Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

„Ich trage einen großen Namen" - nein, nicht ich! Das ist der Titel einer Sendung im SWR-Fernsehen. Daran wurde ich erinnert, als in diesen Tagen diverse Namen in den Medien immer wieder auftauchten. Meinen Namen kennt kaum jemand, denke ich manchmal. Da waren eine ganze Reihe Namen von Politikern, wenn es um die Wahl zum neuen Bundespräsidenten geht; aber vermehrt waren es auch Namen von Sportlern. Wen wundert's. Morgen geht sie los, die Fußball-WM. Manche Namen spielen da eine große Rolle, vom Trainer angefangen über bestimmte Spieler, die dabei oder verletzungsbedingt nun doch nicht dabei sein können. Und daran wird oftmals auch der Bekanntheitsgrad und die Berühmtheit abgelesen: Wie oft erscheint er in der Zeitung; wie oft wird er im Rundfunk genannt, im Fernsehen gezeigt.
Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die froh sind, dass ihr Name nicht auftaucht. Sie wollen gar nicht, dass jeder weiß, wie sie heißen. Dass fing ja schon bei Rumpelstilzchen im Märchen an, und taucht heutzutage in so genannten anonymen Schreiben auf. Nicht jeder ist bereit, seinen Namen preiszugeben, auch wenn er danach gefragt wird.
Andererseits ist man aber doch erfreut, wenn bei einer Begegnung mein Gegenüber meinen Namen weiß und mich damit anspricht. Wir fühlen uns, wenn nicht geehrt, dann doch wenigstens bewusst wahrgenommen. Mit dem Namen können wir auch Kontakt aufnehmen mit Anderen. „Hallo" heißt nun mal kaum einer. Wir können Jemanden konkret ansprechen, seine Adresse ausfindig machen, ihn anrufen.
Nun sagt die Bibel, dass Gott uns kennt, unseren Namen kennt, um uns weiß. Und dass er uns auch anspricht, wenn er uns meint und etwas von uns will oder uns was sagen möchte. Dass könnte jetzt Manchem Angst einflößen, dass Gott meinen Namen kennt, mich kennt. Aber für mich ist eher das Gegenteil der Fall. Ich fühle mich geehrt, dass Gott meinen Namen weiß und ihn nicht vergisst. Ich bin ihm so viel wert, dass er sich mit mir beschäftigt, ja Kontakt mit mir haben will. Und das jetzt nicht als einer unter Vielen, anonym und als Nummer, sondern mit meinem Namen. Das ist mir wichtiger, als dass die ganze Nation meinen Namen weiß, mein Bild kennt, einen Fan-Club gründet oder Plakate malt.
Vielleicht denken Sie ja mal dran in diesen Tagen, wenn in den Medien wieder Namen genannt und gehandelt werden. Gott kennt Ihren Namen, und das ist wichtig.

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