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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Blau wie der Himmel und blau wie das Meer: So leuchtet eine von achtzehn Perlen an einem kleinen Kranz, der vor einigen Jahren bei uns in Deutschland unter dem Namen „Perlen des Glaubens" bekannt geworden ist (Lutherische Verlagsgesellschaft Kiel, http://perlen-des-glaubens.de). Die Perlen tragen ganz unterschiedliche Namen und es sind ihnen auch ganz unterschiedliche Farben zugeordnet. Golden die Gottesperle, weiß die Ich-Perle, rot die Perlen der Liebe, schwarz die Perle der Nacht - und blau die Perle der Gelassenheit. Kürzlich haben wir sie in unserer Gemeinde näher betrachtet. Geholfen hat uns dabei die Geschichte von Noach aus der Bibel (Genesis 7-9). Gott hatte ihm aufgetragen, ein Boot zu bauen, groß genug, um seine ganze Sippe aufzunehmen samt allen Tieren, und stabil genug, um einer Sturmflut gewachsen zu sein, die Gott herannahen sah. Doch hin und wieder gibt es Stürme, die nicht enden wollen. Da kann einem angst und bange werden. Oder man wird mürbe, reagiert ungehalten, macht andere dafür verantwortlich. Wie es Noach und den Seinen während der vierzig Tage Sturmflut gegangen ist, wird nicht erzählt, wohl aber, dass sie dank des Rettungswillens Gottes alles unbeschadet überstanden haben. Und dass Gott am Ende ein Zeichen gesetzt hat: Immer werde er für die Menschen da sein, immer werde er sie retten und bewahren. Der Regenbogen möge zu allen Zeiten daran erinnern. Die Perlen des Glaubens nehmen zwar nicht alle Farben des Regenbogens auf, aber auch sie - und besonders die blaue Perle der Gelassenheit - können mich, wenn es in meinem Leben wieder stürmisch wird und Unruhe und Ungehaltenheit in mir aufkommen, an Gottes verbindlich geäußerten Rettungswillen erinnern. Vielleicht gelingt es dann, wieder zur Ruhe zurückzufinden oder sie gar zu bewahren. „Gott ist mein Licht und mein Heil: Wen sollte ich fürchten?" heißt es in einem biblischen Gebet. „Gott schützt mein Leben: Vor wem sollte ich bangen? ... Er birgt mich unter seinem Dach..., er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes" (Psalm 27,1.5).

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In Schwimmbädern gehören sie ebenso zur festen Einrichtung wie auf Schiffen: Jene roten Reifen, mit einer langen, weißen Leine versehen, die „Rettungsringe" heißen. Die meiste Zeit hängen sie an ihrem Platz. Doch es ist beruhigend zu wissen, dass sie im Notfall gleich zur Hand sind. Einen Rettungsring der besonderen Art hat vor einigen Jahren der schwedische Bischof Martin Lönnebo erfunden: Es ist ein kleiner Kranz mit achtzehn unterschiedlichen Perlen - in Deutschland bekannt unter dem Namen „Perlen des Glaubens" (Lutherische Verlagsgesellschaft Kiel, http://perlen-des-glaubens.de). Das Rettende dabei kann vielerlei sein: Zum Beispiel zu verhindern, dass der Alltag mit seinen vielen Anforderungen meinen Glauben an Gott zuschüttet, oder dass ich pausenlos funktioniere - ohne Zeiten der Stille und des Nachdenkens. In unserer Gemeinde begleiten uns die Perlen des Glaubens gerade durch die Fastenzeit. Von den achtzehn Perlen heißen sechs „Perlen der Stille". Sie sind verteilt über den ganzen Kranz und machen schon dadurch deutlich, dass es gut ist, wenn der Lauf meines Lebens immer wieder von Zeiten der Stille unterbrochen wird. Das Problem ist nur: So sehr ich das einsehe und vielleicht auch will - in der Praxis sieht es oft anders aus. Da können schon mal Tage und auch Wochen vergehen, ohne dass sich ein Raum gefunden hätte für ein paar ruhige Momente. Hier kann der Perlenkranz weiterhelfen. Ich kann ihn so platzieren, dass mein Blick immer wieder darauf fällt oder dass ich ihn immer wieder berühre - und jedes Mal werde ich dann an meine Absicht erinnert, mir zwischendurch eine kleine Unterbrechung zu gönnen: für einen Augenblick mal nichts zu tun, nur still zu sein, durchzuatmen, einfach da zu sein. Vielleicht ist jetzt gerade die Zeit dazu. Oder nachher, wenn ich wegmuss, um etwas zu holen. Oder heute Abend. Das Perlenband ist für den Alltag gedacht. Mitten in ihm bietet es mir die Chance innezuhalten, vielleicht auch an Gott zu denken oder an Menschen, die mir wichtig sind und die meine innere Verbundenheit gerade gut gebrauchen können.

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Mehr Frauen in die Führungsetagen! Es ist noch nicht so lange her, da wurde über dieses Thema heiß diskutiert. Und wieder einmal zeigte sich: Eine wirkliche Gleichstellung von Frauen und Männern ist noch weit entfernt. Heute, am internationalen Frauentag, wird weltweit daran erinnert. Seit 101 Jahren gibt es ihn - mit einer allerdings sehr wechselvollen Geschichte. Sie zeigt, wie schwierig es ist, Frauen die Rechte einzuräumen, die Männer schon lange haben. Das gilt auch für die Kirchen. Zwar haben viele von ihnen, darunter auch die Kirche, der ich angehöre, inzwischen die Gleichberechtigung bis hinein ins Amt. Doch wenn es um die Konsequenzen geht, die daraus entstehen, dass Frauen beispielsweise auf eigene Art Liturgie feiern und von Gott reden, tun sich viele Männer und auch Frauen schwer. Die „Bibel in gerechter Sprache", vor sechs Jahren erschienen, hat nicht nur Freunde. Ihr Hauptanliegen: Frauen, von denen in den biblischen Überlieferungen eher zwischen den Zeilen die Rede ist, konkret zu benennen. Und: Von Gott anders und vielfältiger zu reden als nur in männlichen Bezeichnungen. Das hat zur Folge, dass beim Abendmahl Jesu nicht nur „Jünger" am Tisch sitzen, sondern auch „Jüngerinnen". Und dass von Gott eben auch unter Verwendung eines „sie" die Rede ist statt des üblichen „er". Zum Beispiel in der Geschichte vom Auszug aus Ägypten: Da kann es genauso möglich sein, dass die Israeliten und Israelitinnen zu „ihr" um Hilfe schrien, als ihnen das heranrückende Heer des Pharaos auf den Fersen saß, und dass an jenem Tag „sie" Israel rettete vor der ägyptischen Macht (Exodus 14,10.30 Bibel in gerechter Sprache). Natürlich sind solche Formulierungen gewöhnungsbedürftig und auch provozierend, aber sie regen zum Nachdenken an - zum Beispiel darüber, dass es oft die Mütter sind, die ihren Kindern beistehen, und dass deshalb die mütterliche Seite Gottes nicht verschwiegen werden sollte, gerade nicht an einer so entscheidenden Stelle. Ich halte das für bereichernd, auch wenn es mir - zugegeben - oft sehr schwer fällt, mein Reden von Gott entsprechend zu verändern.

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Die Mutter der beiden Brüder Jakobus und Johannes kommt zu Jesus, um für ihre Söhne die Plätze rechts und links neben Jesus sozusagen zu reservieren. Sie will die Ehrenplätze an Jesu Seite für ihre Söhne. Jesus hatte unmittelbar vorher angekündigt, dass er ausgeliefert und gekreuzigt werden würde, da kommt sie an und kämpft wie aus heiterem Himmel um die besten Plätze für ihre Söhne.Das Schicksal Jesu scheint sie hier gar nicht zu interessieren. Wie kommt das? Was soll diese Geschichte? Das fragen sich vermutlich auch die Umstehenden. Denn nachdem Jesus noch freundlich darauf hinweist, dass er diese Plätze gar nicht vergeben kann, sondern nur sein Vater, ärgern sich die anderen Jünger über diesen Vorstoß einer übereifrigen Mutter. Und der Ärger richtet sich gegen Jakobus und Johannes, als ob sie ihre Mutter vorgeschickt hätten. Das ist der Moment, wo Jesus sie alle um sich versammelt. Jetzt spricht er von Macht und Machtmissbrauch. Davon dass der, der den Menschen dient der eigentlich Große ist. Wie die Mutter darauf reagiert hat, steht leider nicht mehr im Text. Ich glaube, dass die Mutter mit ihrem Anliegen nicht darum Ärger ausgelöst hat, weil sie sich für ihre Söhne einsetzt, sondern weil sie ein Exklusivrecht haben möchte, das die anderen benachteiligt. Aus der guten Absicht der Mutter entsteht eine Konkurrenzsituation unter den Jüngern.Auffallend ist, dass Jesus nicht den Wunsch nach Größe und guten Positionen an sich verurteilt. Aber die Grundhaltung seiner Jünger soll eine andere sein. Seine Antwort auf das Ganze ist: nutzen statt ausnutzen, dienen statt Vorteile sichern. Macht ja, aber nicht zum Nachteil anderer, sondern im Dienst am Nächsten. Schaff ich das, mich selbst nicht so wichtig zu nehmen? Bin ich überhaupt in der Lage, von mir selbst abzusehen und anderen den Vorrang zu lassen? In unserer Gesellschaft, wo nur der Erfolg hat, der sich gegen andere durchsetzt? Und überhaupt: Das mit dem Dienen ist doch wohl total überholt. Es gibt in diesem Zusammenhang ein Wort, bei dem Viele sofort Ablehnung spüren: Demut. Wir verbinden damit meistens Demütigung oder des gedemütigt Werden. Eigentlich bedeutet das Wort aber, das Dienen für sinnvoll zu erachten. Mut bedeutete früher auch „Sinn". Wer dem anderen dient, sollte das tun, nicht weil es gefordert wird, sondern weil es Sinn macht, sich für andere zu engagieren. Vielleicht gibt es Gelegenheiten, wo wir in die Rolle der Mutter schlüpfen, aber nicht, um Konkurrenz zu schaffen, sondern um uns dafür einbringen zu können, dass es allen besser geht. Und mir damit auch. Ich finde, das würde Sinn machen.

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06MRZ2012
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Das Mädchen war total konzentriert. Die Welt um sie herum schien für sie schon gar nicht mehr zu existieren, so sehr war sie bei der Sache. Der Glanz der kleinen Kerze in ihrer Hand flackerte auf ihrem Gesicht. Tropfen für Tropfen ließ sie das Wachs aufs Papier fallen und gestaltete so ein Kreuz. „Schön, oder?", fragte sie mich stolz. Es war schön, sie so fröhlich und gut gelaunt zu sehen. Das war beileibe nicht immer so. Ihre Familie war  ein so genannter „Sozialfall". Der Vater war abgehauen, die Mutter war arbeitsunfähig und hatte eine Betreuerin. Alexandra war das älteste Kind und musste mit anpacken, wo es ging. Manchmal ging es ihr sichtlich schlecht. Sie, die ausdrücklich nicht religiös erzogen wurde, machte ein Kreuz und fand es toll. „Gefällt's dir so?", frage sie mich. Ich nickte. Von meinem Nicken ermutigt, griff sie zu einer Kerze mit anderer Farbe, zündete sie an und ließ weitere Wachstropfen auf das Papier fallen. „Jetzt mach ich den Jesus", sagte sie. Ich war neugierig. Ich hätte gern gewusst, für wen sie Jesus hält. Über ihn gesprochen hatten wir schon oft, auch darum, weil sie immer wieder wissen wollte, warum ich ein Kreuz an der Wand hängen hatte. Jedes Mal fragte sie mich das. Jedes Mal gab ich Antworten, von denen ich dachte, dass sie damit nun zufrieden sei. Aber dann kam sie beim nächsten Mal wieder mit der Frage, wer Jesus sei und warum man ihn gekreuzigt habe, und warum die „Kreuziger" nicht von der Polizei verhaftet und bestraft wurden. Man dürfe ja nicht einfach einem Menschen wehtun. „Und wenn Gott sein Vater war, warum hat er dann seinen Sohn hängenlassen?" Sie überlegte kurz und fügte traurig hinzu: „Oder ist sein Vater auch mit einer anderen abgehauen?" Ich war bewegt von ihren Fragen, in denen sich ihr eigenes Leben widerspiegelte. Sie wartete nicht auf meine Antworten, sondern nahm sich das Blatt und die Kerze wieder vor und tropfte ihr Kruzifix weiter. Immer mehr Wachs ließ sie auf das Papier tropfen. Aber irgendwann war es zu viel Wachs, es kühlte nicht mehr so recht ab. Die Wachsfarben verliefen ineinander. Als auf dem Blatt dann nur noch ein undefinierbarer Wachsfleck zu sehen war, verfinsterte sich ihr Gesicht. Passend dazu blies sie jäh die Kerze aus. Ich erwartete einen Fluch von ihr, so wie es manchmal aus ihr rausbrach, wenn sie eine Schulaufgabe nicht verstand und sich dumm fühlte. Aber nun wurde sie einfach nur still, starrte auf das vor ihr liegende Blatt mit dem Wachsflecken und sagte leise: „Is' nix geworden mit Jesus." Und ich hatte ein Gefühl wie Karfreitag. Ich wünsche Ihnen Begegnungen, die sie berühren und stärken.

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05MRZ2012
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In einem kleinen Dorf wurde eine verheirate Frau mit einem anderen Mann erwischt. Da dies nach den Moralvorstellungen der Dorfbewohner nicht nur eine Schande für ihren Ehemann, sondern für das ganze Dorf darstellte, wurde sie öffentlich angeklagt und erhielt die höchste Strafe: Sie sollte von der Klippe hinabgestoßen werden. Am nächsten Tag trafen sich alle bei der Klippe, man brachte die Frau herbei, führte sie an den Klippenrand und gab ihr einen Stoß, so dass sie hinabstürzte. Danach gingen alle weg. Was niemand bemerkte: Ihr Mann war dabei gar nicht anwesend. Am nächsten Morgen sahen die Leute den Ehemann fröhlich und gelassen vor seinem Haus. Im Haus selbst sahen sie dann zu ihrer großen Verwunderung auch die Ehefrau. Was war geschehen? In der Nacht vor der Vollstreckung des Richterspruches hatte der Mann unterhalb der Klippe ein großes Netz in die Felswand gespannt. Als seine Frau hinabgestoßen wurde, fiel sie in das Netz, konnte sich befreien und ging nach Hause. Ihr Mann, der seine Frau sehr liebte, hatte ihr verziehen. Zugegeben, das klingt alles zu schön, um wahr zu sein. Trotzdem ist es eine beeindruckende Geschichte davon, was eigentlich die Kraft der Vergebung ist: Liebe. Natürlich hatte seine Frau ihn betrogen und damit Schuld auf sich geladen. Natürlich wusste der Mann das und mit ihm das ganze Dorf. Aber er spürte offensichtlich auch, dass die Verurteilung der Frau falsch war, denn sie machte die Schuld ja nicht wieder gut und zerstörte sogar das Leben des Mannes. Sein Liebe zu ihr und das, was sie miteinander verbindet, war stärker als der Wunsch nach Strafe oder Rache. Wir sind in der zweiten Woche der Fastenzeit. In dieser Zeit vor Ostern geht es den Christinnen und Christenja vor allem um die Besinnung auf das Wesentliche, wie man so schön sagt. Was ist wichtig? Was müsste ich ändern? Gibt es Schuld auch in meinem Leben? Mir fällt die Mahnung Jesu ein: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet." Wichtiger als Fasten und Verzicht auf Genuss ist meiner Meinung nach der Verzicht auf Besserwisserei und Verurteilung anderer. Wie leicht verurteilen wir Menschen, nur weil sie anders sind als wir oder etwas tun, was unseren Moralvorstellungen nicht entspricht oderunsnicht gefällt. Jesu Aufforderung ist klar: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet."  

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In meiner Studentenzeit haben wir über fromm erscheinende Menschengern gesagt, sie hätten den verklärten Blick einer Heiligenfigur. Heilige werden als Figuren jagern mit eben diesem verklärten Blick dargestellt, also mit leicht geneigtem Kopf und  zum Himmel blickenden Augen. Auch heutegilt ein verklärter Blick eher als Frömmelei, die an der Wirklichkeit des Lebens vorbei geht. Verklärung statt Aufklärung - Diesen Vorwurf konnte man ja auch schon in der Presse lesen, wenn Prominente in Verdacht gerieten, nur nach eigenen Interessen gehandelt zu haben und das im Nachhinein kaschieren wollten. Nein, das Wort Verklärung hat in den meisten Zusammenhängen keinen guten Klang. Zu sehr ist es mit dem Vorwurf der Unglaubwürdigkeit oder Unaufrichtigkeit verbunden. Oder, wie bei uns Studenten damals, mit einer fast lächerlich wirkenden Frömmelei. Dabei meint Verklärung laut Wörterbuchlediglich, dass jemand besonders glücklich aussieht. In den katholischen Gottesdiensten wird heute das Evangelium von der Verklärung Jesu gelesen. Jesus ist mit drei seiner Aposteln auf einem Berg und wird vor ihren Augen verwandelt, sein Gewand wird strahlend weiß, beeindruckende Begegnungen finden statt und aus einer Wolke tönt eine Stimme, die sagt: „Das ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören." Der Evangelist spricht von Verwandlung. Das gefällt mir, denn es macht etwas deutlich: Irgendetwas passiert mit Jesus, so dass ihn die Apostel anders wahrnehmen. Was mit Jesus geschieht, verändert auch die anderen. Die Verklärung ist ein Ereignis in den Aposteln selbst. Nicht nur Jesus wird verklärt,  sondern auch die Apostel werdenverwandelt. Ich glaube, wir alle brauchen Momente, in denen uns die Dinge in einem andern Licht erscheinen und uns die Möglichkeit zur Veränderung geben. Und damit meine ich Veränderung, die den Blick für die Realität unseres Lebens schärft. Jesus ging danach ja mit seinen Jüngern auch wieder vom Berg hinunter und kündigte ihnen sein eigenes Leiden, ja sogar seinen bevorstehenden Tod an. Keine realitätsferne Weltflucht, sondern die Bereitschaft, sich dem Wandel des Lebens zu stellen. Bert Brecht schreibt in einer seiner Geschichten von Herrn K.:
Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert." „Oh!" sagte Herr K. und erbleichte. Ich wünsche Ihnen Momente, die etwas verändern können.

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