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SWR3 Worte
Was tun, wenn eine Situation verfahren ist? Die Coachin Barbara Baumann hat einen Vorschlag. Sie meint:
Wenn eine Situation verfahren ist und es keine Lösung mehr zu geben scheint, wenn wir am Ende sind mit unseren Berechnungen und Planungen, dann sagen wir auch hier: „Da kann nur noch ein Wunder helfen!“ Und ja, es ist klug und vernünftig, sich an Wunder zu halten, denn dann wächst auch die Bereitschaft, Chancen und Lösungsmöglichkeiten wahrzunehmen und zu ergreifen, die aus einer nicht geplanten Richtung kommen.
Quelle
Barbara Baumann: Vernünftig, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 3, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.
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Ich darf’s mir leicht machen. Daran erinnert die Theologin Susanne Herzog mit einer Geschichte und erzählt:
„Wie geht’s leicht?“, fragte die Physiotherapeutin immer und immer wieder in der Bewegungsgruppe. Ihr Ziel: Gelenke schonen. Inzwischen ist mir die Frage ein Zauberwort geworden bei allem, was ich zu tun habe. „Und wie geht’s leicht?“ Mein Ziel: Kräfte schonen.
Quelle
Susanne Herzog: Mein Zauberwort, in: Mit Mut! Der Frauenkalender 2024, KW 32, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2023.
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Wie Hoffnung funktioniert und was es dafür braucht – darüber macht sich der Schriftsteller und Historiker Philipp Blom Gedanken. Er sagt:
Hoffnung ist nicht Optimismus. Hoffnung ist nicht, dass man glaubt, dass alles gut wird. Hoffnung ist für mich vielmehr die Arbeit und der Einsatz dafür, dass es besser werden kann. Und dafür brauche ich andere Menschen. Dafür brauche ich etwas, was größer ist als mein eigener persönlicher kleiner Erfolg. Wenn ich mich für etwas einsetze, wenn ich für so etwas kämpfe, dann lebe ich ein hoffnungsvolles Leben, auch wenn ich das Ziel gar nicht erreiche.
Quelle
TROTZDEM, Interview mit Philipp Blom geführt von Klaus Hofmeister, in: Publik Forum EXTRA. Zukunftsmut. Es ist klug zu hoffen, Publik Forum Verlagsgesellschaft, Juli 2025, S.26.
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Wie wäre das, wenn Gott in einem Tauschregal auf mich warten würde? Der evangelische Pfarrer Matthias Lemme stellt sich das vor und erzählt:
Wenn es Sonntag ist, dann bete ich gerne ein wenig vor mich hin, weil der Tag gleichzeitig so eingefriedet und freigelassen daherkommt. Dann stelle ich mir vor, dass Gott in einer Tauschkiste wartet, oft sind das ja richtige Büdchen, und ich vorzeige, was auf meinen Schultern lastet. Gott nimmt es in Augenschein, wägt es ab und sagt: "Kannste hierlassen, ich kümmere mich drum."
Quelle
Matthias Lemme: Zauberbüdchen, in: Luft nach oben. Der Sonntagskalender 2023, 12.3., edition chrismon in der Evangelischen Verlagsanstalt GmbH, Leipzig 2022.
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Es gibt jede Menge Wunder um uns herum. Wo, das erklärt die SoziologinVeronika Henschel:
Was mir wie ein Wunder erscheint: dass wir in Momenten der Trauer anderen Trost spenden können. Dass wir Zeichen setzen können gegen Gewalt in dieser Welt. Dass Neues entstehen kann. Dass Veränderung möglich ist, immer wieder, auch aus den schwierigsten Momenten heraus. Dabei ist das „Wunder“ manchmal nicht ein magisches Ereignis, sondern unsere bloße Präsenz. Unser Da-Sein, unser Stellung-Beziehen, unser In-Beziehung-Treten. Unser Dranbleiben, unser Anders-Tun-als-bisher, unser Trotzdem.
Quelle
Veronika Henschel: Wunder wählen, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 13, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.
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Einen Tipp für erfüllte Tage hat die Schriftstellerin Isabel Allende, die zusammen mit ihrem Mann Roger lebt. Sie sagt:
Ich stelle mir unser gemeinsames Leben wie einen altmodischen Kalender vor. Einen, bei dem man jeden Tag eine Seite abreißt. Diese Seite wird nie wieder zurückkehren, und deswegen müssen wir den entsprechenden Tag so schön wie möglich gestalten. Ich habe keine Zeit mehr für Kleinigkeiten, für Gier oder Eifersucht. Uns ist beiden sehr bewusst, dass […] jeder Tag zählt.
Quelle
„Ich will kein Mann sein, sondern so viel Frau wie möglich.“, Interview mit Isabel Allende geführt von Markus Hockenbrink, in: Galore. Interviews, Dialog GmbH Dortmund, Galore Nr. 65 (Juni/Juli 2024), S.76.
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Die Neugier ist der vielleicht wichtigste Antrieb eines Menschen, um sich zu entwickeln und Neues zu entdecken. „Wunderfitzig“ – würde man in manchen Gegenden Süddeutschlands sagen. Die Psychologin Beate Epting erzählt:
Woher kommt das Wort? Ich forsche nach. Der Wortherkunft nach kann es übersetzt werden mit „auf Wunder versessen sein“. Wohl dieselbe Versessenheit steckt auch als „Gier“ in der Neugier – es kann also auch zu viel davon geben. Aber ich finde: Wenn neugierig sein beinhaltet, Wunder zu erwarten und Wunder zu finden, bin ich gerne wunderfitzig.
Quelle
Beate Epting: Wunderfitzig, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 9, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.
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SWR3 Worte
Der Kinderbuchautor Eric Carle über seine kleine „Raupe Nimmersatt“:
Ich nehme an, die meisten Kinder können sich mit der hilflosen, kleinen, unbedeutenden Raupe identifizieren, und sie freuen sich darüber, wenn sich die Raupe in einen wunderschönen Schmetterling verwandelt. Ich denke, darin steckt eine Hoffnungsbotschaft: Ich kann auch groß werden.
Quelle
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Kinder können manches besser als Erwachsene. Das hat die Autorin Ina Praetorius festgestellt. Sie erzählt:
Mein Enkel ist ein halbes Jahr alt. Vieles kann er besser als ich. Vor allem Staunen. Mit großen Augen und offenem Mund schaut er in die Welt hinaus und sieht den Wald…das Fahrrad…die Schwester…
Ich wünsche ihm, dass er diese Fähigkeit behält und pflegt bis ins hohe Alter: Die Welt sehen. Als sähe ich sie zum ersten Mal.
Quelle
Ina Praetorius: Zum Staunen geboren, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 18, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.
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Alltag und Wunder – das sind fast sowas wie Gegenteile. Wie sie trotzdem zusammenpassen können, das beschreibt die Theologin Silvia Strahm so:
Alltag und Wunder. Das passt nicht. Nicht auf Anhieb. Was alle Tage geschieht, ist das Gewohnte, ist Wiederholung und Normalität. Das Wunder, es ist das Gegenteil: es ist Unerwartetes und Überraschendes. Das Alltagswunder aber behauptet, beides kann zusammengehören. […] Schaut euch um, sagt das Alltagswunder, seht euch alles genau an. Manches ist unerträglich, aber manches ist gut, wie es ist.
Quelle
Silvia Strahm: Alltagswunder, in: Wunderlust! Der Frauenkalender 2025, KW 2, Heilig, Herzog & Langenbacher GbR, Esslingen 2024.
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