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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„Elf Freunde müsst ihr sein" - so hat Sammy Drechsel, der bekannte Sportreporter, sein Buch damals genannt. Darin hat er die Erinnerungen an seine Jugend aufgeschrieben. Es dreht sich alles um eine Fußballmannschaft, für die dieses Motto galt. Das machte das Team der Jungs aus. Das schweißte sie zusammen. Und das war nicht nur auf die Zeit auf dem Rasen begrenzt. Das prägte ihr Miteinander überhaupt.
Morgen spielt die deutsche Nationalmannschaft ihr 1.Spiel bei der Fußball-WM. Wie weit wird sie kommen? - Viel wird vom Zusammenhalt der Spieler als Mannschaft abhängen. Teamgeist ist gefragt, und der wird ja oft als die Stärke der deutschen Mannschaft beschrieben.
Sicher, da gibt es hervorragende Einzelspieler; Könner auf ihrer Position. Aber was macht der Stürmer, wenn er nicht bedient wird? und eine Nachlässigkeit des Abwehrspielers oder gar des Torwarts hat gravierende Folgen. Es kommt, letztlich, auf alle an. Das Zusammenspiel der Mannschaft ist wichtig. Das gilt auch im mentalen Bereich. Sich aufzuraffen, zusammenzureißen, einzusetzen, auch füreinander, das hat schon so manches Spiel entschieden.
Hat das jetzt irgendetwas mit Kirche zu tun? Für mich schon.
Die Bibel verwendet nämlich verschiedene Bilder und Vergleiche, wenn sie von Kirche oder Gemeinde spricht. Auch wenn die „Mannschaft" so direkt nicht vorkommt, dem Sinn nach gibt's das schon.
Da gibt es auch ganz unterschiedliche Positionen und Aufgaben. Nicht jeder kann und muss alles können. Man ergänzt sich gegenseitig. Auch gibt es herausragende Persönlichkeiten, die aber eingebunden sind in ein Ganzes. Da ist schon jeder wichtig und nötig, und gleich viel wert.
Das wird mit dem Bild, dem Vergleich mit dem menschlichen Körper veranschaulicht. Die Kirche wird als lebendiger Organismus beschrieben, nicht als starre Organisation. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Organe, der Sehnen und Muskeln zeigt sich: Alle gehören zusammen, dazu, auch wenn einige sehr speziell ausgeprägte Aufgaben und unterschiedliche Verantwortung haben. Sie sind aufeinander angewiesen. Mag sein, dass da mancherorts im Bewusstsein ein gewisser Nachholbedarf besteht.
In diesen Tagen ist mehr von der „Mannschaft" die Rede, aber das trifft auch zu. Dabei spielt auch der Trainer eine wichtige Rolle. Er hat den Plan, die Taktik im Kopf, und setzt die Einzelnen entsprechend ihrer Möglichkeiten ein. Und, jetzt hinkt der Vergleich etwas: in der Kirche geht es nicht um eine kleine Elite, die sich für andere einsetzt und die Kohlen aus dem Feuer holt, und damit alle anderen zum Zuschauen verdonnert.
Hier werden alle gebraucht. Unterschiedliche Fähigkeiten werden benötigt und ergänzen sich - unter der Regie Gottes.

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Endlich ist es soweit! Heute Abend beginnt nun die Fußball-WM. Was für Manche der blanke Horror ist, ist für Andere das Ereignis des Jahres. So oder so: die nächsten Wochen grenzen an Ausnahmezustand, in manchen Familien, Kneipen oder beim „public viewing". Dabei ist für Viele der Fußball, oder der Sport als Ganzes, die „schönste Nebensache der Welt". So weit so gut. Nur, wenn das eine Nebensache ist, was ist dann die Hauptsache?
Aber wenn man das so sieht, mit wie viel Einsatz, Engagement und Kampf die Spiele bestritten werden, dann scheint es für Einige um wirklich alles zu gehen; u.z. bei Spielern wie bei Fans. Da scheint alles andere vergessen, unwichtig, belanglos. Da geht es um nichts mehr anderes als um den Gewinn dieses Spiels, und davon hängt dann alles Weitere ab.
Nur ist das nicht das eigentliche, das wahre Leben. Das ist ein Teilbereich, eine begrenzte Ausnahmesituation, ein „Spiel" eben. Aber die Intensität, die Hingabe ist schon bemerkenswert. Wo sonst findet man noch solch ein Engagement. Hier, beim Spiel, im Sport, scheint das dazuzugehören.
Die Bibel spricht mehrfach von Engagement und Hingabe. Darum sind mir diese Beobachtungen ein Hinweis und Vergleichspunkt. So voller Einsatz soll mein Leben in Bezug auf Gott und seine Angebote sein. Das soll mich motivieren, antreiben, alle Kräfte mobilisieren: ihm gerecht zu werden. Er, in diesem Fall der Trainer, erwartet das von mir.
Ob das dann die „Hauptsache" im Leben ist? Ihm gerecht zu werden, weil er am Besten weiß, was gut für mich ist, mich weiterbringt, was Sieg garantiert? Wenn ja, dann sollte ich darauf ausgerichtet sein. Dann kann mir die „Nebensache" ruhig wichtig sein, mich beschäftigen, ja umtreiben - aber eben nur für eine Zeit lang. Dann ist auch klar, dass es daneben noch Anderes, noch mehr gibt. Erfülltes und zufriedenes Leben hängt nicht vom Gewinn meiner Mannschaft ab, und sei es auch die Nationalmannschaft. -
Noch mal zurück zur „Hingabe". Ein altertümlich wirkendes Wort. Aber im Blick auf den Sport und das Ereignis der WM wird es doch wieder verständlich. Ohne geht's nicht! Ohne Hingabe werde ich mich nicht voll und ganz einsetzen, mein Letztes geben. Dann werde ich mir schon vorher die Ausreden zurechtlegen, mit denen ich mich verteidigen werde, wenn's nicht klappt.
Nein; Einsatz, Engagement, Hingabe ist gefragt: beim Spiel wie auch im Leben.

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„Ich trage einen großen Namen" - nein, nicht ich! Das ist der Titel einer Sendung im SWR-Fernsehen. Daran wurde ich erinnert, als in diesen Tagen diverse Namen in den Medien immer wieder auftauchten. Meinen Namen kennt kaum jemand, denke ich manchmal. Da waren eine ganze Reihe Namen von Politikern, wenn es um die Wahl zum neuen Bundespräsidenten geht; aber vermehrt waren es auch Namen von Sportlern. Wen wundert's. Morgen geht sie los, die Fußball-WM. Manche Namen spielen da eine große Rolle, vom Trainer angefangen über bestimmte Spieler, die dabei oder verletzungsbedingt nun doch nicht dabei sein können. Und daran wird oftmals auch der Bekanntheitsgrad und die Berühmtheit abgelesen: Wie oft erscheint er in der Zeitung; wie oft wird er im Rundfunk genannt, im Fernsehen gezeigt.
Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die froh sind, dass ihr Name nicht auftaucht. Sie wollen gar nicht, dass jeder weiß, wie sie heißen. Dass fing ja schon bei Rumpelstilzchen im Märchen an, und taucht heutzutage in so genannten anonymen Schreiben auf. Nicht jeder ist bereit, seinen Namen preiszugeben, auch wenn er danach gefragt wird.
Andererseits ist man aber doch erfreut, wenn bei einer Begegnung mein Gegenüber meinen Namen weiß und mich damit anspricht. Wir fühlen uns, wenn nicht geehrt, dann doch wenigstens bewusst wahrgenommen. Mit dem Namen können wir auch Kontakt aufnehmen mit Anderen. „Hallo" heißt nun mal kaum einer. Wir können Jemanden konkret ansprechen, seine Adresse ausfindig machen, ihn anrufen.
Nun sagt die Bibel, dass Gott uns kennt, unseren Namen kennt, um uns weiß. Und dass er uns auch anspricht, wenn er uns meint und etwas von uns will oder uns was sagen möchte. Dass könnte jetzt Manchem Angst einflößen, dass Gott meinen Namen kennt, mich kennt. Aber für mich ist eher das Gegenteil der Fall. Ich fühle mich geehrt, dass Gott meinen Namen weiß und ihn nicht vergisst. Ich bin ihm so viel wert, dass er sich mit mir beschäftigt, ja Kontakt mit mir haben will. Und das jetzt nicht als einer unter Vielen, anonym und als Nummer, sondern mit meinem Namen. Das ist mir wichtiger, als dass die ganze Nation meinen Namen weiß, mein Bild kennt, einen Fan-Club gründet oder Plakate malt.
Vielleicht denken Sie ja mal dran in diesen Tagen, wenn in den Medien wieder Namen genannt und gehandelt werden. Gott kennt Ihren Namen, und das ist wichtig.

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Feste muss man feiern wie sie fallen. Und im Sommer fallen sie ständig.
An jeder Ecke ein Stadtfest, eine Hocketse oder private Grillpartys.
Wenn der Duft von Nachbars Grill wieder über den Gartenzaun zieht, müsste man sich dort einfach mal selbst einladen. Man müsste mal...aber wer macht das schon? Das wäre doch zu dreist, irgendwo anzuklopfen und zu fragen: „Hallo, könnte ich heute vielleicht bei Ihnen mitessen?" Ich kenne nur einen, der sich das getraut hat. Jesus! Klar, als Wanderprediger war er ständig unterwegs, bestimmt hatte er wenig Gelegenheit in Ruhe zu kochen und zu essen. Aber essen war schon damals viel mehr, als pure Nahrungsaufnahme.
Wo Menschen gemeinsam essen und trinken, da wird es sehr persönlich. Man kommt sich nahe, ins Gespräch, man teilt das Essen, reicht sich die Soße weiter. Essen verbindet.
Deshalb essen Freunde oder Geschäftspartner miteinander, verabreden sich Frischverliebte zum Candlelightdinner. Und Jesus? Geht auf einen wildfremden Mann zu, den die ganze Stadt als Finanzbetrüger kennt, den sie deswegen hasst und meidet und sagt ihm ins Gesicht: „Hallo Zachhäus, ich würde heute gern zu dir zum Essen kommen, geht das?" Zachhäus muss völlig perplex gewesen sein. Natürlich hat er schon einiges über diesen Jesus gehört. Dass er Wunder bewirken kann, dass er Kranke gesund macht und dass er den Frommen ein Dorn im Auge ist. Auch ein Außenseiter, dieser Jesus, wird er gedacht haben. Aber warum will er ausgerechnet zu mir und woher kennt er meinen Namen? Egal, Zachhäus freut sich riesig. Na klar kann Jesus bei ihm essen! Aber er spürt auch das Getuschel hinter seinem Rücken: „Ausgerechnet zu diesem Kriminellen geht Jesus, weiß er denn, was er da tut?" Jesus weiß es genau. Wo er sich einlädt, lädt er auch Menschen ein, ihr Leben zu überdenken. Aber zuerst ist er einfach nur da, schenkt dem, bei dem er doch eigentlich zu Gast ist, seine volle Aufmerksamkeit und Zeit. Zachhäus ist nach dieser Begegnung ein anderer. Er verspricht, den angerichteten Schaden auszubügeln, sogar sein Leben will er komplett ändern. Und das alles, nur durch ein gemeinsames Essen? Das bekannte Tischgebet ist für mich die Lösung: „Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast und segne was du uns bescheret hast." Wo Menschen echte Gemeinschaft und gute Gespräche erleben, da ist Gott mittendrin. Da berührt und verändert er Menschen. Gucken Sie doch mal, wer bei Ihrem nächsten Grillfest am Zaun steht.

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Feste muss man feiern wie sie fallen. Und im Sommer fallen sie ständig.
Wer mal ein paar Feste hintereinander erlebt hat merkt schnell: zu einem gelungenen Fest, gehört ganz entscheidend ein guter Gastgeber. Einer, der sich wirklich um seine Gäste kümmert, der auch im größten Gewühle noch den Überblick behält: hat jeder genug zu trinken, zu essen, fühlen sich alle wohl? Je nachdem wie viele Gäste man hat, kann das ein richtig anstrengender Job werden. Aber deshalb feiert man ja auch nicht täglich. Außer man heißt Gott. Ich habe neulich eine nagelneue Bibelübersetzung geschenkt bekommen und darin stand: „Gott ist mein Dauergastgeber, er führt mich zu einer All-you-can-eat-Bar". Also zu einem Büffet, von dem ich essen kann, so viel ich will. Sie kennen die Bibelstelle vielleicht in einer klassischeren Übersetzung: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser..."Das ist eine der bekanntesten Bibelstellen überhaupt, der Psalm 23 von König David. Auch wenn die zweite Version vielleicht die geläufigere ist, sie meint eigentlich nichts anderes als die Sache mit dem Dauergastgeber. David hat die Erfahrung gemacht: Gott will sich um mich kümmern, nicht nur dann, wenn gar nichts mehr geht, sondern einfach immer! Er speist mich nicht mit einem Schnellimbiss zwischen Tür und Angel ab, sondern nimmt sich Zeit für mich, er schenkt mir seine volle Aufmerksamkeit. Als wäre ich sein einziger Gast. Dazu gehört auch Großzügigkeit. „Du schenkst mir voll ein", schwärmt David. Ich sehe ein Glas vor mir, das fast überschwappt. Gott spart nicht an uns, im Gegenteil. Er hat Freude daran, uns zu verwöhnen. Und offensichtlich keine Angst davor, dass seine Gäste zu einem überkandidelten, dekadenten Partyvolk werden. Die Lösung ist relativ einfach: Wer einmal gemerkt hat: „Gott versorgt mich wirklich mit allem, was ich brauche!" Der gewinnt Sicherheit und verliert die Angst, selbst zu kurz zu kommen. So kann er selbst zu einem großzügigen Gastgeber für andere werden. Und für sich selbst entdecken: Mein Leben ist in Gottes Augen ein Fest. Ich darf mir trotz aller Arbeit, allem was mich vorwärts drängt, auch mal Zeit für Genuss und Muße lassen. Mich bewusst hinsetzen für einen Kaffee, einen Bus vorbeifahren lassen, statt ihm nachzurennen. Gott ist ein perfekter Gastgeber. Sein Büffet findet sich immer irgendwo in meinem Alltag.

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Feste muss man feiern wie sie fallen. Und im Sommer fallen sie ständig.
Wenn ich selbst zu Festen eingeladen werde freue ich mich sehr, aber selber einladen, finde ich ja noch viel spannender. Wen lade ich ein und überhaupt: wie viel Besuch traue ich mir zu...habe ich genug Platz für alle und was wird mich das kosten? Was mache ich, wenn nur wenige kommen? Unangenehm wäre es auf jeden Fall.
So wie bei dem Mann, von dem Jesus erzählt. Er hat ein rauschendes Fest geplant und dazu großzügig eingeladen. Dann ist endlich alles soweit: die Tische gedeckt, das Essen fertig, die Kerzen brennen. Aber kein einziger Gast ist da. Also schickt der Mann einen Freund los. Er soll den Gästen sagen: Bitte kommt, wir wollten doch feiern! Aber die haben plötzlich alle fadenscheinige Ausreden: der eine hat ein neues Haus, der Zweite nur Augen für seine neue Frau und auch der Dritte hat wichtige Geschäfte zu erledigen. Entschuldigung, irgendwas ist ja immer. Als der Gastgeber das hört, wird er wütend. Die Party fällt nicht aus, entscheidet er und schickt seinen Freund noch einmal los: „Geh in die Stadt, zum Bahnhof und in die Unterführungen und lade sie alle ein: die Obdachlosen, die vom Leben enttäuschten, die Punker und schrägen Gestalten. Dann feiern wir mit ihnen!" Viele von ihnen kommen, aber weil immer noch viele Plätze frei sind, schickt er den Freund noch einmal: „Geh auf die Landstraßen und zu den Autoraststätten. Und hol sie alle...jeden, der dir über den Weg läuft, bring her. Es soll rappelvoll werden. Nur die ursprünglich eingeladenen Gäste, die bleiben draußen."
Ein bisschen überempfindlich, der Gute? Es ist Gott, von dem Jesus hier spricht. Sein Fest ist das Leben mit Ihm, in seiner Nähe. Und das schon jetzt, hier auf der Erde. Das zu verschieben geht einfach nicht. Dieses Fest hat absoluten Vorrang! Und jeder Eingeladene muss selbst entscheiden, wie wichtig ihm das ist. Denn Wohnungen, Beziehungen und Jobs, die werden uns immer beschäftigen. Und damit auch von Gott fernhalten. Das Leben mit Gott kann aber nicht das Sahnehäubchen obendrauf sein, ein nettes Extra, falls gerade nichts Besseres anliegt. Es soll die Basis für alles sein, was wir tun. Gott wünscht sich, dass wir seine Einladung ohne ein „vielleicht" annehmen. Sondern mit einem „unbedingt"!

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Feste muss man feiern wie sie fallen. Und im Sommer fallen sie ständig.
Musstest du gestern wieder feiern? Hat mich neulich eine Kollegin grinsend gefragt, als ich montags kleine Augen hatte. Jein. Ich wollte, aber ein bisschen müssen war auch dabei. Denn obwohl alles perfekt organisiert war, tolles Essen, viele Gäste, wunderschöne Dekoration, war das Fest selbst eine blutleere und oberflächliche Angelegenheit. Schade. Was macht ein richtiges Fest, richtiges Feiern eigentlich aus, hab ich mich da gefragt? Die schönsten, lebendigsten Feste, die ich bisher erlebt habe, waren nicht unbedingt die am besten Organisierten. Aber die Freude und das Herzblut dabei war echt und natürlich der Anlass: eine Hochzeit, Geburtstage, bestandene Prüfungen oder ein Umzug. Entscheidende Wegmarken im Leben. Auch Dankbarkeit hat eine große Rolle gespielt. Der Rückblick auf das was war und das Bewusstsein „selbstverständlich ist das nicht" hat die Freude, das Mitfreuen, oft noch verdoppelt.
Feste, die wir ganz bewusst feiern, können eine echte Lebenshilfe sein.
Weil sie Abstand zum Alltag verschaffen und trotzdem den Blick auf ihn zurück lenken. Wie von einer Insel mit Ausblick auf den Heimathafen. Besonders gutes Essen, festliche Kleider, Musik und Geschenke sind nur äußere Zeichen für das, was in uns passiert: Wem bin ich dankbar, für dieses Ereignis, für die zurückliegenden Jahre? Woher kommt meine Kraft und mein Mut für den neuen Lebensabschnitt? Oft muss ich mich selbst daran erinnern: Es lag und es liegt nicht alles in deiner Hand. Die wirklich wichtigen Dinge meines Lebens liegen bei Gott. Ein Glück! Aber Menschen sind vergesslich und auch das weiß Gott. Wahrscheinlich hat er den Israeliten, seinem auserwählten Volk, deshalb eine ganze Liste mit Festen mitgegeben. Die sollten sie tatsächlich feiern, so sagte er das ihrem Anführer Mose damals. Als regelmäßige Erinnerung an wichtige geschichtliche Ereignisse, wie den Auszug aus Ägypten am Passahfest oder den Sabbat, als regelmäßigen Tag der Ruhe und Erholung. Und als Erinnerung daran, dass auch Gott nach sechs Tagen Schöpfung ausgeruht hat. Feste gehören für Gott genauso zum prallen Leben, wie der Alltag selbst. Häufig sagt Gott in der Bibel: Freut euch - und er meint damit nicht, ihr müsst, weil ich es so will, sondern: „ihr habt allen Grund dazu". Ich sorge für euch und ich meine es gut. Wer das spürt, der kann wirklich und aus vollem Herzen feiern und leben.

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