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SWR2 / SWR Kultur

 

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SWR3 Worte

07NOV2025
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Pilgern erdet, und man erlebt wahnsinnig viel. Heike Pieper-Schade hat bereits über 1300 km auf dem Jakobsweg zurückgelegt. Das wirkt auch in ihrem Alltag nach. Sie erzählt:

 

Ich habe für mich erkannt, dass man ganz wenig braucht. Beim Unterwegssein muss man auch mit wenig auskommen. Man muss nicht allen Dingen hinterherrennen. Ich bin normalerweise keine gelassene Person und kann auch hektisch werden. Auf dem Pilgerweg ist das ganz anders. Das versuche ich mit in den Alltag zu retten. Ich erinnere mich dann an Situationen und denke mir, das geht doch auch anders.

 

Quelle

Heike Pieper-Schade: Pilgerporträt, in: der Pilger - Magazin für die Reise durchs Leben, Peregrinus GmbH, 03/2025, S. 32.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43228
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SWR3 Worte

06NOV2025
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Es gibt Orte, die sind anders, und da fühlt man sich anders. Für die Redakteurin Silvia Becker ist das ein riesiger Stadtwald in der Nähe ihrer Wohnung. Sie erzählt:

[…] Jeden Tag gehe ich dort mit meiner Hündin spazieren und tauche ein in diese Anderswelt. Schon bald verbindet sich mein Atem mit dem Rhythmus der Natur. Mein Herz schlägt langsamer, meine Alltagsorgen weichen freudiger Gelassenheit, das Grün umfängt mich wie ein schützender Mantel. Und manchmal, da spüre ich eine Gegenwärtigkeit, die mich begleitet, unsichtbar und liebevoll. Ist das der Schöpfergott oder ist es mein eigenes kleines Leben, das sich urplötzlich verdichtet? Oder beides?

 

Quelle

Silvia Katharina Becker: Im grünen Bereich, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 39, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43227
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SWR3 Worte

05NOV2025
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Der Regisseur Fatih Akin wird gefragt, wie ihn das Thema Nationalsozialismus betrifft. Er antwortet:

 

Ich sehe das Thema Nationalsozialismus nicht als etwas, das mich erblich betrifft oder eben nicht. Ich denke, das, was damals passiert ist, haben Menschen anderen Menschen angetan, und als Mensch verbindet mich das damit. Wenn man es jetzt alles runterbricht […], dann sind doch unsere Pässe, Überzeugungen und Nationalitäten nur Geschichten. […] Die einen sind so, die anderen sind so, aber im Grunde alle gleich. Daran glaube ich wirklich. Und deshalb sollte sich kein Land über ein anderes erheben.

 

Quelle

„Ich versuche die menschliche Natur zu erforschen…“. Interview mit Fatih Akin, geführt von Barbara Spielhagen, in: centaur. Magazin. Eins für alle!, Dirk ROSSMANN GmbH, Oktober 2025, S. 30.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43226
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SWR3 Worte

04NOV2025
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In Gedanken nicht immer schon einen Schritt voraus sein, könnte dazu führen, dass man im Alltag das Überraschende entdeckt. Diese Einsicht hatte die Seelsorgerin Beate Hofmann. Sie sagt:

 

Wenn ich beim Zähneputzen die To-do-Liste durchgehe,

im Bus die Posts der anderen checke,

beim Mittagstisch nur die Krisen der Welt debattiere,

mit Kopfhörern durch den zartgrünen Park laufe

und die Vorhänge schließe, weil der Vollmond mich blendet –

dann wundert’s mich nicht, dass nichts mehr mich wundern kann.

 

Quelle

Beate Hofmann: Einsicht, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 40, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43225
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SWR3 Worte

03NOV2025
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Der Tag, an dem sich etwas verändert, muss kein schlechter Tag sein. Der Autor Matthias Lemme nennt solche Tage sogar „Sternstundentage“ und erklärt warum:

 

An Sternstundentagen wackelt die Welt. Viele glauben dann, das sei der Untergang. Ein paar Mutige halten dagegen, das sei ja längst überfällig. Gleiches Geld für gleiche Arbeit. Selbstbestimmung für den eigenen Körper. Abschaffung des Ehegattensplittings. Wahlrecht für Kinder. Dreieinhalbtagewoche. Grund und Boden als Gemeingut sichern.

Die meisten großen Ideen haben die Welt nicht zu Fall gebracht. Im Gegenteil, sie haben ihr gutgetan und sie ist dran gewachsen.

 

Quelle

Matthias Lemme: Verbieg den Raum, in: Luft nach oben. Der Sonntagskalender 2025, 26.10., edition chrismon in der Evangelischen Verlagsanstalt GmbH, Leipzig 2024.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43224
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02NOV2025
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Haben Sie auch eine Bucketlist, und was steht da drauf? Auf der Liste der Theologin Urte Bejick stehen so ganz untypische Dinge. Sie erzählt:

 

Wenn mir noch ein paar Jahre vergönnt sind,

will ich die vollendeten Umgangsformen der Kühe studieren

in Ansätzen wenigstens [...] (die Sprache der Raben) lernen

 

noch immer im Wald

Käfer auf ihr(e) Füßchen drehen

das Kraut in den Ritzen gießen

 

im Novembernebel spazieren

im fallenden kupfernen Laub

die Schürze aufhalten

 

Blumen auf verwaiste Gräber legen

immer noch Höflichkeit pflegen

Freundlichkeit streuen

und bis zuletzt

den eigenen Gewissheiten misstrauen.

 

Quelle

Urte Bejick: Zukunftspläne, in: Wunderlust! Der Frauenkalender

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43223
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19JUL2025
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Vor vielen Jahren schenkte mir einst eine Freundin einen Ring aus Jerusalem mit der Aufschrift („Auch dies geht vorüber“), als ich gerade in einer schweren Phase von Liebeskummer steckte. Der Legende nach trug einst König Salomo einen solchen Ring, der ihn glücklich machen sollte, wenn er traurig war, und traurig, wenn er glücklich war. Zunächst glaubte ich natürlich nicht daran, dass es mir je wieder besser gehen würde. Aber mit der Zeit kam – ganz langsam -  meine Zuversicht zurück. Und ich verstand: Alles ist im Fluss […]. Der Ring erinnert mich daran, die kostbaren, guten Zeiten zu genießen und die dunklen, schweren Zeiten durchzuhalten. Denn alles kommt, alles geht, alles gehört zu mir.

 

Quelle

Vanessa Goertz-Meiners: Im Fluss, in: Mit Mut! Der Frauenkalender 2024, KW 28, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2023.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42541
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18JUL2025
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Was ist für Sie das größte Weltwunder? Für die Pastorin Cornelia Coenen-Marx ist es ein Oberschenkelknochen. Sie erzählt:

Das größte Weltwunder für mich: ein 15000 Jahre alter Oberschenkelknochen mit einem behandelten und geheilten Bruch. Für die Anthropologin Margaret Mead ist er ein Symbol für den Beginn unserer Zivilisation. Ein Zeichen der Sorge füreinander: kein einzigartiges Weltwunder, aber unendlich wiederholbar.

 

Quelle

Cornelia Coenen-Marx: Zum Staunen, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 15, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42540
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17JUL2025
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Deutschland könnte etwas ganz Besonderes von Afrika lernen: zum Beispiel die Ubuntu-Kultur. Das meint Evelyne Waithira Müller, die in Kenia geboren wurde. Sie sagt:

 

Das Wort Ubuntu […] bedeutet Menschlichkeit, Nächstenliebe, Gemeinsinn und Solidarität. Gemeinsam Mensch sein oder gemeinsam Mensch werden. Ein bisschen Ubuntu würde gerade unserer deutschen Gesellschaft guttun [...]. Für das gute Leben bedeutet Ubuntu: Man wird nur glücklich, wenn man an das Glück aller denkt.

 

Quelle

Evelyne Waithira Müller: UBUNTU, in: Publik Forum EXTRA. Das Spiel der Tiere. Pures Vergnügen und Schule fürs Leben, Publik Forum Verlagsgesellschaft, Juni 2025, S.11.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42539
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SWR3 Worte

16JUL2025
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Was tun, wenn eine Situation verfahren ist? Die Coachin Barbara Baumann hat einen Vorschlag. Sie meint:

Wenn eine Situation verfahren ist und es keine Lösung mehr zu geben scheint, wenn wir am Ende sind mit unseren Berechnungen und Planungen, dann sagen wir auch hier: „Da kann nur noch ein Wunder helfen!“ Und ja, es ist klug und vernünftig, sich an Wunder zu halten, denn dann wächst auch die Bereitschaft, Chancen und Lösungsmöglichkeiten wahrzunehmen und zu ergreifen, die aus einer nicht geplanten Richtung kommen.

 

Quelle

Barbara Baumann: Vernünftig, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 3, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42538
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