Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Gute Chefs verhalten sich sehr unterschiedlich. Vorgesetzte sehen ihr Unternehmen oft auf ganz verschiedene Weise.
Einer sagt: Unternehmen funktionieren wie Maschinen. Sie müssen gut strukturiert sein, am besten hierarchisch, von oben nach unten. Die Kontrollmechanismen müssen stimmen. Führen bedeutet managen, dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden und jeder klar seine Verantwortung kennt und dieser nachkommt.
Ein Anderer sagt: die Welt der Wirtschaft ist ein Dschungel. Im Wettbewerb hilft nur eine gute Strategie und Durchsetzungskraft. Die Führungskraft muss in vorderster Front kämpfen und seine Leute mitreißen. Aufgaben müssen erledigt und Pläne umgesetzt werden.
Davon unterscheidet sich ein Dritter. Er sieht das wichtigste Kapital einer Firma in den Mitarbeitern. Um effizient zu sein, muss die Atmosphäre stimmen, die Beziehungen der Menschen dürfen nicht durch unbearbeitete Konflikte gestört sein. Menschen brauchen Anerkennung und Wertschätzung. Die Basis für dauerhaften Erfolg ist Vertrauen. Man muss sich wie zu einer großen Familie zugehörig fühlen.
Und noch ein Bekenntnis: Die Business-Elite managet mit Ritualen. Dahinter verbirgt sich die Überzeugung, dass die Geschäftwelt wie ein großes Theater ist. Manager sind in einem gewissen Sinn Magier, die für die Unternehmenskultur Verantwortung tragen. Geschichten, Symbole, feierlich zelebrierte Ereignisse, große Visionen und regelmäßig wiederkehrende Handlungen geben dem Ganzen einen Sinn.
Und nun? Lauter unterschiedliche Sichtweisen. Alle sind berechtigt. Dummerweise erwarten Mitarbeiter gerade das von ihrem Chef, was dieser nicht unbedingt verkörpert. Wer für Ordnung sorgt soll auch noch Power haben. Wer Würde ausstrahlt soll auch noch die Mitarbeiter für gute Leistungen loben.
Es wird gerne vergessen, dass jeder ein wenig anders denkt und eine andere Perspektive hat. Während die einen glauben, das Heil liegt in Ordnung, Kontrolle und Disziplin, glauben andere an Kreativität, Schnelligkeit und List. Manche Chefs verzaubern durch gut erzählte Geschichten, faszinieren durch perfekt inszenierte Anlässe. Vorgesetzte, die sich wie liebende Väter oder sorgsame Mütter verhalten, werden von ihren Mitarbeitern in der Regel geliebt.
Eine Person allein kann nicht alle Erwartungen erfüllen. Ich finde, jeder sollte es auf seine Art gut machen, sich aber bewusst darüber sein, dass auch andere Sichtweisen berechtigt sind.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9698

Paare entwickeln oft merkwürdige Abhängigkeiten. Die „bessere Hälfte" hat oft Eigenschaften, die ich nicht habe. Der Partner übernimmt, bewusst oder unbewusst, bestimmte Aufgaben, und ergänzt damit meine Unzulänglichkeiten. So entsteht das ideale Paar ... Beispiel: Sie ist gut organisiert, diszipliniert und Frühaufsteherin. Er: Typ „zerstreuter Professor". Es ist nicht schwer, sich auszudenken, wer in dieser Beziehung für Abwechslung sorgt und wer dafür zuständig ist, dass der Kühlschrank immer ausreichend gefüllt ist. Das geht gut, bis einer diese Arbeitsteilung nicht mehr akzeptiert oder aus dieser Art „Delegation" ausbricht oder ausbrechen will. Bis einer merkt, dass dieses Sich-Ergänzen hinderlich sein kann, sich als Menschen und als Paar weiterzuentwickeln.
Es ist tragisch, dass immer mehr Beziehungen an diesem Punkt scheitern, wenn die Harmonie, das Sich-Ergänzen, nicht mehr funktioniert. Mir fällt auf, dass Beziehungen oft dann scheitern, wenn Paare nicht gelernt haben, mit dieser sich entwickelnden Situation umzugehen. Es ist nicht beschämend sich dann professionelle Hilfe zu holen, wenn die Verliebtheitsphase vorbei ist, die Faszination für den Partner schwindet, das Zusammenspiel nicht mehr von alleine funktioniert, die Harmonie nicht mehr gegeben ist. Das „verflixte siebte Jahr" sagen manche. Oder es passiert dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind, die Familienkonstellation sich neu ordnen muss. Es ist gleichermaßen ein Thema für Männer und Frauen.
Wenn ich in meiner Partnerschaft Stillstand oder Auseinanderbrechen vermeiden will, muss ich mich bewegen. Das kann Arbeit, Schweiß und Tränen bedeuten. Dazu gehört es auch „Delegationen" zurückzunehmen. Darunter verstehe ich, die bewusst oder unbewusst an den Partner abgegebenen Aufgaben, wo dieser zum Beispiel meine Unzulänglichkeiten ergänzt, wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, Fragen zu stellen und Antworten zu suchen, wie wir als Menschen unser Leben lang, auch in unseren Beziehungen, wachsen können. Zum Beispiel:
Was hindert mich daran, mit meinem Partner zu besprechen, wo ich solche gegenseitigen Ergänzungen oder auch Abhängigkeiten sehe? Warum mache ich mir nicht selbst Gedanken und übernehme die Verantwortung dafür, was ich in meinem Leben und meiner Beziehung verändern will? Was wäre, wenn ich selbst aktiv in meine und unsere Weiterentwicklung als Paar investiere?

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9697

Passende Geschenke zu finden ist nicht leicht. Zumindest tu ich mir manchmal schwer damit. Wahrscheinlich, weil ich ein Mann bin. Kaum ist die Weihnachtszeit vorbei, quält mich schon wieder die Frage: Welche Geschenke sind angemessen? Was kann ich schenken? Geburtstage, Verabschiedungen in den Ruhestand, oder einfach sich bei jemand mit einem Geschenk bedanken, das gibt es über das ganze Jahr verteilt. Und vor allem, wenn ich nicht bei den 08/15 Geschichten mitmachen will wie, Blumenstrauß, Pralinenschachtel, Kinogutschein oder Bestsellerroman. Es soll bezahlbar sein und dem Beschenkten soll es Freude machen. Wenn ich dann noch den Anspruch habe, kreativ sein zu wollen, kann das richtig Stress machen.
Beim Nachdenken und Nachspüren, welche Geschenke angemessen sind, bin ich immer mehr dazu übergegangen, mir zu überlegen, ob ich Zeit schenken kann. Zeit ist etwas immaterielles aber etwas sehr wertvolles. Jeder Mensch hat nur eine begrenzte Lebenszeit, und viele jammern darüber, keine oder zu wenig Zeit zu haben.
Ich finde Zeit etwas Geniales. Jeder hat gleich viel davon beziehungsweise läuft die Zeit für jedermann gleich schnell oder gleich langsam. Letztlich geht es um die Frage, was mache ich mit meiner Zeit und da empfinde ich es als absoluten Luxus, wenn ich sogar Zeit verschenken kann. Das kann gelingen, wenn ich die entsprechenden Prioritäten setze. Mir Zeit nehmen, mir selber Zeit genehmigen, Zeit für meine Partnerin, meine Kinder, Patenkinder, Freunde. Dabei habe ich noch eine Beobachtung gemacht: Es ist nicht nur eine Frage der Quantität, der Menge an Zeit, die ich investiere, sondern auch eine Frage der Qualität. Was genau machen wir in der gemeinsamen Zeit. Schauen wir fern und damit anderen beim Leben zu oder erleben wir selbst etwas gemeinsam: im Winter ein Iglu bauen, im Frühling eine Wanderung im Schwarzwald, im Sommer ein Segelausflug auf dem Bodensee oder im Herbst Drachen steigen lassen. Zeitqualität heißt für mich auch: ich bin neugierig, ich nehme Anteil und ich teile auch selbst mit, wie es mir geht und was mich beschäftigt.
Lebenszeit teilen, Lebenszeit verschenken ist für mich eines der schönsten Geschenke geworden, das ich selbst gerne verschenke und auch gerne geschenkt bekomme.


https://www.kirche-im-swr.de/?m=9696

Guten Morgen.
Die meisten Menschen feiern gerne. Es wird gesungen, getanzt und gelacht. Essen und Trinken gehört in der Regel auch zu einem gelungenen Fest.
Es gibt Feste für alles Mögliche. Geburtstage, Jubiläen, Willkommenpartys. Es sind meistens freudige Anlässe, die uns in Feierstimmung versetzen und es ist schön, wenn man Grund zum Feiern hat. Taufe, Erstkommunion, Firmung, Konfirmation, Hochzeit. Das sind nicht nur Familienfeste. Die Gesellschaft nimmt Anteil an diesen Festen. Solche Anlässe sind mit Ritualen verbunden. Lange hatten die Kirchen eine Art Monopol dafür. Inzwischen haben sich die Rituale verselbständigt und es kommen hierzulande viele Menschen auch ohne Kirchen aus. Aber das Rituelle ist geblieben. Außer in zwei Fällen, so scheint mir: Unsere Gesellschaft tut sich schwer mit Versöhnungs- und Abschiedsritualen. Ich empfinde das als einen Mangel.
Fehler eingestehen, um Verzeihung bitten, sich ent-schuldigen, sich versöhnen. Für religiöse Menschen gibt es dafür Rituale, Sakramente, aber die sind fast ausschließlich in den privaten und persönlichen Bereich gerutscht. Außerdem klingt es nicht sehr modern: beichten und Buße tun. Wenn es darum geht, Konflikte zu bearbeiten, so sind wir gesellschaftlich gerade dabei zu lernen, dass sich die Mühe lohnt, Lösungen zum allseitigen Vorteil zu suchen. Gerichts- und Schlichtungsverfahren sind solche Rituale. Da geht es nicht mehr nur um die Frage, „wer hat Recht" sondern es wird öffentlich die Sinnfrage gestellt, Fehler oder Fehleinschätzungen können bekannt werden.
Für Abschiedsrituale bemüht man meistens noch die Kirchen, wenn es zum Beispiel um den Tod geht. Aber auch hier gibt es längst kein Monopol mehr. Junge Menschen feiern Abschiedspartys, auch dann, wenn sie eine gleichaltrige Freundin oder einen Kameraden verloren haben. Ich empfinde das manchmal auch als Hilflosigkeit.
Wenn es darum geht nach einer längeren Beziehung sich auch wieder zu trennen, fehlen die Rituale. Bei Ehen kann die Scheidung vor Gericht ein Ersatz sein, aber dieser Akt wird manchmal zu formal empfunden und irgendwie fehlt dann doch etwas. Ein Abschiedsritual als Pendant zur Hochzeit ist kirchlich und gesellschaftlich bisher nicht üblich. „Abschiedlich" zu leben wird uns nicht leicht gemacht. Wir wissen zwar, dass uns alle der Tod erwartet und dass Abschiede, Trauer und Schmerz, zum Leben gehören. Versöhnungs- und Abschiedsrituale helfen uns, Tränen zuzulassen, aber auch, sie zu überwinden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9695

Als Kind fand ich das ganz witzig: „Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht." Beim letzten Satz werden Augen, Nase und Mund mit einem Kreis umrundet. Heute begegnet mir dieses Mondgesicht als „Smiley": gelbe Grundfarbe, schwarze Striche.
Inzwischen gibt es die „Smilies" in allen Farben und mit allen möglichen Gesichtsausdrücken: Gähnend, gelangweilt, wütend, mit herausgestreckter Zunge, traurig, und so weiter.
Drei ganz einfache Varianten finde ich sehr aussagekräftig: sie symbolisieren praktisch eine dreistufige Skala: plus, neutral und minus. Die Mundwinkel nach unten bedeuten Unzufriedenheit, Ablehnung, negative Gefühle. Ein gerader Strich bedeutet, dass es soweit o.k. ist, weder positiv, noch negativ, weder heiß noch kalt, lau - eben neutral. Der Strich in U-Form signalisiert Zufriedenheit, Freundlichkeit, Zustimmung, positive Gefühle. Man kann das Lächeln förmlich spüren.
Mit meinen Mitmenschen geht es mir nicht anders. Mich erstaunt, wie vielen Menschen mit herunterhängenden Mundwinkeln ich begegne. Ob sie sie sich tatsächlich so fühlen, wie das, was sie ausstrahlen? Wenn ja, dann wünsche ich ihnen, dass sie mehr Freude in ihrem Leben haben. Falls ihnen aber nicht bewusst ist, dass sie mürrisch und griesgrämig wirken, dann wünsche ich ihnen, dass sie an einem Spiegel vorbeikommen. Dass sie bemerken wie tief ihre Mundwinkel hängen. Dass sie zunächst vielleicht sich selber ein Lächeln schenken. Und wenn kein Spiegel vorhanden ist?
Ich habe mir angewöhnt, Spiegel zu sein, wie der magische Spiegel im Märchen von Schneewittchen: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der freundlichste im ganzen Land?" „Mein lieber Mitmensch hier, Ihr seid der Freundlichste. Und niemand, weder hinter den sieben Bergen noch bei den sieben Zwergen ist freundlicher als Ihr." Wenn mir diese Gedanken durch den Kopf gehen muss ich selber lächeln, und lächeln ist wie eine hochansteckende Krankheit. Mir ist noch kaum jemand begegnet, der immun dagegen wäre. Mundwinkel nach oben und ein freundlicher Blick: es ist definitiv ansteckend.
Ich finde es erstaunlich, wie ein Gesicht sich verändert, wenn es lächelt oder lacht.
Als Erinnerung: der „Smiley" ist das Mondgesicht, das lächelt wie eine Sonne.
Einen schönen Tag wünsche ich.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9694

Fließend warmes Wasser, Trinkwasserqualität aus dem Hahn. Strom rund um die Uhr. Geteerte Strassen, Ampeln, die den Verkehr regeln und öffentliche Verkehrsmittel. Lauter Selbstverständlichkeiten. Jedenfalls für die meisten von uns hier. Auch wenn wir in andere Länder reisen, möchten wir diesen Komfort genießen.
Aber für viele Menschen dieser Erde sind unsere Selbstverständlichkeiten Luxus.
Beruflich bedingt war ich in Ländern, wo es diese scheinbaren Selbstverständlichkeiten nicht gibt. Zum Beispiel hatte ich keinen funktionierenden Internetanschluss mehr. Bankautomaten - Fehlanzeige. U-Bahn in einer Millionenstadt -seit 20 Jahren wird daran gebaut. Die für das Jahr 2000 angekündigte Inbetriebnahme wurde immer wieder um Jahre verschoben.
Offiziell ist jeder zehnte Analphabet. Inoffizielle Schätzungen glauben, dass es mehr als doppelt so viele sind.
Politische Stabilität? Die Steuergesetze ändern sich alle 6 Monate. Es gibt keine offizielle Kriminalitätsstatistik. Spricht man das Thema Korruption an, landet man im Sumpf. Der Schwarzmarkt floriert prächtig.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich möchte kein negativ Bild dieser Länder zeichnen oder die Menschen schlecht reden. Im Gegenteil: die Menschen, denen ich begegnet bin, waren äußerst gastfreundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Fast hatte ich den Eindruck sie leben glücklicher als Menschen, die von selbstverständlichem Luxus umgeben sind.
Auch wenn es an unserem Gesundheitssystem bestimmt Mängel gibt, aber auf den Notarzt in wenigen Minuten ist in der Regel Verlass. Zugegeben, diese Minuten können als halbe Ewigkeit empfunden werden. Aber seit ich erlebt habe, für wie viele Länder und damit Menschen dies eben keine Selbstverständlichkeit ist, bin ich viel dankbarer und zufriedener., Wenn ich beim Zahnarzt rasch einen Termin bekomme, empfinde ich es fast als Luxus. Jederzeit am Bankautomaten Geld abheben zu können ist bequem. In der Dunkelheit auf die Strasse gehen zu dürfen und nicht ständig Angst haben zu müssen, überfallen zu werden, ist entlastend.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9693

                                                                                             
Ich möchte Sie heute in die Stadt Barcelona entführen. Auf den Platz vor der Kathedrale. Im Reiseführer hatte ich gelesen, dass dort an Sonn- und Feiertagen getanzt wird, um die Mittagszeit, auf traditionelle Musik. Als ich Barcelona besuchte, war ich natürlich neugierig. Ich erwartete folkloristische Tänzer in katalanischen Trachten.
Von weitem höre ich bereits die Musik, eine Mischung aus mittelalterlichen Rhythmen, romantischen Melodien und gleichzeitig ein eigenartiges, eher modernes Klangvolumen: schmetternde Schalmeien, Trompeten, Posaunen, Flöten und kleine Trommeln und ein Kontrabass.
Überrascht und fasziniert bin ich, ganz normale Menschen beim Tanzen zu sehen. Ältere und Jüngere. Tänzer und Tänzerinnen in Jeans und T-Shirt, daneben Männer in Anzug und Krawatte, Frauen in schicken Sonntagskleidern, aber auch Menschen, die offensichtlich Touristen sind.
Die Tänzer stehen in mehreren Kreisen, fassen sich an den Händen. Es gibt kleinere und größere Kreise. In die Kreismitte legen sie ihre Taschen und Mäntel., Wenn es ihnen vom Tanzen zu warm wird auch Jacken und Pullis. Wie in einem Reigentanz bewegen sich die Kreise mal links, mal rechts herum, in wechselndem Tempo, meistens eher langsam. Die Tänzer sind konzentriert und mit Ernst bei der Sache. Die Menschen, so scheint mir, müssen die kurzen und langen Schritte, die kleinen Sprünge dazwischen genau abzählen. Trotzdem wirkt es auf mich nicht angestrengt, die tanzenden Menschen strahlen Gelassenheit und Lebensfreude aus. Das Orchester wird von einem jungen Mann angeführt, in der Linken hält er seine Flöte, und mit der rechten Hand spielt er eine kleine Trommel, wie ein Spielmann aus dem Mittelalter.
Der Musiker sagt mir später: „Die „Sardana", so heißt dieser Tanz, war früher beim einfachen katalanischen Volk genauso beliebt wie bei den Herrschern. Jeder kann in einen Sardana-Kreis eintreten oder einen neuen mit zwei, drei Gleichgesinnten eröffnen und zwar dann, wenn ihm selbst danach zumute ist. Es gibt keine Kleiderordnung. Wir sind „weltoffen", wir leben die Demokratie", sagt er.
Mich berührt dieses Symbol: der Tanz in einem Kreis, zur Harmonie der Musik sich die Hände reichen, sich bewegen im selben Rhythmus. Alle sind gleich. Jeder ist willkommen, in jedem Moment."

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9692