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SWR4 Abendgedanken
O je, ich hab keine Ahnung, wo ich gerade bin…. Eigentlich will ich nur einen kleinen Spaziergang machen, um den Kopf freizubekommen. Doch dann bildet sich auf einmal dichter Nebel. Er verschleiert alle Konturen und lässt mich die Landschaft nur noch grob erahnen. Hoffentlich bin ich noch auf dem richtigen Weg und komme am Ende an.
Ganz schön unheimlich.
Irgendwie aber auch spannend. Eigentlich ist mein Weg durch diesen Nebel geradezu sinnbildlich für meinen Weg durch das Leben. Genau wie hier im Nebel weiß ich auch im Leben oft nicht, was auf mich zukommt. Ganz besonders wenn sich Lebensphasen ändern. Wenn das erste Kind geboren wird und ich plötzlich Mutter bin. Wenn ich an einen neuen Ort ziehe oder eine neue Arbeitsstelle antrete. Keine Ahnung, was da auf mich zukommt und wie mein Leben dann weitergeht. Manchmal kann ich es mir grob vorstellen, aber vieles weiß ich erst, wenn es so weit ist.
Wie in dichtem Nebel lerne ich auch in meinem Leben mit jedem Schritt dazu, lerne Gefahren einzuschätzen und bewältigte Hindernisse hinter mir zu lassen. Ich traue mich, in schönen Momenten innezuhalten, und mein Leben zu genießen. Werde mutiger und sicherer.
Keine Lebensphase ist nur schön und einfach. Das ist normal.
Und manchmal bekomme ich Angst, gerade weil die Zukunft ungewiss oder das Leben besonders herausfordernd ist. Auch das ist normal.
Mein Lebensweg verlangt mir einiges ab, wie der Nebelweg auch. Kratzer und Schrammen bleiben bei beidem nicht aus. Trotzdem bin ich stolz auf jedes Hindernis, das ich gemeistert habe.
Auf meinem Weg durchs Leben habe ich zum Glück meine Familie und Freunde, die mich unterstützen und mich notfalls auffangen, wenn ich stolpere. Aber hier, bei meinem Spaziergang durch den Nebel? Da bin ich allein. Oder nicht?
Es ist seltsam: Ich kann kaum meine eigene Hand vor Augen sehen, trotzdem fühle ich mich begleitet. Meine Gedanken beginnen wie von selbst zu beten. Mein Glaube stellt eine Verbindung her, zu etwas, das mich durch den Nebel führt. Etwas, das ich genauso wenig sehen kann, wie die Dinge vor mir - von dem ich aber genauso intuitiv weiß, dass es da ist. Vielleicht ist es ein Schutzengel, vielleicht Gottes Hand, ich weiß es nicht. Aber ich fühle, dass ich darauf vertrauen kann, begleitet zu sein.
Solange ich Gott an meiner Seite und in meinem Herzen habe, kann ich mich nicht vollständig verlaufen. Er bleibt bei mir, auf meinem Nebelweg genauso wie auf meinem Lebensweg.
Und mit dieser Erkenntnis lichtet sich auf einmal der Nebel: vor mir und in mir.
Und auf einmal sehe ich klar.
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Alles Gute zum internationalen Tag des Feuerlöschers! Der ist nämlich heute. Auch bei mir zu Hause steht einer griffbereit, aber ich hätte nie gedacht, dass der einen eigenen Feiertag hat. Sehr kurios. Obwohl - nur auf den ersten Blick.
So ein Brand entsteht nämlich schneller als man denkt. Da braucht nur ein kleiner Funke aus dem Ofen entwischen. Wie gut also, dass es in vielen Haushalten diese kleine, rote Flasche gibt, die seit nun 150 Jahren Brände und Katastrophen verhindert.
Ich wünschte, es gäbe so einen Feuerlöscher auch für meine Gefühle. Emotional funkt und zischt und brennt es bei mir auch manchmal gewaltig. Wenn ich mich ärgere zum Beispiel. Dabei ist es egal, ob ich mich über eine Person oder eine Situation aufrege. Ich spüre dann ganz genau, wie ich hitzig werde. Wenn ich so richtig sauer bin, wird mein Körper ganz heiß
und dann fällt es mir manchmal echt schwer, mich zu beherrschen.
Auch wenn mich etwas über einen längeren Zeitraum belastet, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle oder ein Streit ungeklärt bleibt. Dann spüre ich, wie das Problem in mir schwelt wie ein Glutnest. Und spätestens, wenn ich mich abends nur noch unruhig hin und her wälze, muss ich mir eingestehen: Meine Gefühle haben einen Brand gelegt.
Hach, wie wunderbar wäre da ein emotionaler Feuerlöscher, der – einmal den Auslöser gedrückt – alle Wut und allen Ärger runterkühlt. Leider gibt es so einen Feuerlöscher nicht. Also zumindest nicht in Flaschenform und nicht zu kaufen. Wobei – Es gibt schon ein paar Mittel, mit denen ich mein emotionales Feuer kontrollieren kann: Dem anderen genau zuhören zum Beispiel. Wenn ich kapiere, warum jemand so denkt, wie er eben denkt, kann ich ihn besser verstehen. Dann begreife ich seine Gründe und Motive und wir können viel sachlicher diskutieren; ruhig und vernünftig und eben nicht emotional explosiv.
Natürlich gibt es auch Meinungen und Haltungen, die bringen mich zwangsläufig zum Kochen.
Rassismus und Extremismus in jeglicher Form, zum Beispiel. Die Gründe dafür werde ich nie verstehen. Trotzdem ist explodieren auch hier keine Lösung. In solchen Situationen ist es sogar besonders wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, egal, wie bescheuert oder brandgefährlich ich eine Meinung finde.
Dann halte ich ganz bewusst inne, atme ein paar Mal ruhig durch oder spreche in Gedanken ein kurzes Gebet.
Das sind meine Tricks, meine kleinen Feuerlöscher, die mir helfen, in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
Natürlich sind auch die kein Patentrezept. Nicht alle Brände kann ich verhindern – und das ist auch ganz normal, dass im menschlichen Miteinander mal die Funken fliegen.
Aber es hilft mir, wenn ich weiß, welche emotionalen Feuerlöscher ich zur Not habe, damit aus einem Funken kein Brand wird.
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Gute Nachrichten für alle, die ihre guten Vorsätze bereits jetzt über Bord werfen mussten: Nicht nur das Erreichen der Ziele macht glücklich, sondern schon allein der Vorsatz dazu. So erklärt der Wissenschaftler Michael Handel:
Positive Gefühle und gute Vorsätze führen zu verstärkten Aktivitäten in bestimmten Gehirnregionen. Diese wiederum bewirken, dass unser Körper, weil er ja jetzt besonders gerne lebt, den Moment genießt oder zumindest eine schöne Perspektive sieht und deshalb alles dafür tut, auch gesund zu bleiben oder zu werden.
Gesundheit beginnt also im Kopf, und das Zauberwort dafür heißt Glück. Selbst wenn man von einem echten Glücksgefühl aus irgendeinem Grund im Moment noch weit entfernt ist, dann ist es gut zu wissen, dass bereits schöne Gedanken und Gefühle oder der gute Vorsatz „Ich schaffe das“ positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben.
Quelle: Michael Handel: Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. Scorpio-Verlag 2017, S.34.
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Sabine Wery von Limont ist Autorin, Traumatherapeutin, und war außerdem in der Sterbebegleitung tätig. Genau daraus nimmt sie Wichtiges für das Leben mit. Sie schreibt:
Als ich vor vielen Jahren Sterbebegleitung gemacht habe, haben mir die Sterbenden immer wieder Hätte-ich-doch-Sätze erzählt. Diese offenen Lebenswichtigkeiten haben sie auch daran gehindert loszulassen und in Frieden mit sich, gehen zu können. (…) Da habe ich mir geschworen, dass meine letzten Gedanken nicht sein werden: „HÄTTE ICH DOCH…“
Selbst wenn das bedeutet:
Schmerzhaftem zu begegnen.
Über den eigenen Schatten zu springen.
Mut aufzubringen, wo eigentlich nur Angst ist.
Wut und Zorn in Vergebung zu wandeln.
Klärung durch Liebe zu ersetzen.
Für meine eigene, innere Heilung verantwortlich zu sein.
Hinter jedem dieser Wörter kenne ich das Gefühlschaos, was diese Aufgabe mit sich bringt. Wir können versuchen, das unser gesamtes Leben zu vermeiden… und dann kommt doch dieser Moment, an dem auf dem Zettel am Zeh nicht unser Name steht, sondern
… Hätte ich doch.
Quelle: Sabine Wery von Limont, Instagram, https://www.instagram.com/reel/DCD8izisASe/?igsh=MTkyMnFrMXUwZW9mdg== 7.November 2024. (Zuletzt aufgerufen am 9. November 2024, 16.48Uhr).
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Der Begriff Resilienz beschreibt die psychische Widerstandskraft. Puh, wenn ich mir überlege, mit wie vielen Herausforderungen die aktuelle Zeit aufwartet, dann brauche ich aber eine üppige Portion von dieser Resilienz. Die gute Nachricht: Man kann Resilienz trainieren wie eine Sportart. Die Autorin Cheryl Rickman behauptet:
Je öfter wir uns Herausforderungen stellen, desto erfolgreicher bewältigen wir das Leben. Genau wie Muskeln stärker werden, wenn wir sie benutzen, wird auch der Geist umso stärker, je mehr wir unsere Resilienz einsetzen. Das Wissen, dass wir mit jeder Herausforderung kräftiger werden können, macht uns stark. Es kann uns befähigen, selbst in schwierigsten Zeiten die gesamte Schönheit des Seins zu erfahren und unsere einzigartige Lebensreise zu genießen. Stress, Trauer, Angst und Depressionen schwächen oft. Doch die Fähigkeiten der Resilienz kann uns aus diesen heraushelfen wie einem Schmetterling aus seinem Kokon. Über dieses Wachstumspotential verfügen wir alle.
Quelle: Quelle: Rickman, Cheryl: Das kleine Buch der inneren Stärke. Die besten Übungen für Resilienz und Zuversicht. Heyne-Verlag, München 2020, S.28.
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Tiefschläge im Leben sind ebenso unangenehm wie unvermeidlich. Eine Möglichkeit mit ihnen umzugehen, zeigt folgende Geschichte von Ashley Davis Bush:
Ein König war einst auf der Suche nach einem Mantra, einem Sätzchen, das ihm Rat und Führung zu geben vermochte. Also rief er alle weisen Männer seines Landes zu sich. Einer der Weisen brachte ihm einen Ring mit der Inschrift „Auch das geht vorbei“. Der König nahm ihn an sich.
Hatte er einen Triumph erzielt, las er den Satz, um seinen Stolz zu zügeln.
Wurde er von Sorgen geplagt, fand er Trost darin.
Und während seiner gesamten weiteren Regentschaft dienten ihm diese vier unscheinbaren Wörtchen als kluge Ratgeber: „Auch das geht vorbei.“
Quelle: Ashley Davis Bush: Das kleine Buch der Ruhe und Gelassenheit. Ganz entspannt die Stürme des Alltags meistern. Heyne Verlag 2017, S. 40.
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Mein Vorsatz für das neue Jahr ist schlicht: Ich will glücklich sein. Zu hoch gegriffen? Ganz und gar nicht, meint Unternehmensberater und Glücksforscher Michael Handel. Er schreibt:
Glück, wie geht das? Erstaunlich leicht, denn es sind tatsächlich die kleinen Dinge, die über unser Glück entscheiden. Das Glück lauert in jedem Moment unseres Lebens. Es bietet sich immer eine Gelegenheit, etwas für unser Glück zu tun. Acht bewährte Ideen helfen uns auf die Sprünge:
- Persönliche Beziehungen pflegen,
- Gute Gefühle schenken
- Zwischendurch einmal lächeln
- Mit sich selbst in Einklang leben
- Neue Sehnsüchte entdecken
- Das Leben vereinfachen
- Herausforderungen annehmen
- Und kleine Routinen pflegen.
Quelle: Michael Handel: Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. Scorpio-Verlag 2017, S.35f.
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Manchmal genügt ein kleiner Perspektivwechsel, und schon kann ich ein unangenehmes Lebensgefühl in ein angenehmes verwandeln. Die amerikanische Psychotherapeutin Ashley Davis Busch schlägt dazu eine Art „umgekehrtes Dankgebet“ vor. Zum Beispiel das hier:
Ich freue mich, dass ich heute nicht obdachlos bin, nicht im Krankenhaus liege, nicht unter Übelkeit leide, keine Migräne habe, nicht Insolvenz anmelden muss, nicht erblinde, nicht in einen Schneesturm geraten bin, nicht darüber klagen muss, dass mir der Strom abgestellt wurde, keine Platten habe, nicht ernsthaft erkrankt bin.
An alles, was wir zwar haben, aber nicht wollen (Stress Termine finanzielle Verpflichtungen usw.) denken wir oft. Da erweitert es den Blickwinkel enorm, wenn wir uns auch mal die Dinge vor Augen führen, die wir gerade nicht haben, aber auch wirklich nicht haben wollen.
Quelle: Ashley Davis Bush: Das kleine Buch der Ruhe und Gelassenheit. Ganz entspannt die Stürme des Alltags meistern. Heyne Verlag 2017, S. 43.
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Sonntag. Der Tag der Ruhe, nicht nur für Christen. Höchste Zeit, mal einen Gang runterzuschalten; gerade dann, wenn ich während der Woche Vollgas gegeben habe. Wie wichtig das ist, betont auch Lifecoach Una L. Tudor in folgendem Bild:
Stellen Sie sich einen vollbesetzten Bus vor. So ein Bus stoppt nicht sofort, wenn die Bremse betätigt wird, sondern bleibt noch etwas in Bewegung. Wird nicht im richtigen Moment gebremst das heißt, deutlich bevor der Bus zum Halten kommen soll, fährt er an der Station vorbei, was (…) womöglich sogar einen Unfall verursacht. Höchste Zeit also, dass wir lernen, das Tempo zu drosseln, bevor wir auf die Bremse treten. Lernen, wie man immer mal wieder die Bremse betätigt - sogar schon, bevor wir auch nur das Stoppschild sehen.
Quelle: Una L. Tudor: Das kleine Buch vom heilsamen Atmen. Heyne-Verlag 2022, S. 81.
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Manchmal trifft man einen Menschen und hat das Gefühl, ihn schon ewig zu kennen. Aber gibt es sowas tatsächlich: Eine Art Seelenverwandtschaft? Der Schriftsteller Paulo Coelho meint:
Es gibt immer einen Menschen auf der Welt, der einen anderen sucht, sei es inmitten der Wüste, sei es inmitten der großen Städte.
Und wenn diese Menschen einander begegnen, begegnen sich ihre Blicke und die Vergangenheit und die ganze Zukunft verlieren jede Bedeutung. Es gibt nur diesen Augenblick und die unglaubliche Gewissheit, dass alle Dinge unter dem Himmel von derselben Hand geschrieben wurden.
Es ist die Hand, die die Liebe weckt und eine Schwesterseele für jeden Menschen geschaffen hat. Denn sonst hätten die Träume der Menschen keinen Sinn.
Quelle: https://www.staudigl.at/einfach-zum-nachdenken/texte-die-mich-beruehren.html, zuletzt abgerufen am 20.6.2024 um 9.03 Uhr.
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