SWR3 Gedanken

10FEB2024
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Erst standen wir kurz da. Aber dann zogen wir schnell unsere Schuhe aus und gingen über den frisch gemähten, grünen Rasen – herrlich! Wir guckten uns Rosemaries Garten an und Rosemarie erzählte davon, was sie in ihrem Garten gelernt hat: Im Garten zu arbeiten, das hat etwas Mystisches. In einem Garten lernt man, die Natur zu beobachten.

Es geht um Vertrauen. Ich lege einen Samen in die dunkle Erde und dann kann man nur noch vertrauen: Es gibt ja keine Möglichkeit zu gucken, ob der kleine Samen sich gut entwickelt. Trotzdem muss ich einfach weiter machen: wässern und düngen. Pflanzen kann man halt zu nichts zwingen und man kann sie nicht zur Eile antreiben. Ich muss einfach das Vertrauen haben, dass da schon was wachsen wird!

Und was man im Garten noch entdecken kann: Es gibt keine Pflanzen, die 100 % perfekt sind. Hier ist ein verkrümmtes Blatt, dort hat ein Insekt ein Loch gemacht. Makel gehören einfach dazu und sie müssen nicht immer und unbedingt behoben werden, sie können einfach sein.

Und als letztes: Pflanzen sterben! Du kannst noch so vorsichtig und umsichtig sein, du kannst dich noch so sehr bemühen: manche Pflanzen werden von heute auf morgen braun ohne jeglichen Grund und werden wieder zu der Erde, aus der sie gekommen sind. Manche Sachen kann man einfach nicht retten. Im Garten enden Macht und Allmachtsphantasien von uns Menschen. Hier, im Garten können wir lernen, dass vieles im Leben außerhalb unseres Einflusses liegt.

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