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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Wer ist Gott für Sie? Ist Er für Sie eher ein "finsterer Geselle", der dem Menschen nichts Gutes gönnt? Oder ist Er doch eher eine Person, die das eigene Leben in positi-ver Weise begleitet und dazu verhilft, dass das Leben gelingt? Ich möchte Ihnen heute Gott vorstellen als jemand, der zu einem neuen Leben einlädt. Das ist der Wunsch vieler Menschen: Sie sind mit ihrer momentanen Situation unzufrieden und würden gern noch einmal neu anfangen. Man meint, dass sich das eigene Leben in einer Sack-gasse befindet – und sieht kaum noch eine Möglichkeit, aus eigener Kraft umzukehren.
Solche Lebensumstände sind auch der Bibel nur allzu gut bekannt. Immer wieder greift Gott in das Leben von Menschen ein und weist sie darauf hin, dass sich ihr Le-ben in eine falsche Richtung bewegt. Solche Hinweise heißen „Ruf zur Umkehr“. So rüstet Gott einen Seiner Boten mit folgender Mahnung aus: „Erhebe deine Stimme und verkünde meinem Volk seine Abtrünnigkeit“ (Jesaja 58,1). Gott sorgt sich um die Lebensrichtung seines Volkes. Er sieht es in eine falsche Richtung abdriften. Das Volk jedoch meint, dass noch alles in Ordnung sei – und oberflächlich betrachtet stimmt dies auch.
Aber Gott schaut auch hinter die schöne Fassade und die durchgestylte Kulisse. Dort entdeckt Er manches Elend. Das könnte bei vielen heute ganz ähnlich sein. In der Re-gel präsentiere ich nur meine werbende, glänzende Außenseite und verberge selbst vor meinen engsten Mitmenschen die unschöne Rückseite, den unaufgeräumten Hinterhof. Doch exakt dort, bei meiner unansehnlichen, vielleicht sogar hässlichen Innenseite möchte Gott mich verändern. Dabei schaut Er sich diese Seite liebevoll und gemein-sam mit mir an. Er legt dann in helfender Absicht Seinen Finger in meine Wunden und bietet mir an: „Lass dich von mir zurechtbringen…“ Darum geht es, wenn Gott mich bei meinen Fehlern anspricht und zur Umkehr einlädt: Mein Leben soll innen und au-ßen heil werden. Was könnte mir also Besseres passieren als die göttliche Einladung zur Innen- und Hinterhof-Renovierung meines Lebens? Ich finde, es gibt nichts Schö-neres als ein Leben, das innen und außen von Gott gestaltet und geprägt wird.
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Wer ist Gott für Sie? Ist Er für Sie eher ein "finsterer Geselle", der dem Menschen nichts Gutes gönnt? Oder ist Er doch eher eine Person, die das eigene Leben in positi-ver Weise begleitet und dazu verhilft, dass das Leben gelingt? Ich möchte Ihnen heute Gott vorstellen als jemand, der mitleidend und damit sympathisch ist. Mitleid kann jedoch zunächst auch sehr herablassend wirken. Mitleid wird als unpassend emp-funden, wenn es nur aus Worthülsen besteht und echtes Mitleiden dahinter kaum zu entdecken ist.
Doch Gott leidet mit den Menschen mit. Er sandte Seinen Sohn Jesus als Mensch auf die Erde, um das menschliche Leben kennenzulernen. Dieser Jesus lernte, was Hunger und Entbehrung ist; was Einsamkeit und Verlassen-Werden bedeuten. Jesus litt an der Gottesferne seiner Mitmenschen. Zuletzt erduldete, ertrug er Schläge, Ver-spottung und den Verbrechertod am Kreuz. Das alles prägte das menschliche Leben des Gottessohnes Jesus von Nazareth. Erst seitdem Gott so das menschliche Leiden und Leben kennengelernt und mit uns mitgelitten hat, können auch wir Menschen mit anderen mitleiden.
Um dieses Mitleiden, um diese Sympathie wirbt ein biblischer Autor mit den Worten: „Jeder von uns lebe so, dass er seinen Nächsten gefallen zum Guten und zur Er-bauung“ (Römer 15,2). Natürlich würde man das heute etwas anders sagen. Man würde es vielleicht in das Sprichwort kleiden: „Wenn es mir gutgeht, geht es auch meinen Mitmenschen gut – und umgekehrt“. Wer dafür sorgt, dass es dem Nächsten gutgeht, wird in seinem Lebensumfeld als sympathischer Mensch wahrgenommen. Um die Atmosphäre auf sympathische Weise zu verändern, genügt manchmal schon ein freundliches Lächeln oder eine kleine hilfsbereite Geste. Natürlich muss man für sympathische Gesten nicht unbedingt ein Christ sein. Aber der Glaube kann mich in meinem sympathischen, also mitleidenden Tun unterstützen, weil ich einem Gott vertraue, der mich sympathisch, lebensfördernd in meinem Alltag begleitet.
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Wer ist Gott für Sie? Ist Er für Sie eher ein "finsterer Geselle", der dem Menschen nichts Gutes gönnt? Oder ist Er doch eher eine Person, die das eigene Leben in positi-ver Weise begleitet und dazu verhilft, dass das Leben gelingt? Ich möchte Ihnen heute Gott vorstellen als jemand, der herrlich ist. Während des Studiums setzten wir uns in einem Seminar mit dem Wort „herrlich“ auseinander. In der nächsten Stunde melde-te sich einer und meinte: „Herrlich und Herrlichkeit sind doch sehr sexistische Begrif-fe.“ Dem Professor verschlug es die Sprache, denn an Sexismus hatte er bei herrlich nicht gedacht. Da war jemand in die Falle der „politischen Korrektheit“ getappt.
Wenn von Herrlichkeit als göttlicher Eigenschaft gesprochen wird, verliert sich die Bibel gerade nicht in politischer Korrektheit. Sondern sie bescheint, beleuchtet mit dem Wort herrlich das menschlich-irdische Leben in ungeahnter Klarheit. Da heißt es in einem Bibelvers: „Mache dich auf, werde licht – denn dein Licht kommt; und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir“ (Jesaja 60,1). Dieser Bibelvers wird oft in den Gottesdiensten zur Adventszeit hörbar. Er besagt, dass Gottes Kommen in die Welt mein Leben erhellen möchte. Es soll in der Welt und den zwischenmensch-lichen Beziehungen nicht finster bleiben. Dabei wird Gott mein ganzes Leben mit seinem heilenden Licht bescheinen – das Problematische ebenso wie das Wohltuende.
Gerade in dieser dunklen Jahreszeit bin ich vom Licht abhängig. Elektrisches Licht tut gut. Adventliche Kerzen, Öllampen, Lichterketten und Schwibbögen in Wohnungen und Fenstern sollen unsere Umgebung erhellen. Das alles ist jedoch nur ein schwacher Abglanz im Vergleich zu dem, was geschieht, wenn Gottes Herrlichkeit über uns aufgeht. Wenn Gottes Licht kommt, wird es hell. Gottes Licht leuchtet überall hin. Es bescheint auch die dunklen Ecken meines Lebens. Doch hier ergänzen sich zwei Eigenschaften: hell und heil. Wenn Gott mein Leben mit Seiner Herrlichkeit er-leuchtet, kann es heil werden. Nichts anderes ist Gottes Wunsch, wenn Er mit Seinem herrlichen Licht in mein Leben hineinkommt.
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„Gott kennen ist Leben“, hat der russische Dichter Leo Tolstoi einmal gesagt. Wer leben will, muss Gott kennen lernen. Durch das Bibelwort des Tages möchte ich Ihnen eine bestimmte Seite Gottes etwas näher vorstellen. Im 3. Buch Mose Kapitel 19 wird deutlich gemacht, dass Gott gerecht ist: „Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen“ (3. Mo. 19,15).
Herrnhuter Losung für 12.11.2008

Die Maßstäbe die wir setzen und die Art, wie wir einander begegnen, sind sehr unterschiedlich. Oft entscheiden bei der ersten Begegnung mit einem Menschen wenige Sekunden über die Einschätzung des anderen. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: Sympathie und Antipathie, Macht und Einfluss, Intelligenz und Überzeugungskraft, Aussehen und Kleidung.

In der Heiligen Schrift werden zwei Extreme gegenübergestellt: Es kann sein, dass der Geringe dem Höhergestellten vorgezogen wird. Häufiger kommt sicherlich das andere vor, dass der Große und Einflussreiche begünstigt wird. Aus den beiden Extrempositionen haben sich ganze Gesellschaftssys-teme entwickelt. Im Marxismus werden die Geringen vorgezogen. Das Ideal ist die Herrschaft des Proletariats. Der Kapitalismus hat die Tendenz, dass die Großen begünstigt werden.

Anders ist es bei Gott. Gott ist gerecht. Er macht keine Unterschiede. Er ist der Schöpfer. Er hat alle Menschen erdacht, gemacht und gewollt. Alle wurden als sein Ebenbild erschaffen. Vor Gott sind alle Menschen gleich. Noch mehr: Von Gott werden alle Menschen geliebt. Damit die Verbindung des fehlerhaften und schuldbeladenen Menschen mit dem Schöpfer der Welt wieder möglich ist, hat Gott seinen Sohn geopfert. Johannes sagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3,16).

Die Gerechtigkeit Gottes stellt unsere Beziehungen auf eine neue Basis. Sehen Sie heute die Men-schen, die Ihnen begegnen und mit denen Sie zu tun haben, einmal mit anderen Augen an. Sehen Sie in ihnen Menschen, die Gott geschaffen hat und die von ihm geliebt werden. Versuchen Sie dem anderen auf Augenhöhe zu begegnen. Sie werden dann in Ihrem Urteil den Geringen nicht vorzie-hen, aber auch den Großen nicht begünstigen. Sie werden sich in Ihrem Verantwortungsbereich für Gerechtigkeit einsetzen. Und ich bin ich bin sicher, dass sich dann auch manche Beziehung erneuern lässt. https://www.kirche-im-swr.de/?m=4835
„Gott kennen ist Leben“, hat der russische Dichter Leo Tolstoi einmal gesagt. Wer leben will, muss Gott kennen lernen. Durch das Bibelwort des Tages möchte ich Ihnen eine bestimmte Seite Gottes etwas näher vorstellen. Gott ist vertrauenswürdig. In Psalm 2 steht: „Wohl allen, die auf ihn trauen“ (Ps. 2,12)!
Herrnhuter Losung für 11.11.2008

Zum unverzichtbaren Programm unserer Konfirmandenfreizeiten in Korntal gehört auch die Moor-wanderung durch das Pfrunger Ried bei Wilhelmsdorf. Mit dem Kompass geht es quer durch das Ried. Dabei müssen auch verschiedene Wassergräben auf wackeligen und halbmorschen Baum-stämmen überquert werden. Ab und zu geht es durch das Dickicht des dichten Nadelwaldes und immer wieder besteht die Gefahr, in eines der Moorlöcher zu treten und manchmal bis zur Hüfte ein-zusinken. Beim Abenteuerweg durch das Moor ist Vertrauen angesagt. Die Konfirmanden müssen ih-rem Pfarrer vertrauen, dass er sie wohlbehalten durch die Wildnis führt. Sie müssen auch einander vertrauen und einander helfen. Zum Beispiel beim Balancieren über einen Baumstamm, beim Sprung über ein Moorloch oder beim Klettern über umgestürzte Bäume. Trotz allem kommt es im-mer wieder vor, dass einer der Konfirmanden im Wassergraben oder im Moorloch landet, weil die helfende Hand des anderen zu kurz war oder jeder zu sehr mit dem eigenen Weiterkommen be-schäftigt ist.

Ich musste denken: Wie gut ist es im Leben, wenn ich mich nicht nur auf Menschen verlassen muss. Auf Menschen vertrauen ist gut, auf Gott vertrauen ist besser.

Gott hat eine starke Hand. Im 95. Psalm wird von ihm gesagt: „In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein“ (Ps. 95,4). Weil er alles geschaffen hat und weil er alles am Leben erhält, hat er auch alles im Griff. Auch Sie kann er halten, damit Sie nicht abrutschen und absinken und am Ende sogar im Morast versinken. Und dass keiner sich wie Münchhausen an seinen eigenen Haaren wieder aus dem Sumpf ziehen kann, dürfte ja wohl klar sein.

Gott lädt uns ein, ihm zu trauen und zu vertrauen. Er reicht mir die Hand und lässt mich nicht los. Er hilft mir über Hindernisse hinweg. Er führt mich auf dem rechten Weg. Er wurde begreiflich und fassbar in seinem Sohn Jesus Christus.

Ich möchte Ihnen Mut machen, in die starke Hand Gottes einzuschlagen. Reden Sie mit dem Herrn der Welt im Gebet. „Wohl allen, die auf ihn trauen.“ https://www.kirche-im-swr.de/?m=4834
„Gott kennen ist Leben“, hat der russische Dichter Leo Tolstoi einmal gesagt. Wer leben will, muss Gott kennen lernen. Durch das Bibelwort des Tages möchte ich Ihnen eine bestimmte Seite Gottes etwas näher vorstellen. Der Prophet Joel schreibt im zweiten Kapitel: „Der Tag des HERRN ist groß und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen? Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen“ (Joel 2,11-12).
Herrnhuter Losung für 10.11.2008

Tsunami, Hungersnöte, Finanzkrise, Börsen-Crash. Immer mehr apokalyptische Zeichen zeigen sich wie dunkle Gewitterwolken am Horizont. Wir spüren, dass sich etwas Unheilvolles zusammenbraut. „Wer rettet die Welt?“ fragt deshalb in diesen Tagen ein namhaftes Wirtschaftsmagazin auf der Titel-seite.

Viele apokalyptische Zeichen, die schon in der Bibel beschrieben werden, sind heute durchaus vor-stellbar und rücken greifbar nahe: Kriege, Hungersnöte, Seuchen, Inflation und Erdbeben. Aber auch die Einführung von Personenkennzahlen für ein weltweites Zahlungs- und Überwachungssystem. Und ebenso das Aufkommen des „großen Tieres“ mit seiner Kennzahl 666, auch „Antichrist“ ge-nannt, das mit seinem System die ganze Welt regiert.

Die Heilige Schrift spricht davon, dass einmal der große Tag kommt, an dem sich alles ändern wird. Dieser „Tag des Herrn“ ist die Zeit, in der Jesus Christus wiederkommt. Die apokalyptischen Zeichen am Welthorizont sind nur Vorzeichen für den Tag des Herrn, der kommen wird. Sie sind die Zeichen, die eine neue Zeit ankündigen. Wenn Jesus Christus wiederkommt, wird aufgeräumt. Er stürzt die Tyrannen vom Thron, macht den Kriegen ein Ende, hält Gericht, beseitigt alle Ungerechtigkeit und richtet seine Herrschaft auf.

Der Tag des Herrn wird ein Tag der Scheidung sein. Für die, die Jesus Christus kennen und lieben ist der Tag des Herrn die Stunde der Befreiung. Für die anderen jedoch die Stunde der Wahrheit. Für die einen die Erfüllung ihrer Hoffnungen, für die anderen die Zerstörung ihrer Illusionen. Weil der Tag des Herrn ein Tag der Scheidung ist, muss eine Entscheidung fallen, bevor es zu spät ist. Der Prophet sagt: Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen“

„Bekehrung“ meint Abkehr vom Bisherigen, Umkehr und Hinkehr zu Jesus, dem Retter der Welt. Wer den kennt, der kommt, kann sich freuen und gelassen in die Zukunft blicken. https://www.kirche-im-swr.de/?m=4833