wenn die Ehe hält und man dem, mit dem man getraut wurde, immer noch vertraut, sich vertraut ist und auch weiter gemeinsam gestalten will, was man anvertraut bekommen hat: Das gemeinsame Leben.

Es ist ein Glück und nicht selbstverständlich. In der Bibel steht einmal: „Genieße jeden Tag mit dem Menschen, den du liebst.“

Ich finde, dass das ein guter Rat ist – und ein Fest zu Ehren der Gemeinsamkeit und ein neues „Ja, ich will!“ können den Genuss nur erhöhen…

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Und? Was machen Sie heute so? Erwarten Sie noch etwas Unerwartetes? Wahrscheinlich ist schon ziemlich viel geplant. Freitag eben. Man tut, was man so tut, freut sich vielleicht auf das Wochenende, an dem man dann auch tut, was man eben so tut am Wochenende.

Routine, Wiederholungen, Gleichmäßigkeit, Verlässlichkeit – ich finde das gut, das gibt mir Sicherheit, wo sich doch so viel um mich und in mir verändert. Es gehört zum Genießen des Lebens dazu, dass ich mich in das Gewohnte und zu Erwartende hineinfallen lassen kann.

Genieße das Leben mit dem Menschen, den du liebst, so heißt es in der Bibel (Prediger 9,9). Das ist einer meiner Lieblings-Sätze in diesem wunderbaren Buch. Das Leben ist kurz, so heißt es dann weiter. Und leider stimmt das. Deshalb ist es gut, sich an Gewohntem und Vertrautem zu freuen, nicht ständig herausgefordert zu sein.

Genieße das Leben! Es gehört zum Glück, sich einzurichten, am Wochenende immer auf dem Balkon, im Garten, auf dem Gütle oder auf dem Campingplatz zu sein oder beim Wandern, oder immer zum Tanz zu gehen. Erfreuliche Gewohnheiten eben.

Doch das Unerwartete ist es, das dann noch mehr Leben ins Leben bringt. Mein Lieblings-Satz hat einen Nachbarn, in dem steht: Und wenn sich dir die Gelegenheit bietet, etwas zu tun, dann tu es mit ganzer Kraft!

Wenn dir etwas über den Weg spaziert, wenn etwas Ungeplantes einfach so passiert, dann lass dich stören! Dann tu es! Ja mehr noch: Tu es mit ganzer Kraft! Nicht halbherzig, nicht mit Zähneknirschen, sondern bewusst und sorgfältig wie du sonst auch bist.

Ein Familienvater hat mir erzählt wie er seinen Sohn, der wegen eines Bahnstreiks Schwierigkeiten hatte, rechtzeitig zu einer Prüfung zu kommen, in die Stadt gefahren hat, in der er studiert. Es hatte sich seinen Feierabend ganz anders vorgestellt und wahrscheinlich hätte es auch andere Möglichkeiten gegeben, aber er hat ihn die 400 Kilometer weite Strecke gefahren und ist in derselben Nacht noch zurückgefahren und saß am folgenden Tag mehr oder weniger erholt um 7 Uhr am Schreibtisch in seinem Büro.

Es war nicht einmal eine besonders ereignisreiche Fahrt, so ein „Vater-und-Sohn“-Ding: Der Sohn hat die meiste Zeit der Fahrt geschlafen.
Aber es war etwas Besonderes. „Das hat sich wie Leben angefühlt“ sagt der Vater.

Genieße das Leben mit den Menschen, die du liebst. Und stöhne nicht, wenn etwas Unerwartetes geschieht. Nein, wenn sich dir die Gelegenheit bietet, etwas zu tun, dann tu es mit ganzer Kraft!

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„Respekt!“ So etwas hat Jesus noch selten gesehen. Er staunt und deshalb macht er seine Gefährten darauf aufmerksam. „Schaut einmal, was diese Frau hier gerade tut! Sie wirft im Gottesdienst ein Geldstück in den Spendenkorb.“ Aha.

Die anderen sind nicht sehr beeindruckt, denn es ist offensichtlich nicht viel Geld, das die alte Dame gibt. Wäre es ein großer Scheck gewesen, ein Betrag, mit dem man etwas anfangen kann, dann hätten sie mitgestaunt. So aber müssen sie es erst erklärt bekommen. „Die anderen hier“, sagt Jesus, „die geben von ihrem Überfluss ab. Sie aber ist bettelarm und gibt alles, was sie kann und sogar noch mehr.“

Ich habe mir vorgestellt, was Jesus heute in Erstaunen versetzt. Wo sagt Gottes Sohn heute „Respekt!“ und möchte, dass wir mal hinschauen? Ich habe in den letzten Wochen ein paar erstaunliche Menschen kennengelernt, die alles geben, alles tun, was sie können. Auf den ersten Blick erscheint es manchmal nicht viel, aber es ist mehr als das, was andere aus ihrem Überfluss tun.

Respekt für die Frau, die im hohen Alter ihren eigenen Haushalt führt. Es ist vielleicht nicht mehr alles so sauber wie früher einmal, aber jeden Tag rafft sie sich auf und tut alles, was sie kann und sogar noch mehr.

Respekt für den Mann, der noch gar nicht so alt ist, aber sein Verstand lässt nach und so tut er alles, was er kann, um fit zu bleiben – so lange wie möglich. Ich stehe an der Kasse hinter ihm und muss ein Weilchen warten, weil er das Geld genau abzählt und zusammenrechnet. Es ist sehr anstrengend für ihn, aber er gibt nicht auf. Er tut alles, was er kann, um sein Leben so lange wie möglich zu erhalten und anderen die Pflege zu ersparen.

Respekt. Auch für die Dame, die ich so oft mit ihrem Rollator gehen sehe. Man hat ihr wohl gesagt, dass sie viel gehen soll, das sei gut für die Durchblutung. Und so geht sie jeden Tag vom Heim in die Stadt, dreht ihre Runden, Kilometer für Kilometer, grüßt jeden, der ihr entgegenkommt mit einem freundlichen Lächeln und bringt etwas Sonne in die Stadt. Sie tut alles, was sie kann. Respekt.

Diese Menschen sind eine positive Herausforderung für mich. Wie oft bleibe ich unter meinen Möglichkeiten. Sie tun alles, was sie können. Das hat Respekt verdient.

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Neulich hat mir jemand gesagt, in der Kirche würden jetzt so seltsame Lieder gesungen, die würde er gar nicht kennen. Er sei ja nie sehr oft hingegangen, aber jetzt würde da gar nicht mehr hingehen. Alles sei anders als früher…

Wissen Sie, was mir dazu eingefallen ist? Mein Discounter. Ja, mein Supermarkt, der hat wieder einmal den ganzen Laden umgeräumt! Nichts ist mehr da, wo es einmal war. Sieht alles schön übersichtlich aus. Ist es aber nicht. Jedenfalls nicht für mich. Ich suche die Milch, doch nicht nur die hat wohl jemand bewusst versteckt - und während ich suchend durch die Gänge irre, kommen mir andere Menschen entgegen mit demselben suchenden Blick.

Die neue Ordnung im Supermarkt, die hat mich wirklich verunsichert! Und es ist auch nicht das erste Mal, dass sie so etwas gemacht haben! Ich glaube nicht, dass es wirklich etwas bringt, aber anscheinend findet jemand Spaß daran…

Genauso wie ich über den Supermarkt rede, so habe ich schon Leute über die Kirche reden hören: All das Neue im Gottesdienst, das hat mich wirklich verunsichert. Und sie erinnern sich: Es ist auch nicht das erste Mal, dass sie alles umgestellt haben!

Und wie ich sind sie sich sicher: Ich glaube nicht, dass es wirklich etwas bringt, aber anscheinend findet jemand Spaß daran…

Aber ist das nicht seltsam? Wenn sich im Supermarkt etwas ändert, geht man weiter hin und gewöhnt sich eben dran. Wenn sich in der Kirche etwas ändert, dann geht man weg.

Ich bin natürlich wieder zum Discounter gegangen. Ich habe einige Zeit gebraucht, aber dann habe ich mich wieder zurechtgefunden. Ich finde diese neue Ordnung immer noch nicht logisch, aber ich kann mich mit dem versorgen, was ich zum Leben brauche.

In der Kirche bleiben manche weg, weil sich etwas ändert. Ich finde das schade. Es dauert wahrscheinlich gar nicht lange und man kann auch neue Lieder mitsingen. Und: man kann sich weiter mit dem versorgen, was man zum Leben braucht.

„Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ – so fängt einer der Psalmen an (Psalm 98). Ich glaube fest, dass Gott das Wunder tut, dass wir auch in dem, was uns nicht mehr so vertraut ist, alles bekommen, was wir zum Leben brauchen, sogar dann, wenn wir neue Lieder singen müssen. Er tut Wunder, daran hat sich immerhin mal nichts geändert.

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Wie halten Sie es mit Alltags-Geboten? Dass Sie vor roten Ampeln halten, glaube ich Ihnen sofort. Aber halten Sie auch an alle innerstädtischen Geschwindigkeits-Begrenzungen ein? Und lassen Sie während des Fahrens Ihr Handy liegen? Konzentrieren Sie sich als Fußgänger auf den Verkehr, queren bei „Grün“ die Straße und beachten die Warnlichter von Stadt- und Straßenbahn? Was für den Straßenverkehr gilt, betrifft auch andere Lebensbereiche. So gibt es Alltags-Gebote, die ich sehr wohl einhalte. Und andere ignoriere ich großzügig. Nun muss ich bei meinen Übertretungen nicht sofort mit „dem Schlimmsten“ rechnen. Ich bezahle nicht jede Übertretung mit meiner Gesundheit oder meinem Leben. Manchmal kostet mich eine Übertretung nur ein „Nasenwässerle“…

Doch Gebote wollen nicht nur mein alltägliches Leben regeln und reibungsloser machen. Sondern Gebote prägen auch meine Beziehung zu Gott stets neu. Deshalb gab Gott Seinem Volk Israel die sogenannten Zehn Gebote, die auch die Christen praktizieren. Und als Jesus von Nazareth mit Seinen Jüngern zusammen war, gab Er ihnen vor allem ein Gebot: „Sie sollen sich untereinander so lieben, wie Er sie geliebt hat“ (Johannes 15,12). Aber kann man „Liebe gebieten“? Ist das kein Widerspruch in sich selbst? Ja, gebotene Liebe ist ein Widerspruch, wenn es um die Liebe zwischen zwei Ehepartnern geht. Hier kann man Liebe nicht gebieten!

Aber wenn es um das Miteinander einer größeren sozialen Gruppe geht, ist es sogar weise, Liebe zu gebieten. Denn Liebe lebt vor allem von einen Impuls: Sie tut dem Mitmenschen nichts Böses, sondern möchte, dass es ihm gut geht. Dann sind bereits kleine Aufmerksamkeiten „Liebes“-Zeichen. Ich gehe nicht mehr bei „rot“ über die Straße, weil ich Autofahrer nicht zu einer Notbremsung zwingen will. Ich beachte die Warnzeichen an Bahnübergängen, um den Zugführer nicht unnötig zu stressen. Ich telefoniere beim Autofahren nicht mit dem Handy, um den fließenden Verkehr aufmerksam zu beachten. Ich halte jemandem, der beide Hände voll hat, eine Ladentür auf und lasse sie nicht achtlos hinter mir zufallen. Ich räume meinen Müll selbst weg und lasse ihn nicht achtlos liegen oder auf den Weg fallen. All diese alltäglichen Zeichen der Liebe erleichtern, verbessern das Miteinander. So wünsche ich Ihnen für diesen Tag überraschende Erlebnisse der kleinen, sozialen Wohltaten, Liebe genannt.

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..mit dem lebendigen Gott

Vielleicht treffen Sie heute auf unbekannte Menschen und stellen sich ihnen vor: „Gestatten, mein Name ist…!“ Oder der Unbekannte stellt sich Ihnen vor: „Ich heiße …“ Manchmal denken Sie vielleicht: „Der Name passt“ oder „ er passt überhaupt nicht zur Person“! Auch ihr Gegenüber kann sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung von Ihnen und Ihrem Namen denken. So ist das. „Namen sind nicht nur Schall und Rauch“, sondern sagen manchmal viel über den Namensträger. Doch eigentlich kann ich für meinen Namen nichts. Ich suchte ihn mir nicht selbst aus – und ihn nachträglich verändern geht kaum. Und manche Menschen leiden unter ihren Vornamen so sehr, dass sie ihn am liebsten los würden. Aber andere Menschen mögen ihren Vornamen, weil sie sich mit ihm identifiziert haben. Doch all unsere festgelegten Namen bieten nur wenig Spielraum für neue Entdeckungen oder Erfahrungen.

Bei einem Namen jedoch ist das anders! Diesen Namen lernt ein Mensch der Bibel –Mose – in einer außergewöhnlichen Situation kennen. Als Hirte in der Wüste entdeckt er eines Tages ein merkwürdiges Phänomen: Er sieht einen brennenden Dornbusch, der brennt, aber nicht verbrennt. Dies Phänomen erregt seine Aufmerksamkeit. Er tritt auf den Dornbusch zu und noch beim Herankommen wird er aufgefordert, seine Sandalen auszuziehen, denn er befindet sich auf „heiligem Grund“. Er gehorcht und nähert sich dem Phänomen.

Plötzlich hört er wieder eine Stimme und vernimmt den Auftrag, das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten führen. Mose lehnt ab. Aber die Stimme gibt nicht nach. Daraufhin fragt Mose die Stimme, die sich als „Gott“ kenntlich gemacht hat, nach ihrem Namen.

Gott antwortet: „Mein Name lautet: Ich werde sein, der ich sein werde!“ (2Mose 3,14). Manchen ist noch die Übersetzung „ich bin, der ich bin“ im Ohr. Beide Übersetzungen sind korrekt und drücken aus, dass Gott sich mit Seinem Namen nicht festlegt. Sein Name kennzeichnet Ihn als einen lebendigen Gott! Wer mit diesem Gott sein Leben wagt, hat einen stets neuen, überraschend lebendigen Gott an seiner Seite.

Dieser Gott geht mit mir mit – in meinen schönen oder traurigen Alltag. Dieser Gott ist bei mir in der Schule oder bei der Arbeit. Dieser Gott ist bei mir, wenn es mir gut geht oder auch nicht so gut geht. Deshalb finde ich diesen offenen Gottesnamen wirklich spannend, denn ich darf täglich neue Erfahrungen mit Ihm machen.

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Was tun Sie heute am Sonntag, dem letzten Tag der Pfingstferien? Werden Sie nach dem Aufstehen gemütlich duschen und frühstücken? Unternehmen Sie bei angenehmem Wetter etwas – mit der Familie oder Freunden? Wandern oder Radeln? Bummeln durch die Fußgängerzone oder durchs Museum? Einerlei: Ich wünsche Ihnen für diese Zeit der Muße viel Freude und Erholung.

Aber Sie könnten natürlich auch – vermutlich warten Sie schon längst auf diesen Tipp – in einen der vielen Sonntagsgottesdienste gehen. In vielen Kirchen können Sie mitfeiern, in anderen aufatmen – je nachdem, wie die Gottesdienste gestaltet sind. Vor allem jedoch können Sie in dieser Zeit darauf gespannt sein, wie Gott Ihnen begegnen wird. Denn das ist das Entscheidende in einem Gottesdienst: Nicht der Mensch dient Gott – mit gesungenen Liedern, gesprochenen Gebeten oder der gehaltenen und gehörten Predigt. Sondern im Gegenteil: Gott dient mir! Weil mir Gott im Gottesdienst dient, bin ich darauf gespannt, wie Er mir begegnet. Vielleicht erhalte ich einen Hinweis darauf, wie ich eine bestimmte Entscheidung treffen soll. Vielleicht höre ich einen Bibeltext, der mir in Ohr und Herz fällt und mich begleitet. Oder ich singe eine Liedstrophe, die mich anspricht und mir zum „Ohrwurm“ wird. Oder Sie feiern mit anderen gemeinsam das Abendmahl – und der Zuspruch der Vergebung tut Ihnen einfach nur gut. All das kann Ihnen in einem Gottesdienst passieren.

Mehr noch. Sie haben sogar die Möglichkeit, den Gottesdienst aktiv zu nutzen. Sie könnten sich so verhalten wie jener Mensch, der in einem Gebet Gott so anredet: „Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land“ (Psalm 143,6). Wer sich im Gottesdienst so verhält, macht deutlich: Er ist mit seinen leeren Händen völlig aufs Empfangen eingestellt. Er braucht neue Lebensmittel oder Lebensmöglichkeiten. Wer leer, ausgedörrt in den Gottesdienst kommt, erhofft sich von Gott neue, ermutigende Lebenskraft. Genau das kann ich im Gottesdienst empfangen. Ich höre und erlebe, was mir neuen Lebensmut gibt. Zuletzt empfange ich im Gottesdienst den Zuspruch göttlichen Segens. Mit dieser Zusage, dass Gott mich in der neuen Woche begleitet, habe ich nicht nur den Sonntag, sondern sogar die vor mir liegende Woche mit einen hilfreich-lebensfreundlichen Vorzeichen versehen. So wünsche ich Ihnen heute einen gesegneten Sonntag.

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